Arbeitet unser hirn mit fraktalen?

so erstmal die vorgeschichte:

unter einfluss von lsd, hatte ich ein seltsames erlebnis. eine ganze nacht hatte ich anscheinend das vergnügen meinem gehirn beim arbeiten zuzusehen. wie das genau ablief weiß ich nicht ehr und das lässt sich auch nicht in worte fassen, auf jedenfall fiel mir tagsdrauf sofort die ähnlichkeit zu fraktalen auf: die gedanken erreichten immer wieder aus einer anderen richtung den gleichen punkt (vgl: grundstruktur des fraktals), nur auf einer anderen ebene. diese zeitpunkte waren ein augenblick absoluter klarheit (vgl: rekursive formel des fraktals).

als ich mich jetzt (die sache ist jetzt ca 5 jahre her, ich bin übrigens nicht verrückt und auch schon 4 jahre ohne psychedelische drogen) aufgrund eines artikely der das universum als teil eines fraktals beschreibt (>astronomie-forum) etwas näher mit fraktalen beschäftigte fand ich folgendes:

>>>…The proposal that background neural activity is not mere random noise is supported by recent findings indicating that background neuron firing is fractal in nature. In the Journal of Neuroscience (vol 17, p 5666) Malvin Teich of Boston University notes that the average release rate [of neurotransmitter packets] fluctuates as dramatically from minute to minute as from second to second. Such repetition at different scales is a hallmark of fractals…>>>… The transmission of information from the inner ear to the auditory center occurs through the VIIth cranial nerve. The electrical signals are transferred through the individual fibers of this nerve, called auditory neurons. This topic of research is important because the results tell us about the nature of information encoding. This electric signal is made up of short electrical action potentials called nerve spikes. Professor Teich found that these electric signals manifest themselves as fractals, which are series of clusters, with each cluster itself made of clusters.

Hallo,
soweit ich diese engl. Texte verstehe geht es nicht darum
daß unser Gehirm „mit Fraktalen“ arbeitet. Vielmehr soll es
bedeuten, daß es sich (bzw. die Prozesse)„wie Fraktale“ verhält.
Die Verknüpfungen sind allso nicht rein zufällig sondern
gehorchen prinzipiell Gesetzmäßigkeiten, die allerdings
wegen ihrer ungeheuren Vielfalt und extremen Sensibilität
auf alle möglichen Einflüsse nicht verhersagbar sind.
Das ist eben der Unterschied zwischen Zufällig und Chaotisch.
Ansonsten gehochen ja viele Vorgänge in der Natur chaotischen
Gesetzen und sind in sich immer wieder ähnlich
-> Fraktalbegriff (denke z.B. an Kristallwachstum).
Gruß Uwi

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Unser ZNS ist ein nichtlineares, rückgekoppeltes System. Es ist doch absolut naheliegend, anzunehmen, daß es sich wie ein solches (also fraktal) verhält. Durch (interen oder externe) Anstöße kann es zu Phasensprüngen kommen; ein Eindruck wird verarbeitet, eine Erinnerung abgerufen, die Entstehung eines neuen (Aktivitäts-)Musters ist das Ergebnis einer Wertung oder eine Idee. Ich glaube, die Erkenntnis, daß komplexe Nervensysteme so funktionieren, ist deutlich älter als der Begriff „fraktal“. Ansonsten hat die mathematische Begriffswelt bis heute noch nicht weitergeholfen, die Funktionsweise des ZNS besser beschreiben zu können.

selbstähnliche Grüße, Jochen