Hallo !
Aus „Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit“ von Richard von
Dülmen :
Weil es als unfein galt (ab bürgerl. Mittelstand), selbst zu
stillen, Frauen auf Grund ihrer gesellschaftlichen
Verpflichtung sich kaum um ihre Kinder kümmern konnten oder
der Mann dies ablehnte, wurden die Kinder Ammen übergeben, die
entweder ins Haus geholt oder zu denen die Kinder gebracht
wurden. Schon früh entstand in den Städten ein regelrechter
Ammenmarkt, über den arme Frauen eine Möglichkeit zu
beträchtlichen Nebenverdiensten fanden.
Ja, das habe ich auch so geschrieben.
Was hier nicht gesagt wird, ist die Tatsache, daß eine
Amme nur tauglich war, wenn Sie selbst gerade ein Baby hat.
Das eigene Kind mußte in der Regel zugunsten des herrschaftlichen
Kindes auf Muttermich verzichten oder es kam auch vor, daß
eine arme Frau ihr Kind verlor (hohe Kindersterblichkeit!) und
sich deshalb gut als Amme anbieten konnte.
Ich muß zugeben, daß ich auf dem Gebiet kein Fachmann bin,
aber es gab früher Diskussionen und heute wohl auch noch, wie
lange die Mutter ein Kind stillen soll.
Ja, Sie soll so lange es geht, über 1 Jahr ist schon recht gut
und sehr verträglich für’s Kind. Ewig geht es aber trotzdem
beim besten willen nicht.
Es gibt heute noch
Völker, bei denen Kinder bis zum 5. / 6. Lebensjahr gestillt
werden, d.h. so lange wie die Mutter stillt, ist sie auch,
logischerweise, in der Lage, Milch an das Kind abzugeben.
5…6 Jahre scheinen max. als seltenen Ausnahme denkbar. Nach
2…3 Jahren gibs kaum noch Milch. Auch bei Naturvolkern lernen
die Kinder früher oder später feste Nahrung zu verdauen.
Ein 3-jähriges Kind wird von Muttermilch sicher nicht mehr
satt. Das ist dann max. ein kleines gesundes Zubrot.
Ich denke auch, würde sie das fortsetzen, wäre sie auch
weiterhin dazu in der Lage.
Eben nicht!!! Der Milchfluß versiegt. Das hat Mutter Natur so
eingerichtet. Dagegen spricht z.B. auch, daß das Saugen an
der Brust von älteren Kleinkinder als unkomfortabel angesehen
wird. Warum soll man auch mühselig saugen, wenn’s anders viel
leichter geht.
Spätestens wenn die kleinen Zähne haben, wird’s auch in der
Natur mit dem Saugen vorbei sein.
Das ist auch bei einer Milchkuh so. Deshalb bekommt Sie auch
jedes Jahr!!! ein Kalb.
Eine Milchkuh ist also keinesfalls dahingehend gezüchtet,
daß sie sehr lange ununterbrochen Milch geben kann, sonder
daß sie sehr viel Milch geben kann!!!
Sicher, nicht jede Mutter, aber
der normale Durchschnitt. Es war ja auch nicht jede Frau in
der Lage, als Amme zu „arbeiten“. Es kam sehr auf ihre
körperliche Verfassung an.
Ja klar, z.B. Erstgebährende waren wohl seltenen Fällen
Amme und Frauen, welche sowieso zu wenig Milch hatten auch
nicht.
Es gibt hier bei www bestimmt eine große Anzahl von Müttern,
die uns das genau sagen können.
Da bezweifle ich mal, daß es Frauen gibt, die solange
ihr Kind säugen, bis es zur Schule geht.
Wie man letztendlich erreicht, daß eine Milchkuh zur
"Milch"kuh wird, ist doch vollkommen egal.
Der Bauer macht das mit dem Besamer. Da hat er ziehmlich
feste Vorstellungen davon, wie das zu erreichen ist.
Auf jeden Fall ist
die dauernde Produzierung von Milch durch ein paar Tricks zu
erreichen. Nämlich die dauernde Entleerung des Euters.
Ja, Leute die die Milch aus Tüten und Flaschen konsumieren,
glauben gelegentlich solchen Unsinn.
Gruß Uwi