Mg-Spähne

wieso ist Mg-Spähne als „Leichtentzündlich“ klassifiziert.
das bekommt man noch nichtmal mit der aktivierungsenergie eines campingkochers zur reaktion überredet.

Hallo Schnabeltasse,

oh doch! Mg-Spaehne ist leitentzuendlich. Bist Du sicher reines Mg zu haben? Oder vielleicht Mg-Oxid? Oder keine Spaehne, sondern etwas mit kleinerer Oberflaeche? Oder ist es schon mal feucht geworden (dann liegt auch kein Mg mehr vor)?

Gruss,
Christian

wieso ist Mg-Spähne als „Leichtentzündlich“ klassifiziert.
das bekommt man noch nichtmal mit der aktivierungsenergie
eines campingkochers zur reaktion überredet.

Reines Magnesium brennt sehr leicht mit einer intensiv weißen Flamme, es wurde früher, als es noch kein elektrisches Blitzlicht gab, als Blitzlichtpulver benutzt, sieht man manchmal noch in ganz alten Filmen.
Gruß
Rainer

die Mg-Spähne wurden in einem plastikbeutel geliefert. die spähne sied aber noch glänzend aus. ich glaub nicht , dass das oxidiert ist. ist auf oxidiertem Mg nicht ein sichtbarer schwärzlicher belag drauf?

ist auf oxidiertem Mg nicht ein sichtbarer
schwärzlicher belag drauf?

Magnesoimoxid bildet einen weißen luftdichten Überzug auf der Magnesiumoberfläche. Wenn dieser Überzug entfernt wurde, dann kamm man das Magnesium mit einem Streichholz entzünden. Entscheidend für die Einstufung als leichtentzündlich ist aber wohl, daß sich Magnesium nicht mehr so leicht löschen läßt, wenn es erst einmal brennt.

wie schnell bildet sich denn dieser Belag? wie wir Mg den normalerweise aufbewahrt, damit das Mg vor dem belag bewahrt bleibt?

Entscheidend für die Einstufung als leichtentzündlich ist aber
wohl, daß sich Magnesium nicht mehr so leicht löschen läßt,
wenn es erst einmal brennt.

Stimmt, selbst erlebt bei Gebr. Sulzer in Winterthur 1947
Ein Dreher arbeitete mit zu hoher Schnittgeschwindigkeit.
Die entzündeten Mg-Späne brannten unter Sand noch stundenlang.
Mg-Pulver wurde im 2 WK zum Bau von Brandbomben verwendet.
Das zusammengepresste, weisse Mg.oxidpulver benützen Kunstturner als Gleitmittel.
Gruss
Fritz a.d.Uw.

wie schnell bildet sich denn dieser Belag? wie wir Mg den
normalerweise aufbewahrt, damit das Mg vor dem belag bewahrt
bleibt?

Hi,
der Belag bildet sich an feuchter Luft innerhalb weniger Minuten. Wenn man Mg-Späne aktivieren will, z.B. für eine Grignard-Reaktion, kann man das entweder mechanisch (durch ordentliches Reiben), oder chemisch (entweder waschen mit verdünnter Salzsäure, dann mit Aceton, anschließend trocknen im Vakuum oder durch Zugabe eines Iod-Kristalls [weitere Methoden finden sich in entsprechenden Fachartikeln]).
Lagern unter Luftabschluß. Aber weil die Oxidschicht nicht besonders schwer zu entfernen ist, macht das eigentlich niemand.

Gruß, Florian

Späne - ohne h !!!
Das tut ja in den Augen weh, Leute!
der Span - die Späne
hat mit spähen nix zu tun!
Eher mit den Splittern in Euren und dem Balken in meinen Augen :smile:
Grüße Eckard

Hallo Fritz,

Entscheidend für die Einstufung als leichtentzündlich ist aber
wohl, daß sich Magnesium nicht mehr so leicht löschen läßt,
wenn es erst einmal brennt.

Stimmt, selbst erlebt bei Gebr. Sulzer in Winterthur 1947
Ein Dreher arbeitete mit zu hoher Schnittgeschwindigkeit.
Die entzündeten Mg-Späne brannten unter Sand noch stundenlang.

heißt das, daß man versucht hat, die Späne mit Sand zu löschen ? Soweit ich mich erinnern kann, reagiert Mg noch recht heftig mit Sand zu Magnesiumoxyd und Silizium. Insofern wäre Sand für Mg ein Brandförderndes Oxydationsmittel. Müßten da in der Mg-Verarbeitung nicht andere Löschmittel bereitstehen ?

Jörg

Hi Jörg,
Sand ist das einzige Löschmittel, das für Metallbrände taugt. Die von Dir beschriebene Reaktion findet höchstens unmittelbar an der Kontaktschicht zwischen Mg und Sand statt. Der Sand verhindert den Zutritt weiterer Luft, der Brand erlischt.

Florian

Gefährlicher Irrtum!!!
Hi Florian,

Sand ist das einzige Löschmittel, das für Metallbrände taugt.

Falsch!!!

das gilt nur, wenn eine Handvoll Späne brennen und Du mit einer großen Menge Sand drangehst. Wenn größere Mengen Leichtmetalle (Mg, Al, Ti) brennen und Du gibst Sand dazu kann es zu einer explosiven Reaktion kommen.
Mir ist ein solcher Fall aus einer persönlichen Schilderung eines Anwesenden bekannt.
Ein Container mit Dehspänen brannte und ein Mitarbeiter wollte mit Sand löschen. Er warf eine Schaufen voll Sand in den Brandherd und es kam zu einer Explosion, bei der der Mitarbeiter schwere Brandverletzungen davontrug. Die brennenden Metallteile flogen durch die gesamte Halle und nur durch viel Glück und schnelle Reaktion konnte eine Brandausbreitung vermieden werden.

Metalllöschpulver ist übrigens kein Sand, sondern ganz normales Kochsalz, das in diesen Fällen wirklich ein universelles Löschmittel ist.

Die von Dir beschriebene Reaktion findet höchstens unmittelbar
an der Kontaktschicht zwischen Mg und Sand statt. Der Sand
verhindert den Zutritt weiterer Luft, der Brand erlischt.

Schön wärs. Das klappt wirklich nur, wenn eine geringe Menge Metall brennt. Die Temperatur eines Leichtmetallbrandes ist so hoch, das der Sand schnell schmilzt und dann als gutes Oxidationsmittel wirkt.
Wie hoch die Temperaturen werden kann man durch folgenden Versuch sehen. Mg-Späne zu einem kleinen Haufen formen und anzünden. Wenn alles verbrand ist hast Du einen oberflächlich weißen Haufen, wenn Du aber den Haufen zerteilst, findest Du im Zentrum eine früngelbe Masse von Mg-Nitrit. Auf das kalte(!) Nitrit etwas Wasser träufeln und die Bude stinkt nach Ammoniak --> den Versuch besser drausen machen.
Diesen Versuch mach ich regelmäßig bei Gefahrstoffausbildungen für Feuerwehren.
Ein anderer Versuch, der zeigt, das Sand als Oxidationsmittel für Mg wirkt ist folgender:
Mg alleine anzünden und abbrennen lassen, daneben eine Mischung aus Sand und Mg. Die Mischung aus Sand und Mg brennt deutlich schneller ab als Mg alleine.
Diesen Versuch hab ich auch schon öfters vorgeführt.

**Fazit:

Kein Sand bei Metallbränden!!!**

Andreas

3 „Gefällt mir“

Sand ist das einzige Löschmittel, das für Metallbrände taugt.

Stimmt nicht. Man kann Schwefel darüber streuen. Der verbraucht den Sauerstoff so schnell, daß für das Metall nichts mehr übrig bleibt. Meines Wissens wird diese Methode in Aluminiumhütten verwendet.

Hi,
sorry, ich bezog mich nur auf Brände im Labormasstab, nicht auf große Brandherde.

Gruß, Florian

bei Mg spähne ist das Etfernen aber ziehmlich unmöglich.

bei M- spänen ist das Etfernen aber ziehmlich unmöglich.

Nö, bei mir funktioniert das ganz problemlos. Rein in einen Kolben, verdünnte HCl drauf, kurz (

Das Geheimnis liegt darin, möglichst schnell zu arbeiten

oder unter Inertgas. Meistens ätzt man das Magnesium aber ohnehin direkt in der Reaktionslösung an, so daß man sich Hektik und Aufwand sparen kann.

Magnesoimoxid bildet einen weißen luftdichten Überzug auf der
Magnesiumoberfläche. Wenn dieser Überzug entfernt wurde, dann
kamm man das Magnesium mit einem Streichholz entzünden.

Da reicht u.U. schon ein Funke…

Entscheidend für die Einstufung als leichtentzündlich ist aber
wohl, daß sich Magnesium nicht mehr so leicht löschen läßt,
wenn es erst einmal brennt.

Falsch: Entscheidend für die Einstufung als leichtentzündlich ist die aufzubringende Aktivierungsenergie und die ist bei Mg-Spänen oder -Pulver ausgesprochen gering. Die „Löschbarkeit“ ist ein anderes Thema und hier völlig belanglos!

Für Dein Posting gibts ein Sternchen…aber das möchte ich so nicht stehen lassen (vor allem nicht fett!):

**Fazit:

Kein Sand bei Metallbränden!!!**

Dies gilt nur bei großen Mengen. Ansonsten kann mit (trockenem!) Sand ein Metallbrand sehr wohl gelöscht werden. Selbst schon probiert… (o.k., war 'ne kleinere Menge…).

Aber Sand nur einsetzen wenn kein D-Pulver da…

Gruß Stefan

Konkretisierung
Hi Rainer,

Reines Magnesium brennt sehr leicht mit einer intensiv weißen
Flamme, …

Was man beim Metallbrand als Flamme wahr nimmt, ist ein grelles Glühen. Die Flamme ist ein glühender Gasstrom, und der kommt bei Metallbränden nicht vor.

Grüße