wenn ich richtig informiert bin, ist Kieselerde nichts anderes als ganz fein gemahlenes „Sandmehl“, SiO2. Nun habe ich einmal im Reformhaus welche gekauft und einmal im Supermarkt (Marke der Kieselerde: „Abtei“). Die aus dem Reformhaus war deutlich besser vom Geschmack her. Außerdem stand auf der Packung von der Supermarkt-Kieselerde, das enthaltene Pulver bestehe nur zu paar-n-achtzig Prozent aus Kieselerde… Woraus ist dann der Rest? Und warum kann die eine besser sein als die andere, wenn beides Kieselerde ist?
wenn ich richtig informiert bin, ist
Kieselerde nichts anderes als ganz fein
gemahlenes „Sandmehl“, SiO2.
Hallo Uwe,
wie oben schon geschrieben nicht ganz richtig. Kieselerde wird (wenn es kein Kiselgur ist (das sind winzig kleine Gehäuse von sog. Diatomeen (kleinen Krebstiere))) folgendermaßen hergestellt. Sand wird mit Natriumcarbonat zusammengeschmolzen. Das entstandene Glas in Natronlauge gelöst und mit Schwefelsäure wieder gefällt.
Grob schematisch
SiO2 + 2NaOH + H2SO4 --> SiO2 + Na2SO4 + H2O
Was zunächst unsinnig klingt, macht insofern Sinn, daß über die Fällbedingungen (Temperatur, Konzentration, Fällgeschwindigkeit, Rührgeschwindigkeit usw.) die Eigenschaften der erhaltenen Produkte gezielt beeinflußt werden können.
Nun habe ich
einmal im Reformhaus welche gekauft und
einmal im Supermarkt (Marke der
Kieselerde: „Abtei“). Die aus dem
Reformhaus war deutlich besser vom
Geschmack her.
Außerdem stand auf der
Packung von der Supermarkt-Kieselerde,
das enthaltene Pulver bestehe nur zu
paar-n-achtzig Prozent aus Kieselerde…
Woraus ist dann der Rest?
Der Rest ist wahrscheinlich Natriumsulfat. Das Zeug schmeckt leicht bitter und hat einen leichten abführenden Effekt
Und warum kann
die eine besser sein als die andere, wenn
beides Kieselerde ist?
Natriumcarbonat hat die Formel NaCO3. In
obiger Gleichung taucht aber noch nicht
einmal C auf. Wo bleibt das Carbonat?
Ich hab mit Absicht „grob (!) schematisch“ geschrieben.
Also, das Carbonat zersetzt sich bei den Temperaturen des Schmelzens zu Na2O und CO2, das durch den Schornstein geht. In der Realität braucht man auch überstöchiometrische Mengen an NaOH und mithin auch H2SO4.
Um ein weiteres Posting zu verhindern noch einige Details
Stufe
Na2CO3 + SiO2 --> Na2SiO3 + CO2
Stufe
Na2SiO3 + 2 NaOH --> Na4SiO4 + H2O
Stufe
Na4SiO4 + 2 H2SO4 --> SiO2 + 2 Na2SO4 + 2 H2O
In der zweiten Stufe wird NaOH im Überschuß eingesetzt, die mit der Schwefelsäure in der 3. Stufe allerdings wieder neutralisiert werden muß.
Außerdem stand auf der
Packung von der Supermarkt-Kieselerde,
das enthaltene Pulver bestehe nur zu
paar-n-achtzig Prozent aus Kieselerde…
Woraus ist dann der Rest?
Der Rest ist wahrscheinlich
Natriumsulfat. Das Zeug schmeckt leicht
bitter und hat einen leichten abführenden
Effekt.
Hi Gandalf
das ist die Untertreibung des Jahres. Natriumsulfat ist das bei Fastenkuren allseits beliebte Glaubersalz, ein recht drastisches Abführmittel, probier mal einen Esslöffel auf ein Glas Wasser, reservier Dir aber lieber eine Toilette, die wirst Du dringend brauchen. Bei Kieselerde hat das nichts zu suchen.
Üblicherweise wird Calciumcarbonat oder besser Calciumglukonat zugegeben.
Gruss
Rainer
Da hab ich doch glatt Blödsinn geschrieben
Hallo Uwe,
da schreibe ich doch in die Brettbeschreibung gefälligst den Römpp zu lesen und tu es selber nicht. Die Mails von gestern hab ich aus dem Gedächtniss geschrieben und erst heute mal im Römpp nachgeschaut (schäm).
Also das mit der gefällten Kieselerde ist so nicht ganz korrekt. Der Folgende Artikel ist aus dem Römpp
Gandalf
demsowashoffentlichniewiederpassiert
Kieselerde
Alte Bez. für Mineralien, die sich (infolge ihres Quarz-Gehalts) zur Glasbereitung eignen; K. ist im wesentlichen SiO2. Heute bezeichnet man als K. oft unterschiedslos Quarz-haltige Kaoline, Kieselgur u. verwandte Sedimente, die aus in Schichten abgelagerten Panzern von Radiolarien u. Diatomeen (vgl. Kieselgur) bestehen. Die seit 1978 im Tagebau abgebaute Neuburger Kieselerde (Neuburg/Donau) ist ein feinmehliges, weißes Mineralgemenge aus 85–90% Quarz u. Kaolinit; Verw. als Füllstoff in der Kautschuk-, Kunststoff-, Farben- u. Lack-Ind., als Putz-, Schleif- u. Poliermittel u. in Schweißelektroden, Kosmetik u. Pharmazie.
Lit.: Wirtschaftsvereinigung Bergbau e. V. (Hrsg.), Das Bergbau-Handbuch, S. 276 f., Essen: VGE Verl. Glückauf 1994.
E siliceous earth
F silice, dioxyde de silicium, terre siliceuse
I terra silicea
S sílice, tierra silícea
Quelle: Römpp Lexikon Chemie – Version 1.5, Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag 1998
also…
…wenn ich’s nun richtig verstehe ist K. also eher „physikalisch gemahlener“ (und nicht „chemisch gemahlener“, wie Du geschrieben hattest) Sand, oder?
ähm…
da bin ich jetzt lieber vorsichtig. Die Aussage des Artikels lese ich so, daß diese Radiolarien etc. an sich so klein sind, daß sich dadurch eine kleine Korngröße ergibt. Vielleicht kommt noch ein bischen mahlen dazu?
Ja, kommt hinzu. Man macht das mit Kugelmühlen, die können auch Kiesel oder Quarz fein vermahlen.
Jetzt mach Dir mal keinen Kopf, hier hat jeder schon mal iregendwo danebengehauen
Kein Thema.
Gruss
Rainer
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