Wie den psychischen Zustand bei Stress verbessern?

Wenn ich jetzt ausführlich berichte über den letzten Monat, dann NICHT, um Postings wie *ich denk an dich* oder *ich drück mal deine hand* zu provozieren.

Mitgefühl bekomme ich in meiner Umgebung genug. Dank an alle, die es mir irgendwie gezeigt haben!

Um zu zeigen, was ich alles als Belastung empfunden habe, setze ich ein *seufz* dahinter.

Gestern vor einem Monat brachten wir meinen Vater mit Schmerzen ins Krankenhaus. *seufz*
Vier Tage später musste meine älteste Tochter (20, Diabetikerin) wegen Stoffwechselentgleisung ins Krankenhaus. *seufz*
Damit stand fest, dass sie auch dieses Jahr nicht die 12. Klasse beenden wird können (zu viele Fehlstunden im ersten Halbjahr). *schwerseufz*
Einen Tag später stand bei meinem Vater die Diagnose „Krebs, letztes Stadium“ fest. *sehrschwerseufz*
Fünf Tage später war er tot. *schwerseufz*
Es folgten einige stressige Tage, weil sich meine Geschwister über Details bezüglich der Beerdigung nicht einig wurden. *seufz*
Fünf Tage nach dem Tod meines Vaters (noch vor dem Begräbnis) erkrankte mein Jüngster (7) an einer Darmgrippe. *seufz*
Drei Tage später hatte auch sein großer Bruder (12) hartnäckigem Durchfall. *seufz* Es ist aber keine Darmgrippe, denn die wäre schon vorbei. Derzeit ist eine Stuhlprobe beim bakterologisch-serologischen Institut, der Befund kommt morgen.
Jeden Tag doppelt zu kochen: einmal Normalkost, einmal Diät, war jetzt ganz schön anstrengend! *seufz*
Zwei Tage nach dem 12jährigen erkrankte mein Mann an Lungenentzündung. *seufz* Der Arzt verordnete strenge Bettruhe und Quarantäne, sodass ich allein die Pflege erledigen musste. Da ich an chronischer Polyarthritis (Rheuma) erkrankt bin, verursacht jeder Schritt Schmerzen *seufz*. Mehr als einmal habe ich mir gewünscht, einen Rollstuhl zu haben!
Fünf Tage später hatte Harald dann eine Medikamenten-Allergie *seufz*, die mit mehreren Präparaten behandelt werden muss.
Zwei Tage später erkrankte die 14jährige Tochter an beidseitiger schwerer Seitenstrangangina. *seufz*
Drei Tage später erkrankte der 10jährige Sohn an Blinddarmentzündung *seufz* und wurde gestern operiert.
Die 14jährige verträgt eines der Medikamente nicht *seufz*, deshalb nehme ich sie morgen zum Arzt mit.

Obwohl ich sehr viel schlafe, fühle ich mich erschöpft und unkonzentriert. Am Dienstag bin ich drei mal nur knapp an einem Verkehrsunfall vorbeigeschrammt.

Normaler Weise empfehle ich Menschen in solchen anstrengenden Zeiten, spazieren zu gehen. Diesen Rat befolge ich selbst aus Schmerzgründen nicht.

Ich fühle mich _sehr_ erschöpft und abgekämpft.

Meine Frage an die Experten:

Was kann ich tun, damit es mir besser geht?

Ich will meine Leistungsfähigkeit steigern und wieder verkehrstüchtig sein.

Müde Grüße

Hanna

Hi,

also daß es so dicke auf einmal kommt, erweckt mein Mitgefühl.

Aber zu Deiner Frage:
Hast Du schon mal autogenes Training versucht oder aktive Entspannung?
Letzteres habe ich auch eingesetzt, um meine Konzentrationsprobleme zu verbessern. Habe auch Verbesserungen bemerkt, müßte es nur konsequenter durchführen.
Zu beidem gibt es wohl Literatur oder auch Kasetten und CDs.
(Für die Soldaten in Afganistan hat die BW eine CD produziert, wo es auch ne gute Anleitung zur aktiven Entspannung bei ist, Harald Schmidt hat das mal in seiner Show vorgemacht)

Wünsche Deinen Lieben alles Gute und bleibe stark…

mus.

Keine Expertenantwort, und trotzdem…
Liebe Hanna,

das hält kein Mensch auf die Dauer aus.
Es hat auch keinen Sinn, danach zu fragen, was du jetzt tun kannst, um noch leistungsfähiger zu werden.

Frag lieber, ob es nicht etwas gibt, was dir helfen kann, dich nicht vollkommen aufzuopfern. Hast du schon einmal an eine Kur gedacht? Zeit nur für dich und deinen müden Körper (und nicht zuletzt deine Seele)?

Du bist selbst krank, würdest aber wohl nie um Hilfe bitten, ich meine praktische Hilfe. Erkundige dich doch einmal bei deiner Krankenkasse, ob dir nicht vorübergehend eine Haushaltshilfe zusteht und erwäge bitte den Gedanken an eine Kur.

Sei doch einmal egoistisch! Damit hilfst du langfristig gesehen auch deiner Familie.

Herzliche Grüße
Uschi

Hallo, Hanna!

Kein Expertentipp, aber eine persönliche Empfindung.

Manchmal im Leben kommt es ziemlich hart und dann auch noch alles auf einmal.
Anfangs hat man die Kraft und auch den Willen, alles alleine zu schaffen, die Dinge selbst zu regeln und in die Hand zu nehmen.
Das ist nicht einfach und – nicht immer – der beste Weg. Man muss nicht alles alleine durchstehen.

Da in Deinem Fall ausschließlich der engste Familienkreis „betroffen“ ist, dem Du natürlich all Deine Kraft und Energie zukommen lässt, würde ich versuchen, andere Arbeiten, die ja auch noch erledigt werden müssen, anderen zu übertragen.
Sicher gibt es Freunde, Bekannte, andere Familienangehörige, die Dir das Einkaufen, das Kochen, das Waschen und Bügeln, Fahrten zur Apotheke oder sonst wohin, und viele andere Dinge, abnehmen können.
Sollte das möglich sein, muss es Dir noch gelingen, diese delegierten Dinge auch zu vergessen und darauf zu vertrauen, dass die entsprechenden Personen sie in Deinem Sinne erledigen. Denke nicht, alles kontrollieren zu müssen. Sollte etwas wirklich nicht funktionieren, ist dann immer noch Zeit, sich einen Kopf darum zu machen.

Vielleicht könnte Dir das den Rücken und den Kopf ein wenig freier machen.

Viel Glück und alles Gute!

Gruß
Paula

Hallo Hanna,

die hier geschilderten Probleme sind natürlich Dinge, die Du nicht ändern kannst (wie Krankheiten) - da heißt es dann nur „Augen zu und durch“.

Ich kenne dich aber nun schon etwas länger und glaube, daß das Problem bei Dir noch etwas anders ausschaut.

Du hast schon öfter im Plauderbrett geschrieben: „Ich hab ja sooo viel zu tun“… und in den meisten Fällen schildertest Du dann Dinge, bei denen ich dachte: „Selbst schuld“. Tut mir leid, wenn das jetzt hart klingt, aber Du neigst dazu, Dir immer und wieder Arbeit aufzuhalsen.

Daß Du mit all Deinen Kindern jede Menge Arbeit hast, ist klar. Mußt Du dann aber auch noch Mutti für so viele andere spielen?

versteh mich nicht miß - von den jetzt gerade auftretenden Krankheiten spreche ich nicht. Nur von all dem anderen, zu dem Du Dich immer wieder breitschlagen läßt. Du kochst nicht nur für Deine Familie, sondern auch immer wieder auf irgendwelchen Veranstaltungen für Dutzende von Leuten, organisierst Treffen, bastelst, engagierst Dich hier und dort und da… und irgendwann ist es einfach zu viel. Vor allem dann, wenn, wie es jetzt passiert ist, dann wirkliche Probleme in der Familie zusammenkommen.

Du bist müde, Hanna? Du hast das Recht, müde zu sein. Wenn es nicht mehr klappt, dann sag es doch einfach mal: „Ich kann nicht mehr. Jetzt bin ich dran“.

Warum läßt Du es zu, immer wieder überfordert zu werden? Das ist eine ernsthafte frage, ich kann es nicht beurteilen. Brauchst Du die Anerkennung, das Gefühl, unverzichtbar zu sein, kompensierst Du etwas damit, das Dir fehlt? Das kannst Du Dir nur selbst beantworten.

Anstatt Dich jetzt zu fragen, wie Du wieder nur einwandfrei für Deine Familie funktionieren kannst, frage Dich lieber mal, was sie für Dich tun können. Im schlimmsten Fall steig mal für ein oder zwei Wochen aus. Ja, Du wirst jetzt sagen „Das geht nicht, sie brauchen mich!“ Aber Du wirst sehen: Es geht doch. Und Dir würde es ganz sicher gut tun.

Nur ein paar Anregungen, und nicht böse gemeint, das weißt Du, nicht wahr? :smile:

Liebe Grüße, Nike

Liebe Hanna,

Das, was Nike gerade an Dich geschrieben hat, erinnerte mich dermaßen an den folgenden Satz, von dem ich zwar weiß, daß Du ihn schon hunderte Male gelesen und ausgesprochen hast, aber sicher immer nur für andere:

Was kann ich tun, damit es mir besser geht?

"Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst.

Wir sind hier zwar nicht im „RuE“ Brett, aber ich finde, es passt hier auf Deine Situation. Habe Dich selber lieb, lerne es Dich selber zu Schätzen. Deinen Wert zu Erkennen…Bleibe bei Dir, teile Deine Kraft, aber nur, wenn sie vorhanden ist (!!!) mit anderen.

Ansonsten: Erstmal Auftanken, damit Du wieder zu Kräften kommst (Vorschläge dazu habe die anderen ja schon gemacht). Und wenn Du soweit bist, dann gebe den anderen wieder. Und dann soviel, daß Du daraus immer wieder Kraft schöpfen kannst, um am Ende des Tages wieder „voll“ zu sein, um am nächsten Tag wieder Geben zu können. Aber eben immer nur soviel „Geben“, daß Du Dich nicht ganz entleerst.

Es ist eine Kunst, die es zu Erlernen gilt: NEIN sagen zu können. Das hat nicht im geringsten Maße etwas mit „nicht Lieben“ zu tun. Aber mit gesundem Egoismus. Und der darf, nein MUSS sein, gerade, wenn man von Natur aus ein Mensch ist, der gerne (und sicher von Herzen) gibt: So wie DU!!!

In meinen Augen hat Nike vollkommen Recht und die anderen, die hier geschrieben haben ebenso. Besorge Dir jetzt erstmal eine Hilfe.(Ich weiß, es ist „sauschwer“ andere um Hilfe zu Bitten, gerade und weil man ja selber immer derjenige war, der sich nie schwach gezeigt hat, es sich nicht erlaubt hat). Jedoch: Du wirst diese Hilfe bekommen!!! Ganz sicher!!!

Ich wünsche Dir von Herzen ganz viel Kraft für die nächste Zeit!!!

Liebe Grüße von
Bettina

Hallo Hanna,

wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich sogar wirst Du mit Deiner Situation bei vielen Menschen Mitgefühl erzeugen bzw. den Gedanken froh zu sein, daß es den anderen meistens besser geht.

Dennoch bist Du „selbst Schuld“ bzw. selbstverantwortlich für das was geschehen ist bzw. geschieht.

Offenbar hast Du sehr viel Kraft und große Leidensfähigkeit. Sonst hätte Dir das Leben nicht solche Härten senden müssen, damit Du hier etwas Bestimmtes lernst, was man kurz als Selbstliebe bezeichnen kann. Brauchst Du noch mehr Härten bis Du selbst zusammenbrichst?

Scheinbar nimmst Du andere Menschen wichtiger als Dich selbst. Längerfristig schadest Du nicht nur Dir selbst sondern auch den anderen Menschen, insbesondere Deinen Lieben damit.

Um nur ein Beispiel zu nennen, Dein Leben mal andes handzuhaben, nachdem Dir scheinbar andere Menschen wichtiger sind als Du Dir selbst: das was Du Deinen Kindern vorlebst, wird sie prägen für ihr eigenes Leben. Möchtest Du, daß sie auch so seufzen wie Du?

Was denkst Du wie Deine Kinder bzw. Dein Mann Dich sehen bzw. über Dich denken? Denkst Du, ihnen gefällt was sie sehen? Was möchtest Du, daß sie sehen, wenn sie ihre Mutter respektive die Ehefrau ansehen?

Nachdem Du Dich scheinbar gerne hintanstellst mit Deinen Bedürfnissen, möchte ich Dir gerne, wenn auch ungebeten, ein paar Stunden systemische Familientherapie empfehlen.

Du hast ein Recht auf Hilfe, auf Unterstützung. Einstweilen hole Dir eine Hilfe, sei es privat oder z.B. von der Krankenkasse. Es gibt auch Familienhelfer. Ich würde bei Dir sogar zu fremder Hilfe raten, da eine Hilfe aus dem Umfeld würde bei Dir möglicherweise zu Schuldgefühlen führen und möglicherweise fühlst Du Dich genötigt, Dich dafür in x-facher Weise wieder revanchieren zu wollen, was zu einem neuerlichen Erschöpfungsssyndrom, möglicherweise einer Depression führen kann.

Meinem Verständnis vom Leben nach, wird es vermutlich noch dicker kommen, wenn Du keine Kurskorrektur vornimmst und lernst liebevoller mit Dir selbst umzugehen.

Ich wünsche Dir Kraft und Mut zur Kurskorrektur.

Ciao,
Romana

Eine systemische Therapie könnte tatsächlich langfristig helfen. Allerdings ist eine Therapie auch anstrengend und die Frage ist, ob das wirklich im Moment zu einer Entlastung führt. Eine Entlastung sollte zunächst Priorität haben.

Mach jeden Tag alle 90 Minuten 20 Mintuen Pause. Lege Dich dazu 15 Min auf die linke und 5 Min. auf die rechte Seite. Diese Empfehlung stammt von dem Hypnotherapeuten Bossi, ein Schüler Milton Ericksons. Nachzulesen in dem Buch: 20 Minuten pause, oder wie Sie körperlichen oder seelischen Zusammenbruch vermeiden können.

Es wird helfen, wenn du es genießen kannst, und Zeit dafür findest, es wirklich zu tun.

Das ist der zweite Tip:
Was kannst Du wirklich genießen? Such dir etwas aus, was du genießen kannst. Setze dir jeden ein einige kleine Genußziele. Vielleichjt auch einmal ein Großes.

Viel Entspannung wünsche ich Dir

Hallo Hanna,

Du hast jetzt mehrfach den Rat bekommen, Dir fachliche Hilfe, d.h. Unterstützung von außen zu hohlen!
Dies kann ich nur ganz dick unterstreichen! Denke mal daran, Deine Familie hat von Dir nichts mehr, wenn Du unter der ganzen Last völlig zusammenbrichst! Sie liebt Dich doch, willst Du ihr das wirklich antun? Und denke nicht, der Teufelskreis hat mal ein Ende, Du mußt ihn selbst durchbrechen! Für DICH und Deiner Familie!
*Immer wenn Du denkst, schlimmer kann es nicht mehr kommen, dann Wette darauf, der nächste Hammer wartet schon!*

*Alles entsteht von innen nach außen!*
Behandel Dich selbst liebevoll und gib Dir den Schutz, den Du brauchst! Nur so kannst Du Deiner Familie die Liebe und den Schutz zuteil werden lassen, den ihr Dein Herz so gern entgegen bringen möchte!

Ich wünsche Dir, daß Du es schaffen kannst und bald innerlich zur Ruhe kommen kannst!

lieben Gruß,
Fionny

Ps.: Mir haben meine Pausen immer geholfen. Autogenes Training ist hier sehr gut, bedarf aber Übung! Meditationen helfen auch, aber ich denke, die machst Du schon. Einfach mal so 20-30 Min. auf’s Bett/Sofa liegen und NUR der Lieblingsmusik zuhören und ein wenig dieser Welt entfliehen, was hältst Du davon?

Progressive Muskelentspannung
Hallo fionny,

Ps.: Mir haben meine Pausen immer geholfen. Autogenes Training
ist hier sehr gut, bedarf aber Übung! Meditationen helfen
auch, aber ich denke, die machst Du schon. Einfach mal so
20-30 Min. auf’s Bett/Sofa liegen und NUR der Lieblingsmusik
zuhören und ein wenig dieser Welt entfliehen, was hältst Du
davon?

Nur ´ne klitzekleine Anmerkung von mir: Für so´n Entspannungstraining glaubte ich mich völlig ungeeignet. Aber - welch Wunder - Progressive Muskelentspannung (soll ja nicht so schwierig zu lernen sein, Autogenes Training) hat geklappt. Allerdings soll´s auch Leute geben, für die ist Entspannungstraining gar nichts. Hier ist wieder Differentialdiagnose gefragt.

Schönes Wochenende,

Oliver

Hallo music,

also daß es so dicke auf einmal kommt, erweckt mein Mitgefühl.

auch wenn ich nicht in erster Linie gepostet habe, weil ich Mitgefühl gesucht habe, merke ich, dass ich es doch ganz gerne annehme :wink:

Aber zu Deiner Frage:
Hast Du schon mal autogenes Training versucht oder aktive
Entspannung?

Progressive Muskelentspannung nach Jakobson?
Ja, die kenn ich. :smile: Ist eine super Sache, die mir schon oft geholfen hat!

Wünsche Deinen Lieben alles Gute und bleibe stark…

Danke!
Jetzt sind alle bis auf den Blinddarm-Operierten wieder fit - und mir geht es heute bedeutend besser, ich fühle mich schon fast wieder zum Bäume-Ausreißen :wink:))

Lieben Gruß

Hanna

Hallo Paula!

Danke für Deine Tipps!
Ich habe heute vergeblich versucht, eine Familienhelferin zu bekommen, aber ich weiß jemanden, dem ich meine Bügelwäsche anhängen kann :wink:

Jetzt sind alle bis auf den Blinddarm-Patienten wieder fit, jetzt gehts mir wieder sehr viel besser. :smile:

Vielen Dank nochmal, und ich werde auf mich schauen, versprochen!

Hanna

Hallo Uschi

Hast du schon einmal an eine Kur
gedacht? Zeit nur für dich und deinen müden Körper (und nicht
zuletzt deine Seele)?

Jeder Vorschlag, der weder Zeit noch Geld kostet, wird gerne umgehend umgesetzt *bg*
Wenn ich eine Familienhelferin kriege, kann ich gerne auf Kur fahren, aber die Kosten müssten von der Krankenkasse übernommen werden. Ich spreche nächste Woche mit meiner Ärztin über die Möglichkeiten einer Kur.

Du bist selbst krank, würdest aber wohl nie um Hilfe bitten,
ich meine praktische Hilfe. Erkundige dich doch einmal bei
deiner Krankenkasse, ob dir nicht vorübergehend eine
Haushaltshilfe zusteht und erwäge bitte den Gedanken an eine
Kur.

Bei uns gibts keine Haushaltshilfen von der Krankenkasse! Nur die Caritas (eine katholische karitative Organisation) bietet Familienhilfe an. Die Helferinnen sind aber für die nächste Woche ausgebucht.

Sei doch einmal egoistisch! Damit hilfst du langfristig
gesehen auch deiner Familie.

So lange ich noch irgendwie krauchen kann, hab ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich Hilfe in Anspruch nehme. Ich würde mich als Schmarotzerin empfinden, die andere ungerechtfertigter Weise für sich arbeiten lässt (kennst Du nicht dieses Gefühl?)

Aber vielen Dank für die Idee mit der Kur, ich werde sie wirklich ins Auge fassen!

Viele liebe Grüße

Hanna

Hallo Nike!

die hier geschilderten Probleme sind natürlich Dinge, die Du
nicht ändern kannst (wie Krankheiten) - da heißt es dann nur
„Augen zu und durch“.

Meine Knie sind schon etwas zittrig geworden, das kannst Du mir glauben!

Ich kenne dich aber nun schon etwas länger und glaube, daß das
Problem bei Dir noch etwas anders ausschaut.

Du hast schon öfter im Plauderbrett geschrieben: „Ich hab ja
sooo viel zu tun“… und in den meisten Fällen schildertest Du
dann Dinge, bei denen ich dachte: „Selbst schuld“. Tut mir
leid, wenn das jetzt hart klingt, aber Du neigst dazu, Dir
immer und wieder Arbeit aufzuhalsen.

Da hast Du natürlich recht.
Das hat aber Gründe, die ich hier und jetzt nicht ausbreiten will / kann.

Daß Du mit all Deinen Kindern jede Menge Arbeit hast, ist
klar. Mußt Du dann aber auch noch Mutti für so viele andere
spielen?

versteh mich nicht miß - von den jetzt gerade auftretenden
Krankheiten spreche ich nicht. Nur von all dem anderen, zu dem
Du Dich immer wieder breitschlagen läßt. Du kochst nicht nur
für Deine Familie, sondern auch immer wieder auf irgendwelchen
Veranstaltungen für Dutzende von Leuten, organisierst Treffen,
bastelst, engagierst Dich hier und dort und da… und
irgendwann ist es einfach zu viel. Vor allem dann, wenn, wie
es jetzt passiert ist, dann wirkliche Probleme in der Familie
zusammenkommen.

Jetzt hab ich nichts anderes mir aufgehalst. Wenn ich eine Verschnaufpause gebraucht habe, habe ich mich aber ganz gerne an den Computer gesetzt und ein paar Sachen bezüglich Treffen organisiert - aber immer nur so viel, wie leicht gegangen ist! Jetzt hatte ich ja eine gute „Entschuldigung“ für etwaige Versäumnisse.

Du bist müde, Hanna? Du hast das Recht, müde zu sein. Wenn es
nicht mehr klappt, dann sag es doch einfach mal: „Ich kann
nicht mehr. Jetzt bin ich dran“.

Ja. Ich hab „wichtige“ Dinge vergessen, und ich hatte nicht mal ein schlechtes Gewissen, als ich es bemerkte. *fasterstauntbin*

Warum läßt Du es zu, immer wieder überfordert zu werden? Das
ist eine ernsthafte frage, ich kann es nicht beurteilen.
Brauchst Du die Anerkennung, das Gefühl, unverzichtbar zu
sein, kompensierst Du etwas damit, das Dir fehlt? Das kannst
Du Dir nur selbst beantworten.

Ja. Ich kenne die Antwort.

Anstatt Dich jetzt zu fragen, wie Du wieder nur einwandfrei
für Deine Familie funktionieren kannst, frage Dich lieber mal,
was sie für Dich tun können. Im schlimmsten Fall steig mal für
ein oder zwei Wochen aus. Ja, Du wirst jetzt sagen „Das geht
nicht, sie brauchen mich!“ Aber Du wirst sehen: Es geht doch.
Und Dir würde es ganz sicher gut tun.

Ich habe mir fest vorgenommen, die Idee mit der Kur weiter zu verfolgen. Das wird mir gewiss gut tun!

Nur ein paar Anregungen, und nicht böse gemeint, das weißt Du,
nicht wahr? :smile:

Liebe Nike, ich kenn Dich doch! Keine Bange, ich weiß, wie Du es meinst! :smile:))

Einen ganz lieben Gruß

Hanna

*diesichschonwiederfastfitfühlt*

Hallo Bettina,

danke für Deine aufmunternden Worte!

Im Moment KONNTE ich nicht einfach alles fallen lassen und nur an mich denken, das war das Problem.

Aber jetzt sind alle bis auf einen wieder fit, und es geht mir schon wieder fast ganz gut!

Vielen Dank für Dein Mitgefühl!

Hanna

Hallo Romana!

Offenbar hast Du sehr viel Kraft und große Leidensfähigkeit.
Sonst hätte Dir das Leben nicht solche Härten senden müssen,
damit Du hier etwas Bestimmtes lernst, was man kurz als
Selbstliebe bezeichnen kann. Brauchst Du noch mehr Härten bis
Du selbst zusammenbrichst?

Ich verstehe nicht, was erstrebenswert daran ist, zusammenzubrechen.
Die Medien sind voll von Berichten über Mütter, die zusammengebrochen sind.
Eine verließ die Wohnung, schloss sie hinter sich zu und ließ ihr Baby qualvoll verdursten.
Eine schlachtete ihre Familie ab.
Eine wählte den Freitod.

Ich wollte nicht zusammenbrechen und so reagieren.

Scheinbar nimmst Du andere Menschen wichtiger als Dich selbst.
Längerfristig schadest Du nicht nur Dir selbst sondern auch
den anderen Menschen, insbesondere Deinen Lieben damit.

Um nur ein Beispiel zu nennen, Dein Leben mal andes
handzuhaben, nachdem Dir scheinbar andere Menschen wichtiger
sind als Du Dir selbst: das was Du Deinen Kindern vorlebst,
wird sie prägen für ihr eigenes Leben. Möchtest Du, daß sie
auch so seufzen wie Du?

Wenn sie sich aus der Verantwortung stehlen und nicht seufzen - ist das besser?

Was denkst Du wie Deine Kinder bzw. Dein Mann Dich sehen bzw.
über Dich denken? Denkst Du, ihnen gefällt was sie sehen? Was
möchtest Du, daß sie sehen, wenn sie ihre Mutter respektive
die Ehefrau ansehen?

Ich denke, es gefällt ihnen besser, als sie würden eine zusammengebrochene Mutter und Ehefrau sehen.

Nachdem Du Dich scheinbar gerne hintanstellst mit Deinen
Bedürfnissen, möchte ich Dir gerne, wenn auch ungebeten, ein
paar Stunden systemische Familientherapie empfehlen.

Ich muss mich mal schlau machen, was das überhaupt ist.

Du hast ein Recht auf Hilfe, auf Unterstützung. Einstweilen
hole Dir eine Hilfe, sei es privat oder z.B. von der
Krankenkasse. Es gibt auch Familienhelfer. Ich würde bei Dir
sogar zu fremder Hilfe raten, da eine Hilfe aus dem Umfeld
würde bei Dir möglicherweise zu Schuldgefühlen führen und
möglicherweise fühlst Du Dich genötigt, Dich dafür in x-facher
Weise wieder revanchieren zu wollen, was zu einem neuerlichen
Erschöpfungsssyndrom, möglicherweise einer Depression führen
kann.

Ich habe heute versucht, eine Familienhelferin zu kriegen, aber die waren ausgebucht.

Meinem Verständnis vom Leben nach, wird es vermutlich noch
dicker kommen, wenn Du keine Kurskorrektur vornimmst und
lernst liebevoller mit Dir selbst umzugehen.

Ich denke nicht, dass es in Notzeiten dran ist, nur an sich selbst zu denken und sich zu pflegen.
Wenn Du mich von etwas anderem überzeugen willst, musst Du mir das so erklären, dass ich es nachvollziehen kann.

Ich wünsche Dir Kraft und Mut zur Kurskorrektur.

Vielen Dank und liebe Grüße

Hanna
*dienichtweißobsiedichüberhauptrichtigverstandenhat*

Eine systemische Therapie könnte tatsächlich langfristig
helfen. Allerdings ist eine Therapie auch anstrengend und die
Frage ist, ob das wirklich im Moment zu einer Entlastung
führt. Eine Entlastung sollte zunächst Priorität haben.

Wie schon in einer anderen Antwort gesagt, muss ich mal rausfinden, was eine systemische Therapie ist.

Mach jeden Tag alle 90 Minuten 20 Mintuen Pause. Lege Dich
dazu 15 Min auf die linke und 5 Min. auf die rechte Seite.
Diese Empfehlung stammt von dem Hypnotherapeuten Bossi, ein
Schüler Milton Ericksons. Nachzulesen in dem Buch: 20 Minuten
pause, oder wie Sie körperlichen oder seelischen Zusammenbruch
vermeiden können.

Ich hab mir jetzt enorm viel Schlaf gegönnt, auch tagsüber. Und es hat mir seeehr gut getan. Ich hätte die 20 Minuten auch kaum wach bleiben können (wenn ich mal liege, ist es aus mit mir :wink:)) )

Es wird helfen, wenn du es genießen kannst, und Zeit dafür
findest, es wirklich zu tun.

Das ist der zweite Tip:
Was kannst Du wirklich genießen? Such dir etwas aus, was du
genießen kannst. Setze dir jeden ein einige kleine Genußziele.
Vielleichjt auch einmal ein Großes.

Ja, danke für den Tipp!

Vielen Dank für alles!

Hanna
*dieschonwiederziemlichfitist*

Hallo fionny,

ja, ich habe gelernt, auf mich zu achten, deshalb habe ich mir auch viel Ruhepausen und Schlaf gegönnt (sonst wäre ich tatsächlich zusammengeklappt).

Mit der Meditation hast Du in gewisser Weise recht (dass ich sie praktiziere).
Ich bin überzeugte Christin und lade alle Sorgen bei Gott ab. So hat mich die Operation z.B. keine weitere psychische Kraft gekostet („Was ist, wenn was schiefgeht?!?“ etc). Ich bin froh, mich in Gottes Hand geborgen zu wissen. Ohne ihn wäre dieser Monat für mich nicht durchzustehen gewesen, da könnte man mich jetzt in der Klapsmühle besuchen :wink:

Lieben Gruß

Hanna

Hallo Oliver,

progressive Muskelentspannung nach Jakobson ist eine wunderbare Sache und hat mir schon oft - und ganz besonders im vergangenen Monat - geholfen!

Hanna

Hi Hanna,

Hallo Romana!

Offenbar hast Du sehr viel Kraft und große Leidensfähigkeit.
Sonst hätte Dir das Leben nicht solche Härten senden müssen,
damit Du hier etwas Bestimmtes lernst, was man kurz als
Selbstliebe bezeichnen kann. Brauchst Du noch mehr Härten bis
Du selbst zusammenbrichst?

Ich verstehe nicht, was erstrebenswert daran ist,
zusammenzubrechen.
Die Medien sind voll von Berichten über Mütter, die
zusammengebrochen sind.
Eine verließ die Wohnung, schloss sie hinter sich zu und ließ
ihr Baby qualvoll verdursten.
Eine schlachtete ihre Familie ab.
Eine wählte den Freitod.

Nichts ist an einem Zusammenbruch erstrebenswert. Doch steht der nicht an, wenn man sich auf Dauer zuviel zumutet und sich ständig überlastet? Das Bild habe ich bei Dir. Vielleicht täusche ich mich. Doch was steckt hinter Deinen Seufzern? Erstrebenswert ist sich abzugrenzen, sich selbst was Gutes zu tun, das Leben zu genießen, das Leben und sich selbst zu lieben und daraus Lebensenergie, Lebenskraft zu schöpfen.

Scheinbar nimmst Du andere Menschen wichtiger als Dich selbst.
Längerfristig schadest Du nicht nur Dir selbst sondern auch
den anderen Menschen, insbesondere cLieben damit.

Um nur ein Beispiel zu nennen, Dein Leben mal andes
handzuhaben, nachdem Dir scheinbar andere Menschen wichtiger
sind als Du Dir selbst: das was Du Deinen Kindern vorlebst,
wird sie prägen für ihr eigenes Leben. Möchtest Du, daß sie
auch so seufzen wie Du?

Wenn sie sich aus der Verantwortung stehlen und nicht seufzen

  • ist das besser?

Verantwortung haben bzw. übernehmen hat nichts mit seufzen zu tun. Das heißt, es ist an Dir mit Deiner Verantwortung (die Du auch Dir gegenüber hast) so umzugehen, daß Dir nicht zum Seufzen, nach Möglichkeit eher zum Jauchzen zumute ist.

Was denkst Du wie Deine Kinder bzw. Dein Mann Dich sehen bzw.
über Dich denken? Denkst Du, ihnen gefällt was sie sehen? Was
möchtest Du, daß sie sehen, wenn sie ihre Mutter respektive
die Ehefrau ansehen?

Ich denke, es gefällt ihnen besser, als sie würden eine
zusammengebrochene Mutter und Ehefrau sehen.

Was sehen Deine Kinder? Was sieht Dein Mann?

Nachdem Du Dich scheinbar gerne hintanstellst mit Deinen
Bedürfnissen, möchte ich Dir gerne, wenn auch ungebeten, ein
paar Stunden systemische Familientherapie empfehlen.

Ich muss mich mal schlau machen, was das überhaupt ist.

Es ist EINE Möglichkeit. Ich kann sie mir bei Dir sehr passend vorstellen. Doch viele Wege führen bach Rom.

Du hast ein Recht auf Hilfe, auf Unterstützung. Einstweilen
hole Dir eine Hilfe, sei es privat oder z.B. von der
Krankenkasse. Es gibt auch Familienhelfer. Ich würde bei Dir
sogar zu fremder Hilfe raten, da eine Hilfe aus dem Umfeld
würde bei Dir möglicherweise zu Schuldgefühlen führen und
möglicherweise fühlst Du Dich genötigt, Dich dafür in x-facher
Weise wieder revanchieren zu wollen, was zu einem neuerlichen
Erschöpfungsssyndrom, möglicherweise einer Depression führen
kann.

Ich habe heute versucht, eine Familienhelferin zu kriegen,
aber die waren ausgebucht.

Auch wenn es Dir schwer fällt, sogar unmöglich erscheint, rufe dort noch mal an und frage nach Alternativen und fordere eine Lösung, mach die Driglichkeit Deiner Situation klar. Laß’ Dich nicht abweisen. Sei egoistisch für Dich und Deine Familie.

Meinem Verständnis vom Leben nach, wird es vermutlich noch
dicker kommen, wenn Du keine Kurskorrektur vornimmst und
lernst liebevoller mit Dir selbst umzugehen.

Ich denke nicht, dass es in Notzeiten dran ist, nur an sich
selbst zu denken und sich zu pflegen.

So wollte ich nicht verstanden wissen. Ist Egoismus bei Dir nur negativ besetzt oder kannst Du dem auch was Positives abgewinnen? Ich gehe davon aus, daß je weniger man sich um sich selbst sorgt bzw. sorgen kann, man sich auch umso weniger um andere sorgen kann. Folglich kommt erst mal die Selbstversorgung, die Selbstliebe. Kannst Du einen Teil Deiner Verantwortung auch delegieren? Mußt Du für soviel verantwortlich sein wie Du meinst sein zu müssen?

Wenn Du mich von etwas anderem überzeugen willst, musst Du mir
das so erklären, dass ich es nachvollziehen kann.

Ich wünsche Dir Kraft und Mut zur Kurskorrektur.

Vielen Dank und liebe Grüße

Hanna
*dienichtweißobsiedichüberhauptrichtigverstandenhat*

Ich fühle mich oft mißverstanden. Du schürst gerade den Gedanken, gleichwohl es sich gerade in den letzten Monaten gebessert hat. Mir scheint oft, daß ich eine andere Sprache spreche. Ich wünsche mir, richtig bei Dir angekommen zu sein. Ansonsten höre mit dem Herzen zu. :smile:

Ciao,
Romana

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