Kollegin darf nicht arbeiten

Hallo,

auch ich hätte gerne ein paar Ratschläge von Euch:

Seit ein paar Wochen haben wir eine sehr nette Kollegin, die gut in unser Team paßt. Aber sie hat einen sehr eifersüchtigen Mann. Mittlerweile hat er soviele Probleme damit, wenn sie bei der Arbeit ist, dass er sie am Fortgehen hindert. Sprich: mal kommt sie, und mal nicht.
Davon ausgehend, dass sie uns die Wahrheit sagt, möchten wir ihr gerne helfen, auch weil wir sie gerne als Kollegin behalten möchten. Was können wir ihr raten? Was käme aus sie zu, wenn sie sich erst einmal alleine zu einer Eheberatung aufmachen würde? Was könnte sie selber Zuhause tun, um wieder regelmäßig zur Arbeit gehen zu können? - wenigstens das, weil sie darf sonst höchstens zum Einkaufen gehen.

viele Grüße
Claudia

sorry, mir fehlen die worte…
hallo claudia,

von jeder anderen hätte ich so eine anfrage für einen schlechten scherz gehalten und nicht geantwortet.
ich weiß auch nicht, was mich mehr erschüttert: die tatsache, daß es wirklich menschen gibt, die sich derart entmündigen lassen. oder daß es menschen gibt, die sich das recht rausnehmen, andere zu unterdrücken.

du siehst, da sind schon 2 punkte: jemand der macht - und ein anderer, der machen läßt!

aber ich denke jetzt mal nur ins unreine…

wenn es „nur“ daran liegt, daß sie nicht den mut aufbringt, nägel mit köppen zu machen und ihm zu sagen „so nicht mehr mit mir!“ und notfalls auch die konsequenzen zu tragen, dann steht ihr bei, laßt sie nicht alleine, nehmt sie ggf. ein paar tage bei euch auf, sucht einen platz im frauenhaus für sie. oder was auch immer. möglichkeiten werden sich immer finden.

wenn die allerdings erst - wohlmöglich noch gegen ihren willen - davon überzeugt werden muß, daß sie alles darf, was nicht gegen geltendes recht oder die guten sitten verstößt, ein wesen mit rechten und pflichten , volljährig, mündig, geschäftsfähig usw. ist und auch eine verantwortung für sich selbst zu tragen (und daher auch abgeschlossene arbeitsverträge einzuhalten !) hat, dann ist das ein hartes stück arbeit. ihr könnt sie dabei unterstützen, aber eine professionelle eheberatung wird sowas eher bewältigen können, als kolleginnen, die einer der ihren „nur flausen in den kopf setzen“ (

Hallo Grilla,

Ersteinmal kann ich mir gut vorstellen, daß Dir (Euch) die Situation Deiner (Eurer) Kollegin unheimlich leid tut. Von dieser subjektiven Sichtweise mußt Du (Ihr) weg. Damit kannst Du nicht helfen!
Ich sehe in Deinem Artikel zwei Probleme!

  1. Ihr wollt Euch von der Kollegin nicht trennen,
  2. Das eigentliche Problem der Kollegin mit ihren Mann, das erstmal nichts mit Euch zu tun hat!
    Dieses zu lösen, kann unter Umständen bedeuten, daß Ihr Euch von der Kollegin trennen müßt. Das muß Euch klar sein!
    Du sagst, sie hat einen sehr eifersüchtigen Mann, der sie nicht fortläßt (zur Arbeit). Trennt sie sich von ihm, ist davon auszugehen, daß er ihr nachstellt. Er wird sie also nicht in Ruhe lassen.
    Trennt sie sich nicht, muß sie Kompromisse eingehen. D. h., sie wird zurück stecken müssen. So wie Du diesen Mann beschreibst, kann ich mir nicht vorstellen, daß er von seinem Standpunkt abgehen wird! Und wenn überhaupt nur vorübergehend um seine Frau neu zu fixieren. Er wird schließlich in seine alten Rollengewohnheiten zurück fallen.
    Ich würde empfehlen, erst einmal abzuschecken, inwieweit Deine Kollegin noch emotional an ihren Mann gebunden und abhängig ist. Nur dann, wenn sie innerlich davon überzeugt ist, sich aus ihrer Situation zu lösen, hat es einen Sinn, ihr unter die Arme zu greifen und Beratungsstellen anzulaufen!
    Alles andere wäre ein Ringen um eine Person, welches ihr mehr schaden als helfen würde.

lieben Gruß,
Fionny