Gestresst - suche Entspannung

hier noch mal mein Problem:

Manchmal leide ich unter folgendem Symptom. Momentan ist es wieder mal extrem.
Wenn ich mehrere Tage mal nicht so viel schlafe (was momentan aber nicht gerade der Fall ist, denn ich habe die letzten 2 Tage genug geschlafen), bin ich logischerweise müde und ich habe ein Unruhegefühl in den Fingern und Füßen (etwas schwächer in Armen und Beinen). Es fühlt sich einfach eklig an, wenn ich besagte Glieder still halten muss oder Geduld- oder Präzisionssarbeiten erledige (Malen, basteln, Computer: tippen oder Mausbedienen). Durchbewegung fühle ich mich dann diesbezüglich leicht besser. Oder ich liege im Bett und dort das gleiche Problem. Ursache sind vielleicht Stressprobleme und eine generelle (wohl vererbte)
Veranlagung zu Ungeduld, Nervosität und ständiger Grübelei über Vorgefallene Sachen oder Probleme. Ich war auch schon mal in ärztlicher Untersuchung (beim Neurologen) - ob ich ihm mein Problem deutlich machen konnte, weiß ich nicht - jedenfalls ist es ja immer noch da.

Wer weiß eine „ultimative“ Entspannungsmethode?

Ajo

Autogenes Training - aber unter Anleitung! owT.

Hallo!

Es existieren mehrere Entspannungstechniken, von denen sich jeder individuell eine oder mehrere aussuchen kann/sollte, die am besten zu ihm passt/passen. Eine ultimative Technik gibt es alleine aus dem Grunde nicht, daß jeder Körper (Geist?) unterschiedlich reagiert (aus den verschiedensten Gründen heraus). Ich habe mal die bekanntesten Verfahren aufgeführt, Du solltest Dich allerdings besser bei Fachleuten persönlich informieren und ausprobieren, was Dir zusagt. Eine für Dich sinnvolle Entspannungsmethode musst Du selbst finden. Abraten möchte ich allerdings dringend von Medikamenten und Alkohol - nicht nur Suchtpotential ist gegeben, sondern auch schwere gesundheitliche Schäden sind dann möglich (bei Langzeitgebrauch).

Grob können die verschiedenen Techniken eingeteilt werden in:

suggestive Verfahren
Hypnose

autosuggestive Verfahren
autogenes Training
Meditation
progressive Muskelentspannung

selbstkontrollorientierte Verfahren (kognitiv und motorisch)
Biofeedback

Als bekanntestes autosuggestives Verfahren gilt das Autogene Training, dessen Entwicklung in der modernen Zeit auf Schulz im Deutschland der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückgeht. Wie Yoga geht nach Schulz diese Entspannungstechnik angeblich auf indogermanische Entspannungsmethoden zurück. Das Autogene Training ist allgemein ein Verfahren, bei dem mittels Autosuggestion ein Kühle-/ Wärme und Schwere-empfinden einzelner Körperpartien ausgelöst wird. Diese Technik erfordert ein Höchstmaß an Konzentration, es können verschiedene Stadien der Entspannungstiefe erreicht werden – jedoch gelangen nur wenige Menschen über die ersten Stufen hinaus. Da diese Technik aufgrund der starken Konzentration nicht oder nur schwierig im Alltag verwendbar ist, zeigt sich bei vielen Patienten oft nur eine geringe Complience – dennoch ist der Glaube an eine Wirksamkeit dieser Technik in der Medizin stark verbreitet.
Die Meditation, eine weitere autosuggestive Entspannungstechnik, wirkt als ein rein kognitives Verfahren, bei dem die Aufmerksamkeit über das Denken stark ein-geschränkt wird. Bekannt ist hierbei die sog. Mantratechnik, bei der über ein be-stimmtes Wort, Objekt, eine bestimmte Farbe, Geräusch etc. meditiert wird – d. h. der Geist konzentriert sich vollständig auf das Mantra. Zusätzlich zu dieser traditionellen Meditationstechnik existiert die sog. „Zen“-Meditation, bei der neben der kognitiven Aufmerksamkeitseinschränkung zusätzlich bestimmte Atemtechniken angewandt werden.
Die sog. progressive Muskelentspannung als weitere autosuggestive Entspannungstechnik, kann auch zu den Selbstkontrolltechniken gezählt werden. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, daß primär eine Entspannung über die motorische Ebene erreicht mittels einer fortschreitenden An- und Entspannung der willentlich ma-nipulierbaren Muskelgruppen. Als Lernerfolge stellen sich nicht nur bessere Muskelkontrollfähigkeiten ein, sondern auch die Fähigkeit, zu erkennen, welche Muskeln gerade – ohne besondere Veranlassung – angespannt sind und entspannt werden können. Als Ziel der progressiven Muskelentspannung gilt es, Entspannung in jeder Lebenslage zu ermöglichen, sowie eine Kontrolle über die eigene Anspannung zu erreichen. Es zeigte sich, daß dieses Entspannungsverfahren individuell unterschied-lich gut erlernbar ist, abhängig vom subjektiven Kontrollverlust, der mit einer Ent-spannung einhergeht.
Als suggestive Verfahren zur Entspannung sind vor allem hypnotische Verfahren bekannt, die eine Aufmerksamkeitseinschränkung über die Suggestion durch Dritte ermöglichen. Diese Techniken können z. B. bei Patienten angewandt werden, die sich selbst nicht entspannen können. Die Wirkungsweisen der Hypnose sind jedoch bislang nur sehr schlecht aufgeklärt, bekannt ist jedoch, daß ihre Hauptkomponente die Entspannung ist.
Als rein physiologische Entspannungstechniken wirken Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel und natürlich Schlaf; dabei haben bis auf den Schlaf die angegebenen Mittel stark suchtauslösendes Potential und sind alleine aus deisem Grunde nicht zu empfehlen. Allgemein sollte darauf geachtet werden, daß die Patienten nicht neben den oben genannten kognitiven oder kognitiv-motorischen Verfahren zusätzlich medizinische Methoden zur Entspannung verwenden, da die erreichte Entspannung dann oftmals nicht auf die Entspannungsmethoden, sondern auf die verwendeten Medikamente und Drogen attribuiert wird – eine Parallelanwen-dung muß daher im Einzelfall genauestens geprüft werden.
Als eine Kombination der verschiedenen Methoden sind Biofeedbackverfahren an-zusehen. Bei diesen Techniken erhält der schon in Entspannungstechniken erfahrene Patient eine Rückmeldung über seine Muskelanspannung und kann beispielsweise einen aversiven Ton nur mittels einer Muskelentspannung abschalten. Der Nachteil dieser Methode liegt wiederum in der nur begrenzten Einsetzbarkeit im Alltag.

Ich hoffe, ich konnte helfen

Der Captain

Hallo André,

meine ultimative Entspannungsmethode ist Qi Gong.
Damit kann man sich fabelhaft entspannen :smile:
Am Anfang war ich sehr skeptisch, aber als ich das Zeitlang gemacht habe, hat das einfach gewirkt…ich war wunderbarst entspannt, egal wieviel Stress ich vorher hatte.

Die heilende Komponente, die immer bei Qi Gong erwähnt wird kann ich weder bestätigen, noch abstreiten, aber die entspannende Wirkung ist enorm.

Falls du mehr über Qi Gong wissen möchtest, kannst du mal hier schauen:

http://worldqigong.de/qi.html

Außerdem wäre für dich nicht schlecht deine Stressfaktoren zu durchleuchten und gegebenenfalls zu reduzieren oder abzumildern (jaja, ich weiss, aber manchmal kommt da erstaunliches raus…)

Und dann noch wäre eine Sportart, in der du dich so richtig verausgabst auch nicht schlecht…:smile:

Gruß,
Maja

Außerdem…
Hallo André, Hallo Maja,

meine ultimative Entspannungsmethode ist Qi Gong.
Damit kann man sich fabelhaft entspannen :smile:

Stimmt, aber, auch nicht für jeden! Die Palette ist reichhaltig. Schau doch mal in die Volksschulhefte Deiner Stadt. Du kannst Dich hier gut informieren und probieren. Außerdem findest Du problemlos Anschluß.

Außerdem wäre für dich nicht schlecht deine Stressfaktoren zu
durchleuchten und gegebenenfalls zu reduzieren oder
abzumildern (jaja, ich weiss, aber manchmal kommt da
erstaunliches raus…)

Kann ich nur bestätigen!

Und dann noch wäre eine Sportart, in der du dich so richtig
verausgabst auch nicht schlecht…:smile:

Aber bitte, bei all dem nicht noch mehr Stress produzieren! Manchmal reicht auch ein Spaziergang durch die Natur. Frische Luft und mal ein bißchen bewußter wahrnehmen tut der Seele gut. Und Bewegung ist hier auch gegeben. Außerdem hast Du hier den Zwang nicht!

seid lieb gegrüßt,
Fionny

pflegt Dich mal schön
Hallo Ajo,

in Stresssituationen habe ich bei mir folgende Beobachtungen gemacht:
Bei Stress werde ich kurzatmig, die Luft bleibt im Hals stecken, dem Körper mangelt es an Sauerstoff, und die Hirnleistung kann nicht so gut sein.
Muskeln sind angespannt, was besonders im Nacken zu spüren ist. Unter Zeitdruck esse ich zu schnell, trinke zu wenig, und nehme mir keine Zeit zwischendurch einmal nichts zu tun - also sich zu entspannen. Auf Dauer sind die Nerven dann so gereizt, dass man dann abends nicht mehr zur Ruhe kommen kann.

Als erstes habe ich angefangen neben der Arbeit mehr Mineralwasser und weniger Kaffee und Tee zu trinken. Kaffee und Tee entziehen dem Körper Wasser, was müde machen kann - bei hoher Beanspruchung erhöht sich das Stressgefühl, wenn der Körper schlapp ist.
Ich nehme mir Zeit zum Essen, nicht im Stehen und nicht im Gehen. Essen ist wie Meditation, auf die man sich konzentrieren kann, zu Kräften kommen kann.
Vielleicht danach ein paar Minuten um den Block gehen ohne ein Ziel anzusteuern. Durch das zügige Gehen kann man Ärgergefühle richtig abstrampeln.
Ich habe Tage zwischendurch, an denen ich viel zu erledigen habe. Dafür schaffe ich mir Zeitpläne und baue Zeitpuffer mit ein, damit ich nicht in Druck gerate und Pausen einlegen kann, und setze Prioritäten bei meinen Aufgaben. Und was ich nicht schaffe, schaffe ich nicht. Vieles, so habe ich festgestellt, läßt sich verschieben oder delegieren oder umorganisieren.
Mit bewußtem Atmen habe ich sehr gute Erfahrung gemacht (wie oben erwähnt). Ich konnte bei mir beobachten, dass meine Leistungfähigkeit mit schlampiger Atmung nachläßt. Wenn ich Reklamationen auf dem Tisch hatte, der Kunde ist sehr verärgert, schnauf ich erstmal tief durch, und schon ist meine Stimmlage ganz anders, ich kann klarer denken - aus Disstress wird Eustress (kennst Du Vera Birkenbihl?) - Aggression und Fluchtgedanken weichen Aufgewecktheit und Aufmerksamkeit.
Wenn ich schlecht schlafen kann, dann esse ich abends besonders wenig, um Magen und Darm keine Arbeit mehr zu geben - der Darm ruht am Abend, schweres Essen bleibt liegen und macht schwer und unruhig.
Auch Alkohol sorgt für schlechten Schlaf. Man ist momentan müde, aber der Körper ist nachts damit beschäftigt den Alkohol aufzuarbeiten.
Nicht zu lange Fernsehen oder vorm Computer sitzen, weil das Gehirn genauso lange braucht Wahrgenommenes zu verarbeiten wie man geschaut hat.
Vielleicht eine Stunde vorm Licht ausmachen ein warmes Fußbad nehmen, warme Milch mit Honig soll helfen (ich krieg das Zeug nicht runter - bin Teetrinkerin), ein paar Seiten lesen und nebenbei schöne Schmusemusik laufen lassen.
In der Einschlafzeit bemühe ich mich an keinen Gedanken festzuhalten, egal wie sehr mich ein Gespräch oder ein Ereignis beschäftigt hat. Das ist eine Übungssache, die ich übrigens zur Zeit meinen Kinder mit Erfolg beibringe.
Schlaf ist wie eine fette Einzahlung aufs Bankkonto, weil im Schlaf der Geist und die Nerven sich regenerieren, und das Immunsystem wieder aufgepeppelt wird.
So ein Körper ist wie ein Klasse-Auto, bei guter Pflege kann er lange ohne große Wartungsarbeiten laufen.

viele Grüße
Claudia

danke für die vielen Tipps. Einige kannte ich schon. Die Umsetzung wird schwierig - es ist schon eine Umstellungssache. Aber ich bleib’ dran.

Ajo