Hallo!
Es existieren mehrere Entspannungstechniken, von denen sich jeder individuell eine oder mehrere aussuchen kann/sollte, die am besten zu ihm passt/passen. Eine ultimative Technik gibt es alleine aus dem Grunde nicht, daß jeder Körper (Geist?) unterschiedlich reagiert (aus den verschiedensten Gründen heraus). Ich habe mal die bekanntesten Verfahren aufgeführt, Du solltest Dich allerdings besser bei Fachleuten persönlich informieren und ausprobieren, was Dir zusagt. Eine für Dich sinnvolle Entspannungsmethode musst Du selbst finden. Abraten möchte ich allerdings dringend von Medikamenten und Alkohol - nicht nur Suchtpotential ist gegeben, sondern auch schwere gesundheitliche Schäden sind dann möglich (bei Langzeitgebrauch).
Grob können die verschiedenen Techniken eingeteilt werden in:
suggestive Verfahren
Hypnose
autosuggestive Verfahren
autogenes Training
Meditation
progressive Muskelentspannung
selbstkontrollorientierte Verfahren (kognitiv und motorisch)
Biofeedback
Als bekanntestes autosuggestives Verfahren gilt das Autogene Training, dessen Entwicklung in der modernen Zeit auf Schulz im Deutschland der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zurückgeht. Wie Yoga geht nach Schulz diese Entspannungstechnik angeblich auf indogermanische Entspannungsmethoden zurück. Das Autogene Training ist allgemein ein Verfahren, bei dem mittels Autosuggestion ein Kühle-/ Wärme und Schwere-empfinden einzelner Körperpartien ausgelöst wird. Diese Technik erfordert ein Höchstmaß an Konzentration, es können verschiedene Stadien der Entspannungstiefe erreicht werden – jedoch gelangen nur wenige Menschen über die ersten Stufen hinaus. Da diese Technik aufgrund der starken Konzentration nicht oder nur schwierig im Alltag verwendbar ist, zeigt sich bei vielen Patienten oft nur eine geringe Complience – dennoch ist der Glaube an eine Wirksamkeit dieser Technik in der Medizin stark verbreitet.
Die Meditation, eine weitere autosuggestive Entspannungstechnik, wirkt als ein rein kognitives Verfahren, bei dem die Aufmerksamkeit über das Denken stark ein-geschränkt wird. Bekannt ist hierbei die sog. Mantratechnik, bei der über ein be-stimmtes Wort, Objekt, eine bestimmte Farbe, Geräusch etc. meditiert wird – d. h. der Geist konzentriert sich vollständig auf das Mantra. Zusätzlich zu dieser traditionellen Meditationstechnik existiert die sog. „Zen“-Meditation, bei der neben der kognitiven Aufmerksamkeitseinschränkung zusätzlich bestimmte Atemtechniken angewandt werden.
Die sog. progressive Muskelentspannung als weitere autosuggestive Entspannungstechnik, kann auch zu den Selbstkontrolltechniken gezählt werden. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, daß primär eine Entspannung über die motorische Ebene erreicht mittels einer fortschreitenden An- und Entspannung der willentlich ma-nipulierbaren Muskelgruppen. Als Lernerfolge stellen sich nicht nur bessere Muskelkontrollfähigkeiten ein, sondern auch die Fähigkeit, zu erkennen, welche Muskeln gerade – ohne besondere Veranlassung – angespannt sind und entspannt werden können. Als Ziel der progressiven Muskelentspannung gilt es, Entspannung in jeder Lebenslage zu ermöglichen, sowie eine Kontrolle über die eigene Anspannung zu erreichen. Es zeigte sich, daß dieses Entspannungsverfahren individuell unterschied-lich gut erlernbar ist, abhängig vom subjektiven Kontrollverlust, der mit einer Ent-spannung einhergeht.
Als suggestive Verfahren zur Entspannung sind vor allem hypnotische Verfahren bekannt, die eine Aufmerksamkeitseinschränkung über die Suggestion durch Dritte ermöglichen. Diese Techniken können z. B. bei Patienten angewandt werden, die sich selbst nicht entspannen können. Die Wirkungsweisen der Hypnose sind jedoch bislang nur sehr schlecht aufgeklärt, bekannt ist jedoch, daß ihre Hauptkomponente die Entspannung ist.
Als rein physiologische Entspannungstechniken wirken Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmittel und natürlich Schlaf; dabei haben bis auf den Schlaf die angegebenen Mittel stark suchtauslösendes Potential und sind alleine aus deisem Grunde nicht zu empfehlen. Allgemein sollte darauf geachtet werden, daß die Patienten nicht neben den oben genannten kognitiven oder kognitiv-motorischen Verfahren zusätzlich medizinische Methoden zur Entspannung verwenden, da die erreichte Entspannung dann oftmals nicht auf die Entspannungsmethoden, sondern auf die verwendeten Medikamente und Drogen attribuiert wird – eine Parallelanwen-dung muß daher im Einzelfall genauestens geprüft werden.
Als eine Kombination der verschiedenen Methoden sind Biofeedbackverfahren an-zusehen. Bei diesen Techniken erhält der schon in Entspannungstechniken erfahrene Patient eine Rückmeldung über seine Muskelanspannung und kann beispielsweise einen aversiven Ton nur mittels einer Muskelentspannung abschalten. Der Nachteil dieser Methode liegt wiederum in der nur begrenzten Einsetzbarkeit im Alltag.
Ich hoffe, ich konnte helfen
Der Captain