Mein Partner und ich

… haben zur Zeit echte Probleme. Wir haben ein Haus gebaut, ich habe Arbeit, er ist selbständig (derzeit ohne Projekt) und daher zu Hause. Mein Partner ist ein Mann, der nicht gerne die Handwerkermütze aufsetzt. Die kleinsten handwerklichen Arbeiten macht er eher ungern. Viele Dinge sieht er einfach nicht. Er arbeitet am liebsten an seinem PC sowohl HObby als Jobmäßig. Er würde nie von alleine anfangen auf dem Grundstück, im Haus nach dem Rechten zu sehen. Ich dagegen bin in einer Familie aufgewachsen, in der mein Vater handwerklich alles alleine gemacht hat. So hilft er nun auch sehr viel beim Haus und Grundstück. Ich will damit sagen, dass ich es gewohnt bin, dass der Mann all diese Dinge tut, alleine sieht und erledigt.

Als wir das Haus geplant haben, war es schon so, dass ich meinem Partner ständig sagen musste was noch zu erledigen wäre. Oft habe ich es mit meinem Vater selbst erledigt. Irgendwie habe ich aber gehofft, dass sich das mit meinem Partner schon ergeben wird, dass er sich auch selbständig um die handwerklichen Dinge kümmert. Aber das passiert nicht. Wir streiten darüber, dass ich ihm sagen muss, dass eine Lampe auszuwechseln wäre (er muss dann noch fragen - wo die denn sind) In solchen Momenten reagiere ich sehr genervt , antworte oft nicht, tue so als ob ich die Frage überhört hätte. Es regt mich einfach auf. Ich ziehe mich in mich zurück, mag nicht mehr seine Nähe und so weiter.
Dann kommt er mit dem Vorwurf, dass ich so kalt wie ein Eisblock wäre, und wenn er nicht immer den Anfang machen würde, hätten wir gar keinen Sex mehr. Stimmt so nicht ganz, denn auch ich gehe auf ihn zu und wir haben guten Sex - nur nicht mehr jeden Tag.
Ich möchte mich eigentlich viel gelassener geben und ihn nett darum bitten können (ohne im stillen sauer zu sein), dass er diese oder jene Dinge tun möchte. Aber genau das fällt mir schwer. Ich möchte auch ohne Groll seine Fragen nach allen möglichen Gegenständen (die er nie findet) beantworten können. Derzeit bekommt er von mir dafür eine Abfuhr, keine Antwort ode eine spitze Bemerkung zur Antwort.
Wie soll ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, dass er als Mann mehr die Handwerkermütze aufhaben sollte als ich? Mache ich etwas falsch, wenn ich ihm das Gefühl gebe, dass alles auch alleine bewerkstelligen zu können? Muss ich wirklich die kleine naive Frau spielen, um ihn aus der Reserve zu locken?
Ich könnte nämlich wetten, dass genau das auch nicht der richtige WEg ist, weil er mir dann nicht glaubt, dass ich es nicht ebenso gut alleine erledigen könnte? Ist es falsch ein gewisses Rollenspiel in der Beziehung zu spielen? Ist ja nun auch nicht so, dass er die Hausarbeit alleine macht. Ich gehe Vollzeit arbeiten, erziehe meine beiden Kinder (aus erster Ehe), kümmere mich um mein Auto, um den Haushalt, um das Essen, um das Einkaufen (nicht immer), um den Garten und um das Haus? Hier läuft was falsch. Nur wie stelle ich es richtig an, wenn ich mich nicht von ihm trennen möchte???

eine etwas frustrierte shaggi - braucht eure Meinungen!!!

Hallo Shaggi!

Mir fällt auf, dass Du am Anfang Deines Postings schreibst, dass es Dich stört, dass er sich nicht an handwerklicher Arbeit beteiligt etc und dass Du darauf merkwürdig reagierst. Am Ende des Postings merkt man aber, dass das ja anscheinend nicht das einzige Problem ist, sondern dass Du Dich auch sonst überfordert fühlst und Dir von ihm mehr Hilfe erwartest. Da hat Deine „Eisblockkälte“ momentan bestimmt nicht nur mit seinen handwerklichen Fähigkeiten zu tun. Du solltest ihm allerdings auch nicht vorwerfen, dass er da nicht so eine Ahnung hat und es ihm vielleicht nicht so liegt. Wenn Du das aber kannst - ist doch super! In der Zeit kann er dann aber auch mal die Küche oder das Bad putzen, sich um die Kinder kümmern, einkaufen etc…Vor allem, wenn er gerade eh nicht soviel zu tun hat, sollte er dazu in der Lage sein können. Aber ich denke, bestimmt „handwerkliche Fähigkeiten“ sollte man nicht erwarten können. Es wäre natürlich nett, wenn er sich daran versuchen würde, aber vielleicht ist es ihm gerade dann ein wenig peinlich, wenn er dann vielleicht merken muß, dass er da nicht so geschickt ist und Du das vielleicht viel besser kannst. ist ja auch bestimmt nicht gerade ein erhebendes Gefühl für einen Mann.
Ich finde, Du solltest ihm einfach sagen, dass es Dir momentan zu viel wird und Du mehr von ihm erwartest. Er soll einfach Vorschläge machen, was er Dir in nächster Zeit alles an Arbeit abnehmen kann. Ihr könntet Euch ja auch mal zusammen an eine handwerkliche Arbeit machen, dann solltest Du aber natürlich schauen dass Du nicht besserwisserisch rüberkommst.
Ich denke, es ist aber am wichtigsten, dass Ihr darüber redet und wenn er Vorschläge macht, Dir zu helfen, dann siehst Du ja auch, dass ihm daran gelegen ist, Dir unter die Arme zu greifen -nur vielleicht in handwerklichen Dingen nicht…

Wünsche Dir auf jeden Fall viel Glück!!!

Liebe Grüße,

M.

hallo shaggi,

… haben zur Zeit echte Probleme.

welches? willst du die rollenverteilung zementieren oder möchtest du, daß anfallende arbeiten erledigt werden (von wem auch immer)?

Ich dagegen bin
in einer Familie aufgewachsen, in der mein Vater handwerklich
alles alleine gemacht hat.

vielleicht hatte dein partner auch so einen vater?

Als wir das Haus geplant haben, war es schon so, dass ich
meinem Partner ständig sagen musste was noch zu erledigen
wäre.

du mußtest ihm ständig sagen, was zu tun ist??? laß dir doch bitte diesen satz mal auf der zunge zergehen! wer bist du? eine übergeordnete instanz? sein chef? seine erziehungsberechtigte?

Oft habe ich es mit meinem Vater selbst erledigt.

klar! warum auch nicht?

Wir
streiten darüber, dass ich ihm sagen muss, dass eine Lampe
auszuwechseln wäre

welchen sinn macht der streit? klärt sich dadurch etwas? leuchtet davon die lampe wieder?
oder investierst du mehr zeit und energie in den streit und das, was du für deine mission hältst (ihm sagen zu müssen, daß…), als du brauchen würdest, um die lampe selbst auszuwechseln? (von der wirkung solcher gardinenpredigten auf eure partnerschaft mal ganz abgesehen).

(…) und wir haben guten Sex - nur
nicht mehr jeden Tag.

wenn du ihn zu einem handwerker umerzogen hast, wird es noch seltener, also überleg dir das (gemeinsam eine liste, welche arbeiten im/am haus anstehen und überlegt anschließend, WER von euch beiden sie am besten ausführen kann (wer kann es, wer hat die zeit?). und wenn es euch beiden unmöglich ist - aus welchem grund auch immer! - wer kann es dann tun? (handwerker? dein vater?)

Wie soll ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, dass er
als Mann mehr die Handwerkermütze aufhaben sollte als ich?

das solltest du vergessen. sofort!

Muss ich
wirklich die kleine naive Frau spielen, um ihn aus der Reserve
zu locken?

du sollst nicht locken, sondern vereinbarungen mit ihm treffen, an die ihr beide euch halten könnt. naiv finde ich eher deine vorstellung von der hormonell bedingten „handwerkermütze“.

erst wenn ihr auf augenhöhe kommuniziert, wird sich rausstellen, ob wirklich die ganze arbeit an dir hängenbleibt (wie du unterstellst) oder seine weigerung konkrete - und abstellbare! - ursachen hat (das vermute ich)

eine etwas frustrierte shaggi - braucht eure Meinungen!!!

meine hast du bekommen

liebe grüße
ann

Hi, M

du schreibst

Mir fällt auf, dass Du am Anfang Deines Postings schreibst,
dass es Dich stört, dass er sich nicht an handwerklicher
Arbeit beteiligt etc und dass Du darauf merkwürdig reagierst.
Am Ende des Postings merkt man aber, dass das ja anscheinend
nicht das einzige Problem ist, sondern dass Du Dich auch sonst
überfordert fühlst und Dir von ihm mehr Hilfe erwartest. Da
hat Deine „Eisblockkälte“ momentan bestimmt nicht nur mit
seinen handwerklichen Fähigkeiten zu tun.

ja, das hast du wohl recht. Aber, das ich das Gefühl habe für alles verantwortlich zu sein, kommt ja daher, dass ich mich (aus meiner Sicht) mit Dingen beschäftigen muss, die ich von ihm erwarte. Das ich sauber mache, Kinder betreue, mein Auto alleine zur Werkstatt fahre oder essen koche - macht mir nichts aus. Nur das ich dazu auch noch auf die handwerklichen Dinge achten soll - das ist es was mich stört. Ich möchte einfach Dinge abgeben können. Ich renne dem Idol hinterher, dass er sagt, „Schatz, das mach ich schon, darum brauchst du dich nicht zu kümmern“ .

Wir reden darüber, aber meistens endet es damit, dass er sich selbst mitleidet „ich kann dir nichts recht machen“, er mir sagt, dass ich ihm nur Vorwürfe mache, ich ordentlich artikulieren soll, was ich will! Sage ich ihm aber, dass die Lampe repariert werden muss, dass dies zu tun wäre, dann kommt irgendetwas wie „ja,ja ich weiss - ich habe schließlich noch andere Dinge zu tun, muss das jetzt sein?“. MIt anderen Dingen meint er dann seine Projekte.
Es ist nun auch nicht so, dass er zwei linke HÄnde hätte, er kann wenn er nur will. Aber nur auf Anstoss.
Vielleicht schaffe ich es irgendwann, ohne Erwartungen zu sagen, Schatz, kannst du bitte dieses oder jenes tun?

Meine Meinung
Hallo shaggi!

Ich bin zwar Psychologie-Student, will Dir aber mal nicht als Psycho, sondern als Privatperson schreiben (kann sein, daß sich auch psychologisches Wissen im Text befindet).

Kleine Warnung vorweg: Es gibt keine Patentrezepte.
Und: Alles kann nach hinten los gehen.

Mein Partner ist ein Mann, der nicht gerne die
Handwerkermütze aufsetzt. Die kleinsten handwerklichen Arbeiten
macht er eher ungern.

Das kenne ich gut aus meiner Familie.

Viele Dinge sieht er einfach nicht. Er
arbeitet am liebsten an seinem PC sowohl HObby als Jobmäßig. Er
würde nie von alleine anfangen auf dem Grundstück, im Haus nach
dem Rechten zu sehen. Ich dagegen bin in einer Familie
aufgewachsen, in der mein Vater handwerklich alles alleine
gemacht hat. So hilft er nun auch sehr viel beim Haus und
Grundstück. Ich will damit sagen, dass ich es gewohnt bin, dass
der Mann all diese Dinge tut, alleine sieht und erledigt.

Siehst Du: Dein Mann ist ein anderer Mensch als Du. Du hast in Deiner Familie gelernt, handwerklich zu arbeiten und auf die handwerklichen Dinge zu achten. Ich lese heraus, daß das für Deinen Mann nicht zutrifft.

Und Du schreibst, daß Du es gewohnt bist (es gelernt hast), daß ein Mann all diese handwerklichen Dinge tut und bist jetzt irritiert, daß es Dein Mann nicht tut. Dies würde ich erst einmal nicht als Problem Deines Mannes ansehen, sondern als Deines: Erst einmal würde ich akzeptieren, daß Dein Mann anders ist als das Bild vom Mann, das Du aus Deiner Kindheit und Jugend mitgebracht hast. Versuche doch einmal zu verstehen, daß nicht alle Männer Deinem Bild von Mann hinsichtlich der handwerklichen Dinge entsprechen (ich z.B bin auch kein Handwerker und hocke lieber vorm PC!).

Als wir das Haus geplant haben, war es schon so, dass ich meinem
Partner ständig sagen musste was noch zu erledigen wäre. Oft
habe ich es mit meinem Vater selbst erledigt.

Dies finde ich verständlich, weil Dein Mann es wohl nicht gelernt hat, selbständig handwerklich tätig zu sein. Und wenn Menschen etwas nicht gelernt haben, dann machen sie es meistens auch nicht. Ganz natürlich, würde ich sagen. Das ist aber keine Entschuldigung, sondern erst einmal eine Akzeptierung der tatsächlichen Situation.

Irgendwie habe ich
aber gehofft, dass sich das mit meinem Partner schon ergeben
wird, dass er sich auch selbständig um die handwerklichen Dinge
kümmert.

Wie soll das gehen? Wenn es Dein Mann niemals gelernt hat, selbständig handwerkliche Dinge anzugehen und es auch nie getan hat (oder nur selten), dann kommt er allein nicht drauf. Das ist wie mit dem Kochen: Wenn ich nie koche, dann kann ich auch nicht kochen.

Aber das passiert nicht.

Siehst Du! (hoffentlich)

Wir streiten darüber, dass ich
ihm sagen muss, dass eine Lampe auszuwechseln wäre (er muss dann
noch fragen - wo die denn sind).

Klar, denke ich. Wenn jemand kaum handwerklich tätig ist, dann weiß der auch nicht, wo was ist. Außerdem ist etwas, was man selten gemacht hat, am Anfang unangenehm (ist wie mit der ersten Arbeit), aber mit der Übung kommt die Gelassenheit, weil man sich sicher wird in dem, was man tut. Das müßte Dein Mann lernen.

Im übrigen könnte es sein, daß er sich „dümmer“ anstellt, als er ist. Vielleicht hat er ja die Erfahrung gemacht, daß, wenn er sich „dumm“ anstellt, Du angelaufen kommst und ihm die Arbeit abnimmst. Du nimmst ihm für ihn Unangenehmes ab - so etwas bestärkt Deinen Mann nur darin, sich weiter „dumm“ anzustellen. Motto: Die Frau wird´s schon richten. Da muß er die Erfahrung machen: So geht´s nicht, wenn er mit Dir zusammenleben will (aber bitte nicht so verstehen, als wenn ich Dich zum Scheidungsanwalt schicken will).

In solchen Momenten reagiere ich
sehr genervt , antworte oft nicht, tue so als ob ich die Frage
überhört hätte. Es regt mich einfach auf. Ich ziehe mich in
mich zurück, mag nicht mehr seine Nähe und so weiter.

Das kann ich gut verstehen. Wenn Du es gewohnt bist, handwerklich tätig zu sein, und ein anderer „stellt sich so an“, dann wäre ich auch frustriert. Deshalb meine ich ja, daß ein Schritt wäre, damit es Dir besser geht, erst einmal zu akzeptieren, daß Dein Mann handwerklich wenig kann. Der zweite Schritt wäre, ihm langsam etwas beizubringen bzw. ihn etwas lernen zu lassen.

Dann kommt er mit dem Vorwurf, dass ich so kalt wie ein Eisblock
wäre, und wenn er nicht immer den Anfang machen würde, hätten
wir gar keinen Sex mehr. Stimmt so nicht ganz, denn auch ich
gehe auf ihn zu und wir haben guten Sex - nur nicht mehr jeden
Tag.

Ich finde, daß das eine sehr unangenehme Begleiterscheinung der eigentlichen Problematik ist, wie ich sie verstehe. Wenn Du Dich von ihm abwendest, dann wendet er sich ab. Er „bestraft“ quasi Dein Verhalten (genervt sein, sich zurückziehen) mit dem Vorwurf, den Du genannt hast, um weiterhin das eigentliche Problem (das Handwerkliche) nicht angehen zu müssen.

Ich möchte mich eigentlich viel gelassener geben und ihn nett
darum bitten können (ohne im stillen sauer zu sein), dass er
diese oder jene Dinge tun möchte. Aber genau das fällt mir
schwer. Ich möchte auch ohne Groll seine Fragen nach allen
möglichen Gegenständen (die er nie findet) beantworten können.
Derzeit bekommt er von mir dafür eine Abfuhr, keine Antwort ode
eine spitze Bemerkung zur Antwort.

Das verstehe ich. Ich denke auch, daß es besser wäre, wenn Du gelassener mit dem Problem umgehen könntest. Es ist aber schwierig - so wie Du es auch schreibst.

Wie soll ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, dass er
als Mann mehr die Handwerkermütze aufhaben sollte als ich?

Was Du tun könntest, wäre Deine Sicht eines handwerkenden Mannes nicht auf Deinen Mann zu übertragen. Versuche doch zu verstehen, daß Dein Mann zur Zeit kein Handwerker ist und daß sein Verhalten daher zur Zeit auch nicht das eines Handwerkers sein kann.

Mache ich etwas falsch, wenn ich ihm das Gefühl gebe, dass alles
auch alleine bewerkstelligen zu können?

Von „falsch“ möchte ich nicht reden. Ich denke aber, daß es angemessenere Wege gibt, Euer Problem in den Griff zu bekommen, Wege, auf denen ihr miteinander sprechen könnt, ohne unfreundlich zu werden. Zur Zeit denke ich, ist Dein Mann vielleicht nicht fähig, alles allein zu bewerkstelligen.

Muss ich wirklich die kleine naive Frau spielen, um ihn aus der
Reserve zu locken? Ich könnte nämlich wetten, dass genau das auch
nicht der richtige WEg ist, weil er mir dann nicht glaubt, dass ich
es nicht ebenso gut alleine erledigen könnte?

Ich glaube auch, daß er einen so plötzlichen Wechsel bemerken und sich dagegen wehren würde.

Ist es falsch ein gewisses Rollenspiel in der Beziehung zu spielen?
Ist ja nun auch nicht so, dass er die Hausarbeit alleine macht. Ich
gehe Vollzeit arbeiten, erziehe meine beiden Kinder (aus erster Ehe),
kümmere mich um mein Auto, um den Haushalt, um das Essen, um das
Einkaufen (nicht immer), um den Garten und um das Haus? Hier
läuft was falsch. Nur wie stelle ich es richtig an, wenn ich
mich nicht von ihm trennen möchte???

Hier wäre der zweite Schritt angezeigt: Dein Mann sollte lernen, auch Hausarbeit / Handwerkliches zu leisten. Dies müßtest Du ihm klar gemacht werden, wenn er an einem Zusammenleben mit Dir interessiert ist. Allerdings mußt Du Dir im klaren sein, daß er vielleicht niemals der Typ wird, den Du Dir vorstellst. Und: Er wird sich wahrscheinlich gegen Veränderungen wehren.

Kleine Schritte sind geeignet, um aufs große Ziel zuzusteuern. Dabei ist es wichtig, Geduld zu haben. Und nicht nur aufs Reden setzen: Sich Regen bringt Segen, nicht Reden. Vielleicht läßt Du tatsächlich einmal kleine Dinge schleifen: Wenn eine Birne kaputt ist, die für sein Leben wichtig ist (am Computertisch z.B.), warum solltest Du sie nicht einmal drin lassen? Kannst ja mal beobachten, was passiert. Vielleicht wird die Situation (kein Licht) Deinem Mann irgendwann zu „blöd“, so daß er fragt: „Schatz, wo sind denn die Birnen?“ Dann kannst Du denken: Mein Mann zeigt Initiative. Und Du kannst ihm deutlich beschreiben, wo die Birnen sind. Wenn er dann sucht und nicht findet, dann laß ihn doch mal suchen und die Gegenstände ausprobieren, die er für die passenden Birnen hält. Wirst sehen, mit der Zeit findet er was (vielleicht unter großem Stöhnen und Getue oder erst nach 2 Wochen). Hauptsache: Du rennst nicht hin und nimmst ihm die Arbeit ab. Da gibt es sicher eine Menge schöne Sachen, die Du machen kannst (shoppen, mit Freundinnen treffen), bevor die Birne in der Lampe ist.

Und wenn´s keine Birne ist, dann findet sich was anderes, was Du einmal ignorieren kannst. Es sollten bloß kleine Dinge am Anfang sein, damit Dein Mann nicht wirklich überfordert ist.

Noch mal meine Warnungen:

Es gibt keine Patentrezepte.
Und: Alles kann nach hinten los gehen.

Gruß,

Oliver

Hallo Oliver,

danke für deine ausführliche Antwort. Du hast sicher Recht, wenn du sagst, dass man dinge, die man nicht gelernt hat ungern tut.
Zu allem „Unglück“ kommt dazu, dass meine Eltern unweit weg wohnen. Mein Vater oft Gewehr bei Fuß steht, um die Dinge in die Hand zu nehmen, die wir (aus seiner Sicht) schleifen lassen. Ich habe ihn schon mehrmals „zurück gepfiffen“, weil ich meinem Mann nicht vor den Kopf stoßen will. Wir einfach mit den Dingen alleine klar kommen müssen. Du siehst das Problem! Mein Vater ist so ein herzensguter Mensch, und kommt ungefragt/gefragt und erledigt - was zu tun ist (die Birne natürlich nicht). Mein Mann reagiert sauer darauf, wenn mein Vater die Dinge erledigt. Theoretisch könnte er hier froh sein, gut dann brauche ich es nicht tun! Aber nein, er reagiert beleidigt, ob ich ihm das nicht zu traue oder so ähnlich. Ich stehe da, weiß nicht was ich sagen soll. Mein Mann tut sich schwer, macht es vielleicht nicht oder sonst wann - mein Vater fragt mich warum wir das dann nicht selbst machen - kommt irgendwann (weils ihn stört) und erledigt das (tatsächlich manchmal heimlich). Mir bleibt die Wahl mich mit meinen Eltern zu zerstreiten und meinen Mann in Ruhe zu lassen und zu zugucken bis etwas fertig wird. Also Augen zu und durch - einfach nicht hinsehen - ist mir doch egal - wenn das so einfach wäre!!

Hallo shaggi!

Ich bin zwar Psychologie-Student, will Dir aber mal nicht als
Psycho, sondern als Privatperson schreiben (kann sein, daß
sich auch psychologisches Wissen im Text befindet).

Kleine Warnung vorweg: Es gibt keine Patentrezepte.
Und: Alles kann nach hinten los gehen.

Irgendwann stumpft Frau ab. Na mal sehen.

Gruß Shaggi

Hi, Ann!

Ich schreibe hier meine Gedanken auf, weil ich genau diese Reaktionen benötige. Ich will etwas ändern, ich will an mir arbeiten, nicht meinen Mann verändern. Ich will die Dinge so ändern, dass ich damit kein Problem mehr habe. Deshalb finde ich deinen Vorschlag gut.

aber warum setzt ihr euch nicht jeden tag (oder alle 2 tage,
jede woche -egal! aber regelmäßig!) zusammen, macht
gemeinsam eine liste, welche arbeiten im/am haus
anstehen und überlegt anschließend, WER von euch
beiden sie am besten ausführen kann (wer kann es, wer
hat die zeit?). und wenn es euch beiden unmöglich ist - aus
welchem grund auch immer! - wer kann es dann tun? (handwerker?
dein vater?)

Wie soll ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, dass er
als Mann mehr die Handwerkermütze aufhaben sollte als ich?

das solltest du vergessen. sofort!

ok. ich habs ja verstanden!!

Muss ich
wirklich die kleine naive Frau spielen, um ihn aus der Reserve
zu locken?

du sollst nicht locken, sondern vereinbarungen mit ihm
treffen, an die ihr beide euch halten könnt. naiv finde ich
eher deine vorstellung von der hormonell bedingten
„handwerkermütze“.

erst wenn ihr auf augenhöhe kommuniziert, wird sich
rausstellen, ob wirklich die ganze arbeit an dir hängenbleibt
(wie du unterstellst) oder seine weigerung konkrete - und
abstellbare! - ursachen hat (das vermute ich)

eine etwas frustrierte shaggi - braucht eure Meinungen!!!

meine hast du bekommen

Danke und Grüße zurück!

liebe grüße
ann

Hallo, shaggi.

Ich möchte mich eigentlich viel gelassener geben und ihn nett darum bitten können (ohne im stillen sauer zu sein), dass er diese oder jene Dinge tun möchte.

Das wird mit der Zeit funktionieren, Du musst nur lange genug „üben“.
Aber vermutlich wirst Du parallel dazu eine zweite Entwicklung, einen Denkprozess mitmachen, der zur Folge haben wird, dass sich Deine Gelassenheit („Gleichgültigkeit“) diesen (nicht erledigten) Dingen gegenüber, auch auf andere Bereiche Eurer Beziehung überträgt.
Die Folgen davon sind heute nicht abzusehen.

Beim Lesen Deines Postings habe ich mich gefragt, was Du für ihn tun könntest. Ja! Du für ihn. Du schreibst, Dein Mann sei selbständig und derzeit ohne Projekt. Ich könnte mir vorstellen, dass ihn das sehr belastet und zwar mehr, als er Dir gegenüber zugeben würde. Welche „lähmenden“ Folgen der ständige Gedanke an existenzielle Fragen (verdiene ich nächsten Monat noch was?, kann ich meine Familie ernähren?, wie stehe ich vor Anderen da?, wie sieht meine Zukunft aus? etc. pp) haben kann, weiß ich – aus eigener Erfahrung – sehr genau.
Was – oberflächlich betrachtet – gerne als Faulheit ausgelegt wird, kann durchaus eine Form der „Handlungsunfähigkeit“ sein, die vielleicht die Psychologen unter den Mitlesenden hier, mal genauer durchleuchten könnten.

Hast Du ihn mal gefragt, ob Du ihm bei seinen, speziell ihn und seine berufliche Tätigkeit betreffenden Dingen am PC oder wie auch immer helfen kannst? Ich weiß, Du wirst jetzt sagen: „Wann soll ich denn das noch machen“?.
Aber vielleicht haben wir es hier unterschwellig mit einer „Trotzreaktion“ Deines Mannes zu tun, der sich auch „auf sich alleine gestellt“ sieht, wenn es um ihn und seine Belange geht?!
Und das Haus (wolltest Du es unbedingt?) ist jetzt Deine Angelegenheit?!

Das ist natürlich nur Spekulation.
Aber vielleicht auch ein Denkanstoß.

Liebe Grüße
Paula

ein glück…
daß du es so aufgenommen hast! :smile:

Ich schreibe hier meine Gedanken auf, weil ich genau diese
Reaktionen benötige. Ich will etwas ändern, ich will an mir
arbeiten, nicht meinen Mann verändern. Ich will die Dinge so
ändern, dass ich damit kein Problem mehr habe. Deshalb finde
ich deinen Vorschlag gut.

ich hatte schon befürchtet, daß ich stellenweise zu schroff war.

alles gute für euch
ann

Hallo Shaggi,

ich will jetzt auf Einzelheiten Deines Berichtes nicht eingehen, da ich denke, daß Du insgesamt sehr gute Hinweise bekommen hast.
Aber ich möchte Dir zum besseren Verständnis des Rollenverhaltens Mann/Frau noch etwas erzählen.
Dazu müssen wir unseren Ursprung betrachten, der verglichen, mit dem wie wir uns heute verhalten indentisch ist.
Die Hauptaufgabe des Mannes bestand in der Jagd, also in der Nahrungsbeschaffung für die Familie. Seine Probleme löste er, indem er sich mit einer Gruppe Männern oder alleine an das Feuer setzte. Er dachte nach, solange, bis ihm ein Plan eingefallen ist, wie sein Problem zu lösen ist.
Genau das machen Männer auch heute noch! Sie gehen nicht ans Feuer sondern sitzen stundenlang am PC oder vor dem Fernseher. Haben sie dann ihr Problem geknackt, setzen sie ihren Plan um oder suchen Orte auf, an denen Männergespräche geführt werden können. Sie reden nicht über ihre Probleme (eher über Pläne) und sehr selten über ihre Gefühle, daß heißt nicht, daß sie keine haben! Sie gehen ihre ursprünglichen Rolle nach. „Finanzielle Versorgung der Familie und Glück der Familie“ spielt stark ineinander über.
Übertragen auf Deinen Mann läßt es erkennen, daß er im Moment ein viel größeres Problem hat und das Haus z.Z. drittrangig ist. Bevor er es als Problem in Betracht ziehen kann muß er noch ein anderes lösen. Er muß dafür sorgen, daß Du glücklich wirst, da er Deine Unzufriedenheit als sein Versagen in Bezug finanzielle Versorgung bezieht. Mit anderen Worten, desto mehr Du nörgelst, desto mehr drängst Du ihn zur Problemlösung und folgedessen zu den Endlossitzungen am PC.
Nun zur Frauenrolle. Sie war ursprünglich für das Haus, die Ernährung, Aufzucht der Kinder und das soziale Umfeld zuständig. Ihre Probleme löste sie, indem sie sich mit anderen Frauen austauschte, d. h. so richtig wetterte, schimpfte, klagte, bis die Luft raus war und sie klarer sehen konnte. Meist hatte sie einen Weg (Plan), in dem Moment, in dem sie über ihr Problem berichtete.
Die Frau heute hat meist durch ihre veränderten Lebensweise (Berufstätigkeit) diese Möglichkeit nicht mehr oder nur zu gering. Sie ist gezwungen, sich andere Wege der Kommunikation zu suchen (hast Du ja mit Deinem Posting getan) oder sie nörgelt ihren Mann voll. Dieser widerum empfindet es als sein Versagen, sucht Lösungswege am PC (Feuer) um mehr Geld (Jagtbeute) heranzuschaffen, damit die Frau wieder glücklich ist.
Also kurz, Dein Mann und Du, ihr lebt in der ursprünglichen Rollenverteilung!
Zu Deinem Vater, er hat absolut nichts in Eurer Partnerschaft zu suchen! Er zeigt Deinem Mann mit seinem Verhalten, daß er kein *guter Jäger* ist! Du bist für das soziale Umfeld zuständig! Also?

Und bitte nicht als Vorwurf sondern als Anstoß sehen! :wink:
Lieben Gruß,
Fionny

Hallo Sandra,

vorweg: Die Anregungen von muenchen, oliver und anja finde ich hilfreich. Ich werde das also nicht wiederholen, sondern nur noch paar eigene Gedanken zufügen.

Ich habe (wie auch anja) den Eindruck, du hast ein sehr starres Rollenbild vor Dir:
-ich (Frau) mache Kinder und Haushalt
-er macht Handwek und Garten

Vielleicht solltet ihr euch mal eingehend darüber unterhalten, wr was machen möchte.
Wenn Du schon die Handwerklichen ‚Problemfälle‘ siehst, warum übernimmst Du dafür nicht die Verantwortung, d.h. Kleinigkeiten selbermachen, grössere Aktionen mit Mann (+ ev. Schwiegervater) organisieren
Dafürsollte er ein gewisses Zeitkontigent von Dir übernehmen:

  • wöchentliche Hausreinigung,
  • Wäschewaschen, raushängen, bügeln
  • Kinder abholen
  • Essenkochen
  • Einkaufen
    Natürlich nicht alles, aber etwas davon. Versucht für den Normalfall (=er hat Projekt) einen ca. ausgeglichenen Zeithaushalt zu organisieren. Wenn er etwas weniger zu tun hat (wie aktuell), übernimmt er noch eine Kleinigkeit mehr.

Das Thema Schwiegervater (=dein Vater) ist sicher für ihn sehr belastend. Da bekommt er nur den Eindruck vermittelt: Ich bin kein Mann. (weil ich nix handwerkliches kann, daher muss mein Schwiegervater her).
Deshalb speziell noch mal dazu: Du machst die handwerklichen Kleinigkeiten selbst, die grösseren Aktionen (Gartengrossputz, Erdeauffüllen, Gartenhäuschen malern etc.) planst Du mit deinen Mann durch a la:
das muss gemacht werden -> soviel Zeit, Arbeitskraft, Geräte wird gebraucht …, da könnt ihr Euch ja gemeinsam entscheiden, ob der Schwiegervater (oder ein Freund von ihm, oder ein Nachbar) benötigt wird oder nicht.

Wenn ihr Euch auf einen gewissen Modus geeinigt habt, dann kannst Du ja deinem Papa mitteilen, das
a) du die Kleinigkeiten erledigst,
b) er bei grösseren Aktionen angefragt wird,
c) ungefragte Hilfe prinzipiell nicht erwünscht ist

oder
ihr stellt ihn als Hausmeister ein.

Tschuess Marco.

P.S.: Was würdest Du denken, wenn deine Schwiegermutter öfters unangemeldet in der Küche stehen würde und Abendbrot kochen würde
oder in der Wohnstube Wäsche stopfen …

Hallo!

Mir bleibt die Wahl mich mit
meinen Eltern zu zerstreiten und meinen Mann in Ruhe zu lassen
und zu zugucken bis etwas fertig wird.

Sehe ich nicht so. Dieses Entweder-Oder-Denken hilft nicht weiter, sondern ist vielleicht auch Teil des Problems. Andere Paare schaffen es auch, die Ansprüche von verschiedenen Seiten unter einen Hut zu bekommen. Warum sollte es bei euch nicht klappen?

Also Augen zu und durch

  • einfach nicht hinsehen - ist mir doch egal - wenn das so
    einfach wäre!!

Ich hoffe nicht, daß Du damit auf den Inhalt meines Artikels abzielst. So sollte es nämlich nicht sein: Augen zu und durch. Andererseits - wenn Du in Deinem Ursprungsartikel wichtige Informationen wegläßt, dann können ich und andere User auch nicht darauf eingehen.

Und Deinen Mann kann ich irgendwo verstehen: Wenn sein Schwiegervater alles erledigen will und sich nicht abhalten läßt, warum soll Dein Mann noch was machen?

Das Problem ist wirklich schwierig und über´s Internet nur schlecht zu bearbeiten. Ich hoffe trotzdem, daß Du eine Lösung findest.

Viel Glück!

Oliver

Du und dein Partner…
Hi shaggi

uff uff - so viele interessante Anregungen, die du bekommen hast! Da will ich nicht noch weiteres anhängen…

Aber ein paar Verständnisfragen hätte ich vielleicht noch an dich, wenns recht ist?

Du schreibst:

Ist es falsch ein gewisses Rollenspiel in der Beziehung zu spielen?

Wie ich schon mal andernorts schrieb
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
gehört hierzu auch insbesondere die Frage „welche Rolle spielt der Partner für mich“ und „welche Rolle spiele ich für ihn“.

Und daher fällt mir an deiner Beschreibung der Situation auf …

Mein Partner ist ein Mann, der nicht gerne die Handwerkermütze aufsetzt. Die kleinsten handwerklichen Arbeiten macht er eher ungern. Viele Dinge sieht er einfach nicht … Er würde nie von alleine anfangen …

… daß du ihn ziemlich ausschließlich negativ bewertend beschreibst. Gut, daß sich Männer nicht grundsätzlich über handwerkliche Fähigkeiten definieren, darüber hat ja Ann schon einiges ins Schwarze treffende geschrieben…

Nun vergleichst du aber sehr grandios und krass dich selbst mit diesem (mal etwas übertrieben gesagt) „Nichtsnutz“ - und ihn eigentlich damit schon ausschließend:

Ich dagegen bin in einer Familie aufgewachsen, in der mein Vater handwerklich alles alleine gemacht hat.

D.h. für dich selbst ist dein familiärer Hintergrund, insbesondere dein Vater, dein Maßstab, mit dem du bewertest: In der Hinsicht, um die es dir ja hauptsächlich geht, ist dein Vater perfekt, du bist sogar selbst wie dein Vater, und dein Vater ist sogar bis in dein Familienleben (also das mit deinem Partner) präsent, sogar gewissermaßen „handgreiflich“:

So hilft er nun auch sehr viel beim Haus und Grundstück.
Oft habe ich es mit meinem Vater selbst erledigt.

Jetzt wäre die Frage, welche Chance hat dein Partner, in diesem hauptrangigen Bewertungssystem „handwerkliches Interesse“ irgendwie annähernd mit deinem Vater konkurrieren zu können?
Wer stellt sich einem Konkurrenzkampf, in dem er notwendigerweise verlieren muß. Ist es nicht naheliegend, daß jemand unter solchen Umständen das ganze Kampffeld nicht nur ignoriert, sondern auch verdrängt, und sich statt dessen mit noch größerer Intensität in die Arbeit stürzt, in der umgekehrt der übermächtige Konkurrent keine Chance hat?

Ich will damit sagen, dass ich es gewohnt bin, dass der Mann all diese Dinge tut, alleine sieht und erledigt.

Klar! Frage aber: Warum baust du ein Haus mit einem Partner, von dem du weißt und voraussetzt, daß in puncto Handwerk nur dein Vater als adäquater Mitarbeiter und Mitdenker in Frage kommt?

Wenn dein Partner sich dadurch auszeichnet, daß er (zumindest in für dich wichtigen Hinsichten) ganz und gar anders ist, als dein Vater, dann bist du doch sicher wegen irgendwelcher anderer Vorzüge mit ihm zusammen, die dein Vater nicht hat, und nicht deshalb, weil er die bewunderten Eigenschaften des Vaters nicht hat, oder?

Welchen Rolle spielt dein Partner für dich? Im Haus spielt der Vater die Hauptrolle, und sei es in der Rolle als Vorbild und Maßstab. Und die Kinder in euer Beziehung sind auch nicht von ihm

erziehe meine beiden Kinder (aus erster Ehe)…

Und in deinem Worten zeichnet er sich hauptsächlich durch nichts aus. Oder, anders gesagt, dadurch, daß er nicht so ist, wie du dir einen Mann vorstellst …

… war es schon so, dass ich meinem Partner ständig sagen musste was noch zu erledigen wäre

… und daß du ihn ignorierst:

In solchen Momenten reagiere ich sehr genervt, antworte oft nicht, tue so als ob ich die Frage überhört hätte.

Ich ziehe mich in mich zurück, mag nicht mehr seine Nähe und so weiter.
Dann kommt er mit dem Vorwurf, dass ich so kalt wie ein Eisblock wäre … Stimmt so nicht ganz…

Naja, stimmt wirklich nicht, denn es ist ja gar kein „Vorwurf“, sondern eine Tatsachenbeschreibung… hast es ja im Satz davor selbst gesagt.

Zugegeben, es ist nur ein Eindruck, aber deine Fragen haben einen Sound, der ihm wenig Chance einräumt:

Wie soll ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, dass er als Mann mehr die Handwerkermütze aufhaben sollte als ich?

oder:
Wie soll ich damit umgehen, wenn ich das Gefühl habe, dass er als Mann … versagt?

Mache ich etwas falsch, wenn ich ihm das Gefühl gebe, dass alles auch alleine bewerkstelligen zu können?

oder:
Mache ich etwas falsch, wenn ich ihm das Gefühl gebe, dass … ich ihn nicht brauche?

Muss ich wirklich die kleine naive Frau spielen, um ihn aus der Reserve zu locken?

Ist eine Frau, der es gelingt, einen Mann aus der Reserve zu locken, eine kleine naive Frau??
Und umgekehrt: Kann eine große, starke, souveräne, in jeder Hinsicht selbständige Frau, die ein Männerbild vor sich herträgt, dem dieser Mann per definitionem (vorgeblich) nicht entsprechen kann, diesen aus der möglicherweise als Selbstschutz aufgebauten Reserve locken? Aus der Reserve in eine häusliche Umgebung hinein, in der seine möglichen Rollen als Mann schon besetzt sind?

Ich könnte nämlich wetten, dass genau das auch nicht der richtige Weg ist …

oder:
Ich könnte nämlich wetten, dass … es ihm nicht gelingt, meinem Männerbild zu entsprechen

Nur wie stelle ich es richtig an, wenn ich mich nicht von ihm trennen möchte???

Nicht daß du mich mißverstehst! Daß du dich bzgl. deiner Beziehung in einer kritischen Phase befindest, das kommt schon rüber. Aber kritische Phasen müssen natürlich gemeinsam bewältigt werden. Man hat es dir ja auch schon vorgeschlagen: Das Gespräch mit deinem Partner über diese Dinge, von denen du schriebst, ist natürlich der erste Weg. Und wenn in diesem Gespräch zur Sprache käme, welche Rolle ihr eigentlich für einander spielt (auch die, die du für ihn aus seiner Perspektive spielst, ist ja nicht unwichtig!), dann sollten sich Ausblicke für eure gemeinsame Lebensgestaltung durchaus finden lassen - denn du hattest ja sicher auch positive Gründe, ihn als Lebenspartner zu wählen? Wäre es eine Möglichkeit, diese Gründe nochmal ganz groß auf den Tisch zu stellen und sorgfältig zu erwägen?

Viel Glück dabei

Grüße

Metapher

shaggi wäre ein mann, der folgendes schreibt:

„Mein Partner ist eine frau, die nicht gerne die kochschürze und putzlappen umhat. Viele Dinge kocht sie einfach nicht und sitzt lieber am computer. Ich dagegen bin in einer Familie aufgewachsen, in der meine mutter alles im haus geputzt hat… ständig muß ich ihr sagen das und das…“

was wäre da für ein aufschrei durch die runde gegangen…

tja emanzipation gilt auch für männer. hol dir halt nen handwerker ins haus, der die kleinreparaturen macht. so wie viele familien eine putzfrau haben. na und?

grüße
lehitraot.

schaffen. Mir haben eure Meinungen jedenfalls deutlich gemacht, dass ich meine Denkweise überprüfen und wohl ändern muss. Ich habe gestern schon mit meinem Mann darüber geredet. Wir haben uns darüber verständigt, dass wir eine Todo-Liste machen und jeder (auch die Kinder) sagt, was er davon erledigen kann und wann. Meinen Vater werden wir nur auf Abruf zu Arbeiten hinzuziehen und ihm das klar machen.

Wie Metapher schon richtig erwähnte gibt es viele, viele Dinge, die ich an meinem Mann schätze. Wir haben uns nur zur Zeit beim Diskutieren versteift, wir haben dem anderen einfach nicht richtig zugehört, so dass wir nur Frust erzeugt haben, ohne die Sache selbst zu lösen.

Denk-/Handlungsweisen, die wir alle als Kinder mitbekommen, müssen doch von Zeit zu Zeit hinterfragt, ggf. geändert werden. Dazu tut es gut, von außenstehenden Personen objektive Rückmeldungen zu bekommen.

Vielen Dank euch allen!
Shaggi