Hallo alle zusammen,
erstmal zur Situation:
Mann (ca. 70) hatte ne OP, Gallenbalse mußte wegen massiver Vereiterung entfernt werden, dieser Mann hatte schon vorher Depressionen (einen fast Selbstmordversuch hat er ca. vor 12 Jahren mal versucht, man konnte ihn aber abhalten), während der OP falchte der Atem ab, Mann wurde intubiert.
Nachdem man ihm einige Tage Zeit gab „wieder von selbst“ zu atmen (Intensivstation - die Beamtung wurde später auf 20% zurüchgenommen) wurden zahlreiche Versuche gestartet das er vom Beatmungsgerät loskommen kann. 4 Versuche scheiterten. Jetzt hat man ihn „langsam“ aufwachen lassen, er baut das Schlafmittel wohl extrem langsam ab (keine weiss es denn er kannt ja nicht reden, oder konnte es bis vor kurzem nicht wegem dem Schlauch).
Gestern wurde der Schlauch endgültig entfernt - Atmung normal.
Patient wacht aber nicht richtig auf, obwohl das Schlafmittel abgesetzt wurde und sogar eine Art Wachmacher gegeben wurde.
Das zu den medizinischen Laienfakten die ich bekommen konnte.
Der Patient reagiert nur wenn man ihn sehr laut anspricht (fast anschreit) und nur mit einem müden „Ja, ja“. Er scheint da zu sein, lässt aber das wirkliche Aufwachen nicht zu.
Da ich weiss das er Depressionen (unbehandelt - er weigert sich zum Arzt zu gehen, hat Angst das er zu nem Irrenarzt kommt, bzw. die Tatsachen zu akzeptieren) hat, vermute ich nun das er sich vielleicht ganz gerne in diesem Halbschlaf aufhält und nicht wirklich wach werden will um die Realität zu erkennen und weiterzuleben.
Ich habe keinen Rat mehr wie ich mit den behandelnden Ärzten reden soll oder wie ich den Mann wacher bekommen kann. Es soll heute ein EEG gemacht werden (ob das was bringt?).
Gibt es das denn? Das ein Mensch der evtl. suizidgefährdet ist, der keine Aussichten mehr für sich sieht, nicht mehr aus dem Dämmerschlaf der OP oder eines Medikamentes aufwachen WILL?
Und - was könnt ihr mir raten, was soll ich tun, welche Tricks gibt es und welche Sprache muss ich mit den Ärzten reden??
Bei den meißten mit denen ich schon sprach hatte ich das Gefühl das die 1. nicht gerne Infos rausgeben und 2. alles am liebsten in der verquasteten „ER“ Fachsprache serviert bekommen wollen bevor sie was antworten.
Auch wenn dies evtl. ein (rein?) medizinisches Problem ist, habe ich es mal hier im Brett gepostet denn ich vermute das diese Depression und die Auswirkungen davon (Vernachlässigung der eigenen Gesundheit, Verschleppung einer Bronchitis, diese Atemabflachung während der OP, Weigerung um das aufwachen zu kämpfen, vorher schon Realität ignorieren, keine Maßnahmen treffen wollen, vom eigenen Tod ständig reden. Lustlosigkeit) vielleicht mehr ein seelisches Problem ist und da kein Intensivmediziner mehr was mit Spritzen machen kann.
Kann denn ein Psychologe mit solch einem Patienten arbeiten ? Oder gibt es da noch was, was ich nicht kenne?
Bin für jeden Tipp dankbar!!!
Grüsse
Helena
PS - Ihr könnt mir gerne mailen
