Hi Metapher, vielen Dank für deine Antwort, sie tat meiner Freundin sehr sehr gut!!!
Ja, es stimmt, eine Frage war dann nicht wirklich vorhanden, vielleicht weil so viele da wären, die gestellt werden könnten.
":Und dann fällt mir noch dazu ein, oder vielmehr auf, daß sie
mit keinem Wort erwähnen läßt, ob sie an ihrer Befindlichkeit
irgendetwas zu ändern wünscht. Frag sie zurück, ob sie etwas
ändern möchte, und wenn ja, was."
Ändern. - Sie sagt, ja, sie möchte was ändern, aber in beruflicher Hinsicht ist es eine verfahrene Sache. Ein Studium ist sehr langwierig, sie bezweifelt, dafür Ausdauer u. genug Zeit zu haben. Der Kinderwunsch, der offenbar schon sehr stark ist, würde dadurch verhindert/verzögert werden und auch das Bedürfnis eigenes Geld zu verdienen, jedenfalls bis zum Kind. Die Vorschläge des einen Antworters hinsichtlich des Engangements - Betriebsrat, etc. das liegt ihr weniger, sie ist zwar umgänglich u. offen, jedoch nicht der Typ „Macher“, der sich da wichtig macht … dafür ist ihr die Zeit zu schade sagt sie, weil die Kollegen sowieso das nicht besonders danken u. ja, es ist ihr einfach die Zeit zu schade. Natürlich spielt hier auch eine Art Resignation mit, das Umfeld in dem sie arbeitet, ist halbwegs ok, es war schon schlimmer, aber die Erfahrungen mit unkollegialen Kollegen, etc. hat sie schon gemacht u. sie hält es auf jeden Fall für eine Tatsache, „daß im Berufsleben die Wölfe unterwegs sind u. man hart u. stark sein muß, um sich zu behaupten“, sie findet, daß es nicht leicht sei u. manchmal kotzen (sorry) sie auch die Umstände an, wie man Geld verdient. (Dazu zählen: Arschkriechen, Bauchpinseln, Vitamin P - Protektion, Freunderlwirtschaften, also Vit. P, Besäufnisse, die sie nicht mag, Aufschneider, die so tun als wären sie so toll u. sind es gar nicht). Scheinwelten - u. die mag sie nicht. Sie ist ein puristischer, offener, sehr ehrlicher Typ u. ehrlich u. offen zu sein im Beruf ist meist ein Fehler.
Noch dazu bezeichnet sie sich nicht als Karrierefrau. Aus Feigheit - möglich, sie freut sich auf Kinder u. ein Familienleben, vielleicht ist das alles, was noch fehlt, natürlich sollten Kinder kein Platzhalter, keine Ersatzhandlung (!) für irgendwas sein, sie weiß auch, daß sie nach der Karenz wieder arbeiten gehen will, Halbtagsjob,… aber auf das Leben mit Kindern freue sie sich schon sehr, auch wenn sie weiß, daß es sicher nicht immer leicht ist. Sie weiß auch, daß irgendwann Kinder außer Haus sind u. flügge werden u. darauf will sie vorbereitet sein, sie will es einfach von Anfang an in ihrem Bewußtsein haben u. wissen, daß das Hauptleben das mit ihrem Mann ist u. die Kinder eine wunderschöne „Nebensache“ sind, wenn sie da sind natürlich eine HAUPT-Sache, also im Mittelpunkt, aber das Leben MIT DEM PARTNER möchte sie nicht vergessen.
Ihre Eltern haben ihr irgendwie eingetrichtert, daß Menschen/Frauen, die Hausfrauen sind, nicht tüchtig wären, daß nur arbeitende (Beruf) Menschen tüchtig sind u. das Selbstbewußtsein ist von ihren Eltern größtenteils auch nicht gefördert sondern eher „abgebaut“ worden, daran zehrt sie jetzt noch, diese Muster, … loszuwerden.
„::sie „warte“ ewig auf etwas und weiß selbst nicht, was das sein soll.“
Sie wollte schon vor 1-2 Jahren Kinder, nur hatte sie damals Angst, es könnten Platzhalter für irgendwas sein, auch aufgrund der beruflichen Situation, jetzt, wo sich da etwas verändert hat (Jobwechsel), ist es nicht mehr so, sie hat sich auch informiert u. möchte demnach handeln (s.o.). Sie meint, vielleicht sei dieser Artikel hier von ihr auch nur ein Niederschreiben/ein Rechtfertigen, daß sie „sich Kinder erlauben dürfe“ u. trotz Karenz dann nicht faul sei oder so. Sie freue sich wie ein Kind mit glänzenden Augen auf die Zeit u. spürt innerlich ihre Muster, obwohl ihre Eltern selbst jetzt sagen, daß ich doch zB klar, daß eine Frau mit 2 Kindern nicht mehr arbeiten gehe. Aber die „Eintrichterung“ in der Kindheit, auch so Dinge wie „du wirst schon noch sehen, wenn du dann mal Probleme mit deinem Chef hast“ - Vater-Aussage bei Problem mit ihr - ist völlig aus der Luft gegriffen, nach 8 Jahren Job kann sie sagen, sie hat in dieser Art noch nie wirklich Probleme gehabt …
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ies ist der Ausdruck für eine allgemeinmenschliche
Grunddisposition: Man kann in dem Satz auch „warten“ durch
„streben“ ersetzen und hat dann den Kerngedanken für die
beiden tiefsinnigsten literarischen Manifestationen dieser
Grunddisposition: Goethe „Faust“ und Beckett „Warten auf
Godot“."
Sie überlegt, ob sie diese Bücher lesen solle, aber sie meinte auch, das Wissen darum „wie literarisch sie sei“, mache sie irgendwie beruhigter u. innerlich ruhig. Sie weiß, sie ist nicht die einzige auf dieser Welt, die schon mal so gefühlt hat.
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as zusammengenommen zeigt, daß auch deine Freundin intuitiv
spürt, daß manchmal das Streben nach Erfüllung einer
Aufgabe die Leere des Wartens auf „ich weiß nicht, was“ in ein
Gefühl des Erfülltseins verwandelt. Daß das manchmal so ist,
ist richtig, und es ist bei jedem Menschen so."
Ja, möglich.
"Allerdings bedeutet Erfülltsein niemals, stehen zu bleiben,
sondern wiederum nach neuem, Anderem zu streben… das, was
man ist und hat und tut zu vergleichen mit anderem, was man
auch noch sein und haben und tun könnte."
Ja, wobei ihr dieses Gefühl des, du hast nicht studiert u. bist minderwertig ja total dumm vorkommt. Sie hat Hausverstand, ist ein Managementtalent und kann sich ihre Dinge wirklich sehr sehr gut organisieren, sie hat Zeitgefühl u. wenn sie endlich mal ihre Faulheit überwinde u. was lese, zB das Buch „Die Bildung“, wonach sie nachher mehr Wissen über die Geschichte, Epochen, … hat, dann fühlt sie sich sehr gut, aber sie hat immer das Gefühl, sich nicht genug gemerkt zu haben u. zum lernen u. 4 maligem Durchlesen reicht dann die Energie oder Zeit nicht. Das macht sie wieder frustriert. Vermutlich sei das Grundproblem Faulheit/Bequemlichkeit u. es tut weh, sich das einzugestehen.
"::… hat einen Job, zwar nicht ihr Traumjob, aber es paßt halbwegs, wie sie sagt
… sie frage sich immer, ob ihr Job, angemessen genug sei
sind nur scheinbar widersprüchlich: Irgendein kluger Mensch
brachte mal das Bild von dem Esel, der nach der Möhre
schnappen will, die ihm vor der Nase hängt - an einem Stock,
der ihm auf den Rücken gebunden ist …"
Du meinst, sie weiß, es gäbe mehr zu erstreben, zu „werden“ im Job, sie sieht es, aber sie will es gar nicht erreichen, meinst du das so?
":Wenn sie die Zeit damit verbringt, die Bücher, die sie lesen
wollte, lesen zu wollen , dann ist klar, daß sie keine
Zeit hat, die Bücher zu lesen."
Ja, beschämt schaut sie drein. Deine Worte tun gut!
„Wer immer strebend sich bemüht, den werden wir erlösen“ läßt
Goethe im „Faust“ den Menschenschöpfer sagen. Damit ist
gemeint, daß im Bemühen die Erfüllung liegt, nicht in
dem, was man ist und hat.
Sie meint, das sollte sie sich zu Herzen nehmen u. auch die Faulheit überwinden.
":Ihr eigenes Unerfülltheitsgefühl ist sogesehen tatsächlich -
wie sie selbst sagt - „eigentlich eine wunderbare Basis, um
glücklich zu sein“"
Meinst du, ja!? Ja, vielleicht ist es so u. sehr oft ist sie ja auch glücklich, aber unterschwellig ist es eben sehr oft da u. auch diese Gelähmtheit u. die Überlegung wie zB andere ihren Tag verbringen, warum dieser u. jener sie nie anrufe u. dann bei einem Anruf ihrerseits ein „danke, ist lieb, daß du mich angerufen“ hört, aber diejenige Person meldet sich selbst so gut wie nie. Das Gefühl, daß zB die Ehefrauen von Arbeitskollegen u. Freunden ihres Mannes sie zwar akzeptieren, aber sie bilde sich da ein, sie hätten nicht wirklich Interesse an ihr. Sie meint, kann ja auch so sein, es gibt oft völlig uninteressierte Menschen, aber sie glaubt halt meist, es läge an ihr. Oder eine Freundin, die ihre Hilfe brauchte, in der Zeit der Trennung von ihrem Freund, jetzt, wo diese einen neuen Freund hat, zwar schon großen Kindern von ihm, die auch von ihr viel Zeit u. Aufmerksamkeit fordern, fragt sie sich trotzdem, warum sich diese Freundin gar keine Zeit mehr für sie nimmt. Zu sehr beschäftigt mit dem eigenen Leben? Ja, vermutlich bei einer neuen Liebe, aber sie meint eben, daß es an ihr läge u. es tut ihr weh. Obwohl sie auch weiß, daß bei der einen Freundin, sie auch nicht immer so viel Zeit für sie hat, weil diese eben keinen Partner hat u. sie schon. Ein Hin- u. Her.
Metapher, vielen vielen Dank an dich von ihr, deine Worte haben sie zum Nachdenken gebracht, vielleicht fällt dir ja zu dem Beitrag auch noch was ein. Wenn Sie jetzt eine Frage formulieren müßte, dann würde sie sagen: „Wie kann sie es meistern, sich selbst so zu akzeptieren, wie sie ist, endlich zu verstehen, daß sie die einzige Autorität für sich selbst ist, daß sie ihr Leben leben soll, wie sie es will u. andere ihres Leben lassen soll, wie sie vermeiden kann, zu fürchten, irgendwas zu versäumen, wie, eine tiefe innere Ruhe zu bekommen, vielleicht ist sie ja schon am richtigen Weg.“
Liebe Grüße
Michaela