Therapie - angeben beim Gesundheitscheck?

Hallo Ihr!

Diesmal frage ich etwas für meinen besten Freund.
Er hat, wie ich, im Herbst sein 1. Staatsexamen abgeschlossen. Nun muss er (wie ich auch) zum Gesundheitsamt, um sich dort untersuchen zu lassen für die Verbeamtung.

Wie sieht es aus damit, dass er als Jugendlicher mal in Psychotherapie war? Bringt ihm das Nachteile als zukünftiger Lehrer (die ja alle psychisch superstabil sein sollen)? Soll er das lieber verschweigen?? Haben die Gesundheitsämter Zugang zu den Daten der Krankenkassen??

In seinem Namen…
Danke Euch allen!

Nein!
Hallo,

es handelt sich nicht um eine aktuelle Krankheit und geht niemanden etwas an - ganz klar! Nachteile muss er zwar auch nicht befürchten, aber eine Pflicht zur Angabe besteht in keinem Fall, jedenfalls nicht wenn es nicht mehr akut ist.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo,

es handelt sich nicht um eine aktuelle Krankheit und geht
niemanden etwas an - ganz klar! Nachteile muss er zwar auch
nicht befürchten, aber eine Pflicht zur Angabe besteht in
keinem Fall, jedenfalls nicht wenn es nicht mehr akut ist.

I.d.R. werden bei solchen Untersuchungen auch schon geheilte Krankheiten abgefragt, da bei jeder Krankheit Schäden zurückbleiben können. Bei mir wurden z.B. die ganzen Kinderkrankheiten abgefragt (Röteln, Masern, Windpocken…).

Deswegen habe ich im Rechtsbrett (sh** f*** Doppelpostinmgs), wie auch ein andere Poster gegenteilig geantwortet.

Tschuess Marco.

Hallo,

I.d.R. werden bei solchen Untersuchungen auch schon geheilte
Krankheiten abgefragt, da bei jeder Krankheit Schäden
zurückbleiben können. Bei mir wurden z.B. die ganzen
Kinderkrankheiten abgefragt (Röteln, Masern, Windpocken…).

aber Marco, das ist doch etwas ganz Anderes!

Deswegen habe ich im Rechtsbrett (sh** f*** Doppelpostinmgs),
wie auch ein andere Poster gegenteilig geantwortet.

Ich halte meine Ablehnung aufrecht, weil eine psychologische Behandlung in diesem Sinne nicht als Krankheit zu werten ist, die den Arbeitgeber angeht.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

eigentlich doch, aber eigentlich auch nicht
Hi,

Ich halte meine Ablehnung aufrecht, weil eine psychologische
Behandlung in diesem Sinne nicht als Krankheit zu werten ist,
die den Arbeitgeber angeht.

ich bin da durchaus gegenteiliger Ansicht. Allerdings gehören Fragen bzgl. der finsteren Vergangenheit nicht in ein Bewerbungsgespräch, auch Krankenkassen fragen nur die letzten 5-10 Jahre ab. Ohnehin hat ein (potentieller) Arbeitgeber nur von den Krankheiten zu erfahren, die die Arbeitskraft bzw. das Verhalten am Arbeitsplatz beeinflußen könnten. Psychologische Krankheiten gehören m.E. in den meisten Fällen dazu.

Gruß
Christian

Hallo Christian,

Ich halte meine Ablehnung aufrecht, weil eine psychologische
Behandlung in diesem Sinne nicht als Krankheit zu werten ist,
die den Arbeitgeber angeht.

ich bin da durchaus gegenteiliger Ansicht. Allerdings gehören
Fragen bzgl. der finsteren Vergangenheit nicht in ein
Bewerbungsgespräch, auch Krankenkassen fragen nur die letzten
5-10 Jahre ab.

Um diesen Zeitraum könnte es sich nach Heidis Beschreibung handeln.

Ohnehin hat ein (potentieller) Arbeitgeber nur
von den Krankheiten zu erfahren, die die Arbeitskraft bzw. das
Verhalten am Arbeitsplatz beeinflußen könnten. Psychologische
Krankheiten gehören m.E. in den meisten Fällen dazu.

Gerade bei angehenden Lehrern wie im vorliegenden Fall. Ich will damit nicht gesagt haben, dass man nicht Lehrer werden kann, wenn man mal in psychol. Behandlung war. Es gibt sicher genügend Sachen, die mit einer psychol. Behandlung geradegerückt werden, die die Fähigkeit Lehrer zu sein nicht beeinträchtigen.

Tschuess Marco.

Untersuchung
Ach, Ihr! Wie kann ich ihm dann noch helfen?? Er hat dermaßen Angst vor der Untersuchung (die morgen schon ist) - was soll ich ihm sagen?
Soll ich ihm raten, es anzugeben - Es könnte ja aber sein, dass es dann heißt, er wäre nicht psychisch stabil genug für den Lehrerberuf. Ich weiß, wie sehr er diesen Job lieben würde und dass das Vergangene kein Problem mehr darstellt.
Also verschweigen?

Huiuiui - ich find das Ganze schon heftig! Da soll jemand nochmal zusätzlich indirekt unter dem leiden, was er eh schon mitmachen musste!

Ich werde heute noch mehr auf dem Brett unterwegs sein, mit ihm telefonieren - und dann schau ma mal… ich kann Euch morgen ja Bescheid geben!

Dankeschön!

Hallo Heidi,

Also erst einmal, er muß nichts verschweigen. Fragen, die nicht gestellt werden, müssen erst gar nicht beantwortet werden. Daß Dein Freund eine Psychotherapie hatte, besagt absolut gar nichts, außer, daß er selbst und seine Eltern wohl sehr vernünftig mit dem Problem eines Jugendlichen umgegangen sind.
Jemand, der eine Therapie macht, muß nicht krank sein, es kann durchaus auch zur Gesunderhaltung dienen. Sie werden, besonders bei Jugendlichen und Kindern angesetzt, bevor das Kind in den Brunnen fällt und ev. Folge- oder Langzeitschäden (die dann krankmachend wären) verursachen. Diese Therapien beruhen außerdem auf Freiwilligkeit.

Übrigens, müssen nur Erkrankungen/Störungen/Beeinträchtigungen angegeben werden, die noch bestehen und im Arbeits/Berufsumfeld Auswirkungen haben könnten.

Beispiel:
Trockener Alkoholiker im Gastronomiegewerbe.
Drogenkonsument in der Apotheke oder sonstigen heilpflegerischem Beruf.
Schwangere in der Nuklearmedizin.
Bandscheibenvorfall und Möbeltransport.
Psychologe mit Psychose usw…

Zur Krankenkasse, es besteht Schweigepflicht! Das Gesundheitsamt macht sich ein eigenes Bild über den Gesundheitszustand. Meistens werden Fragen über den z. Z. bestehenden Gesundheitszustand und über durchlebte Kinderkrankheiten abgeklopft. Außerdem wird festgestellt, ob ansteckende Erkrankungen vorhanden sind. Im Übrigen findet ein ganz normaler Check statt (Blutdruck, Puls,Herzschlag, Reflexe, ev. noch Beweglichkeit der Gelenke).

Also, keine Sorge und viel Erfolg! :wink:
Lieben Gruß,
Fionny

Hallo Heidi,

Ich werde heute noch mehr auf dem Brett unterwegs sein, mit
ihm telefonieren - und dann schau ma mal… ich kann Euch
morgen ja Bescheid geben!

ja, Heide, tu das! Ein persönliches Gespräch ist immer das Beste. Bezüglich der Bekanntgabe der Therapie möchte ich noch sagen, dass man leicht ein Stigma bekommt, wenn man sich als psychologisch behandelt outet, gerade weil die tatsächliche Diagnose ja gar nicht bekannt gegeben wird, was den negativen Eindruck unter Umständen noch verstärkt. Ich habe wirklich große Bedenken, auch wenn die Behandlung innerhalb der letzten 10 Jahre liegt.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hi Heidi,

die Klärung ob eine Frage nach einer länger zurückliegenden Therapie rechtens ist, kann nun aufgrund der Kürze der Zeit ohnehin nicht erfolgen. Selbst wenn dem so wäre, und er bekäme dennoch die Frage gestellt, wie würde eine z.B. Verweigerung der Aussage aussehen bzw. welche Konsequenzen könnte sie haben?

Wenn er sich gerade streßt, ist es wichtig, innere Ruhe und Gelassenheit vor dem Gesundheitscheck zu finden und so gelassen auch hinzugehen.

Meines Erachtens kommt es auf die Situation drauf an. Wird er gefragt, soll er von sich was erzählen… „Therapie“ ist sicherlich lange Zeit ein persönliches Stigma gewesen, und ist es auch heute leider noch viel zu oft.

Allerdings sollte ein Arzt im Gesundheitsamt hier etwas aufgeschlossener sein. Und man kann auch das Positive sehen. Schließlich ging er in Psychotherapie, weil er ein Problem hatte, wie J E D E R Mensch es in seinem Leben mal früher oder später in mehr oder weniger geringem Ausmaß hat. Er hat nicht wie die Massen, die Schuld auf andere geschoben oder sich zum Opfer gemacht, sondern sich seinem Problem gestellt. Er hat daran gearbeitet und so wie Du schreibst, hat er es aufgelöst. Was sollte gegen diesen Mann sprechen, der sich offenbar zu helfen weiß? Was soll gegen ihn sprechen, der nicht wie viele andere Menschen mit seinen ungelösten Konflikten seine Umwelt belastet?

Im Lehrerberuf wird er wohl noch oft genug mit Situationen konfrontiert werden, in denen er nicht unbedingt (gleich) weiß wie er damit umgehen soll. Jemand der sich nicht um Hilfe bitten traut, hat in dem Job sicherlich ein Stück weit auch verloren.

Meiner Meinung nach würde jedermann / jederfrau eine Therapie guttun. Egal wie gesund ein Mensch ist, jeder hat Themen die er besser handhaben könnte, mit denen er, würde er anders umgehen (können), zufriedener wäre.

Ich sehe es anders herum, Psychotherapie ist was Positives. :smile:

Alles Gute für Deinen Freund,

Romana

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Hallo Heidi,

Ach, Ihr! Wie kann ich ihm dann noch helfen?? Er hat dermaßen
Angst vor der Untersuchung (die morgen schon ist) - was soll
ich ihm sagen?

Frage ihn doch mal, ob er, wenn er sich als Jugendlicher einen Knochenbruch zugezogen hätte, der durch eine anschließende Physiotherapie (Krankengymnastik) unterstützend ausgeheilt wurde, ob diese Information eine Physiotherapie gemacht zu haben dann auch so relevant wäre!

Soll ich ihm raten, es anzugeben - Es könnte ja aber sein,
dass es dann heißt, er wäre nicht psychisch stabil genug für
den Lehrerberuf. Ich weiß, wie sehr er diesen Job lieben würde
und dass das Vergangene kein Problem mehr darstellt.
Also verschweigen?

Er schämt sich oder hat Angst, Vorurteilen ausgesetzt zu sein. Von daher würde ich keine schlafende Hunde wecken. Wenn er anzeigt, daß es ihm peinlich ist darüber zu sprechen, wird es als peinlich wahr genommen und entsprechend darauf reagiert.
Ist er sich irgendwann sicher, von seinen eigenem Denken her, diese Therapie als gut und lehrreich darzustellen, kann er darüber reden ohne sich selbst in ein negatives Licht zu stellen.

Sage ihm, daß er durch die Geschichte einen Erfahrungswert hat, der durchaus seinen späteren Schülern zugute kommen kann. Er lügt nicht, wenn er jetzt auf ungefragte Fragen schweigt. Es ist doch durchaus möglich, daß jetzt für ihn nicht unbedingt die Zeit des Redens ist. Irgendwann einmal wird es eine Situation geben, in der er von seinem Erfahrungswert sprechen wird weil er anderen, die ihm wichtig sind, damit helfen kann. Bis dahin kann er die Vergangenheit doch wirklich ruhen lassen, oder?

Huiuiui - ich find das Ganze schon heftig! Da soll jemand
nochmal zusätzlich indirekt unter dem leiden, was er eh schon
mitmachen musste!

Er hat das Recht, sich selbst zu schützen. Kein Gericht würde ihn aus dem Selbsterhalt heraus verurteilen. Und noch eins, es gibt Dinge, die will auch niemand wissen!

Ich werde heute noch mehr auf dem Brett unterwegs sein, mit
ihm telefonieren - und dann schau ma mal… ich kann Euch
morgen ja Bescheid geben!

Das wäre ganz lieb von Dir! Ich drücke die Daumen,
lieben Gruß,
Fionny

Mücken und Elefanten
Hallo Ihr alle!!!

Ach, und nachdem ich Euch danken will in J.'s Namen - kann ich Euch erzählen, was passiert ist:
Nix.

Ich grinse… nein, es war nichts; er bekam einen Zettel vorgelegt, auf dem lediglich anzukreuzen war, ob er schon mal Selbstmord versucht habe zu begehen. „NEIN“ - war ehrlich.

Und das wars auch. Keine Fragen, keine Probleme!

Klar ist eine Therapie heilsam, das ist auch mir klar und das sehe ich an ihm. ABER - die Öffentlichkeit siehts halt anders. Ich weiß selbst nicht, obs da was hilft, es positiv darzustellen!?

Also - wieder was dazugelernt! Wie’s auf Ämtern abläuft…!

:wink:

Hi Heidi,

meistens wird es nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird. :smile:

Wenn ein Amtsarzt kein Verständnis für Psychotherapie hat, würde ich seinen Job bzw. seine Einstellung in Frage stellen. Er ist hier nicht die Öffentlichkeit, sondern hat bzw. sollte ein ganz anderes Hintergrundwissen haben.

Sei’s drum, hat ja funktioniert. :smile:

Ciao,
Romana

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

aber eigentlich nicht
Hi EXC *wink :smile:,

vielleicht verwechselst du das mit psychiatrische Behandlung?

Wenn ein Mensch Probleme hat, mit denen er nicht alleine fertig wird, und sich von einem Psychologen helfen lässt heißt ja nicht dass er krank ist, oder?

Ernsthafte psychische Erkrankungen, die medikamentös von einem Psychiater behandelt werden sind - finde ich- was anderes.
Aber das ist hier nicht der Fall gewesen.

Gruß,
Maja