Menschenmilch vs. kuhmilch

hallo.

nein, das ist nicht das falsche brett :wink: und zwar is folgendes:
es gibt kuhmilch zu kaufen, ziegenmilch, und vielleicht noch andere milchs.
angenommen, ein supermarkt würde jetzt menschenmilch im tetrapak (oder auch in der flasche) anbieten. würde sie irgendjemand kaufen?
nein! und warum nicht?
„das ist doch eklig!“
und warum?
wir trinken täglich milch von tieren, die in einem stall leben und sich nicht jeden morgen duschen oder zivilisiert aufs klo gehen… eigentlich müßte uns kuhmilch zuwider sein.
warum finden wir’s aber eklig, menschenmilch zu trinken? oder irr ich mich und die mehrzahl der bevölkerung wäre begeistert von dieser idee?

gruß

michael

Hi Michael,

würde sie irgendjemand kaufen?
nein! und warum nicht?
„das ist doch eklig!“
und warum?

Deine Frage zielt wahrscheinlich darauf ab, warum Menschen psychische oder moralische Bedenken hätten, Muttermilch zu trinken.

Aber vielleicht ist die Lösung weitaus prosaischer: Menschenmilch schmeckt einfach nicht. Schon mal probiert? Ich durfte mal bei einer Freundin testen, wie es schmeckt, und hatte keinerlei psychische oder moralische Bedenken, das zu tun. Aber das Zeug schmeckt einfach nicht. So einfach ist das, glaube ich.

Liebe Grüße, Nike

P.S.: Gottseidank schmeckt sie Säuglingen! :wink:

Aber warum
„schmeckt“ uns dann Kuhmilch? Das sollte doch rein biologisch auch nicht der Fall sein, oder irre ich mich da?

nachschubprobleme
hallo,
wie nike schon sagte: sie schmeckt nicht gut - andererseits mit nem guten marketing koennte man sie schon „aufwerten“ - es soll ja sogar leute geben, die im reformhaus sauerkrautsaft kaufen…

das groesste problem wird jedoch der nachschub sein. sicherlich gibt es frauen, die waehrend der stillzeit zuviel milch produzieren, die abgepumpt wird, oder es gibt auch frauen, dieaus bestimmten mengen nicht stillen wollen/koennen, aber die „gefoederten“ mengen sind zu gering, um einen flaechendeckenden nachschub zur vermarktung zu garantieren.

man koennte theoretisch frauen „zuechten“, die dann mit hormonellen behandlungen langfristig grosse mengen milch produzieren, aber da moechte ich dann nicht unbedingt an vorderster front der befuerwortung stehen…
gruss
khs

„schmeckt“ uns dann Kuhmilch? Das sollte doch rein biologisch
auch nicht der Fall sein, oder irre ich mich da?

zumindest gibt es stimmen, die behaupten, kuh- oder überhaupt irgendwelche milch würde uns im erwachsenenalter gar nix bringen, weil wir die nimmer verwerten können. diese fähigkeit habe man nur als säugling bzw. kleinkind, heißt es.

aber was den geschmack angeht… der is ja ganz akzeptabel :smile: wahrscheinlich besitzt kuhmilch (korrekterweise müßte man ja rindermilch sagen) einfach ein paar andere eiweiße usw. als menschenmilch, und schmeckt deshalb lecker(er).

bleibt natürlich immer noch die frage, wie hoch die akzeptanz von menschenmilch wäre, vorausgesetzt, man könnte sie in ausreichender menge und mit zumindest neutralem geschmack anbieten.

gruß

michael

Hi Michael,

würde sie irgendjemand kaufen?
nein! und warum nicht?
„das ist doch eklig!“
und warum?

Deine Frage zielt wahrscheinlich darauf ab, warum Menschen
psychische oder moralische Bedenken hätten, Muttermilch zu
trinken.

ja genau. man kann die frage nicht nur auf die milchsorte anwenden. anderes beispiel: menschen lassen sich von ihrem hund ablecken oder ihn mit im bett schlafen… aber wenn ein mensch einem anderen (bekannten oder verwandten, muß gar net fremd sein) seine benutzte gabel anbietet, wird er bestenfalls als schwein abgestempelt.

vielleicht hat’s ja was mit der angst vor krankheiten zu tun? zwischen menschen lassen gibt’s sicher mehr möglichkeiten, sich was einzufangen, als zwischen mensch und anderen tieren… man is ja heutzutage dermaßen sensibel bei sowas (schau sich einer nur mal den „antibakteriell“-trend an…)

Aber vielleicht ist die Lösung weitaus prosaischer:
Menschenmilch schmeckt einfach nicht.

aber wer sich davor ekelt, diese milch zu trinken, weiß ja erstmal gar nicht, wie sie schmeckt…

gruß

michael

Hi Nike,

P.S.: Gottseidank schmeckt sie Säuglingen! :wink:

Bist du dir da so sicher ? Die Zwerge können sich ja nicht beschweren und kennen vorab mal keinen Unterschied.
Babys die bis zu einem Jahr Muttermilch trinken tun es meiner
Meinung nach auch mehr wegen der Nähe zur Mutter und nicht weil
Muttermilch süchtig macht.

Ich habe über die Frage von Michael nachgedacht und selbst wenn
die Menge zum Verkauf möglich wäre und Bananengeschmack dazugemischt würde, ich könnte sie nicht trinken.

Ich trinke aber auch keine normale Milch mehr, seit ich in Kindertagen eine kuhwarme unbehandelte Almmilch getrunken habe. *brrrr*
Seit diesem pur Naturerlebnis habe ich eine „Psychose“ gegen Milch in jeder Art, nicht mal ein Tröpfchen kommt in meinen Kaffee.

Antimilchgrüße
Kerbi

Hallo Michael,

menschen lassen sich von ihrem
hund ablecken oder ihn mit im bett schlafen…

weil sie ihren Hund lieben und darum ekeln sie sich auch nicht.

aber wenn ein

mensch einem anderen (bekannten oder verwandten, muß gar net
fremd sein) seine benutzte gabel anbietet, wird er bestenfalls
als schwein abgestempelt.

Ich möchte auch keine benutzte Gabel von einem Verwandten oder
Bekannten in den Mund stecken, aber bei meinem Freund oder meinem Kind habe ich keine Probleme.
Für mich gehört einfach Liebe und Nähe dazu um mich nicht zu ekeln. Von von mir als fremd empfundenen Menschen möchte ich keine Körpersäfte egal welcher Art im Mund haben.

Es wird immer wieder gesagt daß Nutten ihre Kundschaft nicht
küssen, ist zwar weit vom Thema weg, muß aber einen ähnlichen
Grund haben.

Liebe Grüße
Kerbi

katastrophaler Tabubruch
Hi Michael

neben den - sachlich natürlich richtigen - Argumenten von Nike (schmeckt nicht) und khs (Frauen kann man nicht wie Kühe züchten)
gibt es natürlich noch ein i.e.S. psychologisches:

Es wäre ein tiefgreifender Tabubruch.

Und zwar um einiges tiefgreifender, als es von Vielen beim Thema Organspende erscheint.

Das Saugen an der Mutterbrust gehört (neben der späteren Sexualität) zu den (körperlich) intimsten Austauschszenarien zwischen Menschen und ist eine außerordentlich bedeutsame Phase für den Beginn der Persönlichkeitsentwicklung…

Dies aldimäßig zu kommerzialisieren und damit die „Mutter“ zu einem anonymen entpersönlichten Produktionsmittel zu machen wäre eine Katastrophe für das Selbstverständnis des Menschen. Sie hätte sogar, nach meiner Einschätzung, noch einen höheren Stellenwert als die Genmanipulation am Menschen, weil die letztere eh nicht sinnlich, sondern nur intellektuell, also reflektorisch, erfaßt und bewertet werden kann.

Gruß

Metapher

Hi,

das wäre wohl von Frau zu Frau unterschiedlich. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß es für Frauen okay wäre, damit ihr Taschengeld aufzubessern.

Für mich hinkt Deine Argumentation insofern als daß ich mich frage, was ist mit all den Männern die gerne sich als Zuchtbulle bzw. Samenspender verlustieren bzw. anbieten?

Ist das auch ein Tabubruch? Hat hier auch jemand schon einen Schaden genommen?

Ich glaube einfach nur nicht, daß man dies so pauschal beantworten kann.

Ciao,
Romana

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Leicht (aber nur leicht) off topic
Hallo Michael,

da Deine Frage ja schon mehrfach beantwortet wurde, möchte ich nur eine, in diesem Zusammenhang vielleicht bedenkenswerte, Anekdote beisteuern:

Vor ein paar Jahren wurde ich im Supermarkt von einem älteren muslimischen Ehepaar angesprochen, die ein Stück Butter in der Hand hielten und mich in gebrochenem Deutsch fragten, ob dies vom Schwein sei?

Ich versicherte Ihnen, daß man hierzulande keine Produkte aus Schweinemilch nutzen würde, weder Milch, noch Butter, noch Joghurt etc…so ganz geglaubt haben sie’s mir aber nicht.

Aus unerfindlichen Gründen ziemlich widerliche Vorstellung…Schweinemilch :-S

Grüsse
Diana (leidenschaftliche KUHmilchtrinkerin)

Seltsame Frage / Sozialisation / ‚Anständiges‘
Hallo Michael!

warum finden wir’s aber eklig, menschenmilch zu trinken? oder
irr ich mich und die mehrzahl der bevölkerung wäre begeistert
von dieser idee?

Seltsame Frage ist das. Mal abgesehen davon - ich denke, daß unsere Sozialisation dem Dauerkonsum von Muttermilch entgegensteht. Durchaus möglich, daß es in einer anderen fiktiven Kultur möglich wäre - so wie Inzest ebenfalls kulturell möglich war (und ist?). Aber da die meisten nun einmal eine Sozialisationsgeschichte hinter sich haben, in der der andauernde Verzehr menschlicher Milch nicht den Normen entspricht, wird´s nicht gemacht. So einfach ist das.

Übrigens - ich erinnere mal an den Umgang der Kulturen mit der Sexualität. Da ist vieles möglich und vieles eben nicht. Was den einen da so an „Abartigkeiten“ imponiert, mag für andere der höchste Lustgewinn sein. Dies wird - in den meisten Fällen - ebenfalls auf eine Lern- / Sozialisationsgeschichte zurückzuführen sein. Ich denke, analog kann man die Sache mit der Muttermilch sehen. Wie man die Sache aber händelt, ist eine Frage der sozialen Norm - wer weiß, vielleicht ist es irgendwann so weit und die Kinderchen schlürfen genüßlich ihr Glas leer!

Bis dahin (oder überhaupt nicht): Trink was „Anständiges“! :wink:

Gruß,

Oliver

Hi Diana,

Aus unerfindlichen Gründen ziemlich widerliche
Vorstellung…Schweinemilch :-S

Diana (leidenschaftliche KUHmilchtrinkerin)

Aber wie sieht’s aus mit Schafskäse, der ja aus Schafsmilch gemacht wird, oder Ziegenkäse?
Ich kann mich auch noch daran erinnern, daß wir als ich noch mit meinen Eltern im Urlaub war, bei einem alten Bauern immer Milch gekauft haben, bis meine Mutter mal entdeckte, daß er seine 2 Kühe und seine Ziege in denselben Eimer gemolken hat. Ich habe es nie verstanden, warum meine Mutter diese Milch dann nimmer wollte.

Grüße an alle
und zu Ostern gibts ja - Eier (das soll aber kein neuer thread werden)
HylTox

Hallo Michael,
Die Frage stellt sich mir nicht, denn ich trinke auch keine Milch von Tieren.
Müssten wir uns unter eine Kuh legen und an den Zitzen nuckeln, dann würden wir das wahrscheinlich auch eklig finden. Abgepackt im Kühlregal ist das dann schon anders, denn hier ist der Bezug zur Quelle der weissen Brühe nicht nmehr erkennbar.
Es gibt Kulturen, in denen das Milchtrinken nicht üblich ist und die dortigen Menschen (Z.B. Asien) würden sich angeekelt abwenden, würde man ihnen Milch anbieten.
Noch ein kleiner Hinweis für Milchtrinker:
Unsere Hochleistungskühe haben fast alle eine sogenannte subklinische Euterentzündung, was bedeutet, dass die Milch dann mit etwas Eiter versetzt ist. (nur eines von vielen Argumenten gegen das Milchtrinken).
Gruß
Crotalus

Heilige Kühe
Hi HylTox,

hast ja recht…vielleicht liegts daran, daß das Schwein auch in unserem Kulturkreis als unreines Tier gilt?

Grüsse
Diana (die Schafs- und Ziegenmilchprodukte btw geschmacklich abstoßend findet :wink:

Hallo Michael,

hast Du schon mal Muttermilch gekostet???
Die ist nämlich wirklich ziemlich eklig. Finde ich zumindest.

Jana

weil Kühe eben
ständig Milch produzieren und nicht nur während der Tragzeit ihrer Kälber. Von daher ist es auch ein Kostenfaktor!

Hallo Michael

Muttermilch könnte sich wohl kaum ein Normalverbraucher leisten.
Zudem kommt der ethische Gesichtspunkt, wer will eine Frau (in diesem Fall eine Mutter) dazu entwürdigen, zur Melkmaschine zu werden? Anderseits gab es- gibt es Ammen, die Muttermilch abgeben um anderen Nachwuchs eine gesunde Ernährung zukommen zu lassen.
Was den Geschmack betrifft, Muttermilch mit ebensoviel Fettgehalt angereichert wie Kuhmilch ergibt einen ebenso leckeren Geschmack. Fett ist nun mal ein Geschmacksträger. Magermilch von Kühen ist ja nun auch nicht mehr so lecker. Allerdings wäre diese Muttermilch dann für unsere Zöglinge nicht mehr gut verträglich!

Euch allen ein schönes Sonnenfest,
lieben Gruß,
Fionny

Noch ein kleiner Hinweis für Milchtrinker:
Unsere Hochleistungskühe haben fast alle eine sogenannte
subklinische Euterentzündung, was bedeutet, dass die Milch
dann mit etwas Eiter versetzt ist. (nur eines von vielen
Argumenten gegen das Milchtrinken).

Und hierzu ein Argument gegens Zähneputzen:
Die chemische Zusammensetzung von weisser Farbe und Zahnpasta ist nicht unähnlich.
Und wir wollen doch kleine Pseudowandfarbe in unserem Mund und Rachenraum.

SAN

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Noch ein kleiner Hinweis für Milchtrinker:
Unsere Hochleistungskühe haben fast alle eine sogenannte
subklinische Euterentzündung, was bedeutet, dass die Milch
dann mit etwas Eiter versetzt ist. (nur eines von vielen
Argumenten gegen das Milchtrinken).

Und hierzu ein Argument gegens Zähneputzen:
Die chemische Zusammensetzung von weisser Farbe und Zahnpasta
ist nicht unähnlich.
Und wir wollen doch kleine Pseudowandfarbe in unserem Mund und
Rachenraum.

Hallo San,
Entschuldige bitte,
bin ich jetzt dafür verantwortlich, wenn dir deine Schulmilch nicht mehr schmeckt?
Hab ja nicht gewusst, dass hier auch Schulkinder reinschauen.

Crotalus

Hi Fionny,

es geht auch gar nicht darum, Michspender in Form von Frauen heranzuzüchten. Ich hörte mal von einem afrikanischen Stamm, in dem die Kinder die ersten drei Jahre gestillt werden.

Ich weiß nicht, ob ich solch eine Milch überhaupt probieren wollen würde. Interessiert bin ich meistens. Ich trinke sehr gerne Milch (Kuh, Ziege, Soja).

Würde es Frauen als Milchspender geben, so würden sich sicherlich nicht alle Frauen als Milchspender zur Verfügung stellen. Ebenso würden nicht alle Menschen diese Nahrungsquelle anzapfen wollen. Das muß auch gar nicht generalisiert werden, im Sinne von Milchkuh und Milchfrau. Wenn es für einige gut bzw. okay wäre, warum nicht? Wie ist das bei Milchallergien? Trifft das auch auf Muttermilch zu? Könnte Muttermilch eine Alternative sein?

Grundsätzlich finde ich den Gedanken interessant, egal ob man nun Frau oder Mann anzapft, und egal wofür. Möglicherweise sehen wir auf dieser Ebene wie wir unsere Tiere ausbeuten / ausschlachten. Gut, wir ernähren uns davon. Was ich hier ansprechen möchte, ist die Würde des Tieres bzw. des Menschen. Wie gehen wir damit um? Wird hier nicht TEILS mit Ethik argumentiert um davon abzulenken, daß wir dem Tier näher sind als wir es uns selbst eingestehen wollen?

Auf einer anderen Ebene: wenn es um lebensrettende Bluttransfusion geht, erklären sich Menschen zum Spenden (eher) bereit. Knochenmarkspender schauen schon rarer aus. Doch was ist beispielsweise mit Organspendern? Weshalb schrecken die meisten Lebenden davor zurück? Wenn wir tot sind, kann es uns gleich sein. Wir haben nichts mehr davon, doch anderen könnte es helfen und eventuell sogar das Leben verlängern.

Wieso denken viele Menschen so ablehnend, geht es um die Dinge, die aus dem Menschen selbst kommen?

Ciao,
Romana