mache gerade Bürodienst bei Greenpeae Münster. Da haben wir einen Brief von einer Frau bekommen. Tenor: Sie wird verfolgt und wir sollen ihr helfen. Sie hat keinen mehr zum ansprechen, da die Polizei auf der Seite ihrer Verfolger ist und ihre Kinder (längst erwachsen) einer Gehirnwäsche unterzogen worden sind.
Kurz: die Frau ist nicht ganz dicht. Wir sind aber ihre einzige Möglichkeit, die sie noch hat (sagt sie). Sie möchte einfach nur, dass einer von uns vorbeitkommt und mit ihr redet. Da sie aber in Holland wohnt (warum sie dann Greenpeace Münster angeschrieben hat, weiß ich auch nicht), wird das sicherlich keiner machen.
Dafür sind wir ja auch nicht ausgebildet.
Nur: was soll ich tun? Einfach den Brief wegschmeissen oder ihr irgendetwas wischi-waschi antworten, will ich auch nicht. Zumal sie davor auch Angst hat und es uns untersagt hat, weil ihre Post natürlich auch von ihren Verfolgern gelesen wird.
Ergo: was soll ich tun? Welche Organisation ansprechen?
Ergo: was soll ich tun? Welche Organisation ansprechen?
Über die Grenze kannst Du eh nicht viel tun. Schilder den Fall doch mal dem Sozialpsychiatrischen Dienst (gibt es bei jedem Bezirksamt); vielleicht können Dir die Leute irgendwie weiterhelfen.
Hallo,
ich kann mir vorstellen, daß eine öffentlich präsente
Organisation wie Eure, häufiger irgendwelche sinnlose
Schreibsel bekommt. Es ist doch nicht mal klar, ob das
nicht einfach jmd. ist, der Euch ver*** will. Ich würde
den Brief einfach entsorgen.
Hallo,
einfach wegwerfen würde ich den Brief auch nicht. Am besten wäre sicher Tessa’s Hinweis; aber mir scheint es auch eine gute Idee zu sein, ihn an die entsprechende Polizeistation in Holland weiterzuleiten. Die Frau wird denen bekannt sein, zumindest müssen die der Sache aber nachgehen. Da Du persönlich wohl nichts machen kannst, hättest Du mindestens die Gewißheit, daß jemand sich kümmert und die Frau gegebenenfalls in ärztliche Behandlung geschickt wird.
Schöne Grüße
Sabine
Hallo Ralf.
Auch wenns nur begrenzt in die Zuständigkeit fällt, könntest du es mit dem Weißen Ring versuchen. Die Mitarbeiter kümmern sich um Opfer von Verbrechen und ähnlichen Dingen und da sie sich verfolgt fühlt, könnte das in deren Kompetenz fallen. Vielleicht wissen die zumindest, wie man damit umgeht und wie man hier helfen kann.
Ich finde es gut, dass du hier Rat suchst und den Brief nicht einfach im Rundordner entsorgst.
Viele Grüße
Rabchen
ich kann mir vorstellen, daß eine öffentlich präsente
Organisation wie Eure, häufiger irgendwelche sinnlose
Schreibsel bekommt. Es ist doch nicht mal klar, ob das
nicht einfach jmd. ist, der Euch ver*** will. Ich würde
den Brief einfach entsorgen.
Richtig. Bisher kamen (selten, aber immerhin) diese Personen immer gleich zu uns ins Büro. Damit konnte ich umgehen, weil da musste ich spontan reagieren.
Natürlich kann es auch Verarschung sein. Denke aber wenn Du den Brief gelesen hättest, würdest Du das auch nicht mehr glauben. Im übrigen will ich nicht riskieren, dass ich damit falsch liege. Daher werde ich ihn sicherlich nicht einfach entsorgen. Immerhin kann dies auch der letzte verzweifelte Hilferuf eines Menschen sein.
Ok,
den Brief habe ich nicht gelesen, insofern kann ich
auch nicht dessen Glaubwürdigkeit beurteilen.
Was mir allerdings ziemlich widerstreben würde, wäre
die Polizei, Ordnungsamt et al. einzuschalten.
Das hat für mich keinen anderen Charakter als
den Brief zu entsorgen („hinweg mit dem Problem“).
Es gibt ja noch die Option, erst mal nachzuhaken,
warum sie z.B. ausgerechnet auf Euch gekommen ist
und nicht z.B. Amnesty International, sie also
einfach ein wenig zu beschäftigen und sie von der
Unsinnigkeit ihrer Behauptungen zu überzeugen
(obwohl ich annehme, daß ihr eher im Club der
Verschwörer aufgenommen würdet).
Ich bin allerdings kein Mediziner, d.h. evtl. ist
meine Ansicht med. betrachtet Nonsens.
Nach meiner Meinung scheint diese Frau massive psychiatrische Probleme zu haben. Von daher würde ich vorschlagen die nächsgelegene Zweigstelle von euch in Holland zu kontaktieren, daß die, die nötigen Informationen dort an einen psychiatrischen Dienst weitergeben, bzw. an die dortige Gemeinde, die dann das nötige veranlassen wird.
Des weiteren kannst du der Frau ja persönlich antworten und ihr dein Unvermögen ihr direkt zu helfen mitteilen.
Falls die Frau unter paranoidem Wahn leidet, dann ist es äußerst schwierig, irgend etwas zu antworten, was sie in Deinem Sinne beeinflussen soll. Personen mit wahnhaftem Denken sind von der Realität so weit entrückt, daß man sie so gut wie nicht davon überzeugen kann, daß eine oder andere zu tun - v.a. nicht, wenn es ihrem Wahndenken irgendwie zuwider läuft. Irgendwelche gutgemeinten Tipps wie z.B. „Sprich doch mit einem Arzt Deines Vertrauens“ usw. wecken nur den Argwohn der betreffenden Frau. Sie kann auch denken, daß der Brief sowieso von der Polizei abgefangen wurde und das, was drin steht, gar nicht von Dir ist usw. Oder sie denkt plötzlich, daß Du ein Komplize der Mächte bist, von denen sie sich verfolgt fühlt. Alles das kann passieren und Du kannst Dir nie sicher sein, daß jemand, der unter paranoidem Wahn leidet, Deine Worte so hinbiegt, daß sie ins Wahngebäude paßt - das ist nun einmal die Störung.
Deshalb ist es vielleicht keine schlechte Idee, die unten genannt wurde, über Eure Zweigstelle in Holland den psychiatrischen Dienst der Gemeinde zu informieren, in der die Frau lebt. Doch glaube ich nicht, daß die irgend etwas machen können: Wenn die Frau nicht in Behandlung ist, dann ist es unwahrscheinlich, daß sie sich jetzt, wo ihre Wahngedanken so ziemlich auf dem Höhepunkt sein dürften, in eine Klinik begibt. Und Zwangseinweisung ist - zumindest in Deutschland - nur möglich, wenn die Frau sich oder andere akut körperlich gefährdet (und wenn sie eine psychische Störung hat, was ich mal voraussetze).
da wir letztens hier auch so einen verrückten hatten, würde ich mal folgendes versuchen: schreib ihr einfach, daß ihr auch mit zu den verschwörern gehört und sie deshalb hier falsch ist. damit läßt du sie richtig gewaltig gegen die wand laufen.
da wir letztens hier auch so einen verrückten hatten, würde
ich mal folgendes versuchen: schreib ihr einfach, daß ihr auch
mit zu den verschwörern gehört und sie deshalb hier falsch
ist. damit läßt du sie richtig gewaltig gegen die wand laufen.
Und was wäre der Erfolg? Gut, wir hätten dann unsere Ruhe von ihr. Und gleichzeitig einer schon psychisch labilen Frau ihre vielleicht letzte Hoffnung berauben?
:
verrückt, heißt manchmal tatsächlich (ver)rückt…ins falsche
Krankheitsbild. Egal ob psychische Folgen oder die Psyche Ursache ist, viele Krankheitsbilder
werden leider immer noch nicht in die nähere Wahl gezogen (Schilddrüsenüber/ unter-Funktion z.B.), weil sie psych. Krankheitsbilder vortäuschen. Also damit schon mal VORSICHT. Und
ständiges Mißverstandenwerden kann einen schon mal wahn (sinnig) machen.
Außerdem was kostet es, dieser Frau einen teilnehmenden Brief zurückzusenden. Kommen Feedbacks in Hülle und Fülle, ist es dokumentarisch vielleicht zu verwenden. Ich würde es aber
bei einer Antwort (je nach dem Reaktionsmuster) zuerst einmal belassen und abwarten. Das wichtigste i.M. ist, sie wurde gehört, nicht verstanden, aber angehört.
das verrückte daran ist ja, daß das für sie sogar logisch ist. keiner gibt zu, daß er sich gegen sie verschworen hat, was ihr eigentlich nur „beweist“, daß sie recht hat.
Wenn man das nun aber auch noch offen zugibt, dürfte sie mit ihrer ganzen logik mächtig durcheinanderkommen.
also die Psychiater sagen, daß man eine Person, die unter Wahnvorstellungen leidet, nicht in ihrem Wahn bestärken soll und ihn ihr auch nicht ausreden soll (was nämlich keinen Zweck hat), sondern meinen, daß es das Beste ist, wenn man sagt: Okay, ich akzeptiere Deine Meinung, weil Du es so empfindest, kann Deine Gedanken und Schlußfolgerungen aber nicht nachvollziehen.
Für mich ist diese psychiatrische Auffassung nicht nur wegen des fachlichen Hintergrundes, sondern auch menschlich nachvollziehbar.
Glaube ich nicht. Vielmehr wird sie diesen Widerspruch
einfach ignorieren, wie alles was nicht in ihr
„Weltmodell“ paßt. Oliver hat Recht, die Lsg. sie
„neutral“ zu halten, ist Toleranz. Sowas ist selbst
in den abstrusesten Denkmodellen schwer angreifbar.
Gruss
Enno
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
in ihrer Welt ist sie absolut dicht, das siehst Du leider nur von Deiner Warte.
Kurz: die Frau ist nicht ganz dicht. Wir sind aber ihre
einzige Möglichkeit, die sie noch hat (sagt sie). Sie möchte
einfach nur, dass einer von uns vorbeitkommt und mit ihr
redet. Da sie aber in Holland wohnt (warum sie dann Greenpeace
Münster angeschrieben hat, weiß ich auch nicht), wird das
sicherlich keiner machen.
Vermutlich hat sie schon die nähere Umgebung abgeklappert und stets die gleiche Antwort gekriegt: niemand hat sie ernst genommen. Auch wenn Du weder Zeit noch Ausbildung hast, ihr zu helfen, zeige ihr wenigstens, daß Du sie ernst nimmst! Schon das hilft ihr weiter.
Nur: was soll ich tun? Einfach den Brief wegschmeissen oder
ihr irgendetwas wischi-waschi antworten, will ich auch nicht.
Zumal sie davor auch Angst hat und es uns untersagt hat, weil
ihre Post natürlich auch von ihren Verfolgern gelesen wird.
Gib ihr das Gefühl, daß Du nichts ohne ihr Einverständnis machst. Frage sie, was Du tun sollst, da Du nicht die Zeit und Möglichkeiten hast, sie zu besuchen. Stelle ihr notfalls Hilfe in Münster in Aussicht, sofern Du z.B. einen „Freund“ einbeziehen könntest, der ihr eher helfen kann. Von psychiatrischem Dienst würde ich nicht reden: das klingt nach Zwangsjacke, Anstalt und Vergewaltigung.
Auch „Bekloppte“ sind Menschen, mitunter sehr sensibel, künstlerisch sehr produktiv, also kreativ. Daraus kann sich erst ein solch komplexes Gedankengebäude des Verfolgungswahns entwickeln. Zu meiner Zeit befaßte sich Leuner in Göttingen mit der künstlerischen Produktion von Schizophrenen. Was da an Bildern und Kompositionen geboten wurde, war mehr als beeinruckend. Nein, das waren keine „Bekloppten“, eher Hochbegabte.
Einfach ist die menschliche Psyche nie. Persönliche Erfahrungen habe ich aber damit gemacht und als einer, der keinerlei gelernte Weisheiten in dieser richtung hat, eigentlich recht vernünftige Erfolge in meinem persönlichen Umfeld damit erzielt.
Es kömmt immer auf die Person drauf an und nach drei Sätzen mit ihr möchte ich mir auch kein Urteil erlauben wollen. Hier im board war aber vor einiger Zeit einer, der dieselben „Symptome“ aufwies. Bei dem hätte diese Vorgehensweise durchaus helfen können.
Der Sinn/Hintergrund soll dabei sein, daß er (der „Patient“) irgendjemand als Führungsperson benötigt. Diese darf das allerdings auf keinen Fall für ihn offensichtlich werden lassen.
wichtig ist dabei, daß erstmal festgestellt werden muß, wieso und wodurch es zu dieser entwicklung gekommen ist. Meist liegt dort ja schon der ansatz zur Lösung.
Ich möchte mich weit davon distanzieren, das als die ultimative Lösung zu propagieren. Mehr als einen denkansatz kann man, so meine ich, als ferndiagnose eh nicht liefern. Letztlich ist doch am entscheidensten, ob der, der mit solch einem Menschen Kontakt hat, überhaupt mit Menschen umgehen kann.