Verfolgungswahn?

Hallo,

ich weiss wirklich nicht, ob ich im richtigen Forum bin. Ist meiner Ansicht schon eine psycische Störung. Naja, schreibt einfach…

Folgendes: Gestern hat mein Vater von einem Freund erzählt, der einen Sohn hat. Nennen wir ihn Tim. Dieser Tim ist 20 Jahre alt, war bis vor ca 2 Jahren ganz „normal“(hab ihn einmal kurz gesehen). Doch er bekommt immer schlimmeren Verfolgungswahn. Das geht so weit, dass er zur Polizei geht und denen sagt, sie sollten Leute verhaften, weil sie ihn umbringen wolllten. Gleichzeitig will er in Schutzhaft genommen werden.

Der Vater (über die Mutter weiss ich weniger) nimmt sich seinem Sohn sehr an(vorher bestand sehr wenig Kontakt zu den beiden, ausser auf finanzieller Ebene…). Eines Nachts hat er mit ihm zusammen in einem Zimmer geschlafen(um ihm die Angst zu nehmen etc…). Dann ist Tim aufgewacht und hat angefangen seinen Vater zu verprügeln, weil er gedacht hat, das wäre wieder so einer der ihn umbringen will. Nach kurzer Zeit hat er aber dann gemerkt, dass es sein Vater ist…

Gestern beim Abendessen haben wir darüber diskutiert, was man mit Tim machen könnte/dürfte/müsste…

Das „Problem“ ist, dass er schon volljährig ist, dass er für sich alleine bestimmen kann. Aber ich finde, dass er doch eine Gefahr für jedermann ist, wenn er denkt, dass ihn einer verfolgen würde zB…(Und denjenigen als Selbstschutz schlagen würde…).

Ich wüsste gerne was ihr voschlagt/denkt, was das beste füpr den Jungen ist. Wie er am besten „geheilt“ (?) werden kann.

Ich war wirklich entsetzt, weil er ja wirklich „normal“ vorher war.

Grüsse

Andreas

Zum Verdacht auf Schizophrenie, paranoider Typus
Hallo Pedro,

ich bin wirklich überrascht, wie häufig sich das Thema „Wahn“ hier im Forum niederschlägt, wenn man bedenkt, daß das Symptom doch relativ selten ist.

Zum Inhaltlichen:

Also nach Deiner Beschreibung zu urteilen, könnte es sich tatsächlich um einen Verfolgungswahn handeln. Allerdings kann man nicht mehr sagen, weil Du „nur“ wenige Merkmale aufgezählt hast (vielleicht weißt Du auch nicht mehr). Um mehr zu sagen, müßten detailliertere Infos vorliegen (also Inhalte, Differenzierungsgrad, Beginn der Symptomatik). Natürlich müßte auch abgeklärt werden, welche möglichen Ursachen der Symptomatik zugrundeliegen:

  • vielleicht berechtigte Verfolgungsangst (?)
  • Nimmt der Junge Drogen? (MUSS abgeklärt werden)
  • Medizinische Störungen (wie z.B. Hirntumore, Hirnentzündungen usw.).

Erst wenn das richtig geklärt ist, dann kann man auf primäre psychische Störungen untersuchen:

  • Schizophrenie, inbesondere paranoid-halluzinatorischer Typus
  • wahnhafte Störung (ist nicht gleich Schizophrenie)
  • andere Störungen, die der Schizophrenie ähnlich sind (schizophreniforme Störung, kurze psychotische Störung, schizoaffektive Störung)
  • Major Depression mit psychotischen Merkmalen
  • Bipolar I Störung (manisch-depressiv) mit psychotischen Merkmalen.

Daß die Störung so aus heiterem Himmel kommt, ist bei psychischen Störungen wie Schizophrenie nicht so häufig. Meistens läuft ihr eine so genannte Prodromalphase mit sozialem Rückzug, affektiven Verstimmungen usw. voraus (weiteres zu Schizophrenie siehe mein Artikel http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…).

Im übrigen (ohne daß der Verdacht auf Schizophrenie gelenkt werden soll): Schizophrenien treten bei Männern gehäuft zwischen der Spätadoleszenz und dem jungen Erwachsenenalter auf (typischer Erkrankungsbeginn), was sich verheerend auf die weitere psychosoziale Entwicklung auswirkt (Partnerschaft, Elternschaft, Berufsfindung sind durch diesen Erkrankungsbeginn extrem gefähredet und Verzögerungen später schwierig nachzuholen). Bei Frauen gibt es neben dem Erkrankungsgipfel wie bei den Männern noch einen um die Menopause herum, was, da bei den Frauen bereits die psychosoziale Entwicklung sehr weit fortgeschritten ist, zu besserer psychosozialer Prognose führt.

Das Beste wird sein, wenn der Junge dazu gebracht wird, einen Arzt zu konsultieren, der die weiteren diagnostischen Schritte unternimmt. Ohne Diagnostik - keine Therapie!

Wünsche dem Jungen alles Gute,

Oliver

PS: Falls Selbst- (Suizidgefahr) oder Fremdgefährdung (schwere tätliche Angriffe auf andere Personen) vorkommen, kann ein Arzt, der den Jungen vorher gesehen und einen sehr gut begründeten Verdacht auf eine psychische Störung hat (schließt auch Drogenkonsum und Hirnstörungen ein), eine Zwangseinweisung vornehmen. Dann wird´s aber kompliziert, weil das Gericht eingeschaltet wird, daß die Maßnahme bestätigen muß.
Therapeutisch sind bei psychotischen Störungen Neuroleptika die Mittel der Wahl. Hier werden heute bei psychotischen Symptomen meistens atypische Neuroleptika wie z.B. Risperidon oder die hochpotenten klassischen Neuroleptika wie z.B. Haloperidol (Markenname: Haldol) verabreicht.

Hallo,

Therapiemöglichkeiten sind schwer zu sagen, aber rede mit dem Jungen, frage ihn nach Indikatoren, die ihn auf eine Verfolgung schließen lassen.

Vielleicht wird der Junge von der Polizei beschattet (kommt häufig auch ohne berechtigten Grund vor), weil er Drogendealer ist und das Verfolgungsgefühl wird durch die Drogen bis zur Psychose verstärkt?

Eventuell fürchtet er sich vor etwas anderen in seinem Inneren und spielt sich selbst eine Verfolgung, sozusagen als Ablenkung von inneren negativen Emotionen, vor.

Genauere Ratschläge kann ich leider auch nicht geben.

Gruß

Desperado

Hallo Don Pedro,

mit dem Vater zusammen (wo ist die Mutter?) können sicherlich einige Fakten abgeklärt werden. Oliver hat Dir dazu schon ein paar ganz gute Infos geschrieben.
Manchmal liegt das Verhalten eines Menschen und dessen Ursache so nah, daß es im ersten Moment nicht sichtbar wird.
Abgesehen von Drogen können auch andere Medikamente zu Überreaktionen führen, wenn der Betroffene falsch eingestellt ist oder sie selbst falsch einnimmt. Dann gibt es noch die Nebenwirkungen, die Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten. All das kann ein abnormes Verhalten hervorrufen. Ebenso aber auch Grunderkrankungen, wie Schiddrüsenüberfunktionen oder Diabetes. Es müßten also erst einmal organische Leiden abgeklärt werden. Vielleicht ist dies ja schon geschehen und der Junge kommt mit seiner Erkrankung nicht klar. Er ist Volljährig, also braucht er für Arztbesuche keine Erlaubnis mehr.
Fakt ist aber, daß er Hilfe sucht und daß er Angst hat. Und da denke ich schon, daß an ihn über ein Gespräch heran zu kommen ist, indem er auch Fakten äußern wird, die weiterhelfen können. Außerdem finde ich es angebracht, seine Geühlswelt nicht außer acht zu lassen.

Vorerst lieben Gruß,
Fionny

Hallo,

danke erstmal für jeden der hier was geschrieben hat. Ich poste jetzt einfach mal unter diesem Artikel, obwohl ich ihn unter jedem schreiben könnte:

Ich habe seine Mutter noch nie gesehen, kann deswegen nichts zu ihr sagen. Ich denke aber, dass das keine annormalen Sachen gelaufen sind (Streit, Drohung, Schläge etc.)

Das Dilemma (meiner Ansicht nach) ist, ihm klarzumachen, dass er krank ist. Weil verfolgt oder beschattet wird er wirklich nicht. Das hat sein Vater ganz klar bestätigt. Er deutet einfach auf irgendwelche Menschen und sagt, sie würden ihn verfolgen.

Stellt euch vor, ihr seht einen Menschen in der Stadt zweimal, im Abstand von 10 Minuten. Bei ihm würde das einen Gang zur Polizei bedeuten, bei und den Gedanken erzeugen, was es dich für Zufälle gibt. Er achtet ständig auf so etwas, deswegen verstärkt sich das ganze Gefühl ja auch so.

Ich glaube, eine Zwangseinweisung hilft überhaupt nicht. Er weiss ja gar nicht, dass ihm was fehlt. Erst müsste er dazu gebracht werden, zum Therapeuten zu gehen. Freiwillig.

Erst ist stark suizidgefährdet und auch gemeingefährlich (kann sein dass er auf „Verfolger“ losgeht).

Ich finde das so traurig. Ich habe ihm einen Abend gegenüber gesessen, da war er ein ganz normaler Junge. Vor ein paar Jahren.

Fakt ist aber, daß er Hilfe sucht und daß er Angst hat. Und da
denke ich schon, daß an ihn über ein Gespräch heran zu kommen
ist, indem er auch Fakten äußern wird, die weiterhelfen
können. Außerdem finde ich es angebracht, seine Geühlswelt
nicht außer acht zu lassen.

Sein Vater macht nichts anderes als sich mit ihm zu unterhalten.

Schönen Abend euch allen noch…

Andreas

leider traurig
Hi Don Pedro

Das Dilemma (meiner Ansicht nach) ist, ihm klarzumachen, dass
er krank ist.

Das ist leider das Problem. Man kann niemandem klar machen , er sei krank. Ebenso wenig, wie man jemandem klar machen kann, er sei glücklich, taurig, hoffnungsvoll usw. „Krank“ heißt ja für die meisten eine subjektive Befindlichkeit. Insbesondere, weil eh auch in der sich geistig gesund wähnenden Welt die Haltung weitverbreitet ist, nur Subjektives gelten zu lassen, und die Möglichkeit objektiver Kriterien für Gewißheit zu leugnen.

In diesem Fall handelt es sich für die Umgebung sogar noch um eine rekursive Situation: Wenn ihr ihn drängt, sich als krank empfinden zu sollen, gehört ihr logischerweise zu den Menschen, die ihm seine Wahrnehmungen nicht glauben, und damit zu denen, die negativ über ihn urteilen… und so werdet ihr von Rettern zu Verfolgern.

Ich glaube, eine Zwangseinweisung hilft überhaupt nicht.

Erst ist stark suizidgefährdet und auch gemeingefährlich (kann sein dass er auf „Verfolger“ losgeht).

Wie Oliver Walter unten schon sachkundig und ausführlich schrieb, kann in so einem aktuellen Fall eine Zwangseinweisung nicht nur möglich, sondern auch nötig sein.

Ein Gespräch auch mit einer auf solche Weise gestörten Person, das dazu führen soll, daß sie sich von sich aus in ärztliche bzw. psychiatrische oder psychotherapeutische Beratung begibt, ist sehr wohl möglich, aber sehr schwierig. Da macht es keinen Sinn, ein paar rhetorische Tips zu geben. So müßt ihr es ertragen, erdulden, aufpassen, daß er keinen Schaden anrichtet… und warten, bis er vielleicht doch selbst an den Punkt kommt, Hilfe suchen zu wollen. Aber das geschieht leider selten ohne kräftige Kollision mit der Umgebung.

Ich finde das so traurig. Ich habe ihm einen Abend gegenüber
gesessen, da war er ein ganz normaler Junge. Vor ein paar
Jahren.

Das ist traurig, ja, wenn man sieht, daß Menschen sich ohne äußerlich erkennbaren Anlaß - derartig verändern. Und obendrein auch noch, ohne daß sie es selbst bemerken.

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Hallo,

Das Dilemma (meiner Ansicht nach) ist, ihm klarzumachen, dass
er krank ist. Weil verfolgt oder beschattet wird er wirklich
nicht.

Eine Patn. von mir, gleiches Problem, kam per Post und auch persönl. vehement darauf zurück, verfolgt zu werden (von den Kommunisten in diesem Fall). Gleich vorab, sie hatte eine schwere schizophrene Störung. Aber!!! sie schrieb seitenweise Briefe und ahnungsvoll, wie ich war, hab ich diese Briefe wieder und wieder gelesen, Buchstaben umgestellt, Wörter gedreht und siehe da, es kam ein logisches (nicht für uns, für sie aber) Bild heraus, wir konnten ihr helfen (zus. mit ihrer Familie). Viele ihrer geschriebenen und gesagten Worte waren gar nicht so „irre“, stellte sich heraus, nur durch ihre jahrelange Ablehnung selbst von Seiten der Ärzte , die da nur schizophrene Persönl. lasen, ist sie kränker und kränker geworden.
Allerdings nicht suizidal, sie kämpfte.

Und bei Suizidalität wäre vielleicht eine Unterbringung sogar zuerst einmal gerechtfertigt, da die Krankheit ansich einstellbar ist (sowohl psychoth. wie medikamentös).

„Meine“ Patn. führt mittlerweile ein zieml. normales Leben, jedenfalls nicht ver (rückter) als manch anderes. Außerdem
hatte sie (Schilddrüse) noch hormonelle Nachteile…

Fazit: Hilfe beschaffen, ehe es mgl.-weise zu spät ist!!!

Viel Erfolg für den jungen Mann
hd

Das hat sein Vater ganz klar bestätigt. Er deutet

einfach auf irgendwelche Menschen und sagt, sie würden ihn
verfolgen.

Stellt euch vor, ihr seht einen Menschen in der Stadt zweimal,
im Abstand von 10 Minuten. Bei ihm würde das einen Gang zur
Polizei bedeuten, bei und den Gedanken erzeugen, was es dich
für Zufälle gibt. Er achtet ständig auf so etwas, deswegen
verstärkt sich das ganze Gefühl ja auch so.

Ich glaube, eine Zwangseinweisung hilft überhaupt nicht. Er
weiss ja gar nicht, dass ihm was fehlt. Erst müsste er dazu
gebracht werden, zum Therapeuten zu gehen. Freiwillig.

Erst ist stark suizidgefährdet und auch gemeingefährlich (kann
sein dass er auf „Verfolger“ losgeht).

Ich finde das so traurig. Ich habe ihm einen Abend gegenüber
gesessen, da war er ein ganz normaler Junge. Vor ein paar
Jahren.

Fakt ist aber, daß er Hilfe sucht und daß er Angst hat. Und da
denke ich schon, daß an ihn über ein Gespräch heran zu kommen
ist, indem er auch Fakten äußern wird, die weiterhelfen
können. Außerdem finde ich es angebracht, seine Geühlswelt
nicht außer acht zu lassen.

Sein Vater macht nichts anderes als sich mit ihm zu
unterhalten.

Schönen Abend euch allen noch…

Andreas

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Untersuchung ist dringend erforderlich
Hallo!

Ich kann Deine Bedenken verstehen. Ich kann verstehen, daß ihr lieber möchtet, daß der Junge sich freiwillig in Behanndlung begibt. Nur - wie Metapher und ich schon schrieben - ist das bei Personen, die unter Verfolgungswahn leiden, manchmal ziemlich unwahrscheinlich und jedes Drängen, auch wenn es lieb gemeint ist, hat den gegenteiligen Effekt. Glaub mir bitte (ich bin ja nicht der einzige, der das sagt, und habe selbst schon Psychotiker erlebt):

Gegen Wahn hilft kein Bitten oder Hoffen.

Die Betroffenen sind felsenfest von der Richtigkeit ihrer Wahngedanken überzeugt. Da hilft kein Diskutieren, kein Argumentieren. Das haben viele Psychotherapeuten schon vor Jahrzehnten in selbstaufopfernder Weise versucht und dennoch in monatelangen Therapien kaum Fortschritte erzielt.

Wenn der Junge nicht untersucht wird, dann wird es wahrscheinlich ein böses Ende geben. Wenn er eine Schizophrenie haben sollte und diese nicht behandelt wird, dann macht sie sein Leben kaputt. Wenn er eine andere Störungen hat (Hirntumor etc.), dann - um es drastisch zu sagen - geht er vielleicht bald drauf. Sein Leben ist in Gefahr! Du hast selbst von der Suizidgefahr gesprochen. Und die Vorstellung, daß der arme Junge jemand anderen angreift, verletzt oder sogar tötet, sollte einen weiteren Grund darstellen, um etwas zu tun.

Also:

Geht zu einem Arzt! Schildert ihm die Lage! Der Arzt soll einen Psychiater zu Rate ziehen und sich den Jungen ansehen (Hausbesuch).

Die Ärzte werden kompetent entscheiden und ihr Menschenmöglichstes tun, um den Jungen vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren: zur Not auch gegen seinen Willen, denn bei Vorliegen von Selbst- oder Fremdgefährdung und psychischer Störung kann das Selbstbestimmungsrecht zugunsten des Betroffenen aufgehoben werden. Das ist keine diktatorische Maßnahme, sondern wird immer durch ein Gericht geprüft werden.

Ziemlich besorgte Grüße,

Oliver

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Hallo Don Pedro,

Das Dilemma (meiner Ansicht nach) ist, ihm klarzumachen, dass
er krank ist. Weil verfolgt oder beschattet wird er wirklich
nicht. Das hat sein Vater ganz klar bestätigt. Er deutet
einfach auf irgendwelche Menschen und sagt, sie würden ihn
verfolgen.

Stellt euch vor, ihr seht einen Menschen in der Stadt zweimal,
im Abstand von 10 Minuten. Bei ihm würde das einen Gang zur
Polizei bedeuten, bei und den Gedanken erzeugen, was es dich
für Zufälle gibt. Er achtet ständig auf so etwas, deswegen
verstärkt sich das ganze Gefühl ja auch so.

Eben, deswegen schrieb ich Dir, daß eine ev. Grunderkrankung abgescheckt werden muß! Bei einer Überzuckerung oder einer viel zu schnell arbeitenden Schilddrüse können bedingt durch eine extreme innere Unruhe genau diese Bilder entstehen. Ebenso bei einer Medikamentenfehleinstellung.

Ich glaube, eine Zwangseinweisung hilft überhaupt nicht. Er
weiss ja gar nicht, dass ihm was fehlt. Erst müsste er dazu
gebracht werden, zum Therapeuten zu gehen. Freiwillig.

Bei einem Wahn kannst Du auf freiwilliger Ebene nichts erhoffen, aber dazu wurde Dir schon geschrieben. Ich kann Dir nur empfehlen, dem Vater zu raten, sich mit dem Hausarzt des Jungen in Verbindung zu setzen. Dieser kennt die Krankengeschichte, es ist ihm wohl eher möglich Zugang zu ihm zu bekommen und er kann alles notwendige in die Wege leiten (Abklopfen ev. internistischer Grunderkrankungen, Überweisung zum Neurologen ect.). Ich denke wichtig ist überhaupt erst einmal irgendwie anzusetzen und Hilfe von außen zu holen.

Erst ist stark suizidgefährdet und auch gemeingefährlich (kann
sein dass er auf „Verfolger“ losgeht).

Genau deshalb müssen Fachleute ran. Der Vater und Du, ihr seid viel zu nah eingebunden um damit allein fertig werden zu können!

Ich finde das so traurig. Ich habe ihm einen Abend gegenüber
gesessen, da war er ein ganz normaler Junge. Vor ein paar
Jahren.

Ja, Du hast recht, es ist sehr traurig. Nur Mitleid allein hilft den Jungen und Euch nicht, im Gegenteil, es werden dadurch Chancen vertan!

Fakt ist aber, daß er Hilfe sucht und daß er Angst hat. Und da
denke ich schon, daß an ihn über ein Gespräch heran zu kommen
ist, indem er auch Fakten äußern wird, die weiterhelfen
können. Außerdem finde ich es angebracht, seine Geühlswelt
nicht außer acht zu lassen.

Sein Vater macht nichts anderes als sich mit ihm zu
unterhalten.

Gut, dann muß der behandelnde Arzt des Jungen einbezogen werden!

Lieben Gruß und ich drücke Euch ganz herzlich die Daumen,
Fionny

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