Bitte sensibel behandeln: und nur die Experten

und gleich Entschuldigung, daß mir kein besserer Name für mein Posting einfaellt.
Es gibt da ein Verständigungsproblem, was mir schon zieml. lange auf den Nägeln brennt, ich aber immer schwanke, es zu hinterfragen. Klingt ganz sicher komplizierter, als es in Wirklichkeit ist und könnte etwas zu lang geraten, ob meiner unbändigen Erklärungssucht.
Von daher gleich zum Eigentlichen:

Ich hab vor langer Zeit via Internet (nicht hier in diesem Formum) einen Menschen kennengelernt, der in einer schweren psych. Ausnahmesituation steckte und intensiv therapiert wurde und m.E. nach noch wird, nur jetzt ambulant. Es ist ein er und das ganze hat keinerlei sex. Hintergrund oder so was in der Art. Ganz im Gegenteil, es entwickelte sich eine wirkliche Freundschaft mit persönl. Kennenlernen und Gutverstehen draus.
Es gab viele Dinge, die wir gut miteinander besprechen konnten und es gab auch ein gewisses Etwas dazwischen (Literatur, Phil., Politik oder einfach zuhören und gehört werden z.B. und seine Krankheit natürl.).

Ich weiss noch, was ich manchmal für Ängste ausgestanden hab, wenn er aufgrund seiner Erkrankung Dinge sagte und sich dann nimmer meldete. Eigentl. hab ich ne Weile gebraucht, um mitzu-
bekommen, wie krank er ist und hab da im Vorfeld sicher Fehler gemacht. Es kann anstrengend sein, jemand immer und immer wieder aus dem tiefsten Tief zu holen, vor allem, wenn er so intelligent und gefühlvoll ist. Das die Vorgeschichte.

Irgendwann war alles locker und die stat. Therapie ging dem Ende zu, dann allerdings, warf er all seine Pläne irgendwie (für mich natürl. nur so gesehen) über den Haufen und entfernte sich von mir. Das, wie ich denke völlig zu recht. Anfangs freute ich mich, daß er mich nicht mehr „brauchte“. Aber dass die Freund-
schaft dabei auf der Strecke blieb, hab ich nicht akzeptiert und versucht, den Dialog neu zu schaffen. Keine Chance. Im Gegenteil, jetzt empfinde ich ihn als sehr kalt, wesensverändert, was natürl. daran liegen kann, dass ich ihn während seiner Krankheit kennenlernte und nichts von ihm wußte,
wie er vorher war.

Nun ist unser Dialog fast eingeschlafen, da ich einerseits gern wü´ßte , wie es ihm wirklich geht, und ich hoffe sehr, gut, andererseits auch verstehen würde, wenn das zur Genesung dazugehört, daß Menschen, wenn sie gesunden, andere, die versucht haben, so gut es ging ihnen beizustehen, nicht mehr um sich haben wollen.

Ist das so, würde ich es liebend gern akzeptieren, aber so ganz tief in meinem Bauc h hab ich das Gefühl, es geht ihm nicht wirklich gut.
Er selbst sagte, ich bin nicht mehr der, der ich war. Ist auch alles o.K. , wenn er dabei zurecht kommt.

Was also tun? Ich bin einerseits nicht sicher, ob ich in ihn dringen soll, andererseits zieml. stolz auf ihn, daß er es wo-
möglich geschafft hat. Möchte aber dahingehend nicht sehen, was ich gern sehen möchte, sondern es so sehen wie es TATSÄCHLICH ist.

Kann mir jemand von den Experten raten?

Viell. noch eins, ich hab ihn immer als normal gesehen, nie als krank, kommt viell. erschwerend dazu, weil ich ihm sicher einiges abverlangt habe und ehrl. gesagt, ging er mir manchesmal auch auf die Nerven, bis ich wieder soweit war, mir zu sagen, Mensch, er ist nicht so belastbar.

Ich hab nicht einfach ein schlechtes Gewissen, wüßte nur gern,
ob ich alles richtig mache, wenn ich es zulasse, ihm nicht mehr zu begegnen, was er ja offensichtlich will, oder ob das ein großer Fehler ist.

Vielen Dank schon mal für die Geduld beim Lesen und ich wär wirkl. dankbar für kompetente Antworten.

Herzl. Gruß
hd.

Hallo Dilarah,
Ich hoffe, ich bin Experte genug, um dir antworten zu dürfen.
Dieser Freund, von dem du schreibst hat eine sehr schwierige Zeit, die Zeit einer schweren psychischen Erkrankung hinter sich, in der du ihm eine große Hilfe warst.
Du schreibst, er hat sich sehr verändert, ist sehr kühl zu dir.
Ich habe hierzu einige Gedanken, die nicht stimmen müssen, aber können.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Veränderungen zu erklären.

  1. Du bist in gewisser Weise ein Bestandteil einer sehr schwierigen Phase in seinem Leben, die er überwunden hat.
    Du wirst ihn immer an diese Zeit der psychischen Erkrankung erinnern, die ihm sicherlich nicht angenehm in Erinnerung ist.
    Hinzu kommt, dass du ihn in einer Zeit kennengelernt hast, in der er in einer schwachen (kranken) Position war und du warst die starke (gesunde) Person. Du weisst sehr viel über ihn, von seiner Schwäche?, seinen Ängsten? etc.
    Die Ebene, auf der ihr euch getroffen habt, gibt es nicht mehr.

  2. seine Erkrankung hat sich verändert oder hochdosierte Medikamente haben zu dieser Veränderung geführt

Ich kann hier nur spekulieren, aber wenn er dich und deine Hilfe nicht mehr braucht, dann sei froh darüber, denn dann geht es ihm gut.
Gruß
Crotalus

…denn viele Deiner Argumente, sind meine eigenen.
Fast sogar alle, nein überhaupt alle.

Ich lass beruhigt los, auch wenn ich einen Freund verliere, so ist es doch die schönste Art jemanden in Liebe zu verlieren.+

Vielen Dank

hd

kein experte —>
aber mir sprang ins auge, daß du sex und freundschaft als gegenteilig kennzeichnest.

das ganze hat keinerlei sex. Hintergrund oder so was in der
Art. Ganz im Gegenteil , es entwickelte sich eine wirkliche
Freundschaft mit persönl. Kennenlernen und Gutverstehen draus.

liebe grüße
ann

aber mir sprang ins auge, daß du sex und freundschaft als
gegenteilig kennzeichnest.

Und? Die meisten sind doch der Meinung hier im Forum eine
Freundschaft zw. Mann und Frau könne es nicht geben, deshalb
hab ich es extra betont. Du mußt wissen, ich bin ein zieml. ehrlicher Mensch und wenn ich mit einem Mann ein „Verhältnis“
(Du weisst jetzt, Freundschaft) aufbaue, weiss er, ich bin gebunden. Und ich will neben meinem Mann, keinen anderen.
Da ist für mich die Grenze, deshalb kann ich einen Freund lieben, aber eben anders.
Das ist doch gegenteilig? Oder?

Liebe Grüße
d.

aber mir sprang ins auge, daß du sex und freundschaft als
gegenteilig kennzeichnest.

Und? Die meisten sind doch der Meinung hier im Forum eine
Freundschaft zw. Mann und Frau könne es nicht geben, deshalb
hab ich es extra betont. Du mußt wissen, ich bin ein zieml.
ehrlicher Mensch und wenn ich mit einem Mann ein „Verhältnis“
(Du weisst jetzt, Freundschaft) aufbaue, weiss er, ich bin
gebunden. Und ich will neben meinem Mann, keinen anderen.
Da ist für mich die Grenze, deshalb kann ich einen Freund
lieben, aber eben anders.
Das ist doch gegenteilig? Oder?

ja, aber ist das gegenteil von einer sex freundschaft?
kann mann nicht freundschaft UND sex haben?
mit deinem mann wird dich wohl sicher auch freundschaft verbinden. oder nur sex?

andreas

Liebe Grüße
d.

ja, aber ist das gegenteil von einer sex freundschaft?
kann mann nicht freundschaft UND sex haben?
mit deinem mann wird dich wohl sicher auch freundschaft
verbinden. oder nur sex?

Mit meinem Mann verbindet mich viel - viel mehr als Freundschaft und Sex, nenn es Liebe…

d.