Mitteilungs-/Austauschbedürfnis

Hallo!

Ich grüble u. grüble u. grüble … und komme irgendwie nicht zur Ruhe, vielleicht könntet ihr mir durch die eine oder andere Antwort weiterhelfen in meiner „Entwicklung“ und in meinem Denken.

Es gibt Tage, da geht es einem einfach nicht so gut. Man ist zB empfindlicher u. nimmt eine normale Bemerkung eines anderen als „Angriff“ wahr, die es meist nicht war.
Bei mir verhält es sich dann so, daß ich mich am liebsten auf der Stelle (ja ganz genau in diesem Moment) mit jemandem zusammensetzen würde und mich mitteilen würde.
(Es dürfte nicht das, das Problem sein, daß ich nicht auch gleich sagen würde, was ich mir denke, wenn ich zB anderer Meinung bin. Das tue ich schon! Es dürfte nicht daran liegen).
Ich gebe zu, ich bin ein Mittelpunktsmensch u. egoistisch, vielleicht ist einfach das die Erklärung, daß ich am liebsten gleich mit jemandem über das Vorgefallene sprechen muß. Wäre traurig, diese Erklärung …
Ja, oder vielleicht, daß ich extrovertiert bin, ok. Es scheint eben so zu sein, daß ich ein Problem nicht „ruhen“ lassen kann oder es läßt mich nicht ruhen oder „ich lasse mich nicht ruhen“, bevor ich nicht mit jmd. darüber sprechen konnte.

Der Tipp, „nimm das Problem wie ein rohes Ei und laß es einfach fallen“ ist gut, jedoch habe ich es noch nicht geschafft, ihn zu automatisieren.

Wenn ihr euch jetzt denkt, nun, hat sie niemandem mit dem sie drüber reden kann? Dann kann ich nur sagen, ja,

  • mein Mann, wenn grade verfügbar (nur er tut mir auch schon leid),
  • meine Eltern (aber das ist ein spezielles Kapitel, ich kann mit ihnen nicht über alles so reden, weil es nicht immer sinnvoll ist, weil mir die Antworten nichts geben/bringen, es sind eben typ. „Eltern-Antworten“.
  • unsere Bekannten sind ja recht nett, aber in die tiefe gehen die Gespräche meist nicht so - leider -
  • andere Verwandte sind meis selbst mit sich so beschäftigt
  • Freundinnen, nunja, da gibt es 2
  • die eine ist selbst mit einem nicht so leichten Los belegt u. ich möchte sie nicht dauernd behelligen, im Notfall tue ichs dann aber schon
  • die zweite hat selbst auch gerade schwere Zeiten hinter sich u. ich habe versucht ihr zu helfen. nun war fast 1/2 jahr sendepause, sie hat ihr neues leben geordnet u. quatscht mich immer nur voll, wenn wir mal reden. an mir scheint sie nicht im geringsten wirklich interessiert zu sein. sie lebt „ihr kleines leben“, tauscht sich mit partner u. ihrer mutter aus u. hat auch die kinder des neuen partners am hals. also genug zu tun, damit einem die freundin nicht so wichtig ist.

Das ist auch wieder ein anderes Thema bei mir. Ich würde mir total eine supergute Freundin wünschen, die „immer Zeit hat für mich“, aber wenn ich grade was mit meinem Mann zu tun habe, dann hätte ich für sie auch keine Zeit, gebe ich ehrlich zu.

Nunja, mein Mann ist scheinbar der einzige, der mich wirklich versteht.
Bei meinen Eltern zB bin ich schon am Punkt angelangt, daß ich mir denke, mein Vater hat so viel mitgemacht im Krieg, ist so verschlossen, er möchte nicht auch noch meine Probleme hören. Meine Mutter hat kein leichtes Los mit meinem Vater der oft krank ist u. hat selbst kaum was vom Leben, sie will ich auch nicht mehr belästigen. Es gab Zeiten, da dachte ich, es wäre mein Geburtsrecht, mit meinen Eltern sprechen zu können, nur scheinbar bin ich mit jedem kleinen Problemchen zu ihnen hingelaufen u. habe mich mitgeteilt. Sie haben mir einmal signalisiert, daß ihnen das zuviel ist. Wenn es auch nur mein Vater direkt getan hat.

Ich bin sozusagen in der „Abnabelungsphase“ u. irgendwie fehlt mir was.

Es ist jetzt leider sehr lang geworden und ich danke euch fürs „Durchkämpfen“.

Meine Frage ist, „wißt ihr, was mit mir los ist“? Habt ihr eine Interpretation/einen Tipp für mich? Bin ich einfach nur ein schwieriger Mensch? Diese Antwort würde mir zwar nicht so viel bringen fürchte ich, aber immerhin müßte ich dann nicht mehr darüber nachgrübeln. Ihr seht, ich sinniere leider dauernd. Ich kann mich nicht stoppen u. komme manchmal nicht mal zu Hause zur Ruhe.

Ich habe das Gefühl, es wohnen zwei Seelen/Typen, … in mir. Die Seele, die Ruhe braucht und gerne stressfreie Zeiten hat und die Seele, die offenbar so wie ich das jetzt interpretiere Action braucht, aber gar nicht weiß, welche Action sie will …

Liebe Grüße
Michaela

Mir ist noch was eingefallen. Man könnte es natürlich auch als Bedürfnis nach Zuneigung … bezeichnen. Vielleicht ist das bei mir besonders ausgeprägt?!

Die Beziehung zu meinem Mann ist wunderbar, es geht uns sehr gut u. damit belüge ich mich wirklich nicht selbst. Wir hatten zwar in den letzten Jahren sehr viel Arbeit, aber wir nutzen die Zeit schon so für uns, daß die Beziehung nicht zu kurz kommt.

Also daher rührt es nicht. Ok, Kinder haben wir keine, aber wir sind ja auch noch jung.

So, jetzt ist wirklich Schluß, das wars.
Danke, M.

Hallo!

Hallo Michaela,

wie sagte meine Mutter früher als ich noch ein Teenager war, manchmal zu mir: „Du denkst zuviel!“ Mmmh, sie mag recht gehabt haben, aber geholfen hat mir dieser Kommmentar so gar nicht.

Gedanken und Grübeleien können Karussel fahren und lassen sich dann erstmal nicht abstellen. Ich kenne das, oder besser: ich kenne meine eigene Variante davon. Das ist es, was ich mit diesen einführenden Worten erst einmal sagen wollte.

Ich grüble u. grüble u. grüble … und komme irgendwie nicht
zur Ruhe, vielleicht könntet ihr mir durch die eine oder
andere Antwort weiterhelfen in meiner „Entwicklung“ und in
meinem Denken.

Dein Denken ist ein Ding, wie ist es mit deinem Fühlen? Was fühlst du, wie fühlst du dich, wenn du grübelst? Meine Erfahrung ist, daß ich oft Gedanken gewälzt hatte, weil ich fühlte. Ich dachte, um meine (negativen) Gefühle zu beruhigen. Hat natürlich nicht funktioniert … leider.

Es gibt Tage, da geht es einem einfach nicht so gut. Man ist
zB empfindlicher u. nimmt eine normale Bemerkung eines anderen
als „Angriff“ wahr, die es meist nicht war.
Bei mir verhält es sich dann so, daß ich mich am liebsten auf
der Stelle (ja ganz genau in diesem Moment) mit jemandem
zusammensetzen würde und mich mitteilen würde.

Auch davon kenne ich meine eigene Variante. Dieses „sofort mit jemandem reden wollen“ hatte (und hat manchmal noch heute) für mich die Funktion, mich zu beruhigen, mich irgendwie aus dem Karussell der Gedanken, das eigentlich nur ein Widerhall des eigentlichen Dings, nämlich des Karussells der Gefühle, war, herauszubringen. In meinem Fall hatten viele meiner Gedanken mit Schuldgefühlen zu tun (ich fühlte mich wirklich für jeden Scheiß schuldig - ganz tolle Geschichte … nicht!). Wenn ich dann mit jemandem reden konnte, beruhigte es diese Gefühle. Ich konnte sie durchs Reden und durch das Zuhören und die Kommentare des anderen relativieren.

(Es dürfte nicht das, das Problem sein, daß ich nicht auch
gleich sagen würde, was ich mir denke, wenn ich zB anderer
Meinung bin. Das tue ich schon! Es dürfte nicht daran liegen).
Ich gebe zu, ich bin ein Mittelpunktsmensch u. egoistisch,
vielleicht ist einfach das die Erklärung, daß ich am liebsten
gleich mit jemandem über das Vorgefallene sprechen muß. Wäre
traurig, diese Erklärung …

Was wäre daran traurig? Was ist für dich ein „Mittelpunktmensch“? Was definierst du als egoistisch? Manchmal ist das, was wir selbst als egoistisch bezeichnen, gar nicht egoistisch, sondern „nur“ eine vollkommen berechtigte Äußerung der eigenen Bedürfnisse. Nur gibt es irgendeine Stimme in uns, die wider jede gesunde Regung behauptet, die eigenen Bedürfnisse zu äußern, wäre Egoismus. Blödsinn! Diese Stimme ist dann meist die Stimme irgendeines anderen Menschen, der in unserem Leben von Bedeutung war, und der eben dies geäußert hat. Irgendwann … . Diese Stimme kann man dann internalisiert haben, so daß man gar nicht mehr merkt, daß es eigentlich etwas ist, was irgendjemand anderes einem „eingeredet“ hat.

Ja, oder vielleicht, daß ich extrovertiert bin, ok. Es scheint
eben so zu sein, daß ich ein Problem nicht „ruhen“ lassen kann
oder es läßt mich nicht ruhen oder „ich lasse mich nicht
ruhen“, bevor ich nicht mit jmd. darüber sprechen konnte.

Hey! Gute Erkenntnis! :smile:

Der Tipp, „nimm das Problem wie ein rohes Ei und laß es
einfach fallen“ ist gut, jedoch habe ich es noch nicht
geschafft, ihn zu automatisieren.

Wenn ihr euch jetzt denkt, nun, hat sie niemandem mit dem sie
drüber reden kann? Dann kann ich nur sagen, ja,

  • mein Mann, wenn grade verfügbar (nur er tut mir auch schon
    leid),

Warum?

  • meine Eltern (aber das ist ein spezielles Kapitel, ich kann
    mit ihnen nicht über alles so reden, weil es nicht immer
    sinnvoll ist, weil mir die Antworten nichts geben/bringen, es
    sind eben typ. „Eltern-Antworten“.
  • unsere Bekannten sind ja recht nett, aber in die tiefe gehen
    die Gespräche meist nicht so - leider -

Bekannte halt, nicht Freunde…

  • andere Verwandte sind meis selbst mit sich so beschäftigt
  • Freundinnen, nunja, da gibt es 2
  • die eine ist selbst mit einem nicht so leichten Los belegt
    u. ich möchte sie nicht dauernd behelligen, im Notfall tue
    ichs dann aber schon

Frag sie doch mal, ob sie sich überhaupt behelligt fühlt. Vielleicht ist das ja etwas, was du befürchtest, sie aber gar nicht so empfindet.

  • die zweite hat selbst auch gerade schwere Zeiten hinter sich
    u. ich habe versucht ihr zu helfen. nun war fast 1/2 jahr
    sendepause, sie hat ihr neues leben geordnet u. quatscht mich
    immer nur voll, wenn wir mal reden. an mir scheint sie nicht
    im geringsten wirklich interessiert zu sein. sie lebt „ihr
    kleines leben“, tauscht sich mit partner u. ihrer mutter aus
    u. hat auch die kinder des neuen partners am hals. also genug
    zu tun, damit einem die freundin nicht so wichtig ist.

Ist sie für dich noch eine Freundin?

Das ist auch wieder ein anderes Thema bei mir. Ich würde mir
total eine supergute Freundin wünschen, die „immer Zeit hat
für mich“, aber wenn ich grade was mit meinem Mann zu tun
habe, dann hätte ich für sie auch keine Zeit, gebe ich ehrlich
zu.

Wirklich? Oder möchtest du sie nur gerne entschuldigen?
Eine Lektion, die ich auf dem harten Weg gelernt habe: Eine Freundin ist eine Freundin ist eine Freundin … und wenn sie ein Problem hat, bin ich für sie da, denn ich liebe sie. Egal, ob der Mann in meinem Leben gerne den Abend mit mir verbracht hätte oder nicht. Wenn sie wirklich ein Problem hat, ist das wichtiger. Und meine Männer haben das bisher auch immer verstanden, denn ihnen ging es mit ihren Freunden und Freundinnen genauso. (Gilt nicht für Freundinnen, die viermal in der Woche ein Problem haben - die haben ein ganz anderes Problem, das sie vielleicht mal anschauen sollten. Da reißt mir dann auch irgendwann der Geduldsfaden.)

Nunja, mein Mann ist scheinbar der einzige, der mich wirklich
versteht.

Was bedeutet „wirklich verstehen“?

Bei meinen Eltern zB bin ich schon am Punkt angelangt, daß ich
mir denke, mein Vater hat so viel mitgemacht im Krieg, ist so
verschlossen, er möchte nicht auch noch meine Probleme hören.
Meine Mutter hat kein leichtes Los mit meinem Vater der oft
krank ist u. hat selbst kaum was vom Leben, sie will ich auch
nicht mehr belästigen. Es gab Zeiten, da dachte ich, es wäre
mein Geburtsrecht, mit meinen Eltern sprechen zu können, nur
scheinbar bin ich mit jedem kleinen Problemchen zu ihnen
hingelaufen u. habe mich mitgeteilt. Sie haben mir einmal
signalisiert, daß ihnen das zuviel ist. Wenn es auch nur mein
Vater direkt getan hat.

Als Kind IST es dein Geburtsrecht, mit jedem kleinen Problemchen zu deinen Eltern zu laufen! Und wer sagt hier überhaupt, was „ein kleines Problemchen“ ist? Natürlich ist für Kinder vieles ein Problem, was für Erwachsene schon keines mehr ist, aber das ja auch nur, weil sie Erwachsene sind! Kinder sind Kinder und haben ihre kindgemäßen Probleme und die sollten auch ernst genommen werden! Natürlich können Eltern dem nicht immer gerecht werden, sie sind ja auch nur Menschen, aber leider bringen es dann auch nur die wenigsten Eltern fertig, dies ihrem Kind auf eine Weise klarzumachen, die das Kind gleichzeitig ernst nimmt. Viel öfter laufen dann subtile Mechanismen (meist mehr unbewußt als bewußt und meist auch ohne böse Absicht, aber doch doch in der Konsequenz für das Kind tiefgreifend), die in der Konsequenz
dem Kind indirekt sagen: "Du bist nicht wichtig. Was du fühlst hat keine Bedeutung/ist unwichtig/ist anmaßend etc. pp.)

Ich bin sozusagen in der „Abnabelungsphase“ u. irgendwie fehlt
mir was.

Es ist jetzt leider sehr lang geworden und ich danke euch fürs
„Durchkämpfen“.

Kein Problem. :smile:

Meine Frage ist, „wißt ihr, was mit mir los ist“?

Puuuh … eine Menge Möglichkeiten. So einfach, finde ich, läßt sich das nicht beantworten. Dazu habe ich nicht genug Infos und auch keine direkten, umfassenderen Eindruck von dir. Aber vielleicht kann dir das, was ich geschrieben haben, ja ein paar Gedankenanstösse geben. Hoffe ich! :smile:

Habt ihr
eine Interpretation/einen Tipp für mich? Bin ich einfach nur
ein schwieriger Mensch?

Zeig mir einen Menschen, der nicht irgendwie schwierig ist!
Nee, im Ernst: Mein erster Tipp wäre: Versuche festzustellen, welche Gefühle dich beschäftigen, wenn du soviel grübelst. Fühlst du dich verantwortlich, vernachlässigt, schuldig? Vielleicht bist du auch erst einmal nur unruhig, wenn du keine Erklärung gefunden hast.
Worüber grübelst du eigentlich? Kannst du das für dich irgendwie eingrenzen und genauer bestimmen? Gibt es spezielle Situationen oder Konstellationen, die die Grübelei besonders in Gang bringen? Falls ja, was ist ihr gemeinsamer emotionaler Nenner? Irgendetwas ist da und du bist auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, wenn du diese Frage ernst nimmst!

Diese Antwort würde mir zwar nicht so
viel bringen fürchte ich, aber immerhin müßte ich dann nicht
mehr darüber nachgrübeln. Ihr seht, ich sinniere leider
dauernd. Ich kann mich nicht stoppen u. komme manchmal nicht
mal zu Hause zur Ruhe.

Kleiner, auf den Moment bezogener Tipp: Gibt es irgendetwas, was dich am ehesten zur Ruhe bringen kann? Gartenarbeit, Musik, Meditation, Kochen oder was auch immer? Etwas, auf das du dich für eine Weile mit Freuden ganz konzentrieren kannst und das dir Spaß macht und das die anderen Dinge zeitweilig „ausschaltet“? Falls ja, kannst du vielleicht versuchen, diese Beschäftigung bewußt zu suchen, wenn du ganz besonders grübelig drauf bist. Entspannung ist sehr wichtig und wenn man auf die Dauer nicht entspannen kann, kann es auch somatisch (also körperlich) krank machen.

Ich habe das Gefühl, es wohnen zwei Seelen/Typen, … in mir.
Die Seele, die Ruhe braucht und gerne stressfreie Zeiten hat
und die Seele, die offenbar so wie ich das jetzt interpretiere
Action braucht, aber gar nicht weiß, welche Action sie will

Meine Fantasie ist, daß es irgendetwas gibt, was so gravierend ist, daß es dich nicht losläßt. Es ist irgendwo vergraben, aber es will auch, daß du ihm auf den Grund kommst.
Daneben steht natürlich auch ein ganz gesundes Bedürfnis, einfach mal „Ruhe zu haben“. In meinen Augen kein Widerspruch. Vielleicht sogar etwas, was sich psycho-logisch ergänzt?

Liebe Grüße
Michaela

Liebe Grüße zurück,
Christiane

Hallo, Michaela!

Ist eigentlich ganz normal, so ein Austauschbedürfnis. Es gibt Menschen, die behalten alles für sich - andere, die müssen das gerade Erlebte erst einmal ein paar Leuten erzählen, dann beruhigen sie sich.
Wenn man nun niemanden hat, kann das einerseits daran liegen, dass man sich selbst viel zu unwichtig ist, um andere mit seinen Problemen zu ‚belästigen‘. Das sollte man schnellstens ablegen, denn du bist wichtig, wenn du Probleme hast und hast es verdient, dass dir jemand zuhört. Da kann man ruhig auch mal egoistisch und penetrant sein.
Wenn aber wirklich niemand da ist, hilft es sehr zu schreiben. Tagebuch oder irgendein Blatt Papier. Schon beim Schreiben sortieren sich die Gedanken und tauchen auf einmal Lösungswege und Selbstanalysen auf. Es ist oft verblüffend.
Gut ist auch: Joggen. Bereits nach 15 Minuten lässt die Spannung nach, neue Ideen kommen. Und nach einer Stunde fühlt man sich richtig gut und hat wieder zu allem Mut und Energie neue Wege zu gehen. Irgendwie hängt das mit der guten Durchblutung und dem Stressabbau zusammen.

Kommt alles aus eigenem Erfahrungsschatz, denn ich hatte in schwierigsten Situationen niemanden, dem ich mich mitteilen konnte.
Heute gibt es ein paar, die meine ‚Opfer‘ geworden sind, sich aber nicht als solche empfinden. Viel mehr Menschen sind froh, als wir denken, auch mal uns ein Ohr leihen zu können und einen guten Rat zu erteilen. Man muss sich nur trauen und nicht erst darauf warten, dass sie einen fragen, ob man ein Problem hat.
In diesem Sinne - nur Mut! Heidrun

Hi Squirrel,

Danke vielmals für deine Antwort!

Ist eigentlich ganz normal, so ein Austauschbedürfnis. Es gibt
Menschen, die behalten alles für sich - andere, die müssen das
gerade Erlebte erst einmal ein paar Leuten erzählen, dann
beruhigen sie sich.

Klingt eigentlich gut, ist vermutlich wirklich so.

Wenn man nun niemanden hat, kann das einerseits daran liegen,
dass man sich selbst viel zu unwichtig ist, um andere mit
seinen Problemen zu ‚belästigen‘. Das sollte man schnellstens
ablegen, denn du bist wichtig, wenn du Probleme hast und hast
es verdient, dass dir jemand zuhört. Da kann man ruhig auch
mal egoistisch und penetrant sein.

Ich weiß nicht, ob es so ist, vielleicht. Ich vergleiche halt damit, wie oft jmd. mit seinen Problemen zu mir kommt u. ich wäre da viel öfter dran ehrlich gesagt u. ich denke mir, ein Geben- und Nehmen muß vorliegen u. ich würde ja immer nur fordern. Sicher kann ich auch geben, wenn mir die Möglichkeit dazu gegeben wird.
Manchmal denke ich mir, ich bin ein so herzlicher Mensch u. kann sehr liebevoll sein, ich weiß nicht, ob andere das nicht schon für selbstverständlich nehmen. Andererseits wirke ich vielleicht auch manchmal hochnäsig, ist einerseits schon auch mein Stolz, andererseits wirke ich viell. auch so, wenn ich ein bissl unsicher bin.

Wenn aber wirklich niemand da ist, hilft es sehr zu schreiben.
Tagebuch oder irgendein Blatt Papier. Schon beim Schreiben
sortieren sich die Gedanken und tauchen auf einmal Lösungswege
und Selbstanalysen auf. Es ist oft verblüffend.
Gut ist auch: Joggen. Bereits nach 15 Minuten lässt die
Spannung nach, neue Ideen kommen. Und nach einer Stunde fühlt
man sich richtig gut und hat wieder zu allem Mut und Energie
neue Wege zu gehen. Irgendwie hängt das mit der guten
Durchblutung und dem Stressabbau zusammen.

Danke, ja! Ich werde an dich denken, das Niederschreiben habe ich schon einige male gemacht, aber das Gefühl mitgenommen, daß mir, wenn möglich, ein Gespräch lieber ist.

Kommt alles aus eigenem Erfahrungsschatz, denn ich hatte in
schwierigsten Situationen niemanden, dem ich mich mitteilen
konnte.

-( Oje!

Heute gibt es ein paar, die meine ‚Opfer‘ geworden sind, sich
aber nicht als solche empfinden. Viel mehr Menschen sind froh,
als wir denken, auch mal uns ein Ohr leihen zu können und
einen guten Rat zu erteilen. Man muss sich nur trauen und
nicht erst darauf warten, dass sie einen fragen, ob man ein
Problem hat.
In diesem Sinne - nur Mut!

-) Das ist schön!

Vielen Dank Heidrun!!!
Ganz liebe Grüße von
Michaela

Hallo Ninquelote!

wie sagte meine Mutter früher als ich noch ein Teenager war,
manchmal zu mir: „Du denkst zuviel!“ Mmmh, sie mag recht
gehabt haben, aber geholfen hat mir dieser Kommmentar so gar
nicht.

Das wird mir auch immer gesagt! :wink: Helfen tuts auch nicht.

Dein Denken ist ein Ding, wie ist es mit deinem Fühlen? Was
fühlst du, wie fühlst du dich, wenn du grübelst? Meine
Erfahrung ist, daß ich oft Gedanken gewälzt hatte, weil ich
fühlte. Ich dachte, um meine (negativen) Gefühle zu beruhigen.
Hat natürlich nicht funktioniert … leider.

Was fühle ich?! Eine gute Frage. Leere. Unruhe. Gehetztsein (ich habe oben einen neuen Artikel geschrieben, das ist das was ich momentan „mitbekommen“ habe u. was mir heute eingeschossen ist.
Ich kann jetzt nicht sagen, daß es da offensichtlich Punkte gibt, die unerledigt sind, die mich „fertig machen“ oder so, das kann es also eher nicht sein. Jetzt mal vordergründig.

Auch davon kenne ich meine eigene Variante. Dieses „sofort mit
jemandem reden wollen“ hatte (und hat manchmal noch heute) für
mich die Funktion, mich zu beruhigen, mich irgendwie aus dem
Karussell der Gedanken, das eigentlich nur ein Widerhall des
eigentlichen Dings, nämlich des Karussells der Gefühle, war,
herauszubringen.

Das ist möglich, so habe ich es bisher gar noch nicht gesehen. Ja, wenn ich mit jmd. spreche, dann bin ich wieder mit mir verbunden u. kann mich kundtun u. komme dabei offensichtlich zur Ruhe.

In meinem Fall hatten viele meiner Gedanken

mit Schuldgefühlen zu tun (ich fühlte mich wirklich für jeden
Scheiß schuldig - ganz tolle Geschichte … nicht!). Wenn ich
dann mit jemandem reden konnte, beruhigte es diese Gefühle.
Ich konnte sie durchs Reden und durch das Zuhören und die
Kommentare des anderen relativieren.

Ich fühle mich absolut nicht schuldig, nein, das ist es bei mir nicht. Ich wüßte nicht, wofür ich mich schuldig fühlen sollte. Ich hetzte mich nur meist viel zu viel ist mir aufgefallen. (Siehe Artikel oben).

Ein Mittelpunktsmensch ist jmd., der sich dann besonders (oder wenns ganz schlimm ist nur dann wohl fühlt), wenn er im Mittelpunkt steht.
Egoistisch sein, nunja, wenn man zB mit jmd. redet, lange u. immer nur von sich (außer in Ausnahmesituationen) u. nicht mal draufkommt, den anderen auch zu fragen, wies ihm geht.

Nur gibt es

irgendeine Stimme in uns, die wider jede gesunde Regung
behauptet, die eigenen Bedürfnisse zu äußern, wäre Egoismus.
Blödsinn! Diese Stimme ist dann meist die Stimme irgendeines
anderen Menschen, der in unserem Leben von Bedeutung war, und
der eben dies geäußert hat. Irgendwann … . Diese Stimme kann
man dann internalisiert haben, so daß man gar nicht mehr
merkt, daß es eigentlich etwas ist, was irgendjemand anderes
einem „eingeredet“ hat.

Ja, genau, vollkommen richtig, wie oft wurde mir als Kind bei Kleinigkeiten gesagt „du bist egoistisch“, man weiß gar nicht, wie nachhaltig das sein kann.

Wenn ihr euch jetzt denkt, nun, hat sie niemandem mit dem sie
drüber reden kann? Dann kann ich nur sagen, ja,

  • mein Mann, wenn grade verfügbar (nur er tut mir auch schon
    leid),

Warum?

Weil er viell. auch mal relaxen will u. weil ich ihm nicht immer so aufmerksam u. mit so viel Ausdauer zuhöre (egoistisch?!). Da haben wirs wieder.

  • meine Eltern (aber das ist ein spezielles Kapitel, ich kann
    mit ihnen nicht über alles so reden, weil es nicht immer
    sinnvoll ist, weil mir die Antworten nichts geben/bringen, es
    sind eben typ. „Eltern-Antworten“.
  • unsere Bekannten sind ja recht nett, aber in die tiefe gehen
    die Gespräche meist nicht so - leider -

Bekannte halt, nicht Freunde…

Ja, aber demnach hätte ich fast nur Bekannte.

Frag sie doch mal, ob sie sich überhaupt behelligt fühlt.
Vielleicht ist das ja etwas, was du befürchtest, sie aber gar
nicht so empfindet.

Ja, möglicherweise nicht immer so, oder wenn sie neugierig sind, aber ich habe schon die Erfahrung gemacht, daß Leute viel viel lieber reden als zuhören.

Ist sie für dich noch eine Freundin?

Momentan eher weniger. Ich werde mich jetzt mal nicht bei ihr melden u. wenn sie will, kann sie es ja tun. Aber Freundin. Eher nicht mehr so.

Das ist auch wieder ein anderes Thema bei mir. Ich würde mir
total eine supergute Freundin wünschen, die „immer Zeit hat
für mich“, aber wenn ich grade was mit meinem Mann zu tun
habe, dann hätte ich für sie auch keine Zeit, gebe ich ehrlich
zu.

Wirklich? Oder möchtest du sie nur gerne entschuldigen?

Ja, es ist so. Wenn ich sie „brauche“, sollte sie da sein, wenn ich was vorhabe möchte ich eher meine Ruhe haben. Ich sage ja, ich bin offenbar ein Egoist.

Eine Lektion, die ich auf dem harten Weg gelernt habe: Eine
Freundin ist eine Freundin ist eine Freundin … und wenn sie
ein Problem hat, bin ich für sie da, denn ich liebe sie. Egal,
ob der Mann in meinem Leben gerne den Abend mit mir verbracht
hätte oder nicht. Wenn sie wirklich ein Problem hat, ist das
wichtiger. Und meine Männer haben das bisher auch immer
verstanden, denn ihnen ging es mit ihren Freunden und
Freundinnen genauso. (Gilt nicht für Freundinnen, die viermal
in der Woche ein Problem haben - die haben ein ganz anderes
Problem, das sie vielleicht mal anschauen sollten. Da reißt
mir dann auch irgendwann der Geduldsfaden.)

Ja, ich verstehe schon, was du meinst. So sehe ich es auch, aber es ist halt manchmal so, da habe ich 3 Wochen keine Zeit für ein Treffen, weil es einfach nicht geht von der Zeit her, wenn mich jemand anruft u. meine Hilfe braucht, hätte ich aber sicher ein offenes Ohr, außer ich muß grade die übergelaufene Waschmaschine trockenlegen …

Vielleicht bin ich zu streng mit mir?!

Nunja, mein Mann ist scheinbar der einzige, der mich wirklich
versteht.

Was bedeutet „wirklich verstehen“?

So richtig verstehen, es so richtig gut mit einem meinen, wie es glaube ich keine Freundin richtig kann, ein klitzekleines Fünkchen Neid ist meist auf irgendeiner Seite vorhanden.

Als Kind IST es dein Geburtsrecht, mit jedem kleinen
Problemchen zu deinen Eltern zu laufen! Und wer sagt hier
überhaupt, was „ein kleines Problemchen“ ist? Natürlich ist
für Kinder vieles ein Problem, was für Erwachsene schon keines
mehr ist, aber das ja auch nur, weil sie Erwachsene sind!

Ja, aber ich war das schon 21 oder so, also kein Kind mehr.

Viel öfter laufen dann subtile
Mechanismen (meist mehr unbewußt als bewußt und meist auch
ohne böse Absicht, aber doch doch in der Konsequenz für das
Kind tiefgreifend), die in der Konsequenz
dem Kind indirekt sagen: "Du bist nicht wichtig. Was du fühlst
hat keine Bedeutung/ist unwichtig/ist anmaßend etc. pp.)

So sagten sie es nicht wirklich, aber weil sie meist Recht haben wollen u. sie offenbar mit manchen meiner Fragen/Probleme/Erzählungen nicht klargekommen sind, ist es ihnen lieber, ich behellige sie seltener oder weniger. Vermutlich auch, weil es oft zu Streits gekommen ist, die aufgrund mancher Tatsachen zw. Eltern u. Kinder ausgebrochen sind. Eltern sagen manchmal immer das selbe u. Kinder auch.

Zeig mir einen Menschen, der nicht irgendwie schwierig ist!
Nee, im Ernst: Mein erster Tipp wäre: Versuche festzustellen,
welche Gefühle dich beschäftigen, wenn du soviel grübelst.
Fühlst du dich verantwortlich, vernachlässigt, schuldig?

Nein, gar keines, ich denke, ich glaube, ich dürfte es mir nicht gönnen u. ich müßte indes was leisten, anstatt mich gehen zu lassen. „Denn nur wer was arbeite sei ein fleißiger ehrbarer Mensch …“.

Danke Christiane!!!