Lithium-Therapie und/oder Psychopharmaka
Und die Medikamente: Lithium ist ne „neumodische Masche“, die
ebensooft hilft wie auch nicht. Aber die richtige einstellung
auf Medikamente ist bei psychosomatischen Erkrankungen nicht
einfach.
Tja, diese Sache mit Medikamenten …
Ich bin total neutral, eher Hilfesuchend, in diese Klinik.
Da habe ich natürlich treu und brav alles geschluckt was man mir in die Hand gedrückt hat, egal ob das Hypnorex, Remergil, Trevilor, Tavor oder sonstwas war.
Eines vorneweg. Ich möchte nicht diese Klinik kritisieren. Nach dem was ich dort von Mitpatienten und der AOK hörte, ist diese Klinik in der ich war noch eine der ganz guten, eine Vorzeigeklinik.
Aber ein paar Dinge störten mich dann nach mehreren Monaten :
1.)
Das Lithium habe insgesamt fast 2 1/2 Monate genommen.
Das Lithium habe ich so schlecht vertragen, das ich wochenlang wahnsinnige brennende Schmerzen im Gaumen und Magenbereich hatte, das ich zuletzt schon panikartige Angstzustände vor dem einnehmen der Litiumtabletten bekam. Um das einzudämmen bekam ich dann verschiedene Psychopharmka noch dazu, die mich „breit“ machen sollten um die Schmerzen nicht mehr zu merken. Teilweise war ich dann nicht mehr ansprechbar oder konnte meinen Tagesablauf nicht mehr regeln oder hatte das Gefühl auf Watte zu laufen.
Von meiner heutigen Sicht her denke ich eher, das war falsch dosiert, denn ich zeigte typische Vergiftungserscheinungen.
Die Dosierung wurde eh nicht überprüft. Ich bin ja schließlich „krank“ und das sind die Fachleute die es besser wissen, wurde mir gesagt.
Die Schmerzen wurden dann als „eingebildet“ hingestellt. Mit den Schmerzen würde sich nur mein innerer Druck darstellen.
Außerdem habe ich in den ersten zwei Wochen 8 Kilo abgenommen, weil ich im Schnitt nur noch alle zwei bis drei Tage was Essen konnte. Selbst Wasser habe ich wieder wegen dem üblen Geschmack wieder erbrochen. Dabei hätte ich mit den Tabletten zunehmen sollen. Laut Nebenwirkungen im Merkblatt hätte das nicht passieren dürfen.
Ausserdem sollten die Lithiumtabletten Gefühlsausbrüche dämpfen.
Bedingt aber durch meinen schlechten gesundheitlichen Zustand durch die Tabletten und dem „Erfolgsdruck“ der Klinik („Wir müßen endlich mal ein Ziel definieren und versuchen das zu erreichen“) dem ich (noch) nicht gewachsen war, wurde ich eher noch gereizter und launischer. Ich wurde total unausstehlich was mir noch mehr Psychopharmaka einbrachte, um zu „dämpfen“.
2.) In dieser Klinik bekam jeder erst mal ein Grundsortiment an Standarttabletten die dann regelmäßig mal geändert wurden. Das machte auf mich eher den Eindruck eines herumexperimentierens wie das bewußte Einsetzen.
Dann sollen doch Tabletten aber nur Unterstützend wirken. In dieser Klinik bekam man aber nur 2 bis 3 mal die Woche 10 oder 15 min. Therapie, aus der man richtig aufgewühlt wieder herausging und um das aufgewühlte einzudämmen bekam man dann Medikamente, Standart war da Tavor. Als ich mal fragte wie man denn meine aktuellen Probleme mal lößen könnte oder mir helfen könnte damit fertig zu werden (u.a. Mobing, Streß, Überlastung usw), wurde mir gesagt, das wäre mein Problem.
3.) Wenn ich als Nachtmedikament Trevilor bekomme und dann später höre das Trevilor anregt und ich deswgen jede Nacht nur noch mit Schlaftabletten schlafen kann und dann höchstens noch 3 Std. die Nacht, frage ich mich, ob man das nicht vorher gewußt haben kann? Gerade an einem Ort wo man das tagtäglich einsetzt.
Wenn ich Lithium mit Remergil bekomme und davon diese wahnsinnigen Schmerzen bekomme und dann später höre, die vertragen sich doch garnicht, frage ich mich ebenfalls wo die Grenze ist zwischen Versuchskaninchen und Behandlung.
Alles in allem, ich glaube man merkt es, war ich nicht begeistert, obwohl ich wirklich neutral, eher hoffnungsvoll da hin ging und genauso erst mal alles geschluckt habe.
Winni the Pooh