Hallo!
… ja, ich denke das bin ich. Bin heute zu dieser „bahnbrechenden“ Erkenntnis gelangt. Meine Eltern (spez. Mutter) war immer schnell. Alles eilig, arbeiten, handeln, sprechen. So auf die Art, nur wer schnell ist, kann viel leisten.
Was ist nun mit mir?
Na ja, ich bin fast dauernd schnell. Wenn ich einkaufen bin u. sehe, wie jmd. in aller Ruhe u. total gemütlich die Waren in die Tasche räumt u. ich mit mir vergleiche ist von der Zeit her ein gewaltiger Unterschied. Der „jemand“ braucht vielleicht 100 % Zeit u. ich 20-30 %.
Ich spreche schnell, ich handle schnell. Selbst wenn es in der Arbeit nicht gerade total stressig ist, bringe ich es einfach nicht fertig, mich mal in normaler Geschwindigkeit zu bewegen.
Wenn ich mir die Tatsache, zu schnell zu sein in das Gehirn rufe u. vergegenwärtige. Dann nicke ich vielleicht in diesem Moment innerlich ganz innig u. wissend u. sp. 2 Min. später bin ich wieder die „eilige Mammsel“. Furchtbar!!!
Vorhin sprach ich gerade mit einer Bekannten. Im nachhinein analysierte ich. Sie sprach von ihren Dingen ganz in Ruhe u. erzählte gelassen u. dehnte manchmal auch einiges aus in Betonung dessen, was sie gerade sagte. ICH hingegen sprach extrem schnell u. habe auch meist das Gefühl, ich müsse schnell sprechen, weil die anderen sowieso so schnell das Interesse verlieren u. wenn ich langsamer spreche kriegen sie fast gar nix mit.
Vielleicht sollte es mir egal sein, ob jemand von mir was mitkriegt oder nicht, aber irgendwie ist es nicht so, ich will nicht immer nur zuhören, ich will auch was mitteilen, ich habe auch ein Recht darauf.
Aber vielleicht läßt das Interesse ja nach, weil ich so hetze? Daß ich genau das Gegenteil bewirkte, könnte das sein??? Ich weiß nicht. Möglich.
Zwischendurch ist mir auch eingefallen, daß mein Mann vorher schon ewig mit dem Mann der Bekannten gesprochen hat u. ich dachte mir, das Telefonieren kostet denen ja auch Geld u. ich kann jetzt auch nicht noch so lange u. gedehnt erzählen. „Brav, wie vorbildlich ich sein möchte, gell?“ Zum kotzen. Sorry, aber es ist vermutlich so.
Es ist glaube ich auch daß das Schwierige, daß meine Eltern eben immer Langsamkeit, Gemächlichkeit (die glaube ich sehr wichtig für die Regeneration eines Menschen u. einer Seele ist), als Faulheit dargestellt haben („dem kann man ja beim Gehen die Hose flicken“ …). Vielleicht sehe ich es auch nur subjektiv so kraß, den Einfluß meiner Eltern, ich will sie nicht schlecht machen, aber ich denke, einen Anteil am Gehabe, daß ich jetzt an den Tag lege hat es schon gewaltig.
Ja, was ich sagen wollte, daß schwere ist, jeder weiß, ICH bin fleißig, schnell, wenn ich jetzt plötzlich anders wäre, weiß ich gar nicht wie die anderen reagieren.
Wenn ihr mir jetzt schreibt, laß es auf dich zukommen. Schön u. gut, nur wie ist das in der Arbeit?! Das ist alles irgendwie so komisch…
Ich möchte noch anmerken, ich denke nicht, daß ich so schnell rede, daß ich die Hälfte verschlucke u. man mich schlecht versteht, so extrem ist es nicht u. so schlimm auch nicht, daß ich Dampfplaudere, ich betone schon, durch Heben u. Senken meiner Stimme etc. aber ich bin halt schnell, weil ich meine sonst von den anderen gar keine Aufmerksamkeit zu kriegen. Wenn diese was erzählen, kommt mir vor, ist es so, sie halten es für selbstverständlich, daß man ihnen zuhört, auch wenn es noch so ein stuß, langweilig oder gedehnt ist. Wenn ich was erzähle höre ich „mhm mhm mhm“ so auf die Art kommt mir vor wie „ist schon gut, weiß eh, was du erzählen willst …“.
Auch um meine Bewegungen geht es, ich werfe nicht dauernd was runter oder so, auch so arg ist es nicht, total linkisch bin ich nicht, aber ich ertappe mich dabei, daß ich, wenn ich Putze oder eben was Arbeit mich innerlich immer hetze. Warum ist das so???
Kann ich was dagegen machen? Musik vielleicht zum Putzen, ja, aber in der Arbeit geht das schlecht …
Danke euch bin schon neugierig, was ihr für Tipps für mich habt.
M.
– an die Pinnwand in der Küche den Spruch „Gott schuf die Zeit. Von Eile hat er nichts gesagt!“ gehängt habe, den er – weil er immer daran vorbei „rennt“ – bis heute wahrscheinlich nicht gesehen hat, würdest Du wohl seinen Vorstellungen von „optimaler Ausnutzung der Arbeitszeit und Dienstleistung“ 100 %ig entsprechen.
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