Hallo Psychologen,
Problem: Kann man eine POS-Diagnose mit einer Schizophrenie verwechseln, d.h.sind die beiden Krankheiten für die Psychiatrie klar trennbar und eindeutig ? Bei meinem Sohn wurde vor Jahren ein Schizophrenie diagnostiziert obwohl sein Verhalten eher einem POS-Kind entspricht und er zudem bei seiner Geburt eine Blaufärbung (Sauerstoffmangel)aufwies.
Mit Gruss: hardy
Hallo Psychologen,
zwar bin ich noch nicht ganz einer, aber auf dem besten Weg dahin.
Problem: Kann man eine POS-Diagnose mit einer Schizophrenie
verwechseln, d.h.sind die beiden Krankheiten für die
Psychiatrie klar trennbar und eindeutig ?
POS? Meinst Du damit P sycho o rganisches S yndrom?
Wenn ja, dann kann man beide „Zustände“ miteinander verwechseln.
Im übrigen sind alle psychischen Störungen in realiter nicht eindeutig voneinander trennbar, was daran liegt, daß keine Diagnose im eigentlichen Sinn gestellt werden kann, weil die Ursachen psychischer Störungen unbekannt sind (etwas böse könnte man sogar sagen, daß das das Kriterium dafür ist, daß etwas eine psychische Störung genannt wird).
Bei meinem Sohn
wurde vor Jahren ein Schizophrenie diagnostiziert obwohl sein
Verhalten eher einem POS-Kind entspricht und er zudem bei
seiner Geburt eine Blaufärbung (Sauerstoffmangel)aufwies.
Wie alt war denn Dein Sohn, als die „Diagnose“ gestellt wurde? Schizophrenie im Kindesalter ist nach statistischen Angaben nämlich höchst selten. Es gibt eine Reihe von Experten, die eine solche „Diagnose“ aus theoretischen Gründen für unzulässig halten, weil neurobiologische Modelle zur Schizophrenie davon ausgehen, daß die Störung durch Störungen der Hirnchemie verursacht wird, die aus entwicklungsbiologischen Gründen erst mit Beginn der Pubertät eintreten können.
Falls die „Diagnose“ also im Kindesalter gestellt wurde, dann müssen schon sehr gute Gründe dafür vorliegen, die auf umfangreichen Untersuchungen beruhen.
Gruß,
Oliver
Falls die „Diagnose“ also im Kindesalter gestellt wurde, dann
müssen schon sehr gute Gründe dafür vorliegen, die auf
umfangreichen Untersuchungen beruhen.Gruß,
Oliver
Hallo Oliver,
Für Deine schnelle Antwort besten Dank! Die Diagnose"Schizophrenie" erfolgte im Alter von 18-20J. Ich bin nun mit der Idee behaftet, dass die zuständigen Diagnostiker gar nicht anders können, als diese Deklaration „durchzustehen“. Aber ich denke, allzu oft und locker muss diese Schizophrenie für alles Mögliche herhalten, denn in diese Schublade passen viele Unsicherheiten und selbst der Volksmund bedient sich damit für alle Schräglagen in Politik und Wirtschaft.
Nochmals Dank und Gruss: hardy
Hallo Oliver,
Ist da Krnkheitsbild im Jugendlichenalter nicht mit der Diagnose Hebephrenie verbunden?
gruss
Winkel
Kleiner Vergleich von Demenz / Hebephrenie
Hallo winkel!
Zu Deiner Frage merke ich an, daß Hebephrenie ein Subtypus der Schizophrenie ist, der meistens früher als alle anderen zwischen dem 15. und spätestens 25. Lebensjahr beginnt. Jedoch ist dieser Subtypus im Vergleich zum paranoid-halluzinatorischen Subtypus deutlich seltener (ca. 80%. der chronischen Schizophrenien erfüllen mindestens einmal im Verlauf die Kriterien des paranoid-halluzinatorischen Subtypus). Daß der hebephrene Subtypus im frühen Erwachsenenalter bzw. der paranoid-halluzinatorische auch später beginnt als andere (ca. 35% als Spätschizophrenie nach dem 45. Lebensjahr) bedeutet nicht , daß Schizophrenie im Jugend- bzw. frühen Erwachsenenalter immer vom hebephrenen Subtyp ist. Du findest z.B. bei Remschmidt und Mattejat (1998) zwei Fallbeschreibungen von paranoider Schizophrenie von 17 und 20 Jahren.
Allerdings ist es möglich, organische Psychosyndrome mit Hebephrenie zu verwechseln, weil beide einen einschleichenden, progredienten Verlauf aufweisen und zudem bei Hebephrenie im Verlauf Symptome einer Demenz auftreten können. Die Symptome in der präklinischen Phase eines Demenz bzw. bei der Hebephrenie ähnlich sich:
für Demenzen:
- Affektstörungen
- Antriebsminderungen mit Nachlassen der Alltagsaktivitäten und sozialem Rückzug
- Konzentrationsstörungen leichter Art, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
- Verarmung im intellektuellen Bereich und Bagatellisierung dieses Funktionsverlustes
für Schizophrenie, hebephrener Subtypus:
- Affektverflachung und -inadäquatheit
- Antriebsarmut, aber auch desorganisiertes Verhalten mit ziel- und planloser Hyperaktivität
- Konzentrationsstörungen (sind bei Schizophrenie aber ubiquitär und deshalb nicht typisch für Hebephrenien
- im Verlauf ist die Entwicklung von Demenzsymptomen möglich, die genauso aussehen wie bei einer psychoorganischen Demenz (also Störung der kognitiven Funktionen mit Schwerpunkt Gedächtnis und mindestens eine weitere betroffene kognitive Funktion wie z.B. in Aphasie, Apraxie oder Agnose erkennbar).
Allerdings, und dadurch wird die Hebephrenie erst diagnostizierbar, müssen bei ihr im Verlauf Positivsymptome wie Wahn und Halluzinationen wie für die Schizophrenien typisch aufgetreten sein. Eine Hebephrenie ohne charakteristische Positivsymptome kann eigentlich nicht diagnostiziert werden. Nur bei der Schizophrenia simplex fehlen die Positivsymptome. Diese Störung ähnelt auch in vielen Symptomen organischen Psychosyndromen oder Demenzen sowie weiteren Störungen und sollte daher nur in seltenen Fällen diagnostiziert werden.
Außerdem muß man das Auftreten von Schizophrenie im Jugendalter von Schizophrenie im Kindesalter unterscheiden. Nur gegen Schizophrenie im Kindesalter sprechen die neurobiologischen Modelle der gestörten Hirnchemie, weil sich die in Frage stehenden Transmittersysteme erst in der Pubertät so entwickelt haben sollen, daß eine Abweichung vom „Normalen“ zu schizophrenen Symptomen führen kann.
Gruß,
Oliver
Anmerkung: Psychoorganisches Syndrom, organisches Psychosyndrom und Demenz werden in der aktuellen Literatur synonym verwendet, weil sich die früher üblichen definitorischen Trennungen als empirisch unzuverlässig herausgestellt haben.
Literatur
Remschmidt, H. & Mattejat, F. (1998). Familiendiagnostisches Lesebuch. Stuttgart: Enke.
Hallo!
Die Diagnose"Schizophrenie" erfolgte im Alter von 18-20J.
Ein Krankheitsbeginn von Schizophrenie mit 18-20 Jahren ist häufig.
Aber ich denke, allzu oft und locker muss
diese Schizophrenie für alles Mögliche herhalten, denn in
diese Schublade passen viele Unsicherheiten und selbst der
Volksmund bedient sich damit für alle Schräglagen in Politik
und Wirtschaft.
Zum 1.: Früher war es schlimmer. Es hat sich vieles zum Besseren in diesem Bereich gewendet.
zum 2.: Leider!
Gruß,
Oliver
Außerdem muß man das Auftreten von Schizophrenie im
Jugendalter von Schizophrenie im Kindesalter unterscheiden.
Nur gegen Schizophrenie im Kindesalter sprechen die
neurobiologischen Modelle der gestörten Hirnchemie, weil sich
die in Frage stehenden Transmittersysteme erst in der Pubertät
so entwickelt haben sollen, daß eine Abweichung vom „Normalen“
zu schizophrenen Symptomen führen kann.Gruß,
Oliver
Hallo Oliver,
Dass Hebephrenie eine Unterordnung ist, haben mir die Psychiater und die vielen Bücher beigebracht. Ich möchte nicht meckrig sein, denn ich bin froh über jede Art von Reaktion im w-w-w, aber bitte kannst Du meine Urfragen mit ja oder nein beantworten:
a)
Ist eine P.O.S.(blaue Haut bei der Geburt) mit ca. 18 Jahren noch diagnostizierbar?
b)Ist eine Verwechslung der POS-Syndrome mit denen einer Hebephrenie denkbar, d.h. möglich?
Mit Gruss: hardy
Hallo!
Dass Hebephrenie eine Unterordnung ist, haben mir die
Psychiater und die vielen Bücher beigebracht.
Das ist gut. Aber vielleicht kannst Du Dir vorstellen, daß nicht alle Dein Wissen haben. Außerdem: Das betreffende Posting ging an winkel.
Ich möchte nicht
meckrig sein, denn ich bin froh über jede Art von Reaktion im
w-w-w, aber bitte kannst Du meine Urfragen mit ja oder nein
beantworten:
„Meckrig“ bist Du schon ein bißchen, nicht wahr?
Im übrigen lassen sich nicht alle Fragen so einfach mit „ja“ oder „nein“ beantworten, wenn man es verantwortlich tun will.
a)
Ist eine P.O.S.(blaue Haut bei der Geburt) mit ca. 18 Jahren
noch diagnostizierbar?
Ich habe Dir die Frage gestellt, ob P.O.S. das psychoorganische Syndrom ist. Weil ich darauf von Dir keine Antwort bekommen habe, nahm ich an, daß P.O.S. diese Störung ist. Wenn Du aber von „eine P.O.S.“ sprichst, dann kann es ja nicht das psychoorganische Syndrom sein, weil dieses ein sprachliches Neutrum ist, Deine P.O.S. aber anscheinend ein sprachliches Femininum. Also: Wofür steht P.O.S., wenn nicht für psychoorganisches Syndrom?
b)Ist eine Verwechslung der POS-Syndrome mit denen einer
Hebephrenie denkbar, d.h. möglich?
Darauf habe ich bereits 2mal geantwortet - unter der Annahme, daß P.O.S. das psychoorganische Syndrom ist. Wenn Du meine Postings zu dem Thema liest, stellst Du fest, welche Antwort ich gegeben habe.
Mit Gruss: hardy
Mit besten Grüßen zurück,
Oliver
Posting ging an winkel.
Wollte eigentlich an Dich gelangen.
„Meckrig“ bist Du schon ein bißchen, nicht wahr?
Ja sicher !
Ich dachte mir „die Krankheit“, also die POS. Und dieses Posychoorganische Syndrom, das POS.
Gehe ich richtig in der Annahme, dass ein Sauerstoff-Defizit während der Geburt eine Gehirnregion schädigen kann und ähnliche Symptome bringt wie eine Hebephrenie ?
Ich werde Deine Postings nochmals genau durchlesen und grüsse Dich: hardy Mein Posting ist nicht antwortpflichtig, denn es gibt für Dich noch mehr „Wissenwollende“ !