im Forum „Vier Räder und mehr“ gab es wieder mal zwei Anfragen zum Thema Verbauch. Wenn ein Auto mehr als 10 l/100km verbraucht wurmt das viele. Auch ist es so, dass viele Autofahrer Ausschau nach der günstigsten Tankstelle halten und wegen ein Paar Cent auch Umwege in Kauf nehmen.
Andererseits kann man durch die Veränderung des Fahrverhalten 20-40% Benzin einsparen. Wenn eine Tankstelle 20% günstiger wäre als der Durchschnitt, würde sie von Autofahrerhorden belagert werden. Andererseits ist eine benzinsparende Fahrweise in unserem Land immer noch unpopulär.
im Forum „Vier Räder und mehr“ gab es wieder mal zwei Anfragen
zum Thema Verbauch. Wenn ein Auto mehr als 10 l/100km
verbraucht wurmt das viele. Auch ist es so, dass viele
Autofahrer Ausschau nach der günstigsten Tankstelle halten und
wegen ein Paar Cent auch Umwege in Kauf nehmen.
Andererseits kann man durch die Veränderung des Fahrverhalten
20-40% Benzin einsparen. Wenn eine Tankstelle 20% günstiger
wäre als der Durchschnitt, würde sie von Autofahrerhorden
belagert werden. Andererseits ist eine benzinsparende
Fahrweise in unserem Land immer noch unpopulär.
Das verstehe ich nicht.
Habt ihr einige Erklärungsmuster dafür?
Zwei Angebote:
1.) Tankstelle ist extern, d.h.die müssen machen. Besser fahren bin ich, d.h. ich muss mich daran halten. Es ist immer bequemer an andere Ansprüche zu stellen, als selbst was zu verändern.
2.) Der Preis ist exakt abzählbar, meine Fahrweise kaum. Ausserdem ist der Erfolg meiner Fahrweise nicht nur von mir abhängig. Ich kann (Beispiel: immer gleiche Strecke von A-B) den gleichen Fahrstil haben und trotzdem mal mit einer Füllung 412 und andermals 437 km weit kommen. Weil eben in dem einen Zyklus Stau, Schlechtwetterfront (-> Heizung) inkl. sind, in dem anderen nicht. Somit habe ich rel. wenig Kontrolle über den Erfolg meines Verhaltens, da die Rückkopplung Verhalten-Erfolg nicht simple ist.
für mich spiegelt die Autowerbung das wieder, was wohl die breite Masse mit Autofahren verbindet (darauf schauen doch die Werbefuzzis: was will der Autofahrer). Es wird doch nicht mehr mit technischen Einzelheiten eines Autos geprotzt, sondern das Autofahren soll wie ein Traum sein: unendlich freie Straßen, Ruhe drinnen im Gegensatz zum Draußen, der Blick zum Sternenhimmel, eine Karosserie wie ein Delfin, der in den Weiten der Meere sich tummelt…
Es geht um Gefühle nicht um den Verstand!
Und so fahren auch die Leute. Sich nur nicht einschränken, die Freiheit haben so schnell und bequem dorthin zu kommen, was auch immer man sich gerade als Strecke ausgedacht hat.
Keiner denkt darüber nach, dass Kurzstrecken wahre Benzinschlucker sind - vorallem bei großen Autos, mit Vollgas an der grünen Ampel anfahren - hauptsache man hat einen Vorsprung, mit durchgedrücktem Pedal auf der Autobahn links an der lahmen Meute vorbei, egal wie dicht der Verkehr ist…
es geht meist nur um Gefühle beim Autofahren, und leider nicht oft um den Verstand.
Ich glaube, es gibt eine Wissenschaft, die sich Kybernetik nennt, die sich auch mit diesem Thema beschäftigt. Aber die Theorie ist grau, egal wie edel.
kürzlich ratschte ich mit einem Autohändler, der teurere Autos verkauft (auch sog. Funcars, Yuppilaster …). Er meinte ganz trocken. "Denen ist es egal, ob das Auto ein paar Mark (wir meinten damit einige Tausender) mehr kostet, nur der Verbrauch muß auf dem Papier günstig sein. Deshalb kaufen viele Dieselfahrzeuge, weil der hohe Benzinpreis nervt. Andererseits spielt bei diesem Klientel es keine Rolle, daß die Kiste schwer und träge auf der Straße liegt. Wozu braucht man einen 3 l (Hubraum) Geländewagen, wo jeder Steinschlag auf einer Nebenstraße schon das seelische Gleichgewicht durcheinanderbringt?
Ich habe vermutlich eine falsche Einstellung. Natürlich fahre ich als Vielfahrer einen Diesel, versuche so wenig Sprit als möglich zu verbrauchen und kenne bundesweit viele Tankstellen am Rande der Autobahnen. Nachteil? Früher aufstehen, was aber einem Hundehalter nicht so schwer fällt.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
das Auto ist eben das Ding im Leben eines Menschen, das sich mit am weitesten entfernt von Vernunft bewegt. Es gibt einem die Möglichkeit, einen Status zu repräsentieren, der reel existiert oder auch nicht. Oft sieht man in den ärmeren Vierteln einer Stadt viele grössere Autos, die man dort eigentlich nicht erwartet hätte. Dort artet das oft in „Repräsentationsorgien“ aus, mit den entsprechenden ruinösen Folgen.
Die völlig unvernünftigen Geländewagen wurden ja schon erwähnt. Schwere unhandliche Säufer, aber viele scheinen das als erstrebenswertes Ziel zu erachten.
Danke für die Antworten. Insbesondere Marco hat mich überzeugt.
Ein wesentlicher Punkt dürfte die mangelnde Rückkoppelung sein.
Ich habe es anmir selber erlebt. Seitdem ich über einen rudimentären Bordcomputer verfüge, hat sich mein Fahrverhalten deutlich verändert. Im Prinzip müsste die Ausstattung aller Fahrzeuge Pflicht sein, wenn es ein bundesweites Ziel wäre den Benzinverbrauch deutlich zu senken.
Und was die emotionalen Aspekte von Autos betrifft; letzten Sonntag habe ich AutoMotor und Sport gesehen. Ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Aspekt der getesteten Autos war ihre „Sportlichkeit“. Solange wir zu unseren Autos nicht das gleiche Verhältnis gewinnen wie zu einem Locher, einer Tastatur oder einer Bohrmaschine, werden sich die Erfolge im Punkto Verbrauch in Schranken halten.