Frustfrass

Wer kennt ein Patentrezept gegen Frustfrass im Büro (aufgrund ätzendem Chef)?

Ok, wird ein Patentrezept gibt es vermutlich nicht. Ich bin auch eher der Typ, der nicht bis nach Dienstschluss warten kann, um den Frust dann via Sport abzulassen…sondern eher der Typ, der direkt nach Kollissionskurs mit denm Scheffe erstmal die Schreibtischschublade aufzieht und Schokoriegel im Akkord futtert.
Ich sage zwar immer, wenn mir was nicht passt, aber ich könnte mich auch mit ner Wand unterhalten - hätte die selbe Wirkung.

Wer kennt ein Patentrezept gegen Frustfrass im Büro (aufgrund
ätzendem Chef)?

Oha, wenn ich dass wüßte…also meines war Kündigung. Nach vier Jahren solcher Art Qual, die bei mir ins Gegenteil von Dir um-
schlug (nur noch Haut und Knochen…ist auch nicht das Wahre), hab ich´s gewagt.
So blöd wie es jetzt klingt, ich hab zum ersten Mal im Leben nur an mich gedacht, wenn auch gezwungenermaßen, es wär nichts mehr von mir übrig geblieben, hätt ich es nicht getan.
Allerdings weiss ich, mittlerweile zur Ruhe gekommen, daß es
Therapien gibt, die sich genau auf diese Art Stress konzentrieren. Für mich zu spät. Für Dich nicht. Erkundige Dich
mal oder vielleicht sagt einer der Experten noch was dazu.
s.g. Trainingsprogramme dahingehend gibt es wohl auch.
Bis dahin, ganz viel Kraft und nicht „fressen“, damit machst Du Dich klein. Denk nicht, dies würde nicht bemerkt von dem A***.
Mich hat der Chef immer gefragt: Wenn sie sich heut nicht so fühlen, melden sie sich doch krank, sie sehen elend aus…
grrrrrrr- heute noch!!!..:wink:
Ich hasse den Kerl und mag es nicht, so zu fühlen. Lass es nicht
soweit kommen!

LG
hd

Hallo Kirsten,

soviel ich weiss, gibt es wirklich kein Patentrezept gegen Frustfressen, weil es zu den Gewohnheiten gehört, die schon automatisch funktionieren, gegen die man eigentlich nur durch bewußtes Unterlassen (bewußt nicht Schublade auf, Schoki raus, und ab in den Mund) ankommt. Und dann kommt nach einigem Male sich bremsen das nächste brennende Problem: wenn es nicht die Schubladenschokolade gegen Chefärger sein soll, was dann? Konzentration auf die Arbeit ist mit Sicherheit erst einmal nicht möglich.
Ich glaube, dass man das Frustfressen sich schon vor einer wesentlich längeren Zeit angewöhnt hat, bevor man sich dessen bewußt gewesen ist - vielleicht sogar schon als Kind. Und das macht es so schwer, sich diese Marotte abzugewöhnen. Es ist in Fleisch und Blut übergegangen.

Wahrscheinlich kannst Du Dir selber einen Reim machen, warum Du so handelst. Das Ganze ist ein Machtkampf zwischen Dir und Deinem Chef, bei dem er jedesmal gewinnt. Er geht nicht auf Dich ein (im Sinne dass er Dein Anliegen registriert), so stopfst Du Dich voll. Er hat auf jeden Fall gewonnen, weil Du ja Deinen Ärger gleich mit runterschluckst, statt Deinen Ärger mal eine Weile in der Luft hängen zu lassen, für alle spürbar, egal ob überhaupt etwas damit geschieht.

Vielleicht mußt Du lernen zu akzeptieren, dass Du gegen ihn keine Chance hast, auch wenn es Dir stinkt. Oder Du machst Dich auf und suchst Möglichkeiten ihn doch zu knacken. Oder Du hörst wirklich bei der Firma auf, und suchst Dir bewußt einen Arbeitsplatz wo Kommunikation auch mit Vorgesetzen möglich ist.
Frustfrass ist meiner Ansicht nach eine Marotte, die tiefer sitzt und schwerer von los zu kommen ist, als man auf Anhieb sich vorstellen kann. Und es wird Dein ganzes Leben lang immer Leute geben, von denen Du was willst, die aber nervig sind. Also, dann lieber zu guten als zu schlechten Anlässen Schokoriegel genießen. :wink:))

viele Grüße
Claudia

Wer kennt ein Patentrezept gegen Frustfrass im Büro (aufgrund
ätzendem Chef)?

Hmm,
vielleicht ein „Frusti“ (ist so ein Stoffsack, der
komische Geräusche von sich gibt, wenn man ihn gegen
die Wand schleudert). Hat ein Kollege von mir gehabt,
bei Interesse hak’ ich mal nach.

Gruss
Enno

Hallo Kirsten,

Wer kennt ein Patentrezept gegen Frustfrass im Büro (aufgrund
ätzendem Chef)?

Das Problem mit dem ätzenden Chef zu lösen ist sicher längerfristig die bessere Lösung - allerdings weiß ich nicht ob Du da andere Alternativen als die Kündigung hast.
Als erste Sofortmaßnahme würde ich Dir ansonsten raten, die Schokoriegel (alle bis auf einen für akute Notfälle *g*) zu verbannen (und zwar zu hause zu lagern, so daß Du beim besten Willen tagsüber nicht rankommst) und stattdessen getrocknetes Obst und Kaugummis in die Schublade zu packen. Was glaubst Du, wie fein man auf so nem getrockneten Apfelstück rumkauen kann *lach* Und das Zeug ist auch echt lecker :wink: Die Sache mit dem Frustsack gefällt mir auch gut - ich hab so nen Schaumstoffball zum Knautschen, ist manchmal echt hilfreich *g*
Noch ein Trick von meiner Mama: Wenn der Typ Dich allzu sehr nervt/verunsichert, stell ihn Dir einfach in der Unterwäsche (das gute Feinripp, nicht schweinisch gedacht *g*) vor!

Liebe Grüße und viel Erfolg

Petzi

Hi Petzi,

genau, das mit dem Trockenobst ist eine gute Sache, und Studentenfutter mag ich auch, wenn ich mit irgendeinem Problem nicht weiter komme. Außerdem schnuppere ich gerne Duftöle, die ich in kleine Figuren auf meinem Schreibtisch träufle: Lavendel- und Orangenöl sorgen für gute Laune und beruhigen die Nerven.
Mich macht ein knüppelharter Espresso oder ein Glas Vitaminsaft munter. Und wenn ich sehr deprimiert bin, dann suche ich mir jemanden für einen Smalltalk, ein kleines freundliches Gespräch mit jemanden, der auch lächeln kann, tut mir gut. Das abendliche um den Block laufen wirkt bei mir ebenfalls. Nach einer halben Stunde weiss ich manchmal nicht mehr genau, was mich geärgert hat.
Ich glaube der Knackpunkt an der Sache ist, dass man sich Möglichkeiten für seinen seelischen Ausgleich suchen sollte, die langfristig keinen Schaden anrichten. Damit meine ich, dass zuviel Schokolade leider ungesund ist, man aber mit geringen Mengen man nicht auskommt. Auf der anderen Seite sind all die „Leckereien“ aus dem Reformhaus auch nicht jedem seine Sache, und der Frust wird eher größer als kleiner.
Aber die Mühe, sich die gesunden Ventile für seinen Frust zu suchen, die man gerne ohne Anstrengung nutzt, lohnt sich auf Dauer.

liebe Grüße
Claudia

Gesunder Frustfrass
Hallo Kirsten,

stieg doch einfach um auf gesunden Frustfrass. Möhren oder Nüsse. Da kann man prima dran herumnagen und wütend hineinbeißen. Mach ich immer und es hilft auch.

Grüsse
Anna

Hai, kirsten,

ich hatte auch mal 'n Chef, der mir akut auf den Geist gegangen ist (ungerechtfertigte Schuldzuweisungen, schlechte-Laune-an-mir-auslassen, das volle Programm), ärgerlicherweise hatte ich mir damals gerade meine unbekümmerte Ehrlichkeit abgewöhnt, die mich vorher einen Job gekostet hatte. Ich hab allerdings nicht mit fressen, sondern mit extremen Magenschmerzen reagiert - mein Arzt hat mir dann geraten, sofort laut zu werden, wenn mein Chef mich mal wieder als Fußabtreter benutzen will. Das hab ich dann getan: jedesmal, wenn ich wieder Schuld war, daß er seine Schweinezettel verkramt hat, hab ich ihn angeschrien, daß er gefälligst seinen Kalender benutzen soll und nicht seine Unzulänglichkeiten auf mich schieben soll - natürlich hab ich dabei sorgfältig jegliche Beleidigung vermieden, es ging nur um die Lautstärke. Das Schreien hat mir den Ärger genommen, und die Tatsache, daß ich mich auch nicht durch „hohen Besuch“ abhalten ließ, hat ihn ganz schnell dazu gebracht, mit seinen Äußerungen vorsichtiger zu werden.
Kurz: wehr Dich, Du hast nur Deine Arbeitskraft verkauft und nicht Dich selbst - Du hast es nicht nötig, Dich fertig machen zu lassen…
Gruß
Sibylle