ich weiß nicht ob ich hier richtig bin, aber ich laß es mal hier ab:
im fernsehen sah ich ein experiment, das irgendwo in den usa stattfand. es war wie folgt aufgebaut:
in ein tv-studio wurden irgendwelche menschen von der straße als publikum eingeladen. es sollte eine werbesendung à la shopping channel produziert werden.
es ging um einen mikrowellenherd. ein mann wurde „zufällig“ aus dem publikum ausgewählt, um das produkt zu testen. (es war aber einer von der crew, ein schauspieler.) als er am gerät spielte, explodierte es. er hielt sich die augen zu „oh meine augen … ich sehe nichts mehr…“ die rettung kam usw. alles dramatisch. das publikum war entsetzt. es sah sehr echt aus.
nachher ging die frage an die „probanden“, wer sich zur verfügung stellen würde, ein paar lobende worte für das produkt in die kamera zu sagen - niemand. logisch.
aber als 20 dollar (!) dafür geboten wurden, fanden sich dutzende menschen bereit, ohne mit der wimper zu zucken in die kamera das blaue vom himmel zu lügen. ohne scham. daß gerade vorher jemand offensichtlich durch das produkt schwer verletzt wurde, ja vieleicht erblindet war, war völlig egal.
wenn für 20 dollar menschen zu sowas bereit sind, dann frage ich mich wirklich, ob ich jemals noch wählen gehen kann! wie muß es erst in der politik zugehen, wo es um millionen dollar geht?!
entsetzte und nachdenkliche grüße
lehitraot.
und wie immer: wie hättet ihr gehandelt? ganz ehrlich!
und wie immer: wie hättet ihr gehandelt? ganz ehrlich!
für Geld garantiert nicht. Wenn man allg. statt Geld
(nicht-käufliche) Vergünstigungen irgendwelcher Art
bieten würde, ist die Frage schon schwerer zu beantworten.
Hier spielt dann das Interesse an der Vergünstigung,
gegen moralische Bedenken (Verantwortung gegenüber Mit-
menschen, Anbieter sind Betrüger) und verletzte Eitelkeit
(Annahme der Bestechlichkeit).
Im Rahmen dessen, was meinen Hirn heute morgen so als
Vergünstigungen einfällt, würde ich dennoch ausschließen,
daß man mich kaufen kann.
und wie immer: wie hättet ihr gehandelt? ganz ehrlich!
Schließe mich Ennno an. Würde sicher nicht auf die Idee kommen ( egal für was ) für solch ein „Produkt“ auch noch Werbung zu machen. Wo führt denn das hin???
Würde sicher nicht auf die Idee kommen
( egal für was ) für solch ein „Produkt“ auch noch Werbung zu
machen. Wo führt denn das hin???
hallo
ich wette, genau das haben diese leute *vorher* auch gesagt das ist ja das problem. man sollte kein urteil fällen über leute, in deren situation man nicht war. ich für mich kann nicht ausschließen etwas unrechtes zu tun, wenn die vergünstigung für mich zu verlockend ist… wir wissen es eben nicht, wie wir reagieren, wenn es soweit ist. solche experimente beweisen, daß moral in der theorie nur geplapper ist.
Im Rahmen dessen, was meinen Hirn heute morgen so als
Vergünstigungen einfällt, würde ich dennoch ausschließen,
daß man mich kaufen kann.
wow, das ist sehr interessant, wie sich leute selbst einschätzen. wenn ich ehrlich bin, fallen mir eine reihe von dingen ein, bei denen ich keine garantie für meine aufrichtigkeit geben könnte. schließlich bin ich ein mensch und kein engel. 20 dollar sind es wahrscheinlich nicht, außer ich wäre am verhungern (dann hätte ich aber das recht, sogar die pflicht, alles zu tun, um am leben zu bleiben!), aber wenn ich an vergünstigungen denke wie: die beste gesundheitsvorsorge, die du dir vorstellen kannst, zugang zu den besten chirurgen, wenn es drauf ankommt, alle arten von lebensversicherungen für dich und deine familie (zb. flucht im kriegsfall, dickes bankkonto für den ernstfall), alle wirklich lebenswichtigen dinge - wenn mir DAS jemand anbieten würde, ich weiß nicht, wozu ich fähig wäre.
das macht mir angst. aber ich bin ein mensch und nicht vollkommen gut.
… aber wenn
ich an vergünstigungen denke wie: die beste
gesundheitsvorsorge, die du dir vorstellen kannst, zugang zu
den besten chirurgen, wenn es drauf ankommt, alle arten von
lebensversicherungen für dich und deine familie (zb. flucht im
kriegsfall, dickes bankkonto für den ernstfall), alle wirklich
lebenswichtigen dinge - wenn mir DAS jemand anbieten würde,
ich weiß nicht, wozu ich fähig wäre.
Das ist vielleicht nicht der schlechteste Ansatz davon
auszugehen was einen wirklich etwas bedeutet. Deine Bsp.
zeigen, daß es Du sehr lebensbejahend bist, was z.B. auf
mich nicht zutrifft, ich mach mir auch keine nennenswerten
Gedanken über Gesundheit etc. Was allerdings auch bei mir
klappen könnte wären Vergünstigungen (nicht materieller Art)
für Personen, die mir sehr nahe stehen.
Ehrlich?
Ehrlich!
Also für 20 Dollar hätte ich abgewogen, ob ich an der Veranstaltung überhaupt teilnehme.
Und um das Produkt gut zu beschreiben?
Ich weiß nicht, was man mir hätte dafür bieten müssen (da ich sehr kamerascheu bin).
Aber für einen gewissen Preis hätte ich es wahrscheinlich gemacht. Mit vielleicht schlechtem Gewissen.
Und ich möchte behaupten: Ein Großeil derer, die sich zuhause im stillen Kämmerlein ihrer Moral brüsten, wäre bei einer gewissen Summe schwach geworden. Wobei die Höhe der Summe wahrscheinlich auch von der monetären Situation der Person abhängig ist. Meine Emtscheidung hinge auch noch sehr stark von meiner „Laune“ in der aktuellen Situation ab (nach dem motto: „20$, why not, reicht für nen ausgiebigen Kaffehausbesuch“).
Oder umgekehrt : „1000 $? leck mich!“ - auch wenn sich niemand verbrannt hätte!
Zu Berücksichtigen ist außerdem, daß sich die Probanden in einer Art „Schockzustand“ bzw. einer extremen Streßsituation (die bei mir schon durch die anwesenden Kameras erzeugt würde) befanden. Eine rationale Entscheidung ist IMHO daher weitestgehend unmöglich!
Damit hast Du sicherlich Recht. Auch ich bin sicher nicht unfehlbar ( wer ist das schon??? ).
Aber 1. für 20 Dollar???
Und 2. ist das schon hart, auch für mehr Geld, oder?
Man sagt, käuflich sei jeder. Nach dem Film „Ein unmoralisches Angebot“ denkt man schon manchmal über sowas nach…
Es gibt noch was anderes sehr Interessantes in diesem Zusammenhang:
Ein paar Leute wurden zu einem Experiment eingeladen und mußten 2 h lang total langweilige Aufgaben (daß die Aufgaben langweilig waren, war durch die Art der Aufgaben und durch eine Befragung einer Kontrollgruppe sichergestellt) durchführen. Anschließend wurden sie gefragt, ob sie den draußen sitzenden „Vpn“ erzählen könnten, daß die auf sie wartenden Aufgaben sehr interessant seien. Der einen Hälfte der Vpn gab man je 20$, der anderen Hälfte nur je 1$, wenn sie dazu bereit waren. Dann fragte man die Vpn, die ihren „KollegInnen“ erklärt hatten, daß das Experiment höchst spannend sei, für wie interessant sie das Experiment halten.
Das Ergebnis: Die Personen, die nur 1$ bekommen haben, gaben an, daß sie es für äußert interessant hielten, während es für die Vpn, die 20$ erhalten hatten, langweilig war.
Das Phänomen wird mit der sogenannten „kognitiven Dissonanz“ in Verbindung gebracht. Den englischen Originalartikel von Festinger und Carlsmith (1959) könnt Ihr hier nachlesen: (http://psychclassics.yorku.ca/Festinger/index.htm)
Und 2. ist das schon hart, auch für mehr Geld, oder?
Wieviel Geld hast Du schon ausgegeben, um überhaupt in eine
derartige Show zu gehen. Leider käme ich nie in den Genuss, was
für eines Betrages auch immer, da ich mir so etwas nie an-
schauen würde…
Man sagt, käuflich sei jeder.
Beim Zusammentreffen bestimmter Umstände denke ich das auch.
Nach dem Film „Ein unmoralisches Angebot“ denkt man schon manchmal über sowas nach…
Sch…, da würde bei mir die Moral womöglich siegen, aber
nur rein gefühlsdusslig. Wenn meine Kinder nix zu essen hätten,
würd ich´s sofort tun.
Welche Werbung basiert auf Wahrheit? Wieviele Promis werben für Produkte, die sie selbst nicht benutzen und dies teils sogar offen zugeben? Wenigstens was Fernsehwerbung anbelangt, andere bekomme ich noch weniger mit, lese einfach zumeist darüber hinweg, scheint hier eine der größten Lügenmaschinerien zu exitieren, die es gibt. Da wird einfach mit den Wünschen, Sehnsüchten und Nöten gedealt.
Anbei ein doch auch etwas passendes Gedicht hierzu (in meiner Jugend las ich öfter von ihr was)
Mein Einkaufsnetz Muss Löcher haben?
Im Supermarkt kaufte ich Zahnpasta, Zigaretten, Brot, Seife, Weinbrand, Parfüm, Haushaltstücher, Marmelade, Tiefkühlgerichte, Badezusätze, Kekse
und noch allerlei…
Zuhause suchte ich zwischen Verpackungen und Produkten nach der Freiheit,
der Frische, nach den Abenteuern und der Liebe und all den anderen Stimmungen und Gefühlen, die man mir ( nach Erwerb dieser Dinge ) versprochen hatte.
Als ich dann den Sekt für Verliebte alleine trank, abenteuerduftende Zigaretten vor`m TV-Western rauchte, als sich niemand sofort in mich verliebte,
( so stand es auf der Packung ),
und als ich feststellte, dass die Haushaltstücher und die Putzmittel die Arbeit doch nicht von alleine machten, sagte ich mir:
Mein Einkaufsnetz muss Löcher haben.
selbst fühle ich mich zwar nicht käuflich… Wobei… solch eine oder ähnliche Frage habe ich mir auch schon gestellt. Es heißt, jeder hat seinen Preis?
Gedanke: ich bin nicht käuflich
Gedanke: es kommt darauf an, wenn es beispielsweise ums Existentielle geht bzw. ich eh keine Alternative in dem Moment sehe bzw. es um mir sehr nahe Menschen geht…
Gedanke: allerdings würde ich dann hinterher die Sache auf alle Fälle publik machen
Gedanke: ich möchte nicht käuflich sein
Doch sind nicht viele Menschen, wenn nicht alle, in gewisser Weise käuflich?
Wählen wir wirklich neutral unsere gekauften Produkte aus? Oder lassen wir uns auch von dem verleiten, was sie uns versprechen?
Lassen sich Menschen nicht teils auch mit „netten“ Worten, mit Schmeicheleien, mit dem in Aussicht stellen interessanter Möglichkeiten, z.B. eines höher dotierten Jobs, „kaufen“?
Ciao,
Romana
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wenn für 20 dollar menschen zu sowas bereit sind, dann frage
ich mich wirklich, ob ich jemals noch wählen gehen kann! wie
muß es erst in der politik zugehen, wo es um millionen dollar
geht?!
Jeder Mensch ist käuflich, ist bloss eine Frage des Preises. Meine ganz feste Überzeugung.
Wie im Film ‚Ein unmoralisches Angebot‘.
Ihr kennt doch den Witz: Fragt ein Mann eine Frau ‚Würden sie für 1.000.000 € mit mir schlafen?‘ Sie überlegt und sagt ja. Dann er: ‚Würden sie für 10 € mit mir shlafen?‘ Sie ganz empört: Nein, was denken sie denn von mir??’ Er: ‚Ich dachte, wir verhandeln nur noch über den Preis.‘
Stimmt doch, oder?
und wie immer: wie hättet ihr gehandelt? ganz ehrlich!
Nach dem Film „Ein unmoralisches Angebot“ denkt man schon
manchmal über sowas nach…
Sch…, da würde bei mir die Moral womöglich siegen, aber
nur rein gefühlsdusslig.
Ernsthaft? Also, da müsste ER schon sowas von abstossend und eklig sein … aber sonst … *g*
wenn heute jemand ein neues produkt erfinden würde und in der werbung mit dem satz wirbt „es sterben nur ca. 15.000 leute pro jahr in europa dran“ dann würde man ihn einsperren.
trotzdem gibt es autos nach wie vor.
sogar die die selber einen unfall hatten bei dem der/die partner/-in starb kaufen sich so schnell wie möglich wieder ein neues auto.
wieso sollte ich so ein produkt nicht „anpreisen“??
wenn 100.000 geraete auf dem markt sind und bei einem einzigen was passiert ist das „vernachlässigbar“.
siehe in dem zusammenhang auch die sachen mit bse, flugzeugabstuerzen, tschernobyl, … - sofort danach sind alle geschockt, essen kein fleisch mehr, …
spätestens nach zwei wochen ist alles wieder beim alten.
tschüss
matthias
p.s. zum thema wahlen. wer trifft denn seine entscheidung basierend auf dem programm der partei?? der „wahlkampf der köpfe bzw. gesichter“ macht doch inzwischen viel mehr aus. kennst du ein einziges wahlversprechen das gehalten wurde?? („read my lips - no new taxes“)
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Sch…, da würde bei mir die Moral womöglich siegen, aber
nur rein gefühlsdusslig. Wenn meine Kinder nix zu essen
hätten,
würd ich´s sofort tun.
hallo!
da kommts sicher drauf an, wie schwerwiegend man gewisse taten einschätzt. ich zb. würde im notfall (nichts zu essen o.ä.) sicher eher lügen o.ä. als zur hure zu werden. andere sehen das vielleicht anders. ja der film indecent proposal („unmoralisch“ ist eine mißglückte übersetzung m.e.) war sehr gut!
Ernsthaft? Also, da müsste ER schon sowas von abstossend und
eklig sein … aber sonst … *g*
wenn du einen partner hast, den du wirklich liebst, dann ist es egal wie schön derjenige ist, der dich kaufen möchte wie eine straßennutte. es geht ums prinzip. um die erniedrigung, da damit einhergeht.
ich stimme dir hundertprozentig zu. eine gelungene analyse, die du geliefert hast. dazu paßt der spruch: urteile nie über menschen, in deren situation du nicht warst! es sind meistens die feurigsten moralaposteln, die dann versagen, wenn es soweit ist.
es geht nicht um werbung sondern um käuflichkeit
hallo romana,
ich glaube werbung war da nur ein kleiner aspekt des experiments.
es ging darum, daß menschen schon für kleine belohungen soweit gehen, zb. die tatsache, daß jemand geradeeben erblindet ist, abzuleugnen. das ist schon hammerhart. wenn man das weiterdenkt, wird es einem schlecht. denke an zeugenaussagen, verträge, politische abkommen, „offizielle neutrale“ berichte usw. denn unsere allerliebsten politiker sind nicht besser als die hausfrauen, die für 20 dollar im fernsehen lügen gehen.
daß bei werbung und verkauf sowieso gelogen wird, daß sich die balken biegen, wissen wir eh. das muß man als kunde/käufer einkalkulieren. der ehrliche und dumme zieht den kürzeren…
ich habe ein Posting von dieser Warte aus verfaßt, weil ich denke, es geht auch darum, weswegen gelogen wird. Es mag traurig sein, doch wer z.B. der Werbung glaubt, muß etwas naiv sein. Ergo, hier fällt eine Lüge möglicherweise leichter als in anderen Bereichen? Wie schon gesagt, jeder hat seinen Preis, heißt es. Und es mag Bereiche geben, in denen Menschen generell mehr oder weniger „käuflich“ ist.
Ciao,
Romana
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