Wie gehe ich mit einem pedant um ? ( im Job )

hallo,

einer meiner kollegen ist für mich der bilderbuchpedant.
ich glaube allderdings, dass das bei ihm schon krankhaft
ist. er passt auf sachen auf die mich wiederum gar nicht
interessieren. z.B. fährt er mit dem auto auf den firmen-
parkplatz, bleibt erstmal eine weile im auto sitzen - regungslos - steigt dann aus wechselt die schuhe, kontrolliert mit dem finger ( er fährt mit dem finger an jeder scheiber entlang ) die aussenscheiben auf geschlossenen zustand, schließt den pkw ab und kontrolliert alle türen auf verschluss …

das war nur ein beispiel, diese wesensart begleitet ihn den ganzen tag über, bei den einfachsten geschäftsvorfällen traut er sich keine entscheidung zu und fragt 2, 3 kollegen. er kopiert alles was er unterzeichnet und hebt sich´s auf usw. …

ich weiss manchmal nicht wie ich mit ihm umgehen soll: druck auf ihn ausüben in dem ich strafferes zeitmanagement verlange und dass kontrolliere ? mehr kontrollaufgaben übertragen um ihm dadurch die zeit zur selbstkontrolle zu nehmen ?

habt ihr einen tipp ?

Hallo,

das klingt nach einer behandlungswürdigen Verhaltensweise.

Zwangshandlungen.

Da hilft wohl kein gutes Reden, sondern nur eine Psychotherapie.

Gruß

Matthias

hallo,

habt ihr einen tipp ?

Hallo,
zunächst - wie ist das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Euch
(Kollegen oder Chef/Angestellter) ?
Meine Ansicht als Laie dazu: So ein Verhalten ist ein Zeichen
von Unsicherheit. Ihn mit mehr Aufgaben zu betrauen oder ihn
unter Druck zu setzen, halte ich für falsch.
War er schon immer so seit Eurer Zeit als Arbeitspartner ?
Ansonsten kann so ein zwanghaftes Verhalten auch phasenweise
auftreten. Vielleicht sind massive private Probleme die Ursache.
Ihn zu einer Therapie zu raten halte ich für nutzlos solange
Du keine Vertrauensperson für ihn bist.

Gruss
Enno

Hallo,
zunächst - wie ist das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Euch
(Kollegen oder Chef/Angestellter) ?

er ist mitarbeiter, ich stellv. filialleiter.

Meine Ansicht als Laie dazu: So ein Verhalten ist ein Zeichen
von Unsicherheit. Ihn mit mehr Aufgaben zu betrauen oder ihn
unter Druck zu setzen, halte ich für falsch.
War er schon immer so seit Eurer Zeit als Arbeitspartner ?

so wie er ist habe ich ihn kennengelernt. ich bin seit 1 jahr in dieser filiale und er schon seit 10 … die anderen sagen es es war schon schlimmer mit ihm, allerdings hält sich sein zustand immer auf einem für mich „schlimmen“ niveau

Ansonsten kann so ein zwanghaftes Verhalten auch phasenweise
auftreten. Vielleicht sind massive private Probleme die
Ursache.
Ihn zu einer Therapie zu raten halte ich für nutzlos solange
Du keine Vertrauensperson für ihn bist.

Ich bin sicher nicht seine Vertrauensperson, er hat keine.

Soll ich versuchen etwas mehr „private“ Bindung herzustellen ?
Oder alles beim kühlem Jobverhältnis lassen ?

Toleranz
Vielleicht leidet er unter DEINER Kontrolle und weicht aus. Durch Flucht nach innen. Manchmal genügt Distanz: Ich würde darauf achten, dass sich meine und seine Jobs möglichst wenig überlappen, auch wenn mich seine Schrullen zum Beobachten einladen. Sein Zeitmanagement muss sich rechnen, und darüber entscheidet er bestimmt genauso souverän wie über seinen Parkplatz.

Hallo,

Soll ich versuchen etwas mehr „private“ Bindung herzustellen ?
Oder alles beim kühlem Jobverhältnis lassen ?

Letzteres, da ich ohnehin nicht glaube, daß ein Verhalten
was bereits so lange anhält einfach abzustellen ist und
Zweifel an einen Vertrauensverhältnis zwischen Vorgesetzen
und Mitarbeiter habe - das Abhängigkeitsverhältnis steht dem
meist im Wege.
Wichtig scheint mir, daß er nicht ausgegrenzt und im
Rahmen des Möglichen mit Arbeiten betraut wird, die seinen
„Naturell“ entgegenkommen. Es ist auch die Aufgabe eines
guten Chefs vorhandene „Ressourcen“ bestmöglichst zu nutzen,
auch wenn sie „vielgestaltig“ sind.

Gruss
Enno

Hallo

ich vermute ebenfalls Unsicherheit als Ursache seines Verhaltens

Um ihm zu helfen habe ich folgende Ideen

Du könntest beobachten WANN er Dinge nicht ganz so pedantisch tun kann.
WAS ist in diesen Situationen ANDERS?

Möglichwerweise hat er auch Angst davor Fehler zu machen.
Wenn er einen Fehler macht könnte ihm helfen

Der Wertschätzung seiner PERSON Ausdruck zu verleihen in
Kombination mit sachlicher Rückmeldung wie er es das nächste
mal besser machen kann.

So nach dem Motto „98% Ihrer Arbeit machen Sie gut. An dieser
Stelle haben Sie jedoch einen kleinen Fehler gemacht. Das ist Ok
sehen Sie - ich selbst habe diese Woche schon folgende Fehler gemacht… Jeder ist selbstverständlich dazu angehalten Fehler
zu vermeiden - aber sie lassen sich eben nicht ganz vermeiden.
Andererseits stellen Sie eine wichtige Rückmeldung dar wie
man sich verbessern kann.“

Die meisten sogenannten „normalen“ Menschen würde eine so große
DOSIS Wohlwollen dazu verleiten nachlässig zu werden oder eine
Gehaltserhöhung zu fordern.

Bei diesem Mitarbeiter hat das Wohlwollen die Wirkung das es ihm
mehr Sicherheit gibt und er es sich erlauben kann mit weniger
Absicherungen zu arbeiten.

Wenn DU es schaffst eine GANZ von Wohlwollen getragene Haltung
einzunehmen, könntest Du ihn auch direkt auf das Problem ansprechen und Vorschlagen einen Coach oder Therapeuten aufzusuchen.

Es könnte sein, das er sich schon von leiser Kritik ziemlich
bedroht fühlt und dann sein EIGENES Gewissen ein gnadenlos
hartes Urteil über sich selbst fällt.

Die allermeisten Menschen sind mit dieser GANZ wohlwollenden
Haltung überfordert.
Eine solche Haltung einzunehmen gehört nicht zu dem was man
Allgemeinbildung oder gute Umgangsformen nennt.

Ein Coach der eine psychotherapeutische Ausbildung hat
kann das.

Für die Arbeit an seinem Problem selbst halte ich es unbedingt für erforderlich, das es eine externe Person ist.
Sonst ist es nicht möglich ein entsprechendes Vetrauensverhältnis
aufzubauen.

Welche Möglichkeit gibt es dem Mitarbeiter
Impulse zu geben einen Coach oder einen Therapeuten aufzusuchen?

Mehr als Impulse geben ist jedoch nicht sinnvoll - er muss dann
schon selber wollen.

Gibt es irgendetwas wo er SELBST an einer Weiterbildung
interessiert ist die ungefähr in Richtung Selbstsicherheit
geht?

Viele Grüße

sl

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Falk,

ich bin absolut nicht der Meinung, daß du dich hier zum Therapeuten machen lassen solltest.

Offenbar hat der beschriebene Kontrollzwänge. Geh mit ihm um, wie mit jedem anderen. Wenn seine Zwänge aber seine Arbeitsleistung beieinträchtigen, rede offen mit ihm, daß das so ist. Sage dabei auch ganz deutlichd, daß dir aufgefallen sit, daß er arbeiten mehrmals wiederholt oder durch Kontrollieren nicht zügig zu Ende bringt. und sage ihm dann, daß er doch mal seinen arzt um Rat fragen solle. andernfalls du ihn nicht weiterbeschäftigen könntest. Sage aber nichts über Kontrollzwänge oder psychische Krankheiten. Sags so wie ich es beschrieben habe.

Erst wenn sein Leidensdruck, unter diesem Verhalten, groß ist, wird er sich an einen Arzt wenden. Bis dahin kannst DU NICHTS TUN.

gruss
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