Träume

Hallo,

ich hab mal eine generelle Frage zu Träumen: Warum lassen einem manche Träume – ob gut oder sehr schlecht – einfach nicht mehr los? Und das den ganzen Tag lang?
Warum sind sie manchmal so real, dass man aufwacht und weint? Wie kommt das? Was kann ich am „Tag danach“ tun, um da nicht mehr dran zu denken? Ich hatte heute nacht einen so furchtbaren Traum, an den ich die ganze Zeit denken muss, alles kommt mir so real vor, obwohl ich weiß, dass ich mir keine Sorgen machen brauche, dass es dem „Betroffenen“ doch gut geht…
Ist das bei jedem verschieden? Ich meine nicht die Erinnerung, sondern die ART sich daran zu erinnern, bzw. erinnern zu müssen und nicht vergessen zu können?

Ich hoffe, ich hab mein Problem mehr oder weniger verständlich geschildert und hoffe auch, dass vielleicht jemand Antworten auf meine Fragen hat.

Liebe Grüße
anke

Hallo Anke,

Träume sind wichtig für die Psyche. Nachts verarbeitest Du Dinge, die Du während des Tages nicht verarbeiten kannst. Der Schlaf nimmt Dir sozusagen die Arbeit ab.

Was kann ich am „Tag danach“ tun, um da nicht
mehr dran zu denken?

Vielleicht ist einfach nicht mehr dran denken gar nicht der beste Weg. Es gibt viele Möglichkeiten, die eigenen Träume zu verstehen und sich ihnen zu stellen.

Damit meine ich aber nicht Traumdeutung à la „Ein Pferd bedeutet Sexualität“ - diese Pauschalisierungen halte ich für gefährlich.

Ich meine vielmehr, dass Du Deine Träume für Dich arbeiten lassen kannst. Schreib sie Dir morgens direkt nach dem Aufstehen auf. Und selbst wenn sie schrecklich sind: Spiel sie noch mal durch. Überlege, was Du in dem Traum gesagt und getan hättest, wärest Du Herrin über Dein bewusstsein gewesen. Spiel in Gedanken damit. Frage zum Beispiel jemanden / etwas, das in Deinem Traum vorkam, in Gedanken „Warum bist Du hier? Was willst Du von mir?“.

Es geht nicht darum, Antworten zu kriegen, sondern Dir nur selbst die Frage zu stellen.

Ich weiss, im ersten Moment erscheint es erschreckend, sich einen bedrückenden Albtraum sogar noch ins Gedächtnis zu rufen, anstatt ihn einfach weg zu drücken. Aber ich glaube, dass Du den Schrecken leichter überwinden kannst, wenn Du Dich mit dem Traum auseinander setzt. Ich habe dieses „Training“ eine Zeitlang gemacht, auch auf bestimmte Albträume bezogen, die immer wieder kamen. Und nach einiger zeit gelang es mir, mich im Traum selbst, wenn ich ihn wieder träumte, zu wehren - und damit war der Traum besiegt. Oder viel eher die unterschwellige Angst, die ihn ausgelöst hatte. Na ja, zumindest fast. :wink:

Liebe Grüsse,
Nike

Hi, Anke,

manchmal siehst du in Träumen Dinge, die du dich sonst nicht traust zu sehen oder die du nicht ernst nehmen würdest, weil du nicht erklären kannst, wieso du sie plötzlich weißt. Im Traum nehmen manchmal Seelen verschiedener Personen Kontakt zueinander auf. Wenn du von jemandem geträumt hast und derjenige hatte ein Problem in deinem Traum, setz dich vielleicht mal mit ihm in Verbindung. Mir ist das schon ein paar Mal passiert, und meistens war irgendetwas bei diesen Personen passiert (durchaus auch Gutes), aber sie haben sich gefreut, mit mir darüber sprechen zu können.
Meine Mutter träumte hin und wieder von schwarzem Wasser, das bedeutete immer, das irgendwas Schlimmes geschah, und manchmal schwamm jemand in diesem Wasser, dem passierte dann was. So wusste sie zum Beispiel vor jedem meiner Fieberkrämpfe, dass mir etwas zustoßen würde, und auch auf einen Unfall meines Bruders und den Tod meiner Oma war sie so vorbereitet. Vielleicht sind deine Träume Warnungen vor etwas, das erst noch passieren wird.
Um die Träume wieder „loszuwerden“, würde ich mich mit ihnen auseinandersetzen, mich mit der Person, von der ich geträumt habe, in Verbindung setzen (vielleicht braucht derjenige dich einfach gerade), und mir hilft auch immer meditieren. Wenn du kannst und glaubst, kannst du auch beten und um Hilfe bitten.

Gruß, die Elbin

Hi Anke,

in Träumen verarbeites Du nicht nur Deine Tageseindrücke, sondern auch Deine (unbewußten) Konflikte. Mutmaßlich ist es zu generalisien, daß je mehr man erlebt desto mehr man auch träumt.

Gleichwohl ich jemand bin, der sich leider nur an wenige Träume erinnern kann, gleichwohl ich immer wieder mal dran arbeiten möchte, gibt es Träume, die teils viele Jahre zurückliegen und an die ich mich heute noch erinnern kann, die heute noch eine Wirkung auf mich haben.

Es gibt scheinbar Traumphantasien die häufig von Menschen geträumt werden bzw. geträumt werden sollen, z.B. von wo herabzustürzen, herunterzufallen. Angeblich ginge es hier darum, loszulassen. So behauptete dies wenigstens jemand im Fernsehen die Tage, der mit Träumen arbeitet.

Häufig sollen Menschen auch von Treppen(steigen) träumen, häufig sollen Menschen in ihren Träumen auch verfolgt werden…

Doch egal was ist, ich denke, die Träume und ihre Bedeutung sind so individuell wie die Menschen selbst die diese Träume haben.

Eine Buchempfehlung hierzu ist: Deine Träume. Schlüssel zur Selbsterkenntnis. Ein psychologischer Ratgeber.
von Ann Faraday

Sich mehr und mehr an seine Träume erinnern zu können, kannst Du auch üben, indem Du nach dem Aufwachen den sozusagen letzten Traum aufschreibst. Jeder hat verschieden Traumphasen (REM) und die Traumsequenzen sind unterschiedlich lang. Manche Träume sind nur sekundenlang und erscheinen uns wie Stunden im Traum. Wenn Dir das Schreiben (Utensilien gleich am Schlaflager) zu schwer fällt, könntest Du Träume auch auf ein Diktiergerät sprechen.

Interessant finde ich in dem Zusammenhang Klarträume. Das heißt, der Mensch träumt und weiß gleichzeitig, daß es ein Traum ist. In solch einem Traum kannst Du ganz klar Einfluß auf Deinen Traum nehmen. Vor vielen Jahren erzählte mir mal jemand solch einen Traum, in dem sich für ihn die Hölle aufgetan hatte, und die Höllenhunde wollten ihn verschlingen. Er beschrieb sehr lange diesen Traum und schrieb dann wie er im Traum seine Angst besiegte, und diesen Traum einfach umwandelte, aus verschiedenen Dingen dann etwas machte, das ihm gefiel, z.B. ein Feuerwerk, Musik…

Mir ist auch einmal solch ein Traum passiert. In dem Moment dachte ich allerdings verrückt zu sein. Ich konnte es nicht richtig einordnen was hier abging. Es vermischte sich die Realtität, der Raum in dem ich mit einer Frau schlief, mit Traumphantasien. Ich weiß nicht, ob ich mich da an Walter’s Traum erinnert hatte. Jedenfalls begann auch ich im Laufe des Traums meine Ängste zu überwinden und verscheuchte einfach die bösen Geister. Als der letzte „Geist“ weg war der mich ängstigte, war ich hellwach.

Was ich in dem Zusammenhang sehr interessant finde ist, daß man auch Dinge träumen kann, die in der Zukunft passieren werden. Als Jugendliche hatte ich viele solcher Träume, die mich allerdings auch sehr streßten, da manche davon auch mit Tod zu tun hatten.

Wenn ich also um ein harmloses Beispiel zu nennen davon träumte zu verschlafen, tat ich dies auch. Das konnte ich mir noch halbwegs erklären, daß ich im Halbschlaf wohl gecheckt hatte, daß der Wecker geläutet hat, daß ich ihn aber nicht hören wollte?

Sehr beeindruckt war ich allerdings als mir mal mein Hausarzt dem ich einen Traum schilderte diesen interpretierte. Denn er las etwas aus meinem Traum heraus, das ich mir hätte nie vorstellen können, daß das mal wahr werden könnte. Niemals!!!Und es passierte wenige Monate später.

Ich bin der Ansicht wer lernt mit seinen Träumen zu arbeiten, hat davon einen großen Nutzen. Doch dies zu wissen und umzusetzen ist wieder ein anderes Thema. :frowning:

Gutes Träumen,

Romana