Familienaufstellungen

Liebe Experten oder auch Interessierte,

habe mich inzwischen etwas mit Büchern von Bert Hellinger beschäftigt und möchte gern wissen, was Psychologen davon halten. Es ist ja offensichtlich umstritten, aber warum?
Und wo sind die Unterschiede zu anderen Familienaufstellungen-/ therapien?

Vielleicht kann mich da jemand aufklären, vielen Dank im voraus!
shockscrew

Hallo,
warum es unter anderem umstritten ist:
Da stehen „ganz normale“ Leute, ohne jede Vorerfahrung oft, geschweige denn Erfahrung mit Techniken ihres von dem des anderen zu trennen.
Und dann stellt sie jemand auf und das, was sie fühlen, assoziieren, imaginieren wird ungefiltert für voll aussagekräftig genommen für das aufgestellte System.
Das kommt nicht nur mir hochgradig naiv und unseriös vor, wobei ich gar nicht bestreiten will,dass prinzipiell an der Idee, ein System aufzustellen, mit Stellvertretern, eine ganze Menge dran ist.
Konkret habe ich mit verschiedenen Aufstellungen immer wieder ähnliche Erfahrungen gemacht, dass da Leute mit wenig fundierter Ausbildung, die für meinen Geschmack Herrn Hellinger etwas zu sehr idealisieren und wenig kritisch betrachten durchweg ihr Konzept als das einzig wahre und überlegene am Therapiemarkt verkaufen wollen.
Es mag andere auch geben, aber an der Tatsache, dass da Leute munter ihre Projektionen, Übertragungen etc in das Systemn des Aufstellenden einmischen…ändert sich nichts.

Und so sensationell und neu ist das Ganze auch nicht, die Idee gibt es schon- in fundierterer Form- seit langer Zeit,es hiess damals glaube ich Skulpturenarbeit oder so ähnlich , der Name der Frau, die es, soweit ich weiss zum ersten Mal entwickelt hat, der fällt mir jetzt leider nicht ein.
Ich frage mich immer, was die Leute an Hellinger nun so toll und neu finden.
Gruß von Semele

Familienstellen: Hinweis auf das Archiv
Hallo,

zu Hellinger (Familienaufstellungen) gab es schon mal einen Thread. Hier:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo shockscrew,

falls Dir der Spiegel-Artikel 40 ct wert ist, hier der Link:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,182682,00.html

Focus hatte vor wenigen Wochen auch so einen Artikel, konnte ihn leider nicht mehr finden.

Tschuess Marco.

und es ist immernoch keine Therapie…

Hi,

Virgina Satir (http://www.thiesstahl.de/satir-in.htm) hat bereits in den 60ern mit Familienaufstellungen oder Familienstellen gearbeitet. Bert Hellinger mag diese Methode bekannter gemacht haben, doch er hat sie nicht entwickelt.

Auch wenn man Urteile nicht nach dem Hörensagen fällen soll, so mag ich vieles von dem über Bert Hellinger gehörte nicht.

Selbst erlebte ich schon einige Aufstellungen, vor allem bei anderen, doch auch eigene. Ich halte sehr viel davon, wenn der Therapeut sein Handwerkszeug versteht.

Meines Erachtens ist Familienstellen ein ausgezeichnetes Diagnoseinstrument. Nicht nur daß ich dadurch mehrere Erkenntnisse in meiner ersten Aufstellung allein schon hatte, ich konnte durch mehr Erkennen und Verstehen der Gesamtsituation bei einem wichtigen Thema verzeihen und beginnen loszulassen.

Familienstellen ist eine Methode von vielen. Ob sie Dir taugt, liegt nicht nur am Therapeuten, sondern auch an Dir, welcher Typ Du bist und wofür Du offen bist.

Überdies habe ich vor einiger Zeit mal eine Sendung „Familienstellen mit Bert Hellinger“ bei „Fliege“ aufgezeichnet. Ich sollte die Sendung schon längst jemanden geschickt haben. Wenn Du magst, ziehe ich Dir auch eine Kopie.

Ciao,
Romana