"V62.82 (Z63.4) Einfache Trauer
Diese Kategorie kann verwendet werden, wenn im Vordergrund der
klinischen Aufmerksamkeit die Reaktion auf den Tod eines
geliebten Menschen steht. Als Teil der Reaktion auf den
Verlust können manche trauende Personen Symptome entwickeln,
die charakteristisch für eine Episode einer Major Depression
sind (z.B. Gefühle von Traurigkeit und damit verbundende
Symptome wie Schlafstörungen, Appetitminderungen und
Gewichtsverlust). Die trauernde Person betrachtet
typischerweise die depressive Stimmung als „normal“, obwohl
sie möglicherweise professionelle Hilfe aufsucht, um Symptome
wie Schlaflosigkeit und Appetitlosigkeit zu lindern. Dauer und
Ausdrucksform einer „normalen“ Trauer sind in verschiedenen
kulturellen Gruppen sehr unterschiedlich. Die Diagnose einer
Major Depression wird im allgemeinen nicht vergeben, es sei
denn, die Symptome sind auch 2 Monate nach dem Verlust
noch vorhanden …" (DSM-IV, S. 771)
Nur dass hier nicht von einer Depression gesprochen wurde,Oliver, sondern von Trauer.
Und Trauer hat noch eine Menge anderer Symptome, als die in Deinem Zitat genannten,die dann als „major depression“ eingestuft werden.
Und selbst, wenn nach 2 Monaten irgendein Psychotheoretiker der trauernden Person eine Depression bescheinigen würde, würde es wenig daran ändern, dass nach 8 Wochen nur Meisterverdränger mit dem Trauern um eine geliebte Person fertig sind, und damit so gut wie jeder wesentlich länger als 8 Wochen braucht.
Mal ganz davon abgesehen, dass die Trauer wesentlich mehr Phasen umfasst, als nur die depressive.
Wie Du siehst, sind „Einfache Trauer“ und „8 Wochen“ (= 2
Monate) sehr wohl bekannt: Sie stehen im offiziellen
Diagnosesystem der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung
und, was Du an der Z-Nummer erkennen kannst, in der auch für
Deutschland rechtsverbindlichen Internationalen Klassifikation
der Krankheiten (ICD-10) der WHO.
Da hast Du Dir aber einen Haufen Mühe gegeben,nachzuweisen, dass Du formalpsychologisch Recht hast.
Ob das, was amerikanische Psychiater möglicherweise äussern,maßgeblich ist, wenn es um echte Gefühle geht,das ist streitbar.Aber auch das ist eigentlich nicht wichtig.
Eigentlich wichtig ist,Menschen in Krisen nicht noch einzureden, dass sie nun aber langsam mal durch sein müssten mit dem Trauern,andernfalls seien sie nämlich in eine Pathologie einzuordnen.
Mannomann, das ist ganz schön gefühlsabgespalten, was Du hier postest,und widerspricht, glaube ich fasr allen Erfahrungen mit Trauer, die Menschen so machen.
Ich habe noch nie jemanden erlebt, der oder die einen
geliebten Menschen verloren hat, der nach acht Wochen seine
beenden konnte und deshalb oder wegen der
Gefahr einer beginnenden Depression einen Arzt konsultieren
mußte.
Dieses konntest Du natürlich nur schreiben, weil Du weder
wußtest, was unter der Fachbezeichnung „Einfache Trauer“ zu
verstehen ist, noch wußtest, daß zwischen Trauer und
Depression ein enger Zusammenhang besteht, weil sich aus einer
Trauer eine Depression entwickeln kann. Weil beide
„Zustandsbilder“ phänomenologisch sehr ähnlich sind, können
sie verwechselt werden. Daher: Hält ein Symptombild wie
„Einfache Trauer“ länger als 2 Monate (= 8 Wochen) an, dann
sollte die Diagnose einer Major Depression in Betracht gezogen
werden.
Das interessiert aber jemanden, der konkret trauert einen,äh,Sch…dreck, denn um Kopfwissen(das zudem strittig sein dürfte ) geht es hier nicht.
Ich wollte mit dieser Ergänzung einfach nur der fatalen Annahme
vorbeugen, eigentlich müssten Trauernde mit ihrem Verlust doch
recht zügig fertig werden.
Ich glaube eher, daß Du Dich mit Deiner „Ergänzung“ als
Besserwisserin darstellen wolltest und glatt auf den Bauch
gefallen bist.
Das glaube ich nicht, es geradezu notwendig das zu erwähnen, aus dem von Benton genannten Grunde und als Besserwisser trittst Du eher hier an einem völlig unpassendem Ort auf.
Um das zu spüren, braucht es gar keine 10 Semester Psychologie, da reicht ganz normale Lebenserfahrung und ein gesundes Gefühl.
Traurig ist, daß Du nach Deiner ViKa Diplom-Pädagogin bist,
die als beruflichen Schwerpunkt die Trauerberatung (!) gewählt
hat. Erkundige Dich bitte etwas mehr über Trauer, bevor Du
Leute in einem Bereich berätst, in dem Du anscheinend selbst
Wissenslücken hast.
Traurig ist außerdem, daß Dein Posting anscheinend von
jemandem als inhaltlich wertvoll angesehen wurde, obwohl es
vor allem zeigt, daß Dein Wissen ergänzungsbedürftig ist.
Traurig ist, dass nach 10 Sem Psych jemand so gnadenlos seinen Film auf ein völlig angemessenes posting projizieren kann.
Hoffentlich lassen sie Dich nicht auf Menschen in Krisen los, bevor Du nicht ein ordentliches Maß an fundierter Supervision genommen hast…
Hoffentlich hast Du wenigstens die menschliche Größe, Deinen
Irrtum einzugestehen und Dich für Deine vorschnelle und sehr
provozierende Kritik zu entschuldigen.
Da bleibt nur zu hoffen, dass Du die menschliche Größe hast, einen passenderen Berufsweg einzuschlagen, vielleicht Automechaniker oder so was, da braucht es keine emotionale Kompetenz in Krisensituationen.
Zusammengefasst:
Es geht hier nicht um Dein angekratztes Ego, sondern um einen Menschen ,der eine wichtige und schwierige ALebensphase zu bewältigen versucht.
Kopfschüttelnd,Semele