Ihr helfen, ihr Selbstwertgefühl zu entwickeln

Hallo,
Ich habe eine Kumpelline, die ist 20 Jahre alt, sieht sehr hübsch aus und hat aber Probleme mit sich selbst. Darauf gehe ich gleich noch näher ein.Um es vorweg zunehmen, meine Frage an Euch lautet wie folgt:smiley:ie Kathrin wird mit mir das übernächste Wochenende verbringen und meine Absicht ist es, das ich ihr irgendwie auf lockere Art und Weise helfen kann, dass es ihr seelisch besser geht und sie mehr Selbstwertgefühl entwickelt. Vielleicht kennt ihr irgendwelche Spiele oder habt Denkanstöße.Die Kathrin wohnt seit einem Jahr bei ihrer Erwachsenen Schwester in einer neuen Stadt sie hier keine Freunde und kennt auch keinen weiter außer mich. Ich weiß nicht, was ich Euch jetzt noch mehr an Informationen mitteilen soll. Vielleicht reicht das ja fürs Erste.

Grüße, Matthias.

Hallo, Matthias,

so schnell, an einem Abend, wirst du das Problem kaum lösen können. Du kannst ihr helfen, wenn du sie über längere Zeit entsprechend behandelst bzw. mit ihr umgehst, also sie ernst nimmst und ihr zeigst, dass sie für dich wertvoll und vollwertig ist. Vielleicht würde es ihr auch helfen, bei ihrer Schwester auszuziehen und alleine zu wohnen. (Hat bei mir damals hervorragend funktioniert, mich von meiner Familie und damit dem Wissen, dass schon jemand da sein wird, wenn ich was falsch mache, zu lösen). Denn ein größeres Geschwist ist doch auch jemand, der einem was sagen darf und auf den man hört. Wenn sie sich keine eigene Wohnung leisten kann, wäre eine WG vielleicht nicht schlecht. Vielleicht solltest du sie auch ermutigen, sich Vereinen anzuschließen, wenn du in einem bist, nimm sie halt mit, oder führ sie in deinen Freundeskreis ein. Da ist sie dann gleich mehr drin, weil sie dich schon kennt, und wird leichter von den anderen akzeptiert, weil du sie mitbringst. Sie hat vermutlich auch Probleme, auf andere zuzugehen. Auf jeden Fall solltest du versuchen, sie davon abzuhalten, sich in ihrem Zimmer einzuschließen oder nur Sachen zusammen mit ihrer Schwester zu machen. Wird aber ein längerer Prozess.
Was macht sie denn beruflich, bzw. wieso ist sie in einer fremden Stadt? Wenn sie da studiert, ist es nicht so schwer, Kontakte zu knüpfen, aber wenn sie da normal arbeitet, wird es schwieriger; in einem Büro in die Clique reinzukommen, ist meist nicht so einfach.
Ich wünsch dir auf jeden Fall einen langen Atem und viel Erfolg.

Die Elbin

PS: Wo seid ihr denn?

Hallo Matthias, hallo Elbin,
Hallo Matthias, hallo Elbin,

ich persönlich finde, dass es von so vielen Faktoren (vor allem Eindrücke, Vorgelebtes, Erfahrenes aus der Kindheit, ohne Eltern jetzt in irgendeiner Weise „beschuldigen“ oder für alles verantwortlich machen zu wollen) abhängt, daß es sehr „löblich“ u. lieb von dir ist, ihr helfen u. sie unterstützen zu wollen.
Sicherlich bin ich der Meinung, daß einem Rückhalt aus dem Bekanntenkreis hilft, aber das Selbstvertrauen selbst hat man oder nicht. Und wenn nicht/weniger, dann sollte man überlegen, seine Handlungsmuster, Denkweisen und vor allem Sichtweisen (die nicht selten sehr fokussiert und einseitig sind) kennenzulernen. Diese müßte man dann - betonung wieder „meiner Meinung/Erfahrung nach“ - selbst mühevoll überdenken und überlegen, ob nicht irgend eine Sichtweise etc. vielleicht doch „falsch“ sein könnte.
Sicherlich hilft es, wenn man im Gespräch mit jemandem anderen darüber nachdenken u. neue Erkenntnisse machen kann. Ich finde das interessant aber auch mühevoll, aber sicher sinnvoll und mit Wirkung für die Zukunft.
Es gibt nicht viele Menschen, mit denen man das machen kann, wenn Sie in dir so einen hat, der sich wirklich für sie interessiert und es ehrlich meint ohne Hintergedanken, dann kann man sie nur beglückwünschen.

Liebe Grüße Michaela

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Hallo,
Ich habe eine Kumpelline, die ist 20 Jahre alt, sieht sehr
hübsch aus und hat aber Probleme mit sich selbst. Darauf gehe
ich gleich noch näher ein.Um es vorweg zunehmen, meine Frage
an Euch lautet wie folgt:smiley:ie Kathrin wird mit mir das
übernächste Wochenende verbringen und meine Absicht ist es,
das ich ihr irgendwie auf lockere Art und Weise helfen kann,
dass es ihr seelisch besser geht und sie mehr Selbstwertgefühl
entwickelt.

Warum willst du sie verändern? Wer gibt dir das Recht? Wer hat dich dazu aufgefordert.

Vielleicht kennt ihr irgendwelche Spiele oder habt

Denkanstöße.Die Kathrin wohnt seit einem Jahr bei ihrer
Erwachsenen Schwester in einer neuen Stadt sie hier keine
Freunde und kennt auch keinen weiter außer mich.

Hast du mal überlegt, daß sie umgezogen ist, weil dieses ständige: „Ich finde dich so toll und möchte dein Selbstwertgefühl steigern“ dort total auf den Senkel ging?

Ich weiß

nicht, was ich Euch jetzt noch mehr an Informationen mitteilen
soll. Vielleicht reicht das ja fürs Erste.

Behandel sie einfach wie ein mensch, der so akzeptiert ist wie er ist, mit allseinen Vorteilen und all seinen Macken.

einem Rosllstuhlfahrer hilfst du auch nicht, wenn du ihn auf die Beine stellen willst, sondern nur dadurch, daß du ihn so nimmst, wie er dir begegnet.

gruss
winkel

Hallo Elbin,

so schnell, an einem Abend, wirst du das Problem kaum lösen
können. Du kannst ihr helfen, wenn du sie über längere Zeit
entsprechend behandelst bzw. mit ihr umgehst, also sie ernst
nimmst und ihr zeigst, dass sie für dich wertvoll und
vollwertig ist. Vielleicht würde es ihr auch helfen, bei ihrer
Schwester auszuziehen und alleine zu wohnen. (Hat bei mir
damals hervorragend funktioniert, mich von meiner Familie und
damit dem Wissen, dass schon jemand da sein wird, wenn ich was
falsch mache, zu lösen). Denn ein größeres Geschwist ist doch
auch jemand, der einem was sagen darf und auf den man hört.
Wenn sie sich keine eigene Wohnung leisten kann, wäre eine WG
vielleicht nicht schlecht. Vielleicht solltest du sie auch
ermutigen, sich Vereinen anzuschließen, wenn du in einem bist,
nimm sie halt mit, oder führ sie in deinen Freundeskreis ein.
Da ist sie dann gleich mehr drin, weil sie dich schon kennt,
und wird leichter von den anderen akzeptiert, weil du sie
mitbringst. Sie hat vermutlich auch Probleme, auf andere
zuzugehen. Auf jeden Fall solltest du versuchen, sie davon
abzuhalten, sich in ihrem Zimmer einzuschließen oder nur
Sachen zusammen mit ihrer Schwester zu machen. Wird aber ein
längerer Prozess.
Was macht sie denn beruflich, bzw. wieso ist sie in einer
fremden Stadt? Wenn sie da studiert, ist es nicht so schwer,
Kontakte zu knüpfen, aber wenn sie da normal arbeitet, wird es
schwieriger; in einem Büro in die Clique reinzukommen, ist
meist nicht so einfach.
Ich wünsch dir auf jeden Fall einen langen Atem und viel
Erfolg.

der nicht eintreten wird. Denn ich habe in der Phase bei solchen „Hilfsversuchen“ schlicht das Kotzen gekriegt und mich noch mehr zurückgezogen. Nehmt doch mal euer Gegenüber so wie es ist, es ist interessanter so. Denn wenn „wir“ so wären wie ihr, dann wären wir aufdringlich und langweilig und das wollen „wir“ nicht sein.

Nicht der Kranke ist krank, sondern die Welt in der er lebt.

gruss
winkel

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Denn ich habe in der Phase bei

solchen „Hilfsversuchen“ schlicht das Kotzen gekriegt und mich
noch mehr zurückgezogen. Nehmt doch mal euer Gegenüber so wie
es ist, es ist interessanter so. Denn wenn „wir“ so wären wie
ihr, dann wären wir aufdringlich und langweilig und das wollen
„wir“ nicht sein.

Hi, Winkel,

ich bin meinem Mann sehr dankbar dafür, dass er über die Jahre hinweg - damals noch als Freund - mein Selbstbewusstsein auf ähnliche Weise aufgebaut hat. Nimm es als Erfahrungsbericht. Ich habe z. B. unter mangelndem Selbstbewusstsein enorm gelitten und war froh, dass jemand da war, der mich mal rausgeschleppt hat aus meinen vier Wänden. Es kann durchaus helfen, und es kann dem Geholfenen durchaus gefallen und vielleicht fühlt er - sie - sich hinterher besser.
Man sollte es halt nicht übertreiben und sagen: So, jetzt tun wir mal was gegen dein Unwertgefühl!

Gruß, die Elbin

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Hi, Michaela,

da hast du Recht, aber es hilft, wenn man jemand hat, der einem ein bisschen den WEg zeigt und auch da ist, wenn dieser Weg mal schwierig wird und man am liebsten wieder aufgeben möchte. Auch nur meine eigene Erfahrung, klar, es gibt sicher auch Leute, die so was lieber alleine durchstehen, aber ich bin froh, dass ich jemanden hatte (eigentlich zwei), die immer für mich da waren auf diesem Weg. Jetzt bin ich soweit, dass ich alleine weitermachen kann, aber dafür habe ich diese Basis gebraucht.

Die Elbin

Hallo Matthias!
Selbstwertgefühl ist wie der Name schon sagt, eine Reflexion
des vermeintlichen Selbst! Du wirst kaum in der Lage sein, ihr
zu mehr Gefühl zu verhelfen, wie sie selbst es sich zugesteht.
Winkel hat da sicherlich nicht unrecht. Allerdings kannst du
Ihr, wenn es denn auch ehrlich gemeint ist, Referenzerlebnisse
geben, die sie veranlassen, ihr Selbstwertgefühl zu relativieren
bzw. zu verändern. Z.B. In dem du ihr zeigst, wie wertvoll sie für DICH ist. Allerdings ist die Gefühlsebene eine andere, als
die Vernunftebene. Das ist eher ein Prozess, denn eine
Wochenendaktion. Im übrigen kommt es drauf an, ob sie deine
Bemühungen denn auch trägt und ihr paritätisch aufeinander eingeht, so wie es die Elbin beschrieben hat. Oder ob „ES“ sich wehrt! Denn auch dein Gefühl ihr gegenüber wird sich verändern,
wenn du dich IHR näherst, so wie ihr Gefühl dir gegenüber!
Und du mußt dir im Klaren darüber sein, so wie die Elbin gesagt
hat (Klasse!), dass du sie denn auch wieder ziehen lassen mußt.
Sie wieder Loslassen können, stellt dann für dich eine Herausforderung dar! Nachdem du soviel „investiert“ hast!
Gruss
HC

Nicht der Kranke ist krank, sondern die Welt in der er lebt.

So wie z.B. bei Schizophrenie, psychoorganischen Störungen, Manie, Depression etc… nicht wahr :wink:?
Solche humanistischen Ansätze sind leider sehr simplifizierend und haben kaum Effekte (siehe z.B. Comer, 1998 - hier findet sich die Beschreibung von Patienten, die nach dem humanistischen Ansatz sich selbst überlassen wurden, aber leider nicht mehr zur Selbstversorgung fähig waren [bis andere Therapien ihnen geholfen haben]).

Bei der genannten Person wären sicherlich Methoden der Verhaltenstherapie wie das Soziale Kompetenztraining, Stressmanagement etc. angezeigt - allerdings nicht ohne vorausgehende vollständige diagnostische Abklärung (dazu ist der Begriff des Selbstbewusstseins in der Berichterstattung einfach zu unscharf, heißt, die Person muss direkt in ihrem Verhalten etc. von einem Fachmann eingeschätzt werden)!
Die Vorschläge von Elbin halte ich ebenso für sinnvoll und auf der Ebene des Laien als die einzig sinnvollen Möglichkeiten einer Intervention (außer der Zuführung zu einem psychologischen Psychotherapeuten).

MfG,
D. Capt.

PS: Für sinnvoll (wenn auch sehr provozierend verfasst) hielt ich Dein erstes Posting zu dieser Thematik, das die Aussage beinhaltete, daß nicht jeder mit einem „unbequemen“ oder sonstigen abweichenden Verhalten gleich therapiebedürftig, gestört oder krank sein muss. Das ist völlig richtig - deshalb halte ich auch eine Ferndiagnose über Internet ebenso für falsch wie die Einschätzung von Laien oder die generelle Annahme, daß der/die Kranke (im Hinblick auf psychische Störungen übrigens „Gestörte“, denn es existieren dem Begriff nach keine psychischen Erkrankungen) nicht krank ist, sondern seine Umwelt.

Der Capt. (der Diagnostik deshalb gut findet)

Lit.:
Comer, R.(1998) Klinische Psychologie. Heidelberg: Springer.

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Nicht der Kranke ist krank, sondern die Welt in der er lebt.

So wie z.B. bei Schizophrenie, psychoorganischen Störungen,
Manie, Depression etc… nicht wahr :wink:?
Solche humanistischen Ansätze sind leider sehr simplifizierend
und haben kaum Effekte (siehe z.B. Comer, 1998 - hier findet
sich die Beschreibung von Patienten, die nach dem
humanistischen Ansatz sich selbst überlassen wurden, aber
leider nicht mehr zur Selbstversorgung fähig waren [bis andere
Therapien ihnen geholfen haben]).

Das ist so natürlich richtig.
Ich hab es nur so gesehen, daß die Freundin eigentlich mit ihrer Eigenheit gut leben kann, sich aber durchaus durch die selbsternannten Helfer genervt fühlt. dann stellt sich nämlich die Frage, ob nicht der Helfer hier den vermeintlich Kranken benutzt, um eigene psychologische Defizite zu kompensieren.

Angenommen der Helfer hat selbst ein eingeschränktes Selbstbewußtsein und versucht durch das Aufpäppeln der Freundin sich selbst einen „Selbstwert“ zu schaffen? Dann stimmt die Aussage wieder: Nicht die vermeintlich Hilfebedürftige ist die Kranke, sondern der Helfer!

Bei der genannten Person wären sicherlich Methoden der
Verhaltenstherapie wie das Soziale Kompetenztraining,
Stressmanagement etc. angezeigt - allerdings nicht ohne
vorausgehende vollständige diagnostische Abklärung (dazu ist
der Begriff des Selbstbewusstseins in der Berichterstattung
einfach zu unscharf, heißt, die Person muss direkt in ihrem
Verhalten etc. von einem Fachmann eingeschätzt werden)!
Die Vorschläge von Elbin halte ich ebenso für sinnvoll und auf
der Ebene des Laien als die einzig sinnvollen Möglichkeiten
einer Intervention (außer der Zuführung zu einem
psychologischen Psychotherapeuten).

Das ist es ja eben: Der Poster stellt einfach fest, sie habe ein eingeschränktes Selbstbewußtsein. Wie kommt er zu dieser Feststellung? Es sei denn, so er nicht vom Fach ist, was hier anzunehmen ist, daß er selbst aus dieser Feststellung sein Helfersyndrom nähren möchte.

PS: Für sinnvoll (wenn auch sehr provozierend verfasst) hielt
ich Dein erstes Posting zu dieser Thematik, das die Aussage
beinhaltete, daß nicht jeder mit einem „unbequemen“ oder
sonstigen abweichenden Verhalten gleich therapiebedürftig,
gestört oder krank sein muss. Das ist völlig richtig - deshalb
halte ich auch eine Ferndiagnose über Internet ebenso für
falsch wie die Einschätzung von Laien oder die generelle
Annahme, daß der/die Kranke (im Hinblick auf psychische
Störungen übrigens „Gestörte“, denn es existieren dem Begriff
nach keine psychischen Erkrankungen) nicht krank ist, sondern
seine Umwelt.

genau so.

gruss
winkel

reine Spekulation!

Ich hab es nur so gesehen, daß die Freundin eigentlich mit
ihrer Eigenheit gut leben kann, sich aber durchaus durch die
selbsternannten Helfer genervt fühlt.

Aha - aber wo „siehst“ Du das denn? Im Posting des Users gibt es darauf keine Hinweise, er schreibt nur, sie „…hat [aber] Probleme mit sich selbst.“. Er möchte ihr helfen und das ist auch nicht unberechtigt, wenn ihm etwas an ihr liegt. Deine Annahme ist höchst spekulativ.

dann stellt sich nämlich
die Frage, ob nicht der Helfer hier den vermeintlich Kranken
benutzt, um eigene psychologische Defizite zu kompensieren.

Welche „Defizite“ sollen das dann sein? Und wieso sollten sie dann „kompensiert“ werden? Ist das nicht alles hochspekulativ, wenn der User einzig schreibt, er möchte seiner Freundin zu einem höheren „Selbstwertgefühl“ verhelfen?

Angenommen der Helfer hat selbst ein eingeschränktes
Selbstbewußtsein und versucht durch das Aufpäppeln der
Freundin sich selbst einen „Selbstwert“ zu schaffen?

Reine Spekulation! Es gibt darauf überhaupt keine Hinweise in seinem Text und an der Stelle des Users würde ich mich über eine solche Unterstellung beschweren. Wie definierts Du eigentlich ein „eingeschränktes Selbstbewusstsein“ vielleicht klärt dies dann diesen Punkt von Dir auf?

Dann
stimmt die Aussage wieder: Nicht die vermeintlich
Hilfebedürftige ist die Kranke, sondern der Helfer!

Arg konstruiert - aber auch dann nicht korrekt, denn es könnten (angenommen, Deine Spekulation trifft zu) beide Personen ein geringes Selbstwertgefühl besitzen und beide krank sein. Abgesehen davon macht dann diese Annahme keine Aussage darüber, ob sich die Freundin nicht helfen lassen möchte. Auch Dein Umkehrschluss ist überhaupt nicht nachvollziehbar - kann denn ein „Kranker“ nicht auch eine Wahrnehmung für pathologische oder abweichende Entwicklungen bei anderen besitzen? Und damit andere als Krank anerkennen? Ist denn jemand, der erkrankt oder gestört ist, per se so weit von einer integrativen kognitiven, sensorischen und behavioralen Interaktion mit seiner Umwelt entfernt, daß er pathologische Entitäten bei anderen nicht mehr erkennen vermag? Das ist doch Unsinn!
Übrigens: Vor kurzen wurde hier sogar die Ansicht vertreten, daß man nur als psychisch Gestörter andere psychisch Gestörte erkennen könne (ich halte hier aber niemanden für psychisch gestört aufgrund seiner Zeilen und diese Aussage spiegelt nicht unbedingt meine Meinung wieder).

Das ist es ja eben: Der Poster stellt einfach fest, sie habe
ein eingeschränktes Selbstbewußtsein.

Richtig.

Wie kommt er zu dieser Feststellung?
Es sei denn, so er nicht vom Fach ist, was hier
anzunehmen ist, daß er selbst aus dieser Feststellung sein
Helfersyndrom nähren möchte.

Es ist unbekannt, wie er zu seiner Feststellung gelangte - aber bevor ihm etwas unterstellt wird, sollte man ihn besser fragen. Abgesehen davon existiert kein diagnostizierbares „Helfersyndrom“ (siehe ICD-10, DSM-4) - der Begriff ist laienpsychologisch und nicht objektiviert oder auch objektivierbar. Würden denn dann nicht alle Altruisten (und damit wären dann auch nichtenschliche Organismen wie Herdentiere etc. betroffen) einen solchen Krankheitswert aufweisen? Und ist nicht ein Syndrom die Zusammenfassung spezifischer psychopathologischer Symptome (vgl. Ebert)? Welche sollen das dann sein??

PS: Für sinnvoll (wenn auch sehr provozierend verfasst) hielt
ich Dein erstes Posting zu dieser Thematik, das die Aussage
beinhaltete, daß nicht jeder mit einem „unbequemen“ oder
sonstigen abweichenden Verhalten gleich therapiebedürftig,
gestört oder krank sein muss. Das ist völlig richtig - deshalb
halte ich auch eine Ferndiagnose über Internet ebenso für
falsch wie die Einschätzung von Laien oder die generelle
Annahme, daß der/die Kranke (im Hinblick auf psychische
Störungen übrigens „Gestörte“, denn es existieren dem Begriff
nach keine psychischen Erkrankungen) nicht krank ist, sondern
seine Umwelt.

genau so.

Ach ja? Damit widersprichst Du Dir ja selbst - denn Du machst doch Annahmen über den User und baust darauf Argumentationsketten auf, gibst sogar Verhaltenshinweise (das eben der User seine Freundin in Ruhe lassen soll), wenn das nicht Ferndiagnose ist…

gruss
winkel

Gruss zurück,
D. Captain

Lit.:
Ebert, D. (2001). Psychiatrie systematisch (4. Aufl.). Bremen: UNI-Med

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Huhu Matthias,
ich bin um einige Jahre älter als Kathrin, kann mich aber eventuell ein bißchen in ihre Lage versetzen. Du willst wissen, wie Du mit ihr umgehen sollst (schon ulkig, denn sowas sollte aus-dem-bauch heraus geschehen). Spaß on: hast Du gesunde Zähne und siehst gepflegt aus? Spaß off.

Deine Frage an sich ist schon irre (hihihi). Offensichtlich kennt ihr euch kaum und du vermutest nur, das es ihr schlecht geht. Wenn du diese Frage an Dich stellst und mit ein bißchen oder (vielleicht doch ganz und gar?) JA beantworten kannst, sei einfach so, wie du bist. es wird nämlich nicht nötig sein, dich zu verstellen, wenn SIE oder DU Probleme has/bt. falls sie welche hat, ist sie mit ihren eigenen beschäftigt und wird sich Dir nur dadurch anvertrauen können, wenn Du „du selbst bist“ oder nie. sollte sie keine haben muss ich dir nicht erzählen wie doof du dastehen wirst falls du dich verbiegst.
Du triffst Dich mit ihr, sie wird genauso aufgeregt sein wie Du und alles wird gut. Übertreibe nicht mit dem, was Du fühlst. Wenn Du Scheiße aussiehst und Dich auch so fühlst wirst DU etwas ändern.
Ergo: vertraue dir, dann wird alles gut.

PS: sollte es nicht funktionieren, liegt es nicht unbedingt an ihr oder Dir - es könnte auch einfach die gewisse „Chemie“ schuld sein. Man findet ja immer was ;o).