Borderlinephänomene
Hi Altraia
Ich gehe mal davon aus, da diene Freundin ja therapeutisch betreut wird, daß „Boderline“ nicht nur ihre Meinung ist, sondern ihre Diagnose.
Leider gehört die Boderline-Persönlichkeitsstörung zu den schwierigsten und komplexesten Störungen: Sie enthält Phasen bzw. Anteile von fast allen anderen Störungen. Dazu gehören eben auch depressive Erscheinungen wie auch Phasen, in denen mit dem Suizidgedanken gespielt wird.
Das ist natürlich ebenso ernst zu nehmen, wie es auch sein kann, daß sie „morgen“ soetwas weit von sich weist.
Sie … war schon zweimal in der Psychiatrie
Psychiatrie? Wenn es vielmehr eine psychosomatisch orientierte Klinik war, war das das beste, was sie tun konnte. Auch Psychoanalyse hat eine gute chance, die Erscheinungen abzufangen. Aber es gibt nur wenige Psychoanalytiker, die sich damit speziell auskennen. Und von endgültigen Behebungen der Probleme habe ich noch nicht gehört. Sehr wohl aber, daß eine Stabilisierung des Verhaltens im sozialen Umfeld erreicht wurde. Die meisten Borderliner sind eh im sozialen Umfeld „unauffällig“ - bis sie plötzlich in eine Auslöse-Situation geraten: Dann kann es passieren, daß die Fetzen fliegen…
Nun geht es ihr also immer schlechter, und sie hat diese Aussage gemacht.
Wie gesagt: Wenn es Boderline ist, könnte(!) auch dies wiederum ( daß sie empfindet, daß es ihr immer schlechter gehe) eine Phase sein, die bald in eine ganz andere wechselt. Das heißt natürlich nichts, aber man sollte nicht überrascht sein, wenn sie „morgen“ findet, daß es ihr nie so gut ging wie jetzt.
Den Namen ihrer Therapeutin weiß ich nicht…
Aber du könntest sie fragen, ob ihre Therapeutin davon weiß, daß sie Suizidgedanken hegt…
und mit den Eltern, bei denen sie noch wohnt, kann man nicht reden.
Bingo! Borderline hat sehr oft (so viel ich weiß, sogar immer) eine Quelle in Komplikationen der familiären Kommunikation.
Ich nehme ihre Ankündigung schon recht ernst.
Das ist das beste, was du tun kannst. Unterhalte dich mit ihr darüber, wenn ihr(!) danach ist. Hör ihr zu - möglichst angstfrei deinerseits und vor allem: ohne ihre Gedankengänge zu bewerten und zu beurteilen. Frag sie genauer, wie sie es sieht, wie sie es erlebt (du weißt wie ich das meine?). Leiste ihren Gedankegängen keinen Widerstand. Versuch nicht, gegen sie zu argumentieren (wenn sie wirklich Borderlinerin ist, würde dir das schlecht bekommen *smile*). Laß es dir so erklären, als ob du von ihr lernen wolltest, wie es einem in so einer Verfassung geht…
Das könnte vorübergehend ihr Stimmungslage verändern…
Ein Rezept gibt es hier nicht… nirgendwo im ganzen psychischen Geschehen…
Und darüber hinaus bleibt nur, daß du deine Verfassung, in der du Sorge um sie hast, aushältst…
Grüße
Metapher