Ich bin mir jetzt nicht wirklich sicher, ob das hier so hingehört - in dieses Forum. Aber ich denke, daß hier die Wahrscheinlichkeit am größten ist, die Antworten zu bekommen, die ich gerne hätte.
Zum Hintergrund: Ich bin seit zwei Jahren verheiratet. Meine Frau und ich haben im September eine Fehlgeburt hinter uns gebracht. Meine Frau war in der elften Woche und es war auch - zumindest von mir - ein absolutes Wunschkind.
Nach der Fehlgeburt habe ich mit meinen Gefühlen komplett zurückgesteckt und meinen Schmerz vor meiner Frau versteckt, um für sie dasein zu können. Ich dachte halt, daß es ihr wesentlich schwerer fallen müßte, da sie bereits in so frühem Alter eine relativ nahe Beziehung zu dem Kind hätte aufgebaut haben müssen. Irgendwie habe ich dann nur den Moment verpasst, mich meiner Frau wieder zu öffnen.
Dieser Zustand des Schmerzes in mir machte mich meiner Frau gegenüber lieblos und aggresiv (nein, habe nicht geschlagen!) - bis sie letztenendes zu ihrer Mutter abgehauen ist. Nun ist mir die gesamte Problematik klar geworden, sie ist aber nicht dazu zu bewegen, wieder nach Hause zu kommen. Sie sagt, sie weiß auch gar nicht mehr, ob diese Ehe noch eine Chance hätte. Nun weiß ich aber nicht mehr weiter, weil ich damit alleine nicht klar komme und innerlich ersaufe.
Welche Möglichkeiten habe ich in dieser Situation?
ein Versuch…
Hallo!
Eine sehr sehr traurige Geschichte.
Ich kann versuchen dir eine Antwort zu geben, allerdings weiß ich nicht, inwieweit du bereit bist, sie anzunehmen und an dir zu arbeiten!
Es wird nicht einfach für dich werden, deine Frau wieder zurückzubekommen, denn du hast sie sehr verletzt.
Am besten wäre es, wenn du mit ihr reden würdest, über alles, ein sehr ausführliches Gespräch, kein 30 min. Ding!
Denn nur so habt ihr beide eine Chance, den anderen zu verstehen!
Und vielleicht wieder zueinander zu finden!
Ich kann das Verhalten deiner Frau sehr gut verstehen, denn sie hat , auch so, wie du es sagst, die zeit nach der Fehlgeburt fast alleine durchstehen müssen. Du warst nicht für sie da.
Du mußt viel an dir arbeiten. Denn wenn du dich nicht änderst, werden all diese Probleme, mit dem Zurückziehen, wieder auftauchen, zwar in anderer Form, aber es wird den Selben Sinn haben.
Wichtig ist es, das du dich fragst, woher das kommt, das du dich bei KOmmer und TRauer so zurückziehst?
Du hast in deiner Vergangenheit etwas erlebt, was dich jetzt immer sp reagieren läßt, wenn du damit konfrontiert wirst!
Da mußt du ran!
Es wird schwer für dich. Und du wirst schwere und quälende Momente erleben, aber glaube mir, es ist es werth!
herzlich liebe Grüße und viel Kraft und Energie!
Berlind
Hallo Stage Zero,
ich möchte Dir ein Buch empfehlen, in der sehr gut Trauer um
verlorene Kinder beschrieben wird und wie die Paare miteinander
umgehen (auch wenn es anders scheint, es geht um Paare).
Mit der Trauer ist es schwierig. Ihr trauert beide, aber jeder
doch allein. So ist das ganz normal. Während des Prozesses
reagieren Paare sehr unterschiedlich, ihr müßt beide dran
arbeiten, es zu verarbeiten, nicht Du allein.
Das Buch:
von Ursula Goldmann-Posch
„Wenn Mütter trauern“ - ein Sachbuch erschienen beim Knaur-Verlag
ISBN: 3-426-04806-X Buch anschauen
Grüße
hd
Ich bin mir jetzt nicht wirklich sicher, ob das hier so
hingehört - in dieses Forum. Aber ich denke, daß hier die
Wahrscheinlichkeit am größten ist, die Antworten zu bekommen,
die ich gerne hätte.
Zum Hintergrund: Ich bin seit zwei Jahren verheiratet. Meine
Frau und ich haben im September eine Fehlgeburt hinter uns
gebracht. Meine Frau war in der elften Woche und es war auch -
zumindest von mir - ein absolutes Wunschkind.
Nach der Fehlgeburt habe ich mit meinen Gefühlen komplett
zurückgesteckt und meinen Schmerz vor meiner Frau versteckt,
um für sie dasein zu können. Ich dachte halt, daß es ihr
wesentlich schwerer fallen müßte, da sie bereits in so frühem
Alter eine relativ nahe Beziehung zu dem Kind hätte aufgebaut
haben müssen. Irgendwie habe ich dann nur den Moment verpasst,
mich meiner Frau wieder zu öffnen.
Dieser Zustand des Schmerzes in mir machte mich meiner Frau
gegenüber lieblos und aggresiv (nein, habe nicht geschlagen!)
- bis sie letztenendes zu ihrer Mutter abgehauen ist. Nun ist
mir die gesamte Problematik klar geworden, sie ist aber nicht
dazu zu bewegen, wieder nach Hause zu kommen. Sie sagt, sie
weiß auch gar nicht mehr, ob diese Ehe noch eine Chance hätte.
Nun weiß ich aber nicht mehr weiter, weil ich damit alleine
nicht klar komme und innerlich ersaufe.
Welche Möglichkeiten habe ich in dieser Situation?
Hallo!
Das ist wirklich sehr traurig. Du musst unbedingt mit deiner Frau sprechen. Denn nur durch eine gründliche Aussprache lässt sich die Sache bereinigen.
Versuche mit ihrer Mutter zu sprechen, ob sie dich vielleicht unterstützt. Oder schreibe deiner Frau einen Brief und versuche ihr auf diese Weise alles zu erklären. Entschuldige dich und erkläre ihr wie sehr du unter der Fehlgeburt und der ganzen Situation leidest. Du musst dich unbedingt öffen und ehrlich darüber sprechen.
Für die Zukunft solltet ihr euch vornehmen, dass ihr von nun an immer sofort über Probleme sprecht.
Ich wünsche dir viel Glück.
Gruß Sylvia
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Hej hd!!
wollte dir nur kurz schreiben, das ich deine Antwort sehr sehr gut fand!
liebe grüße
Berlind
Ich habe mir auch schon genau darüber Gedanken gemacht… und eben auch in der Vergangenheit gesucht, was dazu geführt haben könnte.
Da ist mir durchaus eine Sache aufgefallen… Immer wenn ich Probleme hatte, und meine Eltern das herausgefunden haben, habe ich erstmal einen Anschiß bekommen - aber geholfen wurde mir nicht.
Beispiel:
Wurde ich in der Schule immer und immer wieder verprügelt -> Irgendwann rief der Lehrer an, wegen Sorge um mich -> mein Vater erteilte mir einen tierischen Anschiss, weil ich mich nicht gewehrt habe -> Situation eskalierte und ich habe mir schon wieder eine gefangen…
Im Prinzip lief es immer so - egal um welche Probleme es ging. Man wusste immer, was besser für mich war… Aber egal.
Gut, auf jeden Fall denke ich, daß dies irgendwo der Grund dafür ist - aber wie komme ich jetzt weiter? Ich weiß nicht, wie ich dagegen anarbeiten kann.
Du hörst Dich an als hättest Du das selbst schonmal durchgemacht?
…
na denn…
Hi St.Z.!
Ich bin mir jetzt nicht wirklich sicher, ob das hier so
hingehört - in dieses Forum. Aber ich denke, daß hier die
Wahrscheinlichkeit am größten ist, die Antworten zu bekommen,
die ich gerne hätte.
We give uns the beste Mühe…
… aber ich kann nicht garantieren, dass du gerade DAS hören willst…
Zum Hintergrund: Ich bin seit zwei Jahren verheiratet. Meine
Frau und ich haben im September eine Fehlgeburt hinter uns
gebracht. Meine Frau war in der elften Woche und es war auch -
zumindest von mir - ein absolutes Wunschkind.
Was heisst „zumindest von mir“? Sorry, harte Worte, aber weisst du nicht mal, ob auch sie sich das Kind gewünscht hat?
Nach der Fehlgeburt habe ich mit meinen Gefühlen komplett
zurückgesteckt und meinen Schmerz vor meiner Frau versteckt,
um für sie dasein zu können.
Das war wohl schon dein grösster Fehler. Warum solltest du deine Gefühle verstecken?
Sei (vielleicht in Zukunft…) einfach ehrlich, zeig deine Gefühle, wie auch immer die sind.
Ich dachte halt, daß es ihr
wesentlich schwerer fallen müßte, da sie bereits in so frühem
Alter eine relativ nahe Beziehung zu dem Kind hätte aufgebaut
haben müssen. Irgendwie habe ich dann nur den Moment verpasst,
mich meiner Frau wieder zu öffnen.
Du hast wohl nicht leider „den richtigen Moment“ verpasst, sondern hättest es von vornherein nicht verstecken sollen.
Dieser Zustand des Schmerzes in mir machte mich meiner Frau
gegenüber lieblos und aggresiv (nein, habe nicht geschlagen!)
- bis sie letztenendes zu ihrer Mutter abgehauen ist. Nun ist
mir die gesamte Problematik klar geworden, sie ist aber nicht
dazu zu bewegen, wieder nach Hause zu kommen. Sie sagt, sie
weiß auch gar nicht mehr, ob diese Ehe noch eine Chance hätte.
Nun weiß ich aber nicht mehr weiter, weil ich damit alleine
nicht klar komme und innerlich ersaufe.
Welche Möglichkeiten habe ich in dieser Situation?
Das ist jetzt wirklich schwierig und da kann auch kein „psychodoktor“ weiterhelfen…
Zu verlieren hast du im Moment nichts (einfach gesagt…), darum:
Sei jetzt einfach ehrlich, sag ihr, was du damals gefühlt hast, warum du es verstecken wolltest, wie du danach darüber gedacht hast (aber ehrlich!), usw.
Jede weitere „Lüge“ ihr gegenüber, auch um die Beziehung/Ehe zu retten, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Auch auf „Notlügen“ lässt sich keine Beziehung aufbauen oder erhalten.
Sprecht euch wirklich ganz offen und ungezwungen aus, wie schon im vorangegangenen Posting gesagt, lasst euch Zeit.
Eine Beziehung, egal ob Freundschaft oder Ehe, lebt von Ehrlichkeit in allen Dingen!
Viel Glück euch beiden!
Markus!
By the way… (um es besser zu verstehen) DU bist ja noch relativ jung, schon 2 Jahre verheiratet… wie alt ist denn deine Frau?
Hej!
Da ist mir durchaus eine Sache aufgefallen… Immer wenn ich
Probleme hatte, und meine Eltern das herausgefunden haben,
habe ich erstmal einen Anschiß bekommen - aber geholfen wurde
mir nicht.Beispiel:
Wurde ich in der Schule immer und immer wieder verprügelt
-> Irgendwann rief der Lehrer an, wegen Sorge um mich ->
mein Vater erteilte mir einen tierischen Anschiss, weil ich
mich nicht gewehrt habe -> Situation eskalierte und ich
habe mir schon wieder eine gefangen…
Leben deine Eltern noch??
Ich finds irgendwie ziemlich krass, das man so reagiert. Wenn mein Kind verprügelt worden wäre, und ich das mitbekommen hätte, dann hätte ich mir doch in erster Linie Sorgen gemacht.
Aber vielleicht liegt der Knackpunkt genau da!
Gut, auf jeden Fall denke ich, daß dies irgendwo der Grund
dafür ist - aber wie komme ich jetzt weiter? Ich weiß nicht,
wie ich dagegen anarbeiten kann.
Entweder , du suchst dir professionelle hilfe, oder du versuchst es selber, mit hilfe von einem freund, oder eben, deiner Frau!
Du hörst Dich an als hättest Du das selbst schonmal
durchgemacht?
ja! Hab ich! Ich habe einen sehr harten Lebensabschnitt hinter mir!Ich habe mit Ängsten und Phobien zu kämpfen und da muß man auch an seine Vergangenheit drann!
Was mir aufgefallen ist zu deiner Situation!
Du bist von deinen Eltern im Stich gelassen worden, sie haben dir nicht geholofen in solchen Situationen, sondern haben dich „hängen lassen“. Du konntest ihnen nicht mehr vertrauen!
Hast du heute auch noch Schwierigkeiten anderen menschen zu vertrauen?
Wenn ein Kind das vertrauen verliert in seine Eltern, dann macht es zu. Und im späteren leben ist es dann meistens so, das diese menschen, die einmal einen solchen vertrauensbruch erlebt haben, in solchen Situationen, wie du sie erlebt hast, auch zu machen, weil sie keine Emotionen mehr zeigen können, und wollen, denn du hast durch zeigen von Emotionen auch ärger bekommen! Und das könnte prägend gewesen sein!
Wenn du Fragen hast, oder Hilfe brauchst, dann kannst du mich jeder Zeit anmailen.
Viele grüße
Berlind
Meine Frau wird in ein paar Tagen 24.
Ja, meine Eltern leben noch - nachdem ich meine Frau kennenlernte bin ich mit ihr zusammengezogen und weg von meinen Eltern. Es herrschte erstmal ein Jahr absolute Funkstille zwischen uns. Inzwischen hat man wieder Kontakt wobei das „Verhältnis“ zwischen mir und meinen Eltern - wie zu jedem anderen Menschen - durch eine enorme Distanz geprägt ist.
Ach, Du bist klasse, Berlind!
(oet)
Wenn du Fragen hast, oder Hilfe brauchst, dann kannst du mich
jeder Zeit anmailen.
Hallo!!
Ja…das eine Distanz zwischen dir und deinen Eltern herscht, das kann ich mir gut vorstellen und alles andere wäre auch irgendwie nicht stimmig!
So wie die anderen schon geschrieben haben, wäre es nur gut, wenn du dich mit deiner Frau in Kontakt setzt und eventuell auch mit der Mutter, denn es kann nie schaden;O)
Wie gehts dir jetzt??
Liebe Grüße
Berlind
Wenn du Fragen hast, oder Hilfe brauchst, dann kannst du
mich
jeder Zeit anmailen.
Hi,
… die Frage nach dem Kinderwunsch! Wie habt ihr entschieden jetzt, zu diesem Zeitpunkt, ein Kind zu bekommen.
Wer wollte eher ein Kind haben, wer eher weniger?
Was heißt gegenüber deiner Frau aggressiv werden? Wie hast du dich in anderen Situationen verhalten? Wer trifft bei euch die Entscheidungen?
Was glaubst du würde deine Frau auf die Frage antworten, wieso sie dich verlassen hat? Die Betonung liegt auf glauben, nicht auf wissen!
MfG Harald