Hallo Jürgen,
meine persönliche Einschätzung ist das für 95% aller Menschen
nützlich wäre sich mit Ihrer psychischen Konstitution
auseinander zu setzen.
Wirklich NOTWENDIG ist es nur dann wenn jemand großen Leidensdruck empfindet.
In der Kindererziehung kann man ebenso größes Können entwickeln wie im Stabhochsprung, Fußballspielen oder was auch immer.
Aber welche Eltern verwenden schon soviel Mühe darauf es zu lernen?
Meiner Einschätzung nach machen es die meisten Eltern ziemlich
unreflektiert so wie sie es als Kind erlebt haben.
D.h. die meisten haben als Kinder mindestens die eine oder
andere Verletzung erlitten die sich auch im Erwachsenenleben
auswirkt.
Trotzdem kommen die meisten Menschen im Alltag sehr gut zurecht und fühlen sich wohl. Wirklich mit sich im Reinen sind nur sehr
wenige Menschen. Wenn irgendwelche „unnormalen“ Situationen auftreten reagieren sie unangemessen. Ich auch. Aber ich strebe danach mich
in diese Richtung zu entwickeln.
Sich beim Analytiker auf die Couch legen halte ich aber für
weniger sinnvoll. Ich bevorzuge lösungsorientierte Ansätze.
D.h. es macht schon Sinn über das was man in der Kindheit
erlebt hat zu reflektieren, aber nicht als weitgehender Selbstzweck, sondern im Zusammenhang mit dem was einem heute
für Probleme beim Umgang mit anderen Menschen oder den eigenen Kindern begegnet.
Ich denke bei fast jedem Menschen gibt es Schattenseiten.
Dinge die man an sich selbst nicht wahrhaben will.
Es erscheint meist unangenehm sich damit auseinander zu setzen.
Man kann das aber auch aus einer neutralen beobachtenden Perspektive heraus tun. Dann ist es auch nicht unangenehm.
Dabei kann ein Therapeut, Supervisor oder Coach helfen.
Also wenn es etwas gibt wo es für Dich schwierig ist damit umzugehen - was immer das auch sein mag -
KANN Dir ein Psychotherapeut dabei weiterhelfen - ob Du es
machen willst mußt Du selbst entscheiden.
viele Grüße
Stefan
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