Fluchender Kollege

Hallo zusammen,

nun, wirklich weltbewegend ist meine Frage ja nicht, es ist eher was aus der Kategorie „nervt einfach“. Und zwar hab ich einen (geringfügig vorgesetzten *g*) Kollegen, der immer mal wieder vor seinem Rechner sitzend lauthals flucht. Da ich nun direkt gegenüber sitze, kann ich nicht anders als das mit anhören. Dabei fallen Wörter wie zum Beispiel fu*****, oder bloo** oder einfach nur das altbekannte sch****
Nun muß ich sagen, daß mich das aus mehreren Gründen stört. Erstens ist bei uns im Großraumbüro eh schon immer ein gewisser Geräuschpegel, so daß eigentlich solche „Selbstgespräche“ eher zusätzlich störend sind. Zweitens schrecke ich dann meist aus meiner Arbeit hoch - besagter Kollege spricht mich auch sozusagen „über die Rechner hinweg“ öfters mal an, so daß ich ihn nicht einfach „ausblenden“ kann. Und drittens stehe ich der Verwendung solcher Schimpfwörter generell eher skeptisch gegenüber - nicht daß ich nicht gelegentlich auch mal ein böses Wort sage, aber ich finde der Kollege übertreibt das ein wenig… Ich zähle ja nun nicht mit, aber ich schätze mal, daß er locker auf 50 solcher Worte pro Tag kommt *g*
„Witzige“ Kommentare wie ein „Piiiieeeep“ nach jedem „bösen Wort“ waren bisher leider nicht erfolgreich. Aber für ein ernstes Gespräch unter vier Augen ist mir eigentlich der Anlaß zu nichtig. Habt Ihr noch Tips, was ich tun könnte?

Lieben Dank

Petzi

Hallo Petzi.
Zähl mal wirklich!!! Halt ihm das unter die Nase und bitte ihn, sich damit ein wenig :smile: zurückzuhalten. Vielleicht hilft das schon.
Gruß
R.

Hallo,
einfach Kopfhörer auf und Musik hören.

Gruss
Enno

Hallo Petzi,

als Schüler hab ich in einer Firma gearbeitet, deren MA ein Abkommen getroffen hatten: Für jedes Schimpfwort ( „Mist“ war noch nicht gebührenpflichtig - Sch**** hingegen schon ) musste der Delinquent einen Obolus in eine gemeinsame Kasse entrichten.

Vielleicht kannst du mal eine Versammlung aller beteilgten einberufen und solches vorschlagen - im Vorfeld vielleicht Mitleidende gegen den Kollegen entsprechend aufwiegeln :wink:

Ärgerlich ist es besonders dann , wenn gerade am Telefon ein Kundengespräch geführt wird und der Mensch am anderen Ende hört die Ausbrüche des nebenan sitzenden Kollegen.

Gruß

HM

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Hi Petzi,

das Einzige was was bringt - Dir und Deinem Kollegen - ist ein persönliches Gespräch. Ich kann das „nichtig“ nicht nachvollziehen, denn ich finde keinen Anlass zu nichtig, ein Gespräch mit jemandem zu suchen, wenn ich ein Anliegen habe.

„Um-den-Brei-rum-schleichen“-Taktiken à la Kommentare loslassen oder Ignoriertechniken halte ich eher für schädlich. Erstens gärt dann das Ganze nur weiter und zweitens ist das ja Symptombekämpfung.

In meiner früheren Firma hatten wir auch Büros mit mehreren Leuten - teilweise Großraum mit 15 Leuten, teilweise kleinere Teams mit bis zu fünf Personen. In regelmäßigen Intervallen kam es zu Situationen wie Du sie beschreibst.
So hat sich einfach immer mal - besonders wenn sich jemand gestresst fühlte - eingeschlichen, dass laute Kommentare losgelassen wurden: nach jedem Telefongespräch Sachen wie „Idiot!“ oder „Was soll ich denn noch alles machen?$§$“%!§$", „Schei*dreck“ etc.
Das Ende vom Lied war meist die buchstäbliche dicke Luft.

Interessant war, dass das meistens den betroffenen Leuten im Zimmer gar nicht so richtig bewusst war. Wenn einer mit der Motzerei anfing, war der Verlauf so richtig „krankheitsmäßig“: Erst waren die anderen genervt. Sie sagten aber nichts. Als es lange genug ging, haben plötzlich nach und nach alle angefangen, ähnlich zu reagieren: Entweder ebenfalls mit Geschimpfe - oder mit Rückzug und miesem Gesicht.
Ganz abgesehen davon, dass Menschen Abstand suchen, wenn jemand immer nur negativ ist, stört und rumschimpft.

Übrigens war es häufig dem „Ausgangsschimpfer“ gar nicht so bewusst: So ein vor sich Hingemosere wird nämlich ganz schnell auch normal und läuft dann so „nebenher“ mit.

Von daher: Sprech ihn drauf an. Damit tust Du nicht nur Dir einen Gefallen, sondern ihm auch. Denn er zieht nicht nur Dich und Deine Umwelt runter (abgesehen vom Störfaktor), sondern sich selbst auch.

Sag ihm, wie Du es empfindest, warum es Dich stört - und frag ihn auch nach seinen Gründen. Vielleicht fühlt er sich mit irgendwas überfordert oder es geht um Aufmerksamkeit. Oft kommen in einem Gespräch ganz andere Dinge zum Vorschein. Das Gute: Wenn es gleich angesprochen wird, lassen sich die Dinge freundlich und in Ruhe lösen. Wer lange wartet und drum rumdoktert staut das Angenerve nur an: und dann geht’s meist in die Hose.

Übrigens: Wenn Ihr Euch gut versteht, dann macht doch allgemein in Eurem Team irgendwas gemeinsam aus, wie Ihr bei Ärger vorgehen wollt. Vielleicht wollt Ihr irgendein harmloses oder witziges Wort als Ersatz für „Schei*e!“ einführen. Dann rufen demnächst Leute „Hühnersuppe“ durch die Gegend - oder irgendeinen Schmarrn, bei dem man unweigerlich lachen muss.

Wir hatten früher in der Abteilung auch gemeinsam (!) beschlossen, einen „Schuldigen der Woche“ zu nominieren: Einer vom Team war eine bestimmte Woche lang an allem schuld. Wenn also der Kopierer Papierstau machte oder so und man war angenervt, dann hieß es „Und wer ist wieder schuld???“ - und von irgendeinem der Schreibtische klang es dann „Die Gitte!“
Sofort haben wir uns alle ausgeschüttet vor lachen (wurde irgendwie nie langweilig *lach*). Das ging soweit, dass sich Leute dann schon selbst angeboten haben: „Ich will nächste Woche schuld sein.“ - Geht, wie gesagt nur, wenn man sich gut versteht und das gemeinsam beschließt.

Soll nun aber nicht vom Gespräch mit Deinem Kollegen ablenken ;o)

Viele Grüße
Gitte

Hallo Petzi,

wahrscheinlich wäre ich da ganz unüberlegt, und würde ihm ein „Deine Flucherei geht mir ziemlich auf den Wecker. Jedesmal schrecke ich hoch. Fluche bitte leise“ über den Bildschirm hinwegschleudern. Wenn man dabei nicht lächelt, merkt er, dass es ernst gemeint ist.

viele Grüße
Claudia

Danke :smile:
Nochmal hallo,

vielen Dank für Eure Tips! Ja, wahrscheinlich werde ich an nem offenen Gespräch in der Tat wohl nicht vorbei kommen. Und so ne Statistik finde ich einen guten Einstieg in das Gespräch :wink: Eventuell läßt sich auch ne Abhängigkeit vom Wochentag feststellen *kicher*
Ob ich ihn von so „albernen“ Dingen wie „Hühnersuppe“, ner Schuldliste bzw. Sch***kasse allerdings überzeugen kann bezweifle ich. Dazu isser ein bisserl zu „seriös“ (ich will ja nicht so böse Worte wir humorlos in den Mund nehmen *g*)
Was mir beim Lesen Eurer Antworten noch bewußt geworden ist: Es ist nichtmal so sehr der Kommentar *piiiieeeep* Word im Arbeiten sondern mehr das nach einem Telefonat den Hörer aufknallen und „Was bildet sich dieses *piep*loch eigentlich ein! So ein *piep* nochmal! Zur *piep* mit ihm!“ Was sagt der denn über mich, wenn ich’s nicht höre? Naja, das ist wohl ne andere Geschichte!

Also nochmal lieben Dank an Euch alle!

Petzi

Nachtrag
Hallo Petzi,

da möchte ich schnell noch mal klarer machen: Meine Alternativ-Vorschläge, sich auf ein anderes Wort zu einigen und mein Bericht, wie wir das damals allgemein im Team gemacht haben mit dem „Schuldigen der Woche“ sind von mir unabhängig von dem Gespräch gedacht gewesen und bezogen sich allgemein auf „schlechte Luft/Angewohnheiten im Großraum“.

Wichtig ist, dass Du „bei Dir bleibst“ im Gespräch und sagst, wie es auf Dich wirkt und zuhörst, was Dein Kollege sagt. Übrigens würde ich meinem Kollegen auch sagen, was Du hier gesagt hast: Dass Du Dir bei dem Verhalten, das Du am Telefon mitbekommst, durchaus auch Gedanken machst, was er über Dich sagen könnte, wenn Du nicht anwesend bist.
Oft ist uns gar nicht bewusst, wie das eigene Verhalten bei anderen ankommt. Vor allen Dingen, wenn es etwas ist, was wir überhaupt nicht beabsichtigen.

Viele Grüße
Gitte

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Bildschirm
Hallo petzi,

ich würde vermutlich eine Nachricht vorbereiten, die ich ihm per „Send“-Befehl, oder notfalls per email auf den Bildschirm schicken kann. Je nachdem, wie gut ich das Betriebssystem kenne, würde ich mir Mühe geben, sie etwas witzig zu gestalten, mit In-die-Luft-gehendem HB-Männchen oder so, zur Not aber auch ganz einfach mit möglichst klarem Text, wie z.B.:

Psssst, ich kann mich nicht konzentrieren, wenn Sie so fluchen.

oder:

Psssst, ich werde ganz schlecht gelaunt, wenn Sie so schimpfen.

(Dann natürlich Dein Name).

Das hat die Vorteile:

Es erreicht ihn genau im richgtigen Moment und er kann sofort verstehen, worum es geht.

Die Kollegen bekommen es trotzdem nicht unmittelbar mit, so dass er sich nicht plötzlich vor der ganzen Gruppe rechtfertigen muss.

Es ist von der Aussage her klar, wirkt aber trotzdem nicht so schwergewichtig wie ein persönliches Gespräch.

Ein Gespräch läßt sich trotzdem nachholen, falls er reagiert. Er hat die Möglichkeit, ohne Gesichtsverlust witzig und einsichtig zu reagieren. Vielleicht schaut er Dich dann ja auch an und grinst.

viele Grüße, Stefanie