Alle die es nervt wegklicken: Thema Psychiatr

An alle anderen ein Hallo vorerst.

Nun ist es soweit: ich muß handeln. Sowohl die Psychologin,
Häusärztin, als auch Beratungslehrer sind der Meinung, daß bei meiner Tochter dringendster Handlungsbedarf besteht.

Psychologin, die uns beide getrennt therapiert:

  • sie kann die Verantwortung für mich jederzeit übernehmen,
    nicht aber für das Mädel (wörtl.: sie möchte mich nicht
    mit einem Messer im Auge sehen, den Aggressionen des
    Mädels sind wir nicht mehr gewachsen, sie ist in ihrer
    Entwicklung akut gefährdet und es muß JETZT eine Voll-
    bremsung gemacht werden). Sprich: Unterbringung in einer
    Psychiatr. Einrichtung.

  • Beratungslehrer sehen dies genauso: DAS IST KRANK

  • Die Ursachenfindung sei jetzt erstmal zweitens, erstens
    wäre die sofortige Unterbringung halt.

Bis Dienstag hab ich nun Zeit, zu entscheiden. Es ist so
schwer, weil ich mich sehr sehr lange davor gefürchtet hab,
das es soweit kommt. Eingesehen hab ich, daß sie wohl nicht
dran vorbeikommt, aber man hofft ja immer auf ein Wunder.

Wer garantiert mir nun, wie es dann weitergeht? Finden wir
d i e geeignete Einrichtung? Wird alles dann noch viel schlimmer, kann es besser werden? Ist denn nun alles umsonst gewesen? Man hört die abstrusesten Meinungen. Ich hab jetzt auch eine totale Blockade, alles was die Therapeutin sagt, geht
irgendwie nimmer in meinen Kopf, weil ich es n i ch t will.

Gleichzeitig denk ich ganz klar, JA, es muß sein, denn ich möchte nicht verantwortlich sein, für das was viell. passiert,
wenn sie nicht behandelt wird.

Was mach ich nur?

Ich brauch irgendwie jetzt die Meinung von ganz aussenstehenden,
Freund, FreundeInnen können mir im Moment kaum nützen,
da sie unmittelbar beteiligt sind und wissen, dies wird die
schwerste Entscheidung meines Lebens.

Ich möchte keine Mitleidsbekundungen/Zusprüche/Widersprüche hören (die hab ich alle schon gehört) sondern einfach Erfahrungsberichte dahingehend, sollte jemand in so einer Einrichtung (Kinder- und Jugendpsychiatrie) arbeiten, selbst da behandelt worden sein oder Verwandte/Bekannte…irgendwas halt, was mir ein wenig Einblick verschafft (selbstverständl. auch per Email).

Danke
hd

Hallo dilarah.
Vielleicht war ja dein Posting nur an die gerichtet, die den Sachverhalt kennen. Ich würde dir antworten ( bin zwar kein Experte) aber ohne genaue Kenntnis der Lage kann man das in diesem Fall wohl nicht.
Gruß
R.

Hallo Dilarah!
Da ich in der Verwaltung einer Stiftung arbeite wo in mehreren Wohngruppen und einzel Betreuungen genau diese Fälle behandelt werden rate ich dir einfach mal unsere Web-site :www.m-l-s.de zu besuchen um dich etwas über uns zu informieren oder direkt anzurufen und dein Problem zu schildern. 05321/3193-0
wenn du willt kann ich dir auch gern eine Konzeption zu senden, müsstest mir dann nur deine Adresse am besten per Mail schicken. Das soll keine Werbung sein sondern vielleicht ein Weg aus deinem problem sein. Die Stiftung heißt Mansfeld-Löbbecke-Stiftung und vielleicht können wir dir ja helfen oder dich zumindest beraten da wir eng mit einigen Psychiatrien zusammen arbeiten.

Schönen Gruß corinna

…vielen Dank für den Link und die Tel.-Nr., ich werd
gleich da mal nachlesen, hab schon die ganze Nacht über
Links gesessen, mir schwirrt der Kopf. Allerdings ist es
so gesehen, doch recht vielfältig.
Bei uns in der Umgebung gibt es nur eine derartige Einrichtung
(stationär) und da hab ich im Rahmen meiner Ausbildung (zugegebenermaßen sehr lange her) mal gearbeitet und fand
es fürchterlich. Die Nichte einer Freundin wurde vor ca. 1 Jahr
da behandelt, was ihr sehr gut getan hat, aber allein die
Tatsache: 1/4 Jahr kein Besuch, kein Tel.-Kontakt etc. hat mich damals sehr erschreckt.

Dazu kommen Selbstvorwürfe, egal wie oft einem jemand sagt, es
ist eine Krankheit, kein Erziehungsfehler. Aber langsam werd
ich ruhiger. Von daher, liebe Rabchen mag ich auch nicht noch
mal extra alles erzählen, die hier im Form meine Postings
verfolgen, wissen einigermaßen Bescheid, das hast Du ganz
richtig erkannt.

Bekam unter vielen hilfreichen auch böse Mails, wie man so etwas in die Öffentlichkeit tragen könnte und bei DER Mutter kein Wunder…usw., aber das seh ich als typisches Vorurteil, welches ich bis vor kurzem auch gegenüber schon Psychologen
hegte, obwohl man es besser wissen müßte.

Eh es jetzt wieder zuuu ausführlich wird, sag ich lieber
Dankeschön an alle.
Ihr habt mir sehr geholfen.

Herzliche Grüße
hd

Hallo Dilarah,

obwohl ich nicht zu Deiner ‚Zielgruppe‘ gehöre, einfach mal aus dem Bauch heraus meine persönliche und völlig unprofessionelle Meinung dazu:

Leute, die sich mit der Materie auskennen, haben Dir die schleunigste Unterbringung Deiner Tochter empfohlen, ergo ist in der Tat - vor allem, wenn ich mir die Aussagen der Psychologin ansehe - akuter Handlungsbedarf gegeben. Auch der Beratungslehrer (was ist denn das überhaupt?) hat Recht: zu den Ursachen kommen wir später; zunächst einmal muß Deine Tochter in eine sichere Umgebung, um nicht nur ihr Umfeld sondern auch sie selbst vor ihren Aggressionen zu schützen.

Wer garantiert mir nun, wie es dann weitergeht?

Niemand, weil schlicht und ergreifend niemand - nicht einmal Freud persönlichst - dazu in der Lage wäre, eine solche Garantie abzugeben. Ihr werdet es auf Euch zukommen lassen müssen, wie es weitergeht. Weitergehen wird es auf jeden Fall, nur daß man die Richtung nicht vorbestimmen kann.

Finden wir d i e geeignete Einrichtung?

Ganz bestimmt, auch wenn ich Dir keine nennen kann.

Wird alles dann noch viel
schlimmer, kann es besser werden?

Kennst Du die blöden Sprüche ‚schlimmer kommt’s nimmer‘ und ‚es kann nur besser werden‘? Beides kann eintreten, allerdings sollte man nicht unbedingt immer von einem worst case ausgehen…

Bis Dienstag hab ich nun Zeit, zu entscheiden. Es ist so
schwer, weil ich mich sehr sehr lange davor gefürchtet hab,
das es soweit kommt. Eingesehen hab ich, daß sie wohl nicht
dran vorbeikommt, aber man hofft ja immer auf ein Wunder.

Meinst Du nicht, daß es auch Dir etwas bringt, wenn Du sie in Sicherheit weißt? Daß Du erst einmal abschalten und selbst zur Ruhe kommen kannst?

Was mach ich nur?

Handeln…

da sie unmittelbar beteiligt sind und wissen, dies wird die
schwerste Entscheidung meines Lebens.

Verständlich, aber diese Entscheidung kann Dir - ganz gleich, wie sie ausfällt - niemand abnehmen.

Ich möchte keine Mitleidsbekundungen/Zusprüche/Widersprüche

Nö, die kriegst Du von mir nicht; sie bringen Dich auch nicht wirklich weiter, oder? Vielleicht findest Du unter http://www.kinderpsychiater.org/kinderpsychiatrie.htm den einen oder anderen brauchbaren Tip.

Beste Grüße

Tessa

zunächst auch vielen Dank für Deinen Link (die Antwort sowieso)
::
zunächst einmal muß Deine
: Tochter in eine sichere Umgebung, um nicht nur ihr Umfeld
: sondern auch sie selbst vor ihren Aggressionen zu schützen.

Nur ganz kurz, sich selber gegenüber ist sie nicht aggressiv,
die Aggressionen richten sich ausschließlich gegen mich und „Dinge“.
Ergo, die Psychologin will eher mich schützen und natürlich
ihr helfen, weil mein Akku der Toleranz sozusagen leer ist. Ich kann praktisch nimmer einstecken, auch wenn ich weiß, dass die Kleine krank ist. Das macht es so kompliziert
für m i c h.
:

: Meinst Du nicht, daß es auch Dir etwas bringt, wenn Du
: sie in Sicherheit weißt? Daß Du erst einmal abschalten und
: selbst zur Ruhe kommen kannst?
:
Na ja, genau dies zeigt das Problem auf, weshalb ich mich in
psychol. Betreuung begeben habe, weil ich halt nicht sehr gut
damit umgehen kann. Es ist mir sehr lange Zeit schwer gefallen,
die Krankheit meiner Tochter überhaupt anzuerkennen. Ich hab
vielmehr immer die Schuld bei mir und ihrem Vater gesucht.
Aber es gibt keine Schuld, wohl aber Auslöser, die die Symptome
verstärken und diese rauszufinden, wird ein langer Weg sein.
:
Beste Grüße zurück und Dankeschön
:
Dilarah

Liebe Dilarah,
ich glaube, die Frage ‚Was mache ich nur?‘ hast Du Dir hiermit selbst beantwortet:

**:weil mein Akku der Toleranz sozusagen leer ist.

Ich kann praktisch nimmer einstecken, auch wenn ich weiß, dass
die Kleine krank ist.**

Es geht ja schließlich nicht darum, die Kleine abzuschieben… Daß Du handeln mußt, bevor wirklich etwas passiert, weißt Du ja selbst, das muß Dir keiner nochmal erklären.

Das macht es so kompliziert für m i c h.

Verstehe ich absolut. Aber: was wäre die Alternative bzw. die logische Konsequenz, wenn Du nichts unternimmst? Ohne eine angemessene Behandlung würde es vermutlich irgendwann zu einer Eskalation kommen und just dieses soll ja keinesfalls passieren…

Na ja, genau dies zeigt das Problem auf, weshalb ich mich in
psychol. Betreuung begeben habe, weil ich halt nicht sehr gut
damit umgehen kann. Es ist mir sehr lange Zeit schwer
gefallen,
die Krankheit meiner Tochter überhaupt anzuerkennen.

Es ist nur vernünftig, daß man sich professionelle Hilfe - überhaupt Hilfe - holt, wenn man allein nicht mehr weiter weiß. Ist ja heutzutage schließlich nicht mehr so, daß man als verrückt gilt, wenn man zum Psychologen und/oder Psychiater geht.

Ich hab
vielmehr immer die Schuld bei mir und ihrem Vater gesucht.

Tun das nicht alle Eltern am Anfang? Nach dem Motto ‚was haben wir bloß falsch gemacht?‘…

Aber es gibt keine Schuld, wohl aber Auslöser, die die
Symptome
verstärken und diese rauszufinden, wird ein langer Weg sein.

Eben! Deswegen ist es meines Erachtens absolut sinnlos, nach einem ‚Schuldigen‘ dafür zu suchen, daß bei Deiner Tochter etwas nicht ganz rund läuft. Du kannst sie nur unterstützend auf dem von Dir erwähnten langen Weg begleiten; das wirst Du aber nicht können, wenn Dich Selbstvorwürfe zerfressen und Du total fertig bist. Ich denke, daß der räumliche Abstand Euch beiden gut tun wird…

Halte uns auf dem Laufenden, OK?

*wink*

Tessa

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Guten Abend,

Es ist nur vernünftig, daß man sich professionelle Hilfe -
überhaupt Hilfe - holt, wenn man allein nicht mehr weiter
weiß.

Ja. Mehr ist dazu nicht zu sagen, nur für mich wars schwierig,
dies zu akzeptieren, aber das liegt hinter mir, obwohl mir mein
Stolz doch ab und an einen Strich durch die vorgegebene Linie zieht.

Halte uns auf dem Laufenden, OK?

Ganz bestimmt, denn grad nachts, wenn alles ruhig ist (jedenfalls hier bei mir z.Z.), hab ich immer das dringende Bedürfnis, mich mitzuteilen…:smile:.

Hab Dank und ein schönes Wochenende

d.