Problem mit Ehepartner

Hallo…

ich bin seit zwei Wochen in psychotherapeutischer Betreuung wegen Depressionen. Innerhalb dieser depressionalen Phasen ziehe ich mich völlig in mich selbst zurück. Wenn meine Frau dieses Verhalten beobachtet, dann wird sie immer aggressiv und fragt mich ziemlich patzig: „Was habe ich denn jetzt schon wieder getan?“

Ich habe mal versucht ihr zu erklären, daß sie selbst damit nichts zu tun hat und welche Gedanken ich dann habe und wie ich micht fühle. Sie warf mir dann vor nicht der Mensch zu sein, den sie geheiratet hätte.

Auf jeden Fall ist sie erst letzten Freitag von meiner Schwiegermutter zurück gekommen, nachdem sie ein paar Wochen dort war, weil sie mich nicht mehr ausgehalten hat. Nun hat meine Psychologin mir ein Medikament gegen die suizidalen Hochphasen verschrieben. Meine Frau fragte mich natürlich, was das für ein Medikament wäre. Ich habe ihr bisher darauf keine Antwort gegeben und bin mir auch nicht sicher, ob ich das tun sollte.

Weil ich eben Angst habe damit wieder in ein Wespennest zu stechen. Sie hat einfach kein Verständnis für meine „Krankheit“. Ich weiß nicht, wie ich ihr das ganze verständlich machen soll ohne zu riskieren, daß sie wieder abhaut.

Was könnt ihr mir in dieser Situation raten? - Suche nach Wegen, die ich bisher vielleicht noch nicht bedacht oder gesehen habe.

Hi Stage,

Es hilft nur eines: OFFENHEIT

Wie willst du Verständnis und Einfühlungsvermögen verlangen, wenn du lügst?

Ich habe von Anfang immer offen über meine Krankheit gesprochen. Zu jedem: Meiner Frau, meinen Verwandten, Meinem Arbeitgeber, jeder der mich fragte, warum ich krank sei, bzw, schon so lange krank sei.

Der Effekt ist ein verblüffender gewesen: Nahezu jeder kannte Depressionen schon aus der Verwandschaft oder dem Bekanntenkreis, viele waren geradezu erleichtert mal mit jemandem reden zu können, der Erfahrung mit dieser Krankheit hat.

Meine Frau hat von anfang an an Paargesprächen teilgenommen, sie hat sich in der Bibliothek Bücher über Depressionen besorgt und diese gelesen.

NUR das ist ein Weg, zuhause eine Atmosphäre zu schaffen, in der du genesen kannst. Alle anderen versteckten oder verheimlichten Aktionen von dir bringen DICH noch mehr in die Isolation.

gruss
winkel

Ergänzung
Nachdem sie wieder gekommen ist von ihrer Mutter hat sie mir gesagt, daß sie keinen anderen Weg als die Trennung sieht.

Da meine Stieftochter nun jedoch schon in der Schule ist, und meine Frau hier keine Verwandten hat, hat sie keine andere Möglichkeit als bei mir zu wohnen.

Wir leben eigentlich in einer Art WG zusammen und nicht mehr in einer ehelichen Partnerschaft.

-(

Deshalb auch meine Ratlosigkeit…

Das sit eine verkniffene Situation, und es ist mit Sicherheit schwierig, daß Du alleine in Gesprächen etwas mit Ihr bewegst.

Der Ansatz mit der Paartherapie ist sicherlich schon nicht schlecht, aber wenn Sie nicht will, dann ist es schwierig.

Wie immer heißt es: mit kleinen Schritten vorwärts kommen!

Da sie momentan Deine Erkrankung nicht respektiert oder ernst nimmt, wäre hier zunächst ein möglicher Ansatzpunkt.

Nur: Dir wird sie (als nicht objektiv) nicht glauben. Vielleicht kannst Du Ihr einmal Informationsmaterial mitbringen (z.B. aus psychosozialen Einrichtungen - dort liegen immer sehr viele Informationsbroschüren aus). Vielleicht kannst Du sie ja auch dazu bewegen, daß sie zunächst einmal alleine oder mit einer Freundin zu einer Beratungsstelle für Angehörige von psychisch Erkrankten geht und sich dort (ojektiv) beraten lässt.

Wenn Sie von einem geschulten Menschen erfährt, daß es eben durchaus psychische Erkrankungen gibt, die in Ihrer Qualität viele somatische Krankheiten in den Schatten stellen (können), relativiert sich auch Ihre Sichtweise in bezug auf Dich.

Dann wäre eine bessere Basis für Gespräche geschaffen.

Auch sollte sie sehen, daß Du, da Du bereits eine Therapie begonnen hast, auf einem Weg bist, der Dich aus der Kriese herausführt und Dir erlaubt, ein besseres, ausgeglichenes und glückliches Leben zu führen.

Gruß
Patrick

Hallo!
Hast du denn auch schon mal darüber nachgedacht, ob deine Krankheit denn nicht auch Indikator für die Qualität deiner Beziehung ist und ob du nicht besser daran tätest die Ehe von DIR aus zu beenden?
Natürlich kann und will ich dir da nicht dreinreden, aber so wie du das schilderst scheint deine Frau denn eher an einer Zweckgemeinschaft, denn an einer wirklich aufrichtigen Partnerschaft interessiert zu sein. Weil eine solche auch vor Schwierigkeiten nicht davonläuft, sondern ganz im Gegenteil dann erst richtig warmläuft. Vielleicht wartet ja die „Richtige“ irgendwo auf dich, die dir dann und du ihr natürlich (paritätisch)
Richtungen und Selbstwertgefühle vermittelt die du jetzt nicht kriegst/kennst. „Sinn“ einer solchen Erkrankung kann auch die Selbstfindung sein. Wo man sich so weit von einem selbst entfernt hat, impliziert das auch oft die falsche Partnerwahl. Aber du hast verständlicherweise Angst vor der Trennung. Ob du sie allerdings durch dein jetziges Verhalten verhindern kannst ist fraglich und dann verlierst du obendrein ein großes Stück Selbstachtung/respekt, was du durch Eigeninitiative gewinnen könntest. Wie gesagt, nur ein Gedankengang, den du scheinbar noch nicht durchdacht hast, wie es scheint. Und nach dem du gefragt hast.
Herzliche Grüße
und alles Gute!
HC

hi stage,
wie wäre es,wenn du dir, wie deine frau auch, zeit und ruhe für
DICH nimmst? sprich eventuell mal deinen doc auf die möglichkeit
einer stationären therapie an.
in einer ähnlichen spirale hing ich auch mal, und die sechs
wochen in einer reha-klinik (keine kur!) waren sehr hilfreich,
um die situation und mich wieder klarer beurteilen zu können.
auch wenn das medikament anschlägt, hängst du ja trotzdem in
deiner suppe, und der blick über den tellerrand ist schwierig.
ansonsten findest du hier:
http://www.kompetenznetz-depression.de/
auch guten rat für angehörige (sofern sie den annehmen
wollen…)

alles gute,
frank

Was könnt ihr mir in dieser Situation raten? - Suche nach
Wegen, die ich bisher vielleicht noch nicht bedacht oder
gesehen habe.

Stationäre Aufnahme nicht möglich
Hallo…

Die stationäre Aufnahme wurde mir auch von meiner Psychologin sehr, sehr nahe gelegt. Allerdings habe ich diese Möglichkeit für mich definitiv abgelehnt.
Das hat mehrere Gründe - einmal würden mich andere Menschen um micht herum momentan einfach nur stören und zum anderen wäre sowas wirtschaftlich in der Branche in der ich arbeite einfach nicht tragbar.

Auch wenn meine Frau die Trennung wünscht trage ich doch noch immer die wirtschaftliche Verantwortung für sie und meine Stieftochter.

Das Medikament soll ich nicht permanent nehmen, sondern nur dann, wenn ich merke, daß ich wieder in eine dieser „suizidalen Hochphasen“ rutsche bzw. laufe. Und ich muß zugeben, daß ich sehr angenehm davon überrascht war.

Eben wurde ja nun schon angesprochen, daß ich mir vielleicht aufgrund der Krankheit einen falschen Lebenspartner gesucht hätte, dies habe ich jedoch definitiv nicht.

Es ist halt so, daß die Krankheit bisher auch während meiner Ehe eher latent vorhanden war und nicht wirklich zum Vorschein gekommen ist. Erst die Fehlgeburt, die wir vor einem Jahr erlitten, ließ alles wieder ausbrechen. Deshalb habe ich mich nun jetzt auch in psychotherapeutische Behandlung begeben, weil ich so einfach nicht mehr weiter machen möchte und kann.

Ich danke Dir für Deine Antwort.

Hi Stage,

mal tief ins Gewissen gefragt:

Das hat mehrere Gründe - einmal würden mich andere Menschen um
micht herum momentan einfach nur stören

wie willst du dann gescheit arbeiten, wenndich andere drumherum stören?

und zum anderen wäre

sowas wirtschaftlich in der Branche in der ich arbeite einfach
nicht tragbar.

Bist du für die wirtschaftliche Situation der Branche allein verantwortlich, oder bist du vielmehr in erster Linie für Dich verantwortlich?

gruss
winkel

wie willst du dann gescheit arbeiten, wenndich andere
drumherum stören?

Ich arbeite als Softwareentwickler, kann viel von zu Hause aus arbeiten und wenn ich dann in der Firma sitze und arbeite, falle ich in einen Tunnel - nehme einfach die Welt um mich herum nicht mehr wahr. Ausserdem achtet Chef darauf, daß mir nicht zuviel zugemutet wird.

Bist du für die wirtschaftliche Situation der Branche allein
verantwortlich, oder bist du vielmehr in erster Linie für Dich
verantwortlich?

Nicht für die wirtschaftliche Situation der Branche aber für die wirtschaftliche Situation meiner Stieftochter und meiner Frau.

Hai, Stage Zero,

bei dem, was ich hier von Dir lese, beschleicht mich der Verdacht, daß Deine innereheliche Kommunikation etwas im Argen liegt. Das Deine Frau nur eine egoistische Zweckehe (wie hier irgendwo geschrieben wurde) eingegangen ist, kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich kann ja mal versuchen, Dir ihre Seite vor Augen zu führen (wobei natürlich viel auf Vermutungen basiert):
ich nehme an, daß sie nicht darüber informiert war, daß Du zu Depressionen neigst (während einer Fernsehsendung „Depressionen hatte ich auch mal“ loszulassen, ist keine Information). Als dann die Fehlgeburt passierte, hattest Du wahrscheinlich den Kopf mit Deinen eigenen Problemen der wieder aufsteigenden Depression voll. Dadurch könnte es passiert sein, daß sie sich unverstanden, ungetröstet und ungeliebt fühlte (wenn Du sie z.B. in den Arm genommen hast, dabei aber innerlich damit beschäftigt warst, Deine eigene Trauer zu unterdrücken, hat sie es unterbewußt oder auch bewußt gespürt). Die Folge davon wäre ein Rückzug ihrerseits gewesen, der wiederum zu einem Rückzug Deinerseits führte („Sie will mich nicht verstehen…“). Hier und da noch ein Verschweigen des einen oder anderen, eigentlich völlig unerheblichen, Problemchens und das Vertrauen hat einen heftigen Knacks weg - sie glaubt nicht mehr…
Wie geschrieben - das basiert auf Vermutungen.
Der Ausweg aus dieser Situation ist absolute Offenheit, alles betreffend. Also Deine Gefühle, Deine Ängste, Deine Probleme müssen auf den Tisch. Im Gegenzug muß auch ihr die Möglichkeit gegeben werden, ihren Gefühlen Ausdruck zu geben - und zwar ohne, daß ein „Mir geht’s aber viel schlimmer“ kommt.
Ich weiß, daß Depressionen kein Scherz sind, daß Du sie nicht hast, um Deine Frau damit zu ärgern, ich weiß aber auch, daß Depressionen dazu führen können, daß man die Gefühle der Umwelt manchmal nicht mehr wahrnimmt, unterschätzt oder manchmal auch einfach nicht ernst nimmt („Im Vergleich zu mir…“), weil einem schlicht die Sicht verstellt ist. Das ist keine Frage der Schuld! Du hast keine Schuld daran, daß Deine Wahrnehmung der Emotionen anderer zur Zeit verschoben ist, Du mußt Dir dessen nur bewußt sein.
Red mit ihr…
Gruß und alles Gute
Sibylle

Problem mit Ehe, Krankheit oder/und Fehlgeburt?
Hallo!

Innerhalb dieser depressionalen Phasen ziehe ich mich völlig in mich selbst zurück.
dann wird sie immer aggressiv „Was habe ich denn jetzt schon wieder getan?“

Das passt so klassisch auf die „vier Seiten einer Nachricht“ von Schulz von Thun („Miteinander reden“, Band 1).

Sie versteht etwas anderes, als Du eigentlich mit Deinem Verhalten ausdrückst. Deinen erklärenden Worten traut sie nicht.

Das deutet darauf hin, daß Ihr schon seit einiger Zeit ungünstig miteinander umgeht. (Daher der Vorwurf der Lüge, weiter unten im Pfad). So etwas ist gar nicht selten, sondern weit verbreitet, führt leider zu Mißverständnissen und Konflikten.

Variante 1:
Alles ist nur ein Mißverständnis. Wenn Ihr lernt, ‚besser‘ miteinander umzugehen (u.U. mit Hilfe von Paarberatung lernen), klärt sich alles.

Aber man kann auch anders deuten:

Variante 2
Eure Beziehung war längst auf absteigendem Ast, nun ist ein konkreter Anlaß gegeben, sich zu trennen. (Daher der Vorschlag, diesen Schritt in Erwägung zu ziehen, weiter unten in diesem Pfad)

Variante 3
Sie fühlt sich mit Deiner Krankheit überfordert. Zwar gibt es viele Leute mit Depression, aber im konkreten Fall ist es doch ungewohnt und für einen in dieser Hinsicht Unerfahrenen schwer zu verstehen und auseinanderzuhalten, welches Verhalten nun aus der Krankheit resultiert und welches aus der Persönlichkeit. Es kann auch einfach unheimlich sein und beängstigend, vor der ungewissen Entwicklung zu stehen und vor der Tatsache, daß Dein Verhalten plötzlich durch unbekannte Vorgänge gesteuert wird, und sich vom Gewohnten unterscheidet.

Dann sollte ihr Verständnis vermittelt werden. Zum Beispiel durch Literatur zum Thema oder auch ein aufklärendes Gespräch mit den Behandelnden. Bei Psychotherapie sollte ohnehin die ganze Familie (!), also auch die Tochter (!), einbezogen werden.
Aber auch offene Worte von Deiner Seite werden nötig sein. Da bestärke ich Dich. Du kannst ja ohne Weiteres darüber nachdenken, auf welche Weise Du etwas ausdrückst, damit es nicht unnötig in falsche Kehlen gelangt (kan man nicht immer verhindern), aber im Kern muß es offen sein. (siehe auch Erfahrungsbericht weiter unten im Pfad).

Sie warf mir dann vor nicht der Mensch zu sein, den sie geheiratet hätte.

Tja. Ist das eine Aufforderung, gefälligst wieder der zu werden?
Kannst es ja versprechen, wenn Sie auch wieder jünger wird.
Nein, das ist nicht ganz ernst gemeint, aber mir fällt ein zusätzlicher Sachverhalt ein, der evtl. sehr bedeutsam ist!

Variante 4
Die Fehlgeburt. Meist ein sehr schweres Trauma. Für Euch beide gleichermaßen? Hat sie es evtl. nicht ausreichend verdaut? Daraus kann alles mögliche resultieren, Wut auf sich selbst, das Gefühl, versagt zu haben, das Bestreben drüberwegzukommen, indem Dir indirekt die Schuld gegeben wird…

Spekulationen führen hier zu weit. Vielleicht braucht an dieser stelle Deine Partnerin noch Hilfe und es liegt nahe, daß Ihr gemeinsam Eure Probleme angeht. Dabei muß auch die Position der Tochter berücksichtigt werden. Haben sich alle auf den Nachwuchs gefreut? Oder hatte sie Sorge durch ein Baby an den Rand gedrängt zu werden?

Mein Fazit darum: Echte psychologische Betreuung und Analyse (nicht Psychoanalyse) Eurer Situation. Manche Psychiater können das ebenfalls, andere weniger, sie stützen sich vor allem auf Medikamentengabe (deren Nutzen ich in Deiner Situation nicht in Zweifel ziehe).

Das Forum wäre hier überfordert.
Tschuess und alles Gute, Sven.

Hallo Sven,

Sie versteht etwas anderes, als Du eigentlich mit Deinem
Verhalten ausdrückst. Deinen erklärenden Worten traut sie
nicht.

Das deutet darauf hin, daß Ihr schon seit einiger Zeit
ungünstig miteinander umgeht.

HALT! Das kann bei ihr auch in ihrer Vergangenheit liegen, z.B. im Elternhaus. Nicht unbedingt muss die URsache für das gestörte Vertrauensverhältnis hier in der Ehe zu suchen sein.

Alles Gute wünscht
…Michael

1 „Gefällt mir“

Stationäre Aufnahme eigentlich möglich…
Hallo!

Ich kann schon verstehen, daß Du Dich gegen einen Klinikaufenthalt verwehrst. Aber: Deine Bedenken sind gänzlich unbegründet.

Egal welche Branche - es geht den Chef prinzipiell überhaupt nichts an, wo oder warum Du in eine Klinik gehst. Ein Attest zu einem Klinikaufenthalt stellt auch ein Allgemeinmediziner aus - so daß man an Hand des Arztstempels nicht erkennen kann, worum es geht. Wenn Du Dich geheimnisvoll gibst (z.B. erwähnst, daß es Dir zu privat ist, über die Natur Deiner Krankheit zu sprechen), dann denken die meisten an irgendetwas anderes (und sehen übrigens hierin auch eine Erklärung für ein verändertes Verhalten).

Zum Problem mit dem Arbeiten von Zu Hause kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen: ich hatte mir mein Leben auch einmal so eingerichtet, daß ich bequem von zu Hause aus arbeiten konnte - ist mir auf Dauer überhaupt nicht bekommen. In der Folge habe ich ein absolutes soziales Defizit erlebt, so daß ich in Gesellschaft nicht mehr so gut klar gekommen bin und den Umgang mit Menschen erst einmal neu lernen musste. Wenn man schon viel zu Hause arbeitet, dann sollte man wenigstens nach „Feierabend“ für ein gesundes Maß an sozialem Ausgleich sorgen (z.B. Sportverein etc.). Sonst ist man ja stets nur in seiner eigenen Welt und ständig mit den eigenen Problemen konfrontiert!

Deine Bedenken, nicht in eine Klinik gehen zu wollen, kannst Du sicherlich mit Deiner Therapeutin besprechen, dort ist das Problem an der richtigen Adresse. Gerade welche Möglichkeiten es gibt, sollte sie Dir verraten können. Wenn sie Dir zudem auch zu einem solchen Aufenthalt rät, dann scheint doch was dran zu sein.

Wenn Du mehr dem VT Ansatz folgen möchtest, so gibt es auch ganz tolle psychotherapeutische Stationen, welche zusätzlich zur ärztlichen Betreuung auch eine psychologische anbieten - mit vielen Gruppen, Gesprächen und auch Übungen in- und außerhalb der Klinik. Zudem gibt es nach dem Klinikaufenthalt auch die Möglichkeit einer integrativen psychologischen Betreuung - da kommen dann Fachleute, welche man bereits in der Klinik getroffen hat, nach dem Klinikaufenthalt zu Dir nach Hause und helfen Dir, Dein Privatleben für Dich optimierter zu gestalten. Z.B. auch die Probleme in der Partnerschaft könnten hier Thema sein.

Wenn Du zu den Betreuungsmöglichkeiten informieren möchtest, so kann ich Dir dazu raten, Dich bei der örtlichen Diakonie zu melden. Die (sehr) engagierten Mitarbeiter kennen in der Regel die örtlichen Gegebenheiten zur stationären Behandlung ebenso wie andere Hilfsangebote, sie führen im Übrigen auch Kriesenintervention wie z.B. Paargespräche in der Beziehung durch.

Gruß
Patrick

1 „Gefällt mir“

Hop oder Top
Lieber Stage Zero,

in der Regel kannst Du davon ausgehen, dass jede Störung (wie zum Beispiel eine Depression) ihre Ursache unter anderem im Gefüge (also im persönlichen Umfeld) des gekrängten Menschen hat! Auch wenn Du sagst, dass Deine Frau kein direkter Auslöser eines depressiven Schubes ist, kann es doch schon sein, dass Sie in Deiner gesamt Situation eine Rolle spielt!
Ob dies jetzt stimmt oder nicht, ich würde auf jeden Fall eine systemische Paartherapie vorschlagen, damit die „Hauptlast“ der Depression und damit der Verstimmung in der Familie nicht bei Dir liegt! Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Dich schwer genug ist gegen die Depression anzukämpfen, und Du es nicht wirklich brauchst, deinen Zustand auch noch gegenüber Dritten zu verteidigen!
Wenn Deine Frau nicht mit in die Therapie möchte, will sie auch nicht, dass Du gesund wirst!
Es klingt hart, aber auf Diskussionen würde ich mich gar nicht mit ihr einlassen, sondern sie einfach eindringlich Bitten mit zu gehen. Damit hast Du dann auch das Problem der Informationsvermittlung in Sachen Depression aus dem Weg geräumt. Der Psychologe wird Euch schon dazu bringen über Deine Kränkung zu sprechen!
Wenn sie das nicht möchte suche Dir eine Andere! Bei einem sehr guten Freund von mir, hörte die Depression nach der Trennung sehr schnell auf!
Aber eins noch zu dem Argument „Du bist ein anderer als der den sie geheiratet hat“!
Selbst wenn ihr nicht kirchlich geheiratet habt, bei Eurer Hochzeit ist der Spruch gefallen „in guten und in schlechten Tagen!! Daran würde ich meine Frau auch mal erinnern oder hast Du sie fallen lassen nach der Fehlgeburt??

Ich wünsche Dir viel Kraft

Norbert