Zuviel Stress, oder: Ich kann nimmer

  • nur anfangen, wenn Zeit weil: wird glaub ich länger…
    Hallo an alle,

mir gehts in letzter Zeit immer schlechter.
Vor nem halben Jahr dachte ich, ich hätt nen guten Job, ne super Familie, gute Freunde usw.
Mein Job wird mir immer mehr zuwider. Meine Chefs spinnen nur noch, spielen die gute Leistung der Mitarbeiter gnadenlos runter, stellen einen als total doofen Menschen hin und das besonders gerne, wenn Geschäftskunden da sind. Heute war ich fast ausschließlich mit Tränen in den Augen bei der Arbeit, weil jedes Wort einfach zu viel für mich war (da ich im Büro allein bin war´s gut zu verbergen). Das geht erst 2 Wochen so und meinen Kollegen geht´s genauso wie mir. Aber die haben wahrscheinlich wg. ihrer langen Berufserfahrung einen dicken Pelz, den ich mir so wie´s aussieht noch antrainieren muss.

Meine Familie dreht auch am Rädchen. Meine Mutter belastet mich mit ihren Sorgen und ich will helfen und zuhören und all das, wenn ich welche hab (z.B. Arbeit) interessiert das niemand.
Sie akzeptieren mich irgendwie nicht als 22-jährige, sondern behandeln mich in vielen Fällen wie ne 13-jährige, obwohl ich nimmer daheim wohne und ich mir wünschte, sie wären stolz auf mich, dass ich das geschafft hab, dass ich geschafft hab, nach der Ausbildung übernommen zu werden und seit ich 13 bin versuche auf eigenen Beinen zu stehen (z.B. mit Zeitungen austragen, im Supermarkt helfen…).
Mein Bruder ist arbeitslos und faul, aber darüber was sagen „darf“ ich net, weil´s doch immer noch der süße kleine arme Junge ist (er ist 19). Das heißt nicht, dass ich ihn deswegen weniger lieb haben würde, aber ihm kann ich auch nicht helfen, weil die Zeiten, in der er sich von der großen schwester was sagen ließ, vorbei sind… schon gut für ihn, aber in dem Fall, in dem es um seine Zukunft geht (er is drauf und dran sich alles zu versauen) wär es andersrum noch besser.
Sie (meine Eltern) geben GRUNDSÄTZLICH anderen Menschen recht und machen immer so, als ob die Schuld bei mir liegt.
Der Kontakt zu meinem früheren Umfeld ist auch so gut wie abgebrochen (daran bin ich Schuld sagen meine Eltern…nur EIN Beispiel). Was mir ehrlich gesagt nicht sonderlich viel ausmacht, aber in Momenten wie diesen fehlen sie mir.
Meine beste Freundin hat selbst so viele Sorgen, dass ich sie mit meinen nicht belasten will.
Der einzige, bei dem ich mir sicher sein kann, dass er mich versteht und mir zuhört und versucht zu helfen ist mein Freund…

Aber das kann doch nicht ewig so weitergehen.
Ich kann doch net nur noch schlecht gelaunt sein, oder - so wie jetzt nachdem ich das mit meinen Eltern geschrieben hab - einfach nur heulen.
Im Moment wächst mir alles über den Kopf. Vielleicht bin ich reif für die Klapse oder für nen Psychologen?
Ich komm mir einfach nur allein und ausgelaugt und deprimiert vor… so ein Gefühl wie: Steig ins auto und fahr gegen einen Baum… obwohl ich das NIE tun würde… ICH KANN EINFACH NIMMER…einfach alles beschissen… würd am liebsten einfach nur WEG von allem (meinen Freund würd ich mitnehmen) Aber sonst: EINFACH WE

Wird das wieder besser? Was kann ich tun, DAMIT es besser wird?

Wär schön, wenn mir jemand weiterhelfen kann… vielleicht ging´s ja schonmal jemand so…

Danke
Gruß
anke

Hallo Anke,

Es wird sicher wieder besser, ganz bestimmt.

Ich kenne das Gefühl, wenn alles zu viel wird, wie in ein tiefes Loch.

Liest du gern? Ich könnte dir ein paar Bücher mit Ideen empfehlen.

Erstens, du hast einen Freund, kannst mit ihm die Situation besprechen, toll, das hilft schon mal weiter.

Zweitens, du kannst stolz auf dich sein. So wie du über dein Leben berichtest, hast du einiges geschafft. Es ist wichtig, dass du selbst deine Leistung anerkennst. Von anderen erhält man nicht die Anerkennung, die man sich so sehnlich wünscht. Ich kenne dieses Gefühl. Schon jahrelang ist dies immer wieder ein aktuelles Problem bei mir.

Es ist erlaubt, dass du auch einmal an dich denkst und nicht nur dich um die anderen sorgst. So weh es auch tut, manchmal muss man sich auch von der eigenen Mutter abgrenzen, mal die Meinung sagen. Ich hatte das vor ein paar Wochen. Ich fühlte mich so in die Enge getrieben, dass ich meiner Mutter ziemlich heftig meine Verzweiflung über ihr ewiges Nörgeln an den Kopf geworfen habe - was zu heftigen Gegenreaktionen führte. Im Endergebnis hat das Gewitter aber die Atmosphäre gereinigt (war aber nicht angenehm).

Zum Job: versuche Infos zu bekommen, was sich in der Situation geändert hat und im übrigen einen kühlen Kopf bewahren und abwarten. Natürlich verletzt es, niedergemacht zu werden. Aber auch im Beruf bekommt man oft nicht die Anerkennung, die man sich wünscht und auch verdient. Das nagt an den Nerven.

Ich hoffe, es baut dich etwas auf.
Cirwalda

Hallo, Anke,
wenn ich das so lese, dann scheint mir, dass Du auf mehr Hochzeiten tanzen möchtest als Zeit dafür ist.
Vielleicht wäre es nicht die schlechteste Idee, wenn Du Dich ein bissel mehr von Deiner Familie abkoppelst und Dich mehr auf Dein eigenes Leben - Berufs-, Privatleben konzentrierst.
Kein Mensch kann alles Leid der Welt schultern. Deine Eltern sind wohl erwachsen genug, ihre Probleme selbst zu meistern, und auch Dein Bruder sollte dazu fähig sein.
Grüße
Eckard.

Deine ‚Verletzung‘ haben viele…
…und zwar (geschätzt) jedem 10. Deutschen irgendwann einmal in seinem Leben.

Der Zustand, in dem Du Dich befindest, hört sich schon laut Deiner Schilderung nach einer „Depression“ an. Viel kann ich dazu nicht sagen, dazu bin ich fachlich weder kompetent noch wäre das Internet geeignet, um etwaige Ferndiagnosen zu stellen.

Aber dennoch, einige Empfindungen, die Dich momentan betreffen, weisen darauf hin.In welchem Rahmen diese „Depression“ bedingt ist, das alleine kann Dir en Fachmann sagen und auch nur nach eingehendem Gespräch.

Das wichtigste gleich vorweg: Depressionen sind in den allermeisten Fällen etwas vorrübergehendes. Erinnere Dich einfach daran, wie gut es Dir einmal ging, und dann sei gewiss, daß dies auch wieder so sein wird.

In manchen Fällen vergeht das Tief auch wieder von alleine - in anderen ist therapeutische Hilfe angezeigt.

Konzentriere Dich zunächst auf die Dinge, die Dir gut tun. Wie es scheint, sind dies vor allem Dei Freund und Deine beste Freundin. Auch mit Ihr kannst DU über Deine Probleme sprechen - manchmal sind Menschen froh, wenn sie bei Problemen helfen können, selbst oder gerade wenn sie welche haben. Und sprechen hilft schon eine ganze Menge!

Wenn Dir danach ist, dann kannst DU auch bei einem Psychologen vorbeischauen; dort wirst DU beraten, wie Dir sonst noch geholfen werden kann. Es gibt Neurologen (Medizin) und Psychologen (Psychologie), beide sollten die psychotherapeutische Zusatzausbildung haben. Vielleicht ist es erst einmal angezeigt, einen Psychologen aufzusuchen, die haben in der Regel mehr Zeit und sind auch eher gesprächstorientiert. An einen Psychologen musst Du, wenn Du gesetzlich versichert bist, von einem Arzt überwiesen werden, am besten erkundigst DU Dich bei Deinem Hausarzt. Der Gang zum Psychologen ist übrigens weder eine Schande noch etwas ungewöhnliches - für viele Menschen ist er längst Alltag.

Dort erfährst Du dann u.U. die Hintergründe für Deine depressive Entwicklung - und vor allem: was man dagegen tun kann.

Viel Glück und Gruß
Patrick

Hallo Anke!

Ich kenne diese Situation auch!

Ich will mal versuchen, dir zu helfen!

So wie ich das verstanden habe, lebst du noch zu hause??
Wenn ja, dann solltest du dir schleunigst eine eigenen Wohnung suchen! Denn nur so kannst du auf eigenen Beinen stehen, und endlich auch Abstand zu deiner Familie bekommen.
Wenn nicht, dann brich den Kontakt zu deiner Familie für ein paar Monate ab oder schränke ihn bis auf weniges ein.
Denn du kannst das nicht im Umfeld der Familie lösen, sie behindern dich dabei!

Auf jeden Fall solltest du endlich auf eigenen Beinen stehen.
Dann wird sich vieles ändern!
Vor allem werden sie vielleicht endlich einsehene, dass du eine erwachsenen Frau bist!

Meine Eltern haben sehr lange gebraucht, um das einzusehen, und ich bin mit 20 endlich da raus gekommen, zu meinem Freund in eine andere Stadt gezogen . Und das hat geholfen!

Ich wünsch dir viel Glück und kraft!
Aber glaube mir, dass du es schaffen wirst und das es sich ändern wird!

LIebe Grüße
Berlind

Nochmal lesen…
Hallo Pia.

…sie schreibt ausdrücklich: „…, obwohl ich nimmer daheim wohne…“
Kleiner Hinweis. Konnte ich mir nicht verkneifen :wink:
Grüßle vom
Rabchen

Hallo Anke.
Eckhard hat eigentlich in meinem Sinne schon sehr schön geantwortet. Ich hätte noch ein paar kleine Dinge dazu zu sagen.
Die Abgrenzung zu deinen Eltern ist eins der wichtigsten Dinge, die du in Angriff nehmen solltest. Nach deinem Posting scheint es mir, dass dir deine Eltern ziemlich viel reinreden und dir offenbar auch ein schlechtes Gewissen machen, anstatt dich zu bestärken und dir ein positives Feedback zu geben. Das ist mein Eindruck! Ich habe selber solche Eltern, bei denen ich bis heute Tochter bin und keine erwachsene Person. Jedenfalls meistens nicht. Das Leben der Kinder kann man nach Belieben kommentieren.
Ein weitere Anregung wäre, dass du dir etwas suchst, was nur du machst. Einen Sportverein, eine Malgruppe, basteln, oder vielleicht noch eine neue Fremdsprache. Die Voklshochschule bietet jede Menge, du lernst neue Leute kennen und kannst dir ein neues Ziel setzen.
Vielleicht hilft dir das auch weiter. Kopf hoch, das Leben geht weiter. Meine Söhne würden sagen: Bleib cool.
Liebe Grüße
R.

Hallo Pia,

Wenn nicht, dann brich den Kontakt zu deiner Familie für ein
paar Monate ab oder schränke ihn bis auf weniges ein.

Das is ja auch wieder so ein Problem: Trotz eigener Wohnung geh ich mind. 1x/Woche bei meinen Großeltern (z.B.) vorbei und kann mir jedesmal anhören „Kind, schön dass du auch mal wieder da bist-könntest ja auch ruhig öfter kommen“! Dass die mal einsehen würden, dass ich BERUF hab, HAUSARBEIT hab, HOBBIES hab, nen FREUND hab, kommt ihnen nicht in den Sinn!
Aber wenn ich nicht hingehe, hätt ich wieder ein schlechtes Gewissen, weil sie auch nicht die Jüngsten sind und ich froh bin, dass ich überhaupt noch Großeltern hab… ach, alles komisch!

Auf jeden Fall solltest du endlich auf eigenen Beinen stehen.
Dann wird sich vieles ändern!
Vor allem werden sie vielleicht endlich einsehene, dass du
eine erwachsenen Frau bist!

Wie gesagt, ich wohne nicht mehr daheim, geh auch nicht jeden Tag jeden besuchen und trotzdem: Sie schnallen´s einfach nicht…

Gruß
anke

etwas längere Antwort;O)
Hallo Anke!!

das ist allerdings ein Problem!
Aber ich finde, du solltest trotzdem den Kontak einschränken!

Du schriebst, dass du ein schlechtes Gewissen hast, wenn du nicht zB bei deinen Großeltern vorbei schaust. Das ist falsch.
Du brauchst kein Schlechtes gewissen haben, weil du es niemandem Recht machen mußt.!!!

Ich schreibe dir jetzt etwas, womit ich dich nicht verletzten möchte!!!

Deine Situation hängt scheinbar sehr stark auch von deinem eigenen Vermögen ab loslassen zu können, und von deinem Selbstbewußtsein.
Natürlich auch ganz stark von deiner Familie, in wieweit sie noch „Macht“ über dich haben.

Meine Mutter war in einer ähnlichen Situation, sie ist jedes Wochenende noch bis zu ihrem 35 Lebensjahr zu ihren Eltern/Geschwistern gefahren. Weil sie nicht loslassen konnte und warscheinlich auch immer wieder gehoffet hat, die Elterliche Zuneigung zu bekommen, die dann aber im Wiederspruch auch stand mit ihrer damaligen Persönlichkeitsentwicklung!
Sie reduzierte den Kontakt dann immer weiter und weiter, bis er irgendwann bei Null angelangt war…darauf bekam sie natürlcih unterschiedliche Reaktionen, von Verständnis, bis Wut, alles!
Aber es hat ihr geholfen, sich und ihr Selbsbewußtsein soweit zu stabilisieren, dass sie kein schlechtes Gewissen ihnen gegenüber mehr hat!

Und das ist für dich auch ganz wichtig denke ich, soweit ich das überhaupt einschätzen kann!
Dein schlechtes Gewissen, das nagelt dich sozusagen an deine Familie und so lange du dieses immerwieder bekommst, kommst du aus diesem Zwang nicht mehr heraus.
Und so lang du aus diesem Zwang nicht rauskommst, bekommst du auch keine Ruhe und auch nicht die Anerkennung als erwachsener Mensch, die du brauchst und haben möchtest.
Und weil du diese Anerkennung nicht bekommst, gehts dir nicht gut, aber gleichzeitig hast du auch wieder dieses schlechte Gewissen gegenüber deiner Familie,irgendwelche Pflichten erfüllen zu müssen, und den Anforderungen gerecht zu werden(??).
Und da geht der ganze Teufelskreis wieder von vorne los!

Du siehst…du drehst dich in diesem Kreislauf und findest keinen Ausweg!
Aber an einer Stelle kannst du diesen Kreis zerschlagen, du mußt es sogar irgendwann tun!

Ich bin keine Psychologin, aber ich beschäftige mich viel mit solchen Problemen und habe auch selber einen sehr harten Weg hiner mir!

Viele grüße
Berlind

2 „Gefällt mir“

Hallo Anke!

Pia hat recht, und mir ging es ähnlich…
Irgendwann (es hat allerdings fast 2 Jahre gedauert) habe ich den Kontakt reduziert, es „belastet“, ja doch es belastet, und wenn Dich was belastet wie ein schwerer Stein, schliesse einen Kompromiss, oder ziehe die Konsequenzen.

Neulich klingelte das Telefon, es war meine Mutter.
„Hallo, ich wollte mal hören, wie es Dir geht, Du fehlst uns doch auch…“

Lass Sie wissen, was Sie an Dir haben!
Mach Dir rar, und nimm Dir Zeit!

Alles Gute,
Nicole

1 „Gefällt mir“

Hallo Kroeti,

Neulich klingelte das Telefon, es war meine Mutter.
„Hallo, ich wollte mal hören, wie es Dir geht, Du fehlst uns
doch auch…“

DAS würde meiner Mutter im Leben niemals über die Lippen kommen… vielleicht denkt sie das, vielleicht sagt sie´s auch meinem Vater oder meiner Oma oder irgendwem, aber im Leben NIEMALS zu mir! Tja, was soll ich sagen „des is halt so…“

anke

Vielen dank an euch alle…
… ihr wart echt lieb!

Hab mir grad meinen ersten Artikel nochmal durchgelesen… war wirklich etwas verwirrend. Naja, gestern war ich auch „ein bisschen“ verwirrt!

Aber die Antworten und Ratschläge waren echt super!

Ihr habt Recht: Es ist kein Wunder, dass man eigene Probleme nicht verarbeiten kann, weil andere einen noch zusätzlich mit deren Probs belasten… Dann staut sich alles an - wirklich alles, selbst das, was schon länger zurückliegt kommt wieder hoch - und kommt auf einmal heraus. Schleichend, aber es kommt. Und dann sitzt man irgendwann da und fragt sich: Warum?! Warum gehts dir auf einmal so richtig richtig besch…?
Deshalb war es für mich hilfreich, eure „Analysen“ durchzulesen und dann für mich das Zutreffende (was vieles davon war!) herauszusuchen. Außerdem war es auch sehr hilfreich, weil man gesehen hat, dass es vielen anderen auch so geht/gegangen ist!

Ich werd mich wohl wirklich rar machen, auch wenn´s anfänglich schwer fallen wird. Werd mich anrufen lassen und nicht umgekehrt und bin mal gespannt, was rauskommt!

Also nochmal danke
Grüße
anke

abnabeln
Hallo Anke nochmal,

oje, das tut weh…wie verhält sich denn Ihre Körpersprache (Mimik, empfängt sich Dich -im wahrsten Sinne des Wortes- mit offenen Armen?)
Kann sie Dir Zuneigung ZEIGEN?
Es müssen nicht immer Worte sein, mir kommt manches auch nie über Lippen, und meinen Vater auch nicht, aber irgendwo weiss man „es“, dass man gut aufgehoben ist…

Ich glaube, ich bin grad dabei mich richtig abzunabeln, alles was ich Dir sagen kann: es braucht wirklich Zeit, und es ist schmerzhaft, der Weg zur inneren Unabhängigkeit, leider :frowning:
(zumindest ging es mir so, ich dachte auch „mit Auszug ist alles gegessen“ aber dem ist bei weitem nicht so!)

Wenn Du magst, kannst Du mich mal anrufen, also wenn Dir Decke auf den Kopf fällt.

Grüsse,
Nicole

1 „Gefällt mir“

Hallo nochmal, (danke für die angebotene Tel-Seelsorge!!Deine Email-Adresse hab ich mir schon notiert…)

also ich kann dir eigentlich sagen, dass ich weiß, dass es für meine Mutter nicht leicht war, als ich ausgezogen bin (trotz der zwei Söhne, die noch daheim wohnen 19/12).
Bsp:
Weihnachten letztes Jahr, war das erste Weihnachten, das ich nicht daheim verbracht hab.
Meine Eltern u. Geschwister waren bei meiner Oma zum Essen (ich war bei den Eltern meines Freundes) und mein Bruder sagte: Das erste Weihnachten ohne Anke! Meine Oma erzählte mir dann irgendwann, dass meine Mutter daraufhin Tränen in den Augen hatte… deshalb WEIß ich das… aber das sie´s MIR gegenüber mal gezeigt hätte? Nee… mit rummotzen vielleicht (jeder hat ja ne andere Art) [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Cirwalda,

ja, ich lese gerne! :wink:

Gruß anke

Nochmal ich, Anke,
also, es mag vielleicht ein dummer Spruch sein, aber ich habe erfahren, dass er viel Wahrheit ausdrückt:

Willst Du was gelten, mache Dich selten.

Das sollte Dich dazu ermutigen, jetzt erst einmal Dein „Ding“ durchzuziehen. Du bist in erster Linie für Dein eigenes Leben verantwortlich. Noch einen alten Spruch will ich anbringen: Jeder ist seines Glückes Schmied. Erwarte nicht, dass jemand Dich glücklich macht. Zu allererst mußt Du dafür sorgen.

Manche Leute sind durch das Leben so „gehärtet“, dass es ihnen sehr schwer fällt, ja manchmal unmöglich ist, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, geschweige gar, sie in Worte zu fassen. Das heißt aber nicht, dass sie keine Gefühle haben. Das mag vielleicht auf Deine Eltern zutreffen.

Grüße
Eckard
(Sprücheklopfer :smile:

1 „Gefällt mir“

****************************************************************

Hallo Anke,

ich bin zwar ein bisserl spät dran, aber ich möchte dir
auch noch was sagen.

Ein Hauptproblem von dir ist dein ewig schlechtes Gewissen,
ich habe deinen Thread gelesen und wenn du es mal nicht ausschreibst…spürt mans auch…und glaube mir, ein jeder
in deinem Umfeld kriegt das auch irgentwie mit, dass da jemand
ist den man unter Druck setzen kann.

Einiges was du so schreibst, erinnert mich sehr stark an mich selber - allerdings vor einigen Jahren.

Im nachhinein kann ich dir sagen, es lag an der Mutter-Tochterbeziehung, meine Mam ist eine Supermam und genau dass
wars Problem, weil sie um ihren Platz zu stark kämpfte…des
heißt nicht dass sie mich nicht liebte, sie wollte nur immer
zeigen wie gut sie nicht ist, darauf habe ich noch ein Schäuferl
beim „noch besser sein“ nachgelegt, in der falschen Meinung dass
sie mich dann anerkennen würde…denkste!

Ich war auch immer verwundert, warum sie meinen Bruder oder
sonst wen so in den „Himmel“ hob, bis ich draufkam dass diese
Menschen ihr sehr Gutes tun - weil durch SIE konnte meine
Mutter ihre ganze Hilfsbereitschaft und ihre Sorge um Gott
und die Welt so gut leben, mein Kampf um ihre Anerkennung
war eher eine Bedrohung für sie.

Wirklich munter bin ich erst geworden, als meine kleine Tochter
bei der geringsten Verfehlung ein schrecklich schlechtes Gewissen
der Oma gegenüber hatte, ab da hats dann zuerst mal ordentlich
gekracht…und dann begann mein Rückzug.

Ich habe mich zuerst komplett von ihr distanziert, was sicher auch nicht richtig war…aber für mich und meine Familie wars
wichtig. Am Anfang war ich noch sehr empfindlich wenn mir
ihre Meldungen und „Tränen“ berichtet wurden, sie hat auch
versucht die halbe Verwantschaft verrückt zu machen…nur
sehr viele haben auch mich verstanden.

Nach einigen Monaten haben wir uns wieder vorsichtig aneinander
herangetastet, sie hat sich natürlich nicht wirklich verändert…dafür aber ich, ich kann meine Mam heute mit
*Schmäh* packen und ich liebe sie auch mit ihrem Ehrgeiz…
sie sorgt und leidet immer noch und warum weiss eigentlich
keiner, nicht mal sie :wink:)

Dafür ich nimmer, ich weiss ich bin immer noch sehr offen
für die Probleme anderer, aber ich muss sie nicht mehr durch
ihr Leben schleppen um kein schlechtes Gewissen zu haben, ich habe auch nicht mehr das Gefühl
andere zu belasten wenn ich Gespräche mit Freunden führe, die
fühlen sich doch auch gut, wenn sie gebraucht werden.

Ich wills mal so ausdrücken, alles was in meinem Umfeld irgentwer
ein wenig besser oder schlechter kann, Hauptsache er/sie kann und will, ist es mir schon recht…dadurch kann ich meine
Kräfte besser einteilen…und lauf nicht mehr am Zahnfleisch!

Ich muss mich einfach nicht mehr beweisen…ich bin gut genug auch mit halber Kraft :wink:)

Wirklich wichtig ist meine gute Laune und meine Nerven…die
helfen mir mit meiner Tochter und auch mit meinem Schatz und
die sind auch heilfroh wenn ich nicht sooo perfekt bin.

Liebe Grüße
Kerbi