Hallo „Winkel“,
das ist ja wieder einmal „Mist“ hier.
Meinst du damit mein Posting? Wenn ja, frage ich, warum? Weil ich nicht deiner Meinung bin?
Was bringt Dic zu der Annahme, daß ich schlechter als ein
1-ser Abiturient geeignet bin für den entsprechenden
Studiengang?
Die annahme habe ich nicht, ich fragte warum du meinst, daß du ein besonderes Recht hast, denen vorgezogen zu werden, die die Kriterien (mal abgesehen von der Qualität der Kriterien) erfüllen!
Was weißt DU überhaupt von mir, was Dich annehmen lässt, daß
ich in der Vergangenheit nicht evtl. doch ungerecht behandelt
worden bin?
Das wird doch jeder mal, oder? Aber glaube mir, daß nicht ausschließlich andere damit beschäftigt sind, dich ungerecht zu behandeln.
Juristen und Wirtschaftsabsolventen (ZVS-Studiengänge)
bedürfen also einer kostenintensiveren Betreuung als z.B.
Chemiker und Physiker? Was schreibst Du da / das glaubst Du
doch selber nicht?
Das mag sein, es gibt aber auch mehr Ausbildungsplätze in diesen Fachrichtungen.
Jetzt höre doch endlich mal auf, Deine Selbsterfahrung in
alles und jeden hineinzuprojezieren!
Ich projeziere nicht! Läßt mich aber fragen, warum du so empfindest, als ob ich das bei dir täte!
Es mag ja sein, daß Du die Schuld bei Dir selber siehst, nur
was hast Du dagegen, wenn ich zu umgekehrten Schlüssen komme?
Welche Schuld sehe ich bei mir?
Nicht jeder, der eine Therapie nötig hat, hat hat dies
aufgrund entwickelter Vermeidungsstrategien oder ähnlichem.
Das ist von mir unbestritten.
Mann - kann ja sein, daß Psychiater und Psychotherapeuten hier
immer ansetzen, damit die Patienten wieder in den Alltag
integriert werden, bei mir klappt das aber nicht.
Und warum? Weil alle doof sind, außer du selbst?
Ich habe
meinen Vater und meine Stiefmutter verrecken sehen (und zwar
über Jahre), und dabei die Unzulänglichkeiten der
Versicherungen und andere Geschichten erlebt (solange mein
Vater noch lebte, wollte niemand etwas von einer
Pflegebedürftigkeit wissen - freilich, nachdem er dann Tot
war, wurde auf post-mortem auf Pflegestufe 3 anerkannt - nur
davon hatte mein Vater ja nun Wirklich nichts).
Woran sind jetzt die Versicherungen schuld?
Oder was weißt
Du von meinen frühen Traumata oder anderem, und warum ich
deswegen nicht wie andere Kinder brav zur Schule gehen konnte.
Sind deine Traumata eine Qualifikation für deinen Studienplatzwunsch?
Du kennst aus einem anderen Posting meine Diagnose und meinst,
nur weil diese Ähnlich der Deinen ist, alles über mich zu
wissen.
Ich weiss nichts von dir, erkenne aber die gleichen Mechanismen wie bei mir. Aber das widerspricht ja deinem Anspruch auf Einzigartigkeit, deswegen darf das wahrscheinlich SO nicht sein.
Uns nur weil Du der Meinung bist, daß die Ursachen Deiner
eigenen Probleme bei Dir liegen, heißt dies doch nicht, daß
das bei allen anderen auch so ist.
Ich hab nicht gesagt, daß die Ursachen bei mir liegen. Aber bei mir liegt, wie ich damit umgehe.
Natürlich weiß ich, daß man nichts geschenkt bekommt, aber es
ist doch auch so, daß dies gerade bei Leuten, die am Boden
liegen, manchmal ungerecht ist.
Wer soll denn gerecht zu dir sein? Und warum?
Alte Menschen verkümmern in Pflegeheimen, kranke Menschen
bekommen keine ausreichende medizinische Versorgung. Niemand
kann mir erzählen, diese Gesellschaft trägt nicht dazu bei,
daß diese Welt ungerecht ist.
Diese Gesellschaft? Diese Welt? oder doch nur die ZVS?
Propaganda wie Deine: „nicht die Menschen, sondern man selbst
trägt Schuld“ hilft nicht gerade dabei, daß diese Welt eine
bessere wird.
Das hab ich so nie gesagt! Und die Welt will ich auch nicht verbessern!
Ich bin selber Schuld, daß ich mit einem schlechten Abitur
keinen Studienplatz bekomme? Stimmt - ich hätte ja nicht mit
11 Jahren jene „bewußte Entscheidung“ treffen müssen, mit
einer Alkoholkarriere zu beginnen.
Nein, du hättest dich auch anders entscheiden können.
Ich hätte mich ja dazu
entscheiden können, die begangenen Erziehungsfehler meiner
Eltern zu ignorieren und und dafür sorgen können, daß ich
trotdem eine ausgeglichene Persönlichkeit entwickele.
Das hätte so sein können!
Schließlich haben alle Lehrer durch die Bank dies auch
ignoriert.
Also die Lehrer hätten dir trotz fehlender Leistung einsen geben sollen?
Daß ich durch einen verantwortlichen und nützlichen Beruf dazu
beitragen möchte, daß diese Fehler in meiner persönlichen
Vergangenheit anderen evtl. erspart bleiben, qualifiziert mich
also nicht zu einem solchen Beruf?
Das heißt, du willst verhindern, daß es bei 6jährigen zu fehlentwicklungen kommt! Wie willst du das anstellen? Rückwirkend auf die Eltern einwirken?
Nun ja, dann lass uns Unterschriften sammeln für eine
Petition, deren Ziel es sein sollte, Selbsthilfegruppen und
Initiativen von engagierten Menschen zu verbieten - die sind
ja auch „zu betroffen“, um effektiv agieren zu können?
Eine Selbsthilfegruppe ist etwas anderes. Keiner der nen Herzinfarkt hatte, studiert Herzchirurgie, um bei anderen herzinfarkte zu verhindern!
Also gut, Du hast recht: ich nehme also meine Lebenserfahrung
als Grundlage für mein Weltverständnis und versuche gar nicht
erst (wie durch ein Studium) auch andere, fremde Mechanismen
zu begreifen um eine objektivere, relativiertere Einsicht zu
erlangen - wozu soll sowas auch nutzen?
Die Frage ist, wird es dir helfen?
Meine persönlichen Erfahrungen - welche bald auch verarbeitet
sind - dazu zu nutzen, etwas sinnvolles zu tun, ist sicherlich
eine müßige Motivation.
Warum wertest du hier deine Motivation ab?
(PS - kann es sein, daß Du Deine gewonnenen Einsichten
deswegen gerne in andere projezierst, damit Du Dich selber
nicht mit der Umsetzung dieser Einsichten beschäftigen musst?)
Und wie ist das bei dir?
gruss
winkel