Wie finde ich feste Freunde?

Hallo,

ich hab ein Problem: Und zwar, feste Freunde zu finden, mit denen ich oft zusammen bin, mit unterhalte oder was unternehme. Ich kenne zwar viele Leute, aber das sind wohl eher Zweckbekanntschaften - von der Schule/vom Studium her. Oder einige andere, die ich mal bei irgendwelchen Gelegenheiten kennengelernt habe. Aber wir treffen uns so gut wie nie, um mal Spaß zu haben - also freizeitlich. Ich weiß auch gar nicht richtig, wie ich so was aufbauen sollte - ich bin nicht SO der Gesprächige - im Sinne von Small Talk. Irgendwann weiß ich einfach nicht, über was ich mich unterhalten soll. Ich bin auch ein wenig zurückhaltend - was sich in letzter Zeit langsam gelegt hat. Hat jemand ein paar Tipps, wie ich an die Sache rangehen könnte? Oder kennt vielleicht jemand ein gutes Buch? Ich will nicht gleich zu einem Psychater oder so gehen. Mir fehlt irgendwie die Übung - solche Freundschaften zu festigen - mit Leuten komme ich eigentlich genug in Kontakt.

Danke für alle ernsthaften Antworten.

Heinzi

Hallo Heinzi!
Ich bin zwar kein Experte und weiss auch nicht so recht, ob Dir ein Buch dabei weiterhelfen kann. Feste Freundschaften entwickeln sich. Guck doch einfach mal bei Deinen Bekanntschaften und die die Dir am symphatischsten sind, rufste mal an und fragst, ob sie mal auf „ein Bier“ mit Dir gehen wollen.
Liebe Grüße
Usch

Hallo!

Ich bin auch keine Expertin, aber ich verstehe ein wenig von zwischenmenschlichen Dingen.

Warscheinlich liegt das Problem, was du hast genau an deiner Art, was jetzt nicht verletzend gemeint ist!!!
Du hast geschrieben, das du nicht der Gesprächigste bist.

Eine Freundschaft ist etwas tiefgründiges, nichts an der oberfläche kratzendes, und man muß sich schon gar nicht unter Druck setzten, mit dem anderen jetzt über irgendwas, zu reden.

So wie in der anderen Antwort schon gestanden hat, entwickeln sich Freundschaften einfach.
Aber natürlich muß man sich auch für den anderen interessieren, was aber eigentlich ganz von selber kommt.

Vielleicht solltest du ein wenig aus dir rausgehen.
Und vertrauen finden zu demjenigen, der dir sympatisch ist.

Und : zum Psychater brauchst du da gar nicht zu gehen!!

Liebe Grüße und viel Glück
pia

Steckenpferd reiten :wink:
Hallo Heinzi,

vor etlichen Jahren habe ich mal einen Kinofilm gesehen, der hieß „kleine Fluchten“. Es spielte einer wunderschönen Landschaft, wo außer Landschaft halt nichts weiter geboten wurde. Die jungen Leute in diesem Gebiet haben sich da unendlich gelangweilt. Aber ein alter Mann ließ sich andauernd etwas einfallen, und hat in seiner Freizeit einiges unternommen (hat sich ein Mofa gekauft und gurkte damit durch die Gegend). Schließlich leistete er sich sogar einen Hubschrauberrundflug über sein Heimatland und schoß viele Fotos.
Diese Unternehmungslust war regelrecht ansteckend, auch für andere, die erstaunt dem Tun aus Lebenslust des Alten beobachteten, so ansteckend, dass man gerne mit dem Alten losgezogen wäre.

Sich gezielt auf die Suche nach Freunden zu machen, birgt das Problem, dass die anderen Deine Absicht durchschauen könnten, und sich dann eher aus Vorsicht zurückziehen, weil sie mit der Erwartungshaltung (nun soll ich dem sein Freund sein) nicht klar kommen.
Aber ein gemeinsames Interesse, wo und in welchem Bereich auch immer, sei es im Verein, kirchl.Gruppen, Parteien, schafft selbst in einer bunt gemischten Truppe - Junge und Alte, Redefreudige und Schweigsame - Solidaritätsgefühle, weil alle an einem Strang ziehen: Zusammensein des Hobbys wegen.
Und wenn Du Glück hast, dann gibt es darunter 2-3 Leutchen, die Dir am Herzen liegen, woraus engere Freundschaften entstehen können, wenn Du Geduld dafür zeigst.

Bücher über „Freunde finden“ gibt es auch. Amazon machts möglich:
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3579057111/qid…

viele Grüße
Claudia

Hai, Heinzi,

ich nehme an, Du meinst mit „festen Freunden“ echte Freunde, also die, mit denen Du auch mal 'n Abend am See sitzen kannst, ohne ein Wort zu sagen oder zu denen Du auch kannst, wenn Du nicht fröhlich und gut gelaunt bist…
Davon gibt’s für jeden Menschen nur ganz wenige. Laß Dich da nicht von Leuten bluffen, die von ihrem großen Freundeskreis erzählen oder gar von irgendwelchen Serien, in denen riesen Clicken immer zusammenhängen und ganz dolle Freunde sind - sowas gibt’s nicht.
Als wenig sinnvoll habe ich erfahren, mich selbst zu verbiegen, um mich anderen anzupassen, damit ich endlich Freunde finde - ich bin einfach nicht der Typ, der dauernd anruft und Kontakt hält. So gibt es zwar einen großen Bekanntenkreis, den ich relativ regelmäßig auf irgendwelchen Partys oder über Job-Verbindungen treffe - aber Freunde hab ich nur zwei; eine Freundin, mit der ich ca. alle drei Jahre mal telefoniere und einen Freund, der praktischerweise nebenan wohnt, und den ich daher öfter mal treffe. Die anderen verstehen mich einfach nicht :wink: - ich sie übrigens meistens auch nicht…
Achte bei den Leuten, die Du triffst, darauf, ob sie Dir auf Anhieb sympatisch sind, setz Dich in deren Nähe und harre der Dinge, die da kommen mögen - eventuell ist jemand dabei, der die gleichen Interessen und die gleiche Einstellung zum Leben hat.
Versuch, nicht anders zu wirken, als Du bist, das schreckt nur die ab, die Dir ähnlich genug sind, um Deine Freunde sein zu können…

von der Schule/vom Studium her.
Oder einige andere, die ich mal bei irgendwelchen
Gelegenheiten kennengelernt habe.

Überleg Dir, was Du gerne tun würdest und frag die mal, ob sie Lust hätten, mitzukommen - es könnte sein, daß von denen, bei denen Du es am wenigsten erwartest, die größte Zustimmung kommt, weil Du nicht der einzige bist, der seine eigenen Interessen nicht so öffentlich macht, weil die anderen sich dann abwenden könnten (so’ne Aktion hat mal dazu geführt, daß wir mit 'n paar Punks gemischt mit Schlipsträgern ins Musikal gegangen sind…*in-Erinnerung-schwelg*)

Nur Mut
Sibylle

Wie alt bist Du denn ? (o.T.)
.

Bin 22.

Heinzi

Vielen Dank!
Sehr anregend dein Beitrag - vielleicht mache ich mir da wirklich zu viel Panik.

Heinzi

Auch dir vielen Dank.
Ich werd das Buch mal testen.

Heinzi

Bin 22.

Heinzi

Hi, geh doch mal in die Volkshochschule. Nimm einen Kurs, der länger dauert, eventuell Sprachen oder so. Am Besten, du stehst da schon etwas in der Materie. So kannst du locker Kontakte knüpfen, die Leute haben die Chance dich näher kennen zu lernen , was dir sonst bei flüchtigen Begegnungen versagt bliebe.

Man kann Freundschaften genau so wenig erzwingen wie Beziehungen. Sie entstehen einfach nur… irgendwann merkt man, dass die Wellenlänge stimmt. Mach dir keinen Kopf um deine … wie soll ich mich ausdrücken … „ich will aber ich trau mich nicht“ - Mentalität. Das ist völlig o.k. so; nicht jeder will „Hopplajetztkommich“ - Freunde , die immer alles besser wissen und im Mittelpunkt stehen wollen.

Gruß

HM

Hallo Heinzi!

Ich war ein paar Tage nicht im Forum und hab deshalb erst heute dein Posting gelesen. Eigendlich ist vieles schon gesagt worden, aber vielleicht ist doch noch etwas für dich dabei.

Du schreibst, du hast viele Bekannte. Da wird doch sicher auch jemand drunter sein, der dir sympatisch ist. Bei dem könntest du mal versuchen, etwas mehr Kontakt zu bekommen. Setz dich aber nicht unter Druck, sondern geh es langsam an. Eine richtige Freundschaft besteht aus geben und nehmen. Das heisst, du musst dich öffnen und auch etwas von dir geben.

Du sagst, du bist eher einer von den stillen. Dann liegt deine Stärke sicher im Zuhören und das ist für eine Freundschaft sehr wichtig. Oft ist es gar nicht so wichtig immer die ideale Lösung zu haben. Viel wichtiger ist zuhören und das Gefühl geben, dass man das Problem versteht, vielleicht einen Denkanstoß geben oder über ein ähnliches Problem sprechen. Solche Aussprachen, die meistens erst nach einiger Zeit entstehen, festigen die Freundschaft und das Gefühl, dass man sich auf den Freund verlassen kann, aber auf Gegenseitigkeit.

Zum Abschluss noch: wahre Freundschaft muss gepflegt werden. Man muss Zeit investieren, aber sie ist das Wertvollste, das es gibt. Lass dir Zeit, auch für dich gibt es einen echten Freund. Viel Glück!!!

Gruß Sylvia

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Hallo Heinzi,

unten sind schon sehr gute Beiträge dabei.

Was ich noch ergänzen möchte, ist etwas, was mir immer wieder aufgefallen ist:
Der direkte Weg führt fast nie zum Ziel.
Das meine ich so:
Wenn man etwas UNBEDINGT erreichen will und sich krampfhaft darum bemüht, es zu erreichen, erreicht man es nicht.

  • Wenn ich das Klavierstück unbedingt fehlerfrei spielen will, mache ich garantiert einen Fehler.
  • Siehe den Beitrag von PseudoPlacebo weiter oben: Wenn ich die Fahrprüfung unbedingt bestehen will, falle ich durch.
  • Wenn sich der Tausendfüßler darauf konzentriert, alle 1000 Füße richtig zu setzen, kommt er durcheinander.
  • Wenn ich unbedingt Freunde finden will und mich krampfhaft darum bemühe, wirke ich so verkrampft, dass ich abstoßend wirke.

Das heißt für dich (ich weiß, das ist nicht einfach!):
Mache dich frei von dem Gedanken, Freunde finden zu MÜSSEN. Tue etwas (hobby- oder vereinsmäßig), was dich wirklich interessiert und nicht nur um des Freundefindens willen. Denke nicht dauernd darüber nach, ob du jetzt bald jemand findest.
Dann wirkst du viel natürlicher und anziehender, und sie kommen von allein.

Viel Glück wünscht
Klio

Danke auch dir für die ausführliche Antwort. Wie ich an den anderen Antworten gemerkt habe, muss ich es einfach auf mich zukommen lassen - zu erzwingen scheint das ganze nicht zu sein - das wird dann sonst nach hinten losgehen.

Heinzi

Danke auch dir.

Heinzi