Hallo Oliver,
ich habe -meiner Ansicht nach- Wahrnehmungsprobleme. Das habe
ich zum Beispiel daran festgemacht, das ich vor einiger Zeit
durch die Fahrprüfung gefallen bin, weil ich während der Fahrt
bestimmte Situationen nicht wahrgenommen habe (z. B. Schilder
übersehen, beim Abbiegen in der Einbahnstraße ‚mehrmals‘
falsch herangefahren etc.), obwohl ich (eingentlich) darauf
fixiert war und natürlich wusste, wie ich mich zu verhalten
habe.
kann es sein, dass Du Dir zu fest vorgenommen hast, die Prüfung zu bestehen? Und weil Du Dich so sehr auf das Alles-richtig-machen konzentriert hast, war Dein „Augenmerk“ nicht auf das Wesentliche gerichtet, nämlich auf die Gegebenheiten des Straßenverkehrs (es geht doch um sinnvolles Verhalten, nicht um Fehlervermeidung!).
Was mir aber im Moment immer mehr auffällt ist, das ich in
meiner Ausbildung dem Dozenten „gewollt“ zuhöre, aber dennoch
kurze Zeit später noch nichtmal die Hälfte behalten habe. Das
ist bei Themen die mich persönlich mehr interessieren
keineswegs anders.
Und dabei hast Du Dich auf das Erscheinungsbild des Dozenten so sehr konzentriert, dass Du die Aussagen seines Vortrags nicht mehr wahrgenommen hast? Oder Du warst zu sehr mit der Wahrnehmung selbst beschäftigt, dass Dein Gehirn nicht seine Arbeit tun konnte, nämlich Gehörtes in die richtigen Ecken zur Weiterverarbeitung zu schicken.
Außerdem ist mir aufgefallen, wenn ich mal etwas behalten bzw.
wahrgenommen habe, dann merke ich es mir auch gut…
dann ist doch alles ok., Gedächnis funktioniert.
Leider weiß ich nicht genau ob es an der Wahrnehmung liegt,
aber ich bin fest entschlossen an diesem Problem zu arbeiten,
da mir das keine Ruhe mehr lässt.
also, weil ich alles andere als ein Konzentrationswunder bin, habe ich an Kursen teilgenommen, die mir zur Verbesserung meiner Konzentrationsfähigkeiten helfen. Joga war nicht schlecht, Meditation kann auch dabei helfen. Es geht darum, seine Wahrnehmungsmöglichkeiten gezielt zu schulen. Wir nehmen mit allen Sinnen auf, nicht nur durch sehen und denken allein. Manches wird unbewußt registriert, und lenkt dann sekundenweise ab: ein intensiver Geruch, der uns an ein Ereignis erinnert, ein gesprochenes Wort löst eine innerliche Fragelawine aus…usw.
Darüber muß man sich erst einmal bewußt werden. Und der nächste Schritt ist dann, sich von dieser Ablenkung wieder lösen zu können, und seine Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was einem wichtiger ist.
Kurse in diesen Richtungen gibt es Zuhauf und in allen Städten. Suche Dir aus, was Dir am besten gefällt. Es gibt Leute, die auf Atemtraining schwören, manchen hilft Mandalas malen, oder es gibt Bibelkreise, Tai chi Kurse, Joga und Meditationskurse.
Übrigens, zu Beginn eines Kurses gab uns die Lehrerin den Auftrag, mit der rechten Hand das linke Fußgelenk zu umfassen. Den Versuch, erst zu fühlen, wie die Hand das Bein umschließt, und dann der Empfindung nachzugehen, wie das Bein von der Hand umschlossen wird, ist uns allen Teilnehmern erst nach einer ganzen Weile gelungen.
Konzentrationübungen haben Ähnlichkeit mit Konditionstraining - da müssen die richtigen „Muskeln“ dafür trainiert werden.
viele Grüße
Claudia