Was tun wenn Träume einen fertig machen?

Hallo @all,

ich hab da so ein Problem mit einer Freundin.

Diese träumt nachts immer sehr viel, sehr intensiv, und sehr metaphernreich… jedesmal was anderes.

Das mag ja alles recht interessant sein, was sie da träumt, aber es hat eine ganz unangenehme Nebenwirkung:

Sie ist davon jedesmal so erschöpft, dass Sie sich im Schlaf kaum noch erholt und schon müde aus dem Bett steigt und sich müde über den Tag schleppt, nachmittags 1-2 Stunden auf dem Sofa döst und immer noch müde ist bis Sie in Bett geht.

Sie sieht das zwischenzeitlich selbst als Problem, will aber aufgrund Ihrer wenigen Zeit (35 Stunden Job - 16 Stunden Berufskolleg pro Woche, vom Lernen mal ganz abgesehen), am liebsten die chemische Keule dagegen schwingen lassen.

Glaubt Ihr dass das was bringt?

Gruß ivo

Hi Ivo,

Sie […] will aufgrund Ihrer wenigen Zeit (35 Stunden Job - 16
Stunden Berufskolleg pro Woche, vom Lernen mal ganz abgesehen),
am liebsten die chemische Keule dagegen schwingen lassen.

Glaubt Ihr dass das was bringt?

Glaube ich (als Nichtpsychologin und Nichtärztin) eher nicht. Denn „chemische Keulen“ - was immer sie darunter versteht oder wo immer sie sie herbekommen will - helfen ihr doch eher, zu schlafen bzw. die Träume zu unterdrücken.
Und wo immer die Träume herkommen, was immer sie bedeuten könnten oder möglicherweise bewirken sollen: Mit der chemischen Keule wird das einfach weggepusht. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das gut ist.

Natürlich weiß ich nicht, um welche Art von Träumen es sich handelt. Du schreibst:

Diese träumt nachts immer sehr viel, sehr intensiv, und sehr
metaphernreich… jedesmal was anderes.

…und das läßt natürlich keine Rückschlüsse zu, welcher Art die Träume sein könnten. Aber ich glaube, daß gerade Träume einen Sinn haben. Sie helfen uns, Ängste und Probleme zu verarbeiten. Und wenn sie Deiner Freundin Leben so sehr belasten, sollte sie vielleicht einen anderen Weg gehen, um die Träume „loszuwerden“ oder, noch besser, mit ihnen umgehen zu lernen.

Nur meine nichtfachfrauliche private Meinung. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Hi Ivo,

Sie sieht das zwischenzeitlich selbst als Problem, will aber
aufgrund Ihrer wenigen Zeit (35 Stunden Job - 16 Stunden
Berufskolleg pro Woche, vom Lernen mal ganz abgesehen),

Mein - ebenfalls laienhafter - Eindruck ist, daß das der Knackpunkt ist. 35 Stunden-Job und Berufskolleg und evtl. noch Haushalt und evtl. noch Familie / Beziehung / Freundeskreis und evtl. noch Hobbys. Das klingt nach Streß… Und natürlich - egal was sie grad tut - das „schlechte Gewissen“ was (oder jemanden *g*) anderes dabei zu vernachlässigen. Da isses durchaus verständlich wenn sie einerseits abends todmüde ist, dann aber doch nicht zur Ruhe kommt, weil’s einfach tagsüber zu viel war. Und dann schläft sie nicht gut und - wuuusch - ist ein wunderfeiner Teufelskreis beisammen. Zumindest geht’s mir in solchen Stressphasen immer so *grusel*
Und bei mir hilft dann nun noch eines: erstmal Prioritäten setzen (bei mir sind dann immer die Wohnung und Bügelwäsche die ersten „Opfer“) und dann nen Zeitplan machen. In dieser oder jener Zeit ist dann eben die Lernerei dran und basta! Und genauso ist am Sonntag Vormittag die Sendung mit der Maus dran! Das wird aber dann auch ziemlich kompromißlos durchgezogen, also Leute, die während der Lernerei anrufen, kriegen eben 2 Stunden später nen Rückruf und sowas halt… Weiß nicht, ob das für Deine Freundin auch was wäre, aber bei mir funktioniert das ganz gut.

liebsten die chemische Keule dagegen schwingen lassen.
Glaubt Ihr dass das was bringt?

Glaub ich eher nich… Vielleicht hilft’s ihr eher sich zu entspannen - sei es nun in der Badewanne, durch nen Spaziergang oder nen gemütlichen Abend mit Freunden oder auch ner Massage von ihrem Freund. Ich glaub, daß dann die Träume von alleine zu „normalen“ Träumen werden.

Liebe Grüße

Petzi

ein paar Tipps
Hallo Ivo,

auch ich bin nicht vom Fach, aber kenne diese unruhigen Nächte. Wenn ich nach einem langen Tag unbedingt Schlaf brauche, um den nächsten langen Tag zu schaffen, trinke ich abends einen Schlaf-und Nerventee. Die Inhaltsstoffe (Melisse und Hopfen) beruhigen wirklich.
Je nach Zeit und Laune nehmen ich entweder ein warmes Vollbad, oder dusche ausgiebig, oder ein warmes Fußbad tut auch schon seine Wirkung.
Bis zum Schlafen gehen fernsehen oder am Computer sitzen, helfen dem Geist und den Nerven nicht zur Ruhe zu kommen. Also, eine Stunde zuvor Kiste ausschalten und lesen oder nur Musik hören. Was mir noch gut tut, ist ein schneller Spaziergang um den Block, am besten nach dem Abendbrot, weil ich dabei das Gefühl habe angestauten Stress abstrampeln zu können.
Üppig essen sollte man nicht mehr ab frühen Abend, weil dann die Darmfunktion nachläßt, und man bekanntlich mit vollem Bauch schlecht schläft.
Bier und Wein machen momentan müde, sollen aber für Schlafverkürzung sorgen, weil dem Körper für den Abbau von Alkohol Wasser entzogen wird. Ein Glas Bier/Wein denke ich aber ist ok., vielleicht als Schlummertrunk zu Beatles „yesterday, all my troubles seems so fare away…“ :wink:))

liebe Grüße
Claudia

Hallo ivo

Um das zu erweitern was Claudia Grilla so schön ausführte :smile: : es ist vom psychologischen standpunkt aus wesendlich einen ‚einschlaf-ritus‘ zu finden, ob mit einem gläschen wein oder nicht ist egal :wink: .
Bei kleine kindern hat es sich bewährt, Sie durch gegenwart ihrerer hauptbezugsperson wärend der einschlafphase ( das sogennannte ‚einkraueln‘ ) in den Tief bzw. dann folgenen REM-schlaf zu führen.
Bei ‚uns‘, einige tage über unserem dritten geburtstag ‚befindlichen‘ Heinis und Mädels, ist das etwas anderes.
Ein doppelbett geteilt mit der LIEBSTEN ist SEHR nett ( zumindestens vor dem traumschlaf, beim Bei… ) aber für einen continuierlichen traumschlaf eher ‚hinderlich‘.
Wenn deine bekannte IVO, also so abselut exakt WEISS wie sie sich während der schlafphase verhält, lässt das schliessen, das ihr lebenspartner ihr ihre verhältensphasen wärend des traumschlafes erzählt hat.
Das ist nichts böses sondern etwas besonders LIEBES, denn nur dann wenn unser geliebter partner oder partnerin schläft und ganz wehrlos ist, WACHEN wir Liebenden gerne über ihren Schlaf :smile:.
Wenn wir Liebenden allerdings selber in die schlafphase eintreten _STÖREN_ wir dann allerdings unseren lebenspartner im doppelbett doch sehr erheblich durch die divergierenden schlafphasen und ihre reaktionen ( im traumschlaf eines menschen kann 'ganz-schön-viel-los-sein :wink:

Also, langer rede kurzer sinn: ich rate deiner freundin und ihrem lebenspartner für die nächsten drei monate zu getrennten schlafzimmern.

bye vom cristal

Noch 'ne Möglichkeit
Hai, IVO,

für mich hört sich das an, als würde sie nachts im Schlaf unerledigte Probleme wälzen (wobei sowohl unerledigt als auch Probleme sehr subjektiv sein kann)
Mögliche Lösung dafür wäre ein Tagebuch und/oder eine allabendlich zu erstellende „Mach-ich-dann-Morgen-Liste“.
Ins Tagebuch kommen die ganzen Sachen, die man so im Laufe des Tages erlebt hat. Dabei beschäftigt man sich mit dem ganzen Krempel nochmal und kann so einen Teil der internen „Ablegearbeit“, die normalerweise eben im Traum geschieht „vorverlegen“.
Die „Mach-ich-Morgen-Liste“ kann dafür sorgen, daß man sich nicht mehr mit Unerledigtem rumplagt und das ganze Zeug, eigentlich unnütz, im Kopf behält - man hat’s ja sorgfältig aufgeschrieben…
Das ganze in ein Abend-Ritual eingebunden (Tagebuch schreiben, Morgen-mach-Liste schreiben, Tee trinken, sanfte Musik hören, Schlafen gehen) dürfte eigentlich genug Ruhe bringen, daß die stressigen Träume nachlassen.

Sie sieht das zwischenzeitlich selbst als Problem, will aber
aufgrund Ihrer wenigen Zeit (35 Stunden Job - 16 Stunden
Berufskolleg pro Woche, vom Lernen mal ganz abgesehen), am
liebsten die chemische Keule dagegen schwingen lassen.
Glaubt Ihr dass das was bringt?

DAS halte ich für eine schlechte Idee - über die Träume werden Tageserlebnisse verarbeitet und alltäglicher Stress abgebaut - wird das mit Pillen unterdrückt, kommt der Stress eben tagsüber und das macht richtig fertig…

Gruß
Sibylle

Hallo cristal,

Um das zu erweitern was Claudia Grilla so schön ausführte :smile:

es ist vom psychologischen standpunkt aus wesendlich einen

‚einschlaf-ritus‘ zu finden, ob mit einem gläschen wein oder
nicht ist egal :wink: .

Schön. mit dem Einschlafen hat keine Probleme.

Wenn deine bekannte IVO, also so abselut exakt WEISS wie sie
sich während der schlafphase verhält, lässt das schliessen,
das ihr lebenspartner ihr ihre verhältensphasen wärend des
traumschlafes erzählt hat.

Sie weiss ja nicht wie sie sich während das Schlafes verhält. Sie weiss nur jedem Morgen was sie geträumt hat und dass Sie immer noch müde und nicht erholt ist.
Ja, es ist der Stress.

Das ist nichts böses sondern etwas besonders LIEBES, denn nur
dann wenn unser geliebter partner oder partnerin schläft und
ganz wehrlos ist, WACHEN wir Liebenden gerne über ihren Schlaf

-).

Wenn wir Liebenden allerdings selber in die schlafphase
eintreten _STÖREN_ wir dann allerdings unseren lebenspartner
im doppelbett doch sehr erheblich durch die divergierenden
schlafphasen und ihre reaktionen ( im traumschlaf eines
menschen kann 'ganz-schön-viel-los-sein :wink:

Wer sagt denn dass das so ist? Natürlich kann Sie in Ruhe schlafen.

Also, langer rede kurzer sinn: ich rate deiner freundin und
ihrem lebenspartner für die nächsten drei monate zu
getrennten schlafzimmern.

Geht am Problem m.E. vorbei.

Gruß Ivo

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Hallo, Sibylle,
mußte ich Dir doch glatt ein Sternchen für diesen tollen Vorschlag geben.
In der Tat, auch ich habe in Zeiten von Streß, wo die Nacht zur Verarbeitung der „Probleme“ nicht mehr ausreichte, angefangen Tagebuch zu schreiben, um so meine Gedanken vorzusortieren.
Auch wenn man jetzt denken mag: „Weiah, noch etwas, was ich erledigen soll!“ - im Zusammenhang mit Grillas (?) Rat, sich eine tägliche kleine Auszeit zu nehmen, ist das eine gute Methode, Ordnung ins gedankliche Chaos zu bringen, Wichtiges und Unwichtiges zu sortieren.
Grüße
Eckard.