ich denke, daß in diesem Brett richtig liege mit meiner Frage.
Ich kenne Menschen, die es einfach nicht gepackt haben mit dem
Tod eines geliebten Menschen klar zu kommen.
Jetzt weiß ich, daß man Menschen, die psychologische Hilfe in
Anspruch nehmen, helfen kann bzw. daß Menschen, die sich nicht
helfen lassen, ganz schön leiden - ihr Leben lang.
Aber es gibt doch auch Menschen, die es fast verwunden haben, aber nur ab und zu zurückfallen in diese unschönen Gedanken.
Oder Menschen, die einfach nur lernen möchten selbst mit
schlimmen Momenten alleine klar zu kommen.
Gibt es dazu Literatur, wo man selbst lernen kann damit umzu-
gehen?? Bzw. wo man vielleicht lernt einfach manche Dinge von
einem anderen Blickpunkt zu sehen?? Oft fehlt ja der rund-um-
Blick…
es gibt bestimmt bei euch in der Nähe eine Hospizgruppe.
Diese begleiten ehrenamtlich totkranke Menschen auf ihren letzten Weg.
Ebenfalls bieten diese meistens Trauerlehrgänge o.ä. an.
Versuche doch einmal darüber Informationen/Lektüre zu bekommen.
Tod ist ein schwieriges Thema. Lesen kann vielleicht Denkanstöße geben, aber nicht direkt bei der Bewältigung helfen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser ist, mit anderen darüber zu reden. Nicht einfach, ich weiß. Weil Tod eines der wenigen Tabu-Themen unserer Gesellschaft ist. Reden ist aber am besten. Traurige Gedanken in Worte fassen und sich austauschen, das hilft wirklich sehr. Man sollte sich - denke ich - wohl wirklich von der Vorstellung verabschieden, dass man den Tod „bewältigen“ oder „damit fertig werden“ kann - oder gar fertig werden muss. Das ist nicht richtig. Tod ist nun mal eine ganz traurige Sache und Gedanken daran machen einen traurig. Das ist doch ganz normal, man sollte das nicht unterdrücken, wegschieben und ignorieren. Das kann einen auf Dauer sogar seelisch krank machen. Oft sogar urplötzlich viele Jahre nach dem Todesfall. Also lieber akzeptieren, dass Trauer einkehrt nach einem Tod. Dass Gedanken daran einen traurig machen und dass das vollkommen normal ist. Dass man dann eben auch mal Tage hat, an denen man nicht aus dem Haus gehen mag. Nicht wegscheiben wollen, sondern reden. Mit Geistlichen, Freunden, Verwandten …
In der Familie, wo es den einen mehr und den anderen weniger,
aber dennoch getroffen hat, wird sehr viel geredet. Aber ich
weiß nicht, wie ich schreiben soll: das Reden und die ganzen
Sprüche wie „zum Glück mußte er nicht leiden“ etc. trösten
für den Moment. Und auch nur für den Moment scheint man nicht
emotional, sondern rational zu denken und zu fühlen, aber bald
drauf ist es wieder nur emotional.
Und deshalb will ich, daß auch solche Lektüre zu hause ist, die
möglicherweise einiges von einem anderen Gesichtspunkt zeigt,
den man bisher vielleicht nicht beachtet hat.
Ich möchte nicht den Tod bzw. die Trauer bewältigen, ich möchte
nur, daß wir alle lernen, besser damit zu Leben! Und ich glaube,
daß ist nicht verkehrt.
Aber wie heißt es so schön: die Zeit heilt alle Wunden.
als mein Vater starb, konnte ich nichts lesen. Geholfen hat mir in Baldrian-Schaumbad stundenlang rumzuhängen…
Zur Zeit lese ich aber etliche Bücher über den Tod. Das von Frau Wolf würde ich auch empfehlen und von Daniela Tausch-Flammer und Lis Bickel: Jeder Tag ist kostbar, Endlichkeit erfahren- intensiver leben ISBN 3 - 451 - 05522 - 8
Schau auch mal nach Büchern von Frau Kübler-Ross
ich hab da einen Buchtipp für Dich: „Gespräche um Leben und Tod“ von Studs Terkel, Kunstmann Verlag, ca. 50 Euro. Das Sachbuch enthält Gespräche über den Tod, die der US-amerikanische Autor (der auch Radiomoderator ist) mit allen möglichen Menschen geführt hat: Einer berichtet über seinen kranken Vater und dessen letzte Stunden, ein Chirurg schildert Erfahrungen im OP. Der Autor ist Pulitzerpreisträger und schon über 90. Das Buch soll wirklich klasse sein.
ich bin selber betroffen durch den tod meines mannes mit nur 42 jahren. mir hat beides geholfen, bücher lesen (doris wolf: einen geliebten menschen verlieren), persönliche gespräche mit guten freunden und familie und diese internetseite: http://www.verwitwet.de