Lust hin und her

Hallo Ihr!

Hier schreibt Stefans „bessere Hälfte“ unter seinem Nick.#

Ich weiß, dass ich hier doppelposte… war mir aber nicht so sicher wegen des Bretts…

Nachdem mein Partner und ich uns wieder mal lange unterhalten haben und wieder mal zu keiner Lösung gekommen sind, wende ich bzw. wir uns an Euch.

Ich bin 24, er 32; vor etwa zwei Monaten sind wir zusammengezogen.
Mitte September habe ich mit dem Referendariat angefangen - und knabbere ziemlich daran. Das Seminar, in dem ich bin, ist für mich sehr hart, da ich mich sehr oft „beschossen“ fühle. Ich kann nicht mehr die sein, die ich gerne bin - muss freundlich bleiben bei alledem und gleichzeitig merke ich, wie ich immer weniger selbstbewusst bin. Das tut mir weh!
Dann bin ich ständig müde und kaputt.
Also empfind ich mich als diejenige, die entweder in die Schule geht oder müde ist oder nur noch „schmusen“ will. Die „verführerische“ in mir gibt es momentan nicht. Und das stört mich!

Schon länger, seit Monaten hat mir Sex gefehlt - es war MIR als Frau zu wenig… eine doofe Situation! War jemand von Euch schon mal in einer ähnlichen??

Mein Partner arbeitet auch hart und kommt also spät heim - und dann sind wir zusammen wieder nur müde…
Seit Wochen haben wir nun noch weniger, kaum Sex miteinander, und langsam geht uns beiden die Lust sogar ganz verloren. Kommt es doch zu Sex - dann fühl ich mich unter Druck. „Ach, ich kann ja doch nur sehr schwer zum Orgasmus kommen“ denk ich mir dann. Und so fühl ich mich langsam nicht mehr als die, die ich mal war. Bei ihm sieht es ähnlich aus: Seine Lust sinkt immer mehr bzw. ist eigentlich gar nicht mehr richtig da.

Dafür fühlen wir uns zu jung und wir sind sehr traurig darüber.
Aber „motivieren“, etwas zu ändern, kann ich mich auch nicht - ich muss mich momentan zu jedem Tag motivieren.

Wie komme ich bzw. auch wir aus der Mühle wieder raus? Wäre es ein Zustand, der nur über eine oder mehrere Wochen geht, könnte ich abwarten. Aber so seh ich kein Ende, und das macht mich noch hoffnungsloser.

Nein, so, wie 's mir zur Zeit geht, mag ich nicht lange noch durchhalten. Und das kann ich auch nicht! Leider bin ich sowieso eher ein ungeduldiger Mensch.

Könnt Ihr mir und uns helfen??

Danke!

Hallo bessere Hälfte,

also: da kommst Du frisch von der Uni als Referendariatin in den Schulbetrieb. Viel Zeit und Mühe hast Du investiert, einmal eine „gute“ Lehrerin (es steht ganz bewußt in Anführungszeichen) zu werden. Jetzt stehst Du vor der Aufgabe, dieses Ansinnen in die Praxis umzusetzen. Dafür muß man erstmal eigene Strategien entwickeln. Du kannst im Moment noch gar nicht eine „gute Lehrerin“ sein. Mache aus diesem Grunde ganz bewußt nicht alles gleich perfekt. Setze Deine persönlichen Erwartungen an das Referendariat auf nahe Null zurück. Es dauert einige Wochen, bis man anfängt, Erfolge zu sehen, und einige Jahre, bis man eine Lehrer_persönlichkeit_ ist.

Verschlimmert wird das ganze natürlich noch durch Kritik von Kollegen. Die hat ja gerade noch gefehlt.

An diesem Punkt ist es dann extrem wichtig, eine Unterscheidung zu treffen: Manche Kollgegen kritisieren konstruktiv, weil es ihnen ein Herzenanliegen ist, Dir weiterzuhelfen. Anderere Kollegen (m.E. meist diejenigen, die kein besonders positives Selbstbild haben) üben Kritik nur der Kritik wegen, d.h. egal wie Du es machst, sie immer etwas daran auszusetzen.

Beobachte einfach mal, was an Dir so kritisiert wird, und schaue, ob es überhaupt Kollegen gibt, die das besser machen als Du. Frage Dich, warum immer nur Du, aber nicht der Herr Oberstudienrat kritisiert wird. Definiere für Dich selbst, was Du als „gut“ bezeichnest. Beobachte Du die Kollegen und beurteile Du ihre Fehler und lerne aus ihnen.

Begründe bei Kritik, warum Du die Dinge so machst, wie Du sie machst. Es kommen entweder einleuchtende Gegenargumente, die Du verinnerlichen kannst, oder unnützes Gemeckere, welches Du unbeeindruckt vorbeiziehen läßt.

Damit sehen die Kollegen, daß Du Dir genau überlegst, warum Du was tust. Du zwingst sie, ihre Kritik zu objektivieren, und sich dabei auch selbst zu reflektieren. Die „schlechten“ Kollegen können das erst gar nicht. Die Chancen stehen gut, daß sie Dich fortan mit ihren „Kritik“ in Ruhe lassen.

Tja, und das mit dem selbstauferlegten Leistungsdruck tritt bei Euch wohl auch privat, z.B. im Bett auf. Auch hier gehen die Dinge schlechter, wenn man verkrampft, sich verdreht und nicht mehr sich selbst ist. Zumal man sich ja (und auch das ist nur logisch) schlicht unattrativ fühlt, wenn gewisse Erfolgserlebnisse fehlen (Bei Börsenbrokern korreliert die Kopulationsfrequenz eng mit dem Börsengewinn - hat man ernsthaft mal untersucht *g*)

Wie steht es mit etwas Urlaub und mit gemeinsamen erotischen Träumen? Sex am Strand unter freiem Sternenhimmel? Wär das nix? :wink:

Lange Rede, kurzer Sinn:

Entwickle Deine eigene Linie - sei einfach Du selbst. Entlarve unberechigte Kritik durch offenes und freundliches, aber bestimmtes Nachfragen.
Ansonsten bist Du so zu akzeptieren, wie Du bist, mit allen Stärken und Schwächen. Schluß, basta, aus.

Nur so erhält man offenbar jenen Respekt, der eigentlich einem jeden Menschen von vornherein zustehen sollte. Und ich spreche da durchaus aus Erfahrung. Bisher jedenfalls wendeten sich die Dinge bei mir mit so einer Strategie praktisch immer zum Guten. Die auch mir wohlbekannte bleierne Müigkeit ist auf einmal wie weggeblasen. Man erhält (für einen selbst überraschend und fast schon paradox) Stellenangebote und Karrieremöglichkeiten. Und last, but not least steigt die Gefolgezahl interessierter junger Damen signifikant an :wink:

viele Grüße,

Oliver

Hallo Oliver!

…ich hab mich gefreut über Deine Antwort! Und dann auch noch so lange… Danke!
Jetzt werd ich auch das erst mal in mich sickern lassen… und dann schreib ich Dir! Mal schaun, wie’s mir morgen geht…

Bis dann!

Die bessere Hälfte… Heidi

Hai, Stefans bessere Hälfte Heidi,

Ein Weg aus dem Dilemma könnte sein, wenn ihr einen Tag in der Woche (oder wenigstens alle 2 Wochen) ganz für Euch alleine einplant. Also wirklich nur zu zweit, keine Verwandtenbesuche, keine Freunde, keine Unternehmungen, nur ihr.
Erstmal nicht unter dem Aspekt: Das ist unser Sex-Tag, sondern eher unter der Prämisse des Zusammenseins. Zusammen essen, miteinander quaken, miteinander spielen.
Du schreibst, daß ihr seit zwei Monaten zusammen wohnt; laß mich mal spekulieren: davor war es so, daß ihr, wenn ihr Euch getroffen habt, nur relativ kurz über den Alltag gesprochen habt, Euch aufmerksam zugehört habt und Euch dann um Eure Zweisamkeit gekümmert habt. Jetzt bricht der Alltag in jede Minute Eures Zusammenseins ein…
Genau dieses Gefühl/diese Haltung, die Du hattest, wenn Du Dich vorher mit ihm getroffen hast, ist das richtige für bewußten „Gemeinschaftstag“ - Sex muß nicht unbedingt an diesem Tag sein, wichtiger ist das bewußte Zusammensein; das mit dem Sex kommt dann wieder von ganz alleine.
Nochwas zur Haltung zum Sex: Du schreibst von Erfolgsdruck-Gefühlen - vergiß es! Orgasmus ist 'ne feine Sache, aber nicht wirklich das Wichtigste. Sex ist das maximale Zusammensein (enger geht nicht); konzentrier Dich darauf, genieß die Nähe, der Rest kommt dann von ganz alleine. Hier gilt mal wieder: der Weg ist das Ziel.

Gruß von einer (ehemaligen) Leidensgenossin

Sibylle

Hallo Sibylle!

Danke Dir für Deine Antwort!

Tja… da ist auch was dran… es ist verdammt schwer, wirklich mal einen Tag gemeinsam zu haben, an dem wir beide richtig abschalten.

Nein, auch vorher war’s eigentlich so wie jetzt: Wir haben miteinander seine Diss, mein Examen und dann seine Jobsuche und endlich beide Einstiege in unsere Jobs durchgestanden - und Reden war da immer angesagt. Vielleicht nicht immer von Angesicht zu Angesicht, sondern per Telefon - aber immer schon waren unsere Alltagsdinge auch unser Gesprächsthema. So viel hat sich in der Richtung auch nicht geändert.
Und am Wochenende versuchen wir seitdem auch immer, einen Tag oder auch beide freizuhalten. Momentan hängt uns der große Umzug auch noch in den Knochen, daher halten wir uns ohnehin eher frei von Besuchen etc.

Aber Du hast mir zu Denken gegeben: Richtig - so ein ganz, ganz losgelöster Tag - ist eher selten…

Was den Sex betrifft: ich denk, da sind viele Missverständnisse aufgekommen. Ich liebe zum Beispiel das Küssen - er nicht so sehr. Daher hab ich oft gemeint, er wolle das nicht.
Oder auch Sex allgemein. Momentan fühl ich mich oft zurückgestoßen, wenn er nicht will. Und dann empfind ich IHN als den allein „dominanten“ Part, was mir auch nicht so schmeckt. Aber klar - ich fühl mich ja allgemein nicht unbedingt „on the top“ zur Zeit - wie soll es in anderen Bereichen dann plötzlich wunderbar „klappen“?!

Mal sehen…

Was war denn bei Dir, weil Du Dich als ehemalige Leidensgenossin bezeichnest?? Wenn ich Dich fragen darf…

Heidi

Hai, Heidi,

Danke Dir für Deine Antwort!

oh, bitteschön…

…aber immer schon
waren unsere Alltagsdinge auch unser Gesprächsthema. So viel
hat sich in der Richtung auch nicht geändert.

Bewußt wahrscheinlich nicht, aber es geht mir hier eigentlich eher um die unbewußten Reaktionen…
Wenn man zusammenwohnt, bekommt man tagtäglich auch die kleinen Änderungen im Berufsleben des anderen mit, die erzählten Ereignisse beginnen sich zu wiederholen und damit schleicht sich schnell ein unbewußtes „Ja, ja…“ ein und das zeigt sich in winzigsten Veränderungen der Mimik, die vom anderen unbewußt wahrgenommen werden. Das bedeutet nicht, daß man sich nicht mehr für den anderen interessieren würde, sondern daß sich der eigene Stress anfängt, dazwischenzuschieben.
Hier schafft ein Ritual Abhilfe: abends darf erst der eine, dann der andere seinen Tagesstress dem jeweils anderen an die Backe nageln. So ala „Wie war Dein Tag?“ „laberlaberblahfasel“ „…und mein Tag war laberlaberblahauchfasel“. So hat man so eine Art festgelegten Zeitraum, in dem man seine Aufmerksamkeit dem anderen voll zuwenden kann, ohne daß der Berufskrempel den ganzen Feierabend durchzieht.
Man kann den Berufstag sozusagen abschließen und hat dann wieder den Kopf frei für das Privatleben.
Bevor ich mit dieser Standard-Frage angefangen habe, sind wir uns zunehmend auf den Geist gegangen (incl. Beinahe-Crash der Beziehung)

Was den Sex betrifft: ich denk, da sind viele
Missverständnisse aufgekommen. Ich liebe zum Beispiel das
Küssen - er nicht so sehr. Daher hab ich oft gemeint, er wolle
das nicht.

*grumpf* das kommt mir übelst bekannt vor :frowning:
Ich hab inzwischen beschlossen, daß ich damit wohl leben muß… (bis auf diesen „Makel“ ist er nämlich genau mein passender Gegenpol, meine sonst fehlende Hälfte)

Oder auch Sex allgemein. Momentan fühl ich mich oft
zurückgestoßen, wenn er nicht will. Und dann empfind ich IHN
als den allein „dominanten“ Part, was mir auch nicht so
schmeckt. Aber klar - ich fühl mich ja allgemein nicht
unbedingt „on the top“ zur Zeit - wie soll es in anderen
Bereichen dann plötzlich wunderbar „klappen“?!

Es lebe der Stress…
Versuch’s doch mal über Umwegen - bei uns funktionieren z.B. Kissenschlachten als „Einleitung“…

Was war denn bei Dir, weil Du Dich als ehemalige
Leidensgenossin bezeichnest?? Wenn ich Dich fragen darf…

Mein Herzallerliebster hat sich vor gut 5 Jahren selbständig gemacht. Seit dem nimmt die Arbeitsbelastung kontinuierlich zu. Seit drei Jahren bin ich bei ihm angestellt, was dazu geführt hat, daß meine Belastung fast gleich hoch ist; und bei Arbeitszeiten von mindestens 12 Stunden, 7 Tage die Woche fallen einem die Augen zu, sobald man sich in der Horizontalen befindet ("'nacht, Schatz" - „Schnrrcht“…). Inzwischen hat aber auch er eingesehen, daß sowas unserer Beziehung nicht unbedingt zuträglich ist (mal ganz abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt), also haben wir jetzt alle 2 Wochen einen „Unser-Tag“ (was auch in der Zwischenzeit - ähhh - der gegenseitigen Zuwendung :wink: zuträglich ist.

Gruß
Sibylle

Guten Abend, Sibylle!

Mein Arbeitstag ist geschafft… endlich! Und da sag einer, als Lehrerin hätt man nachmittags nur frei… - noch nicht, die ersten Jahre sind recht hart!

Ich will Dir schreiben, weil ich Dein Geschriebenes so gern les…- Du hast eine Art, mit der Du mich aufbauen kannst! Dein Humor zwischen den Zeilen - und gleichzeitig spür ich und ist mir klar, dass Du Vieles von Meinem verstehst… Das tut echt gut!

Tja… Ja, vielleicht ist eine „Laberrababer-Session“ wirklich gut. Hm… bisher kamen in mir halt auch phasenweise verschiedenste Stimmungen und Erzähllaunen auf. Beim Frühstück. Samstags beim Autofahren. Und und und… das nervt sicher auch ihn. Aber er als verständnisvoller moderner Mann mit psychologischer Schulung (durch unsere Gespräche und eine schwierige Mutter seinerseits… Manchmal kann das auch gute Früchte tragen :wink: ) hört mir ewig zu.

Ich muss lächeln! Die Sache mit dem Küssen war anfangs ein echtes Problem für mich und hat mich sehr irritiert. Allein mal gut zu hören, dass es auch anderen so geht! Siehst Du.
Oh, ich hab von einer Bekannten den Rat bekommen: „Mach Schluss, hilf ja nix, ändern kannst ihn ja nicht“ - aber mir gehts wie Dir: Er ist halt auch meine fehlende Hälfte und das Leben mit ihm schön. Und es muss ja nicht jeder so kussversessen sein wie ich.

Sibylle, ich würd mich freun, von Dir wieder zu hören/lesen!

Hab ne gute Nacht und einen wohlverdienten (langen?) tiefen Schlaf!

Heidi

huhu!!!

Ich habe mir gedacht da ich wohl auch ein ähnliches „leiden“ habe, schreib ich dir auch mal eine Antwort!

Ganz besonders ähnlich finde ich die Stelle, wo du schreibst, dass du dich unter Druck gesetzt fühlst, beim Sex, oder zurückgestoßen, wenn er dann nicht will!

genauso gings mir auch eine zeitlang, und geändert hat sich das noch nicht groß, bis auf die tatsache, dass ich heute diejenige ist, die ihn mehr zurückweist.

Wenn er anfängt mich zu „bearbeiten“ dann denke ich immer „oh Gott, ich kann nicht.Nicht jetzt“ und meine gedanken sind sofort überall nur nihct bei der Sache.
Es geht mir oft zu schnell und ich fühle mich überfordert.

Auch bei mir ist es immer weniger Lust geworden in den letzte Monaten, bei mir lag es auch an psychischem Stress, Umzug, STudium, usw.

Er sagt immer,dass ich das voneinander trennen soll, weil das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte…nur weiß ich nicht, wie ich das anstellen soll.

Den Tipp von Oliver mit dem „sei du-selbst“ finde ich klasse.
Denn wirklich nur so kannst du dich etwas entspannen, und vielleicht auch deine Lust wieder finden.

Ganz klar ist aber, wenn man müde ist, dann is da nix mit Liebe machen;o)

ich bin nach eiem anstrengenden Uni-Tag jetzt auch am Ende!!
LIebe Grüße
Pia

Hallo Pia!

Mal ganz ehrlich: Wenn ich mir (als Frau!) Deine ViKa anseh, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass eine hübsche Frau wie Du auch solche Probleme hast…
Ist doch was dran, oder?
Ich fühl mich auch zu jung und „knackig“…

Nein, trennen kann ich Stress im Alltag auch nicht von den Gedanken beim Sex - wie sollte das gehen? Kann uns das Dein Freund auch verraten? :wink: das wär klasse!
Ja, was Oliver geschrieben hat, find ich auch toll. Es ist halt nicht immer so leicht - vor allem, weil in meinem Job ich in der Rolle als „Azubi“ (bin ich ja auch) nicht unbedingt mit Lob überschüttet werd und öfter Zweifel hab, ob ich bei den „Kollegen“ auch gemocht bzw. akzeptiert werde. Heut war wieder so ein Tag, an dem ich mehr in mich selbst versunken als aufgeschlossen war - und dann werd ich unsicher.

Was studierst Du denn, dass es Dich so anstrengt? Manche Uni-Fächer kann man sich recht locker gestalten. Aber das dauert auch ein paar Semester oder Monate, je nachdem.

Sicher, Du bist jetzt wahrscheinlich von daheim ausgezogen, oder?
Das versteh ich - das macht innerliche Anstrengung!

Bis bald! Wär schön, wieder von Dir zu hören!

Heidi

Hallo Stefan und die bessere Hälfte,
Mein Ratschlag (nach langjähriger Erfahrung) bitte hört auf, Euch mit diesem „Problem“ zu befassen !
Es ist ein richtiger Teufelskreis in Eurem Gehirn - je mehr Du Dich damit abgibst, desto weniger ist eine Lösung in Sicht.
Dann ist noch etwas: Du lieber Stefan leidest unter „Leistungs-Stress“ und damit läuft sowieso nicht’s mehr.
Mit Gruss: Hardy

‚Wie war dein Tag?‘ ‚laberlaber…‘ - Frage lang!!
Hallo liebe Sybille!
(Sorry Heidi, dass ich da jetzt einfach so mittendrin mitmische, mich hat nur diese Antwort von Sybille sehr angesprochen u. habe jetzt noch eine Frage dazu).

Erstmal ich gebe dir vollkommen Recht, wenn man zusammenzieht entwickelt sich dann so ein bissl der Alltag, der gerne wo „dazwischenkriecht“, zB das WC-Papier, das wieder nicht nachgefüllt wurde, etc. so Kleinigkeiten, die einem viell. sogar aggressiv, bzw. mißgelaunt machen u. die einem noch zum sonstigen Berufsballast auch noch in den Hirnwindungen hat. Es ist schon was anderes, wenn man sich einfach nur so sieht denke ich, selbst wenn man da auch viele „Alltagsthemen“ teilt u. gemeinsam bewältigt, die kleinen Dinge kommen erst dann, wenn man zusammenwohnt u. da auch manchmal erst nach einer Zeit.
Ich finde aber nicht, dass die ultimative Lösung hier ist, nicht zusammenzuziehen :wink: wäre ja traurig. Irgendwie schaffen wir das alle schon. Eine Beziehung ist nunmal auch „harte Arbeit“, so blöd das immer wieder klingt, aber es gibt Momente (nicht immer, das muß ich z.B. auch erst lernen), in denen man wundervolle Früchte ernten kann …

Erstmal möchte ich zum im Betreff genannten Thema „Wie war dein Tag kommen“, bevor ich da noch weiter meinen Senf dazugebe, was ich fast befürchte …

Das ist eine sehr sehr gute Idee, diese Standardfrage zu stellen. In einer ähnlichen Art u. Weise habe ich mir das auch schon selbst mal vorgenommen.
Bei mir ist nur folgendes Problem: Ich bin allgemein ein dominanter Mensch, bei mir hat eher mein Partner zB das Problem, sich manchmal ungerecht behandelt zu fühlen (ein Beispiel: wir sind beide im Bad, ich möchte mir gerade ein unmögliches Wimmerl am Naseneingang bearbeiten, er ärgert sich, dass ich seinen Rasierer für das Rasieren meiner Beine verwende u. wenn er ihn verwenden will, ist er meist stumpf … ich hatte null Bock ihm zuzuhören, weil ich der Meinung bin/war, ich weiß u. wußte auch genau, WAS er mir sagen will, nur ist das Wimmerldrücken an dieser einen Stelle so unangenehm, dass ich vermutlich, wenn er mich währenddessen angeschwafelt hätte, einen Wutanfall bekommen hätte. Dadurch habe ich ihn beim Reden sowas von gestoppt, dass er gar nicht mehr weiterreden konnte, sonst wäre ich ausgezuckt. Minuten später hätte er es sagen könne, hätte selbst vermutlich auch dann nicht wirklich gerne zugehört, aber er war eben dadurch gekränkt, dass ich das relativ oft mache, dass ich ihn nicht reden lasse u. wenn ich aber reden will u. was „raus muß“, auch wenn ich mich ärgere, muß das immer u. sofort raus, bin auch ungeduldig u. leider offenbar sehr egoistisch. Eine andere Bezeichnung fällt mir für mich selbst jetzt nicht ein.) ok, wo waren wir, ja er fühlt sich eben aus diesem, gerade in verwirrendster Art u. Weise von mir dargelegten Erklärung, schlecht behandelt u. bei vielen Themen geht es ihm nur darum, „wer gewinnt die Diskussion“, ich vergleiche das jetzt schon wie einen Ringkampf, den er sich offenbar vorstellt. Der Inhalt zählt nicht mehr, nur mehr das, wer unterliegt u. da er das meist ist, möchte er es nicht mehr sein, auch in Situationen, wo ich wirklich Recht hätte.
Also u. um das in Verbindung mit der Standardfrage zu bringen. Auch bei Erzählungen (ihr seht das vermutlich an der Länge meines Beitrages alleine schon) von Arbeitsplatz-Ereignissen … MUSS ich das loswerden, sonst habe ich einen „Stau“, wenn ER MIR aber erzählt (leider ist es halt immer sehr technisch - vermutlich aber auch nur eine Ausrede - anfangs kriege ich alles mit u. wenn ich dann zB nur mehr EDV-Begriffe höre mit Verbindungen zu techn. Problemen, schalte ich ab!!! ANSTATT MICH ZU INTERESSIEREN U. NACHZUFRAGEN) schalte ich wie gesagt ab u. schaffe es ja nicht mal 5 Minuten (!!! :frowning:((( snief !!!), ihm zuzuhören.
Zum Hintergrund: Wir haben sicher eine extrem anstrengende Zeit hinter uns u. ganz ist sie auch noch nicht abgeschlossen, was mich auch etwas unleidlich macht, kann so übliche Themen nicht mehr hören, „will einfach mal leben“. Es ging um Eigenheimschaffung in den letzten 4 Jahren u. zwar in einem rasenden Tempo u. fast ohne Pause, ich war mental immer voll auf Touren u. habe nicht abgeschaltet, wollte schon vor 1,5 Jahren mit Kinderplanung beginnen, das wäre meinem Partner zu viel geworden. Wie wir Anfang dieses Jahres „den Startschuß“ dazu gegeben haben, habe ich mich darin „ob der endlich möglich gewordenen Möglichkeit“ so verbohrt u. mich überinformiert u. es fanatisch betrieben, dass ich Anfang Mai sozusagen psychisch zusammengebrochen bin (auch in Verbindung mit Problemen in sex. Hinsicht, … u. u. u.) (Bitte um Verständnis, dass ich mich darüber nicht im Detail auslassen möchte). Ich bin bei einer sehr sehr guten Ärztin, auch jetzt noch. Vor kurzem ist mir das Thema aufgefallen, dass das bei uns relativ brisant ist. Ich frage mich daher: Ist das nur momentan einfach die Situation, dass ich mir halt einbilde, ich will mal nur LEBEN (meine Mutter fragt, was ist das? nur leben?). Für mich halt mal zusammen sein, aus vorhandener Freizeit mal zu sagen: jetzt spielen wir was, gehen Rad fahren … (das sex. Probl. ist nicht mehr brisant zum Glück, auch durch Lockerlassen u. Fokussierung der Gedanken auf andere Themen, z.B. Relaxen, Kurzurlaub … sich mal vorerst selbst was Gutes tun u. alles andere kommt wieder von alleine!!! Es gibt eben die verschiedensten Zeiten in einer Partnerschaft, ich für mich sage, wenn es immer nur Hochs gäbe, wäre das mit der Zeit auch flau. U. wie gesagt „durch Dick u. Dünn“ u. mit dem richtigen Partner bewältigt man das auch irgendwie, auch wenn vielleicht einer längere Zeit stärker belastet ist, etc. … Ja, meine Ärztin sagte auch, es gibt Phasen, auch in der Sexualität, alleine z.B. nach der Geburt eines Kindes, da ist vielleicht auch mal ein Zeitl Funkstille, muß nicht sein, aber das ist nix Schlimmes. Am schlimmsten ist immer der Druck, den man SICH SELBER MACHT!

Ja, meine Frage, bin ich nun einfach total egoistisch u. kann mich selbst rational offenbar nicht steuern oder ist das einfach die Zeit jetzt, nachdem es mir schlecht gegangen ist u. ich halt einfach im moment selbstbezogener bin. (Sicherlich werde ich auch beim nächsten mal mit meiner Ärztin drüber reden). Aber du, Sybille, hast mich mit deinem Posting hier auch sehr angesprochen, es war mir einfach ein Bedürfnis, das hier zu posten.

Ich wünsche euch alles liebe, bis bald
Michaela
P.S. Speziell ist dieses Posting an Sybille u. Heidi gerichtet, alle anderen können natürlich auch antworten, muß jedoch sagen, dass ich momentan eher weniger offen bin für total kritische Antworten, die das, was ich hier schrieb total „möglicherweise sogar ins Lächerliche“ ziehen etc. Da ich ja, obwohl das Posting sehr lange ist, bei weitem trotzdem nicht auch nur annähernd alle Details sagen konnte (u. wollte) u. man sich da alleine durch mein Posting sicherlich keinen wirklich umfassenden Eindruck machen kann! Thx

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Hai, Michaela,

zB das WC-Papier, das wieder nicht
nachgefüllt wurde, etc. so Kleinigkeiten, die einem viell.
sogar aggressiv, bzw. mißgelaunt machen

Diese eigentlich blödsinnigen Kleinigkeiten haben das Potential, eine Beziehung zu zerstören…
Da hilft nur, gleich 'was zu sagen, bevor man an der Decke kleistert, und eine praktikable Lösung zu finden (Ersatzrolle in Reichweite).

Ich finde aber nicht, dass die ultimative Lösung hier ist,
nicht zusammenzuziehen :wink: wäre ja traurig. Irgendwie schaffen
wir das alle schon. Eine Beziehung ist nunmal auch „harte
Arbeit“, so blöd das immer wieder klingt, aber es gibt Momente
(nicht immer, das muß ich z.B. auch erst lernen), in denen man
wundervolle Früchte ernten kann …

Stimmt!

(ein
Beispiel: wir sind beide im Bad, ich möchte mir gerade ein
unmögliches Wimmerl am Naseneingang bearbeiten,

…und noch so’ne nervige Kleinigkeit - Niemand mag angequatscht werden, wenn er gerade ein „Wimmerl bearbeitet“ (witzischer Begriff :wink: ) - mein Tip dazu: benutzt das Bad getrennt, also nacheinander. Auch in einer Beziehung muß man nicht alles zusammen machen und braucht ein kleines bischen absolut privaten Raum für sich, gerade im Bad…

er ärgert
sich, dass ich seinen Rasierer für das Rasieren meiner Beine
verwende u. wenn er ihn verwenden will, ist er meist stumpf

:wink: wünsch Dir zu Weihnachten einen eigenen Rasierer ganz für Dich alleine - erwähnte ich schon das Suchen praktikabler Lösung zur Vermeidung von Kleinkram-Streitigkeiten?

u. bei vielen Themen geht es ihm nur darum,
„wer gewinnt die Diskussion“, ich vergleiche das jetzt schon
wie einen Ringkampf, den er sich offenbar vorstellt. Der
Inhalt zählt nicht mehr, nur mehr das, wer unterliegt u. da er
das meist ist, möchte er es nicht mehr sein, auch in
Situationen, wo ich wirklich Recht hätte.

An sich ist so ein verbaler Ringkampf ja 'ne feine Sache - nur muß man das „sortieren“
Eine Sache sind die ärgerlichen Kleinigkeiten - nur kurz mitteilen, daß irgendwas einen ärgert und fertig.
Eine zweite Sache sind die externen Ereignisse - erzählen lassen und ein interessiertes Gesicht machen.
Und eine dritte die „Kämpfe“ - das ist nichts schlechtes! Im Gegenteil, wenn man zusammenlebt, reibt man sich sozusagen ständig aneinander und es entsteht ein gewisses Maß an Aggression und wenn man die nicht irgendwie kanalisiert und abbaut, kommen sie in einem Augenblick hoch, wo man sie gar nicht brauchen kann. Unsere Lösung dazu waren und sind leidenschaftliche Streitgespräche über Themen, die uns nicht direkt betreffen (Politik macht sich da gut), meistens sonntags morgens beim Frühstück. Da kann man sich so richtig fetzen und solange man es schafft, zu vermeiden, persönlich zu werden, entsteht auch kein Schaden für die Beziehung und die Atmosphäre wird gereinigt. Nett von Dir wäre es, wenn Du Dir gelegentlich mal ein Thema suchst, wo er nur gewinnen kann („Bei wer-weiß-was hat jemand geschrieben, daß Virenscanner totaler Unsinn sind und die ganze Virengeschichte nur Hysterie ist - ich finde, er hat recht!“ - und dann läßt Du Dich von ihm fertigmachen, natürlich lieferst Du ihm eine ordentliche Schlacht… :wink: )

Also u. um das in Verbindung mit der Standardfrage zu bringen.
Auch bei Erzählungen (ihr seht das vermutlich an der Länge
meines Beitrages alleine schon) von Arbeitsplatz-Ereignissen
… MUSS ich das loswerden, sonst habe ich einen „Stau“, wenn
ER MIR aber erzählt (leider ist es halt immer sehr technisch -
vermutlich aber auch nur eine Ausrede - anfangs kriege ich
alles mit u. wenn ich dann zB nur mehr EDV-Begriffe höre mit
Verbindungen zu techn. Problemen, schalte ich ab!!! ANSTATT
MICH ZU INTERESSIEREN U. NACHZUFRAGEN) schalte ich wie gesagt
ab u. schaffe es ja nicht mal 5 Minuten (!!! :frowning:((( snief
!!!), ihm zuzuhören.

Üben…
Wenn man das Spiel gleich zum Feierabend spielt, „hat man es hinter sich“. Ist das dann erledigt, kann man sich ums „nur“ Leben kümmern…

Ja, meine Frage, bin ich nun einfach total egoistisch u. kann
mich selbst rational offenbar nicht steuern oder ist das
einfach die Zeit jetzt, nachdem es mir schlecht gegangen ist
u. ich halt einfach im moment selbstbezogener bin.

Also, ich kenne niemanden, der sich ständig rational steuern kann. Man muß nur für die „irrationalen“ Anfälle ein Ventil finden…

Ich wünsche euch alles liebe, bis bald

Ich wünsch Dir auch alles Liebe und hoffe, daß meine Antworten halbwegs brauchbar und nützlich sind…

Gruß
Sibylle