Alkoholproblem & Gewalt

Hallo!

Ich weiss jetzt nicht recht, wie ich anfangen soll oder wie ich das Problem benennen soll…
Fange ich mal einfach mittendrin an:
Heute Abend klingelte eine Nachbarin ganz hektisch bei mir und bei meiner unmittelbaren Wohnungsnachbarin: sie bräuchte unbedingt einen Krankenwagen.
Lange Rede, kurzer Sinn: meine Nachbarin hat den Notarzt gerufen, ich bin mit ihr in ihre Wohnung, um zu sehen, ob ich was tun kann. Da die Frau stark alkoholisiert war,
dachte ich, evtl. war sie gar nicht in der Lage 1. Hilfe zu leisten, falls nötig; ausserdem konnte man sie in dem Zustand nicht allein lassen.
Es hat sich herausgestellt, sie hat ihren Mann, mittleweile zum 4. Mal!!! mit einem Küchenmesser (der besonders langen Sorte!) angegriffen. Diesmal hat sie ihn auch in den Rücken getroffen, er blutete wie ein Schwein, war aber noch ansprechbar und nunja…es ging…
Ich war, bzw. bin natürlich ziemlich geschockt!
Ich kenne die beiden nur sehr flüchtig, etwas Small Talk im Treppenhaus. Was mir da aber schon jedes Mal aufgefallen ist, sie sind immer beide alkoholisiert. Egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit man ihnen begenet. Und das nicht zu knapp.
Ich frage mich jetzt bloss, was kann man da tun? So als unbekannte Nachbarin? Was soll ich jetzt machen? Gut, die Polizei hat den Vorfall aufgenommen - passiert von deren Seite da jetzt irgendwas? Dass sie vom Alk abkommen?
Kann man das Ganze ignorien? Das scheint mir ja auch nicht recht zu sein.
Darauf bauen, dass sich Bekannte/Verwandte um sie kümmern?
Sowas scheinen sie fast gar nicht zu haben, denn der Mann meinte immer wieder ‚Vielen Dank, dass Sie hier sind. Dass Sie denn Krankenwagen gerufen haben‘… Woraufhin ich sagte, dass sei doch selbstverständlich.
Er dazu aber nur sagte ‚Nein, das wäre es überhaupt nicht…‘ Das zeigt doch, dass sie beide ziemlich schlechte Erfahrungen mit ihren Mitmenschen gemacht haben, oder?

Sie scheint mir hier nicht nur die Täterin zu sein, sondern auch ein Opfer.
Ich weiss auch gar nicht, wie ich ihr in Zukunft begegnen soll…
Ich meine, ich mag sie ohnehin nicht sehr… was es nicht einfacher macht.

Bye, Vanessa *istdasnichtschrecklich???*

Hallo Vanessa!
Dein Problem kann ich sehr gut verstehen. Ich habe schon des öfteren mit Alkoholikern, und in diesem Zusammenhang auch mit Gewalt zu tun gehabt.
Die Polizei unternimmt mit ziemlicher Sicherheit gar nichts! Das habe ich leider immer wieder feststellen müssen. Zur gegenseitigenm Anzeige wird es ja auch kaum kommen.
Ich selbst habe jahrelang mit einer Alkoholokerin zusammengelbt und immer wider versucht sie davon wegzubringe - sehr lange ohne Erfolg. Erst als sie nach einem Alkoholexzess ins Krankenhaus kam und dort eine lebensbedrohliche Diabetes festgestellt wurde hörte sie schlagartig auf zu trinken.
Bei Alkohol ist es leider so, daß man kaum von außen beeinflussen kann, sondern die Betroffenen oft ein Schlüsselerlebnis brauchen damit sie selbst den notwendigen Willen zu einem Entzug aufbringen.
Ich weiß diese Antwort wird dich nicht befriedigen, ich habe diese Erfahrung allerding immer wieder gemacht.

Tschau
Christa

Hallo!

Bei Alkohol ist es leider so, daß man
kaum von außen beeinflussen kann, sondern
die Betroffenen oft ein
Schlüsselerlebnis brauchen damit sie
selbst den notwendigen Willen zu einem
Entzug aufbringen.
Ich weiß diese Antwort wird dich nicht
befriedigen, ich habe diese Erfahrung
allerding immer wieder gemacht.

Ja, die Antwort befriedigt mich nicht, aber sie erleichtert mich etwas.
Wenn ich das so sagen darf - sie nimmt Verantwortung ab. Verantwortung, die ich nämlich gar nicht haben will, aber dennoch fühle :wink:
Ich werde mich nochmal beim Blauen Kreuz erkundigen.

Dank dir!
bye, Vanessa

Hi Vanessa,
ich bin zwar kein Psychologe, aber aus eigener Erfahrung kann ich Dir nur sagen: misch Dich nicht weiter ein! Das alte Sprichwort „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ trifft LEIDER immer wieder bei Alkoholkranken zu. Suchtkranken ist fast immer erst dann zu helfen, wenn der Zug am abfahren ist.
Mit meiner Freundin betreibe ich eine Tankstelle, da sind wir täglich mit solchen Situationen (Gewaltekzesse glückerweise seltener) konfrontiert. Z.B. Kinder im Auto und nach zwei Kurzen JägerM geht’s weiter etc. Als Aussenstehender kann man hier nichts machen, außer in Situationen wie bei Dir und dann Hilfe organisieren.
Alkoholiker kommen erst zu einer Entziehungskur, wenn sie das selbst möchten! Bei einem Krankenhausaufenthalt hab ich mal live erlebt, was es heißt, wenn ein Alkohliker auf Entzug steht. Der hätte damals fast die zierliche Nachtschwester (trotz offenen Unterschenkelbruch!) erwürgt. Ich mußte dem regelrecht die Fresse polieren bis der aufhörte. Er bekam dann seinen „Stoff“ intravenös, um Ihn ruhig stellen zu können. Die Ärzte sagten damals, sie hätte keine rechtliche Handhabe, den Mann trocken zu legen.
Ein sehr trauriges Kapitel…
Bye Uwe

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi!

ich bin zwar kein Psychologe,

Ich wusste bloss nicht, in welches Brett ich es sonst posten sollte :wink:

aber aus
eigener Erfahrung kann ich Dir nur sagen:
misch Dich nicht weiter ein!

Das alte

Sprichwort „Pack schlägt sich, Pack
verträgt sich“ trifft LEIDER immer wieder
bei Alkoholkranken zu.

Ja, Himmel, aber man kann doch nicht zusehen, wie zwei Menschen sich gegenseitig abstechen!

Als
Aussenstehender kann man hier nichts
machen, außer in Situationen wie bei Dir
und dann Hilfe organisieren.

*seufz*

Scheint zu stimmen, denn das sagen alle :frowning:

Ein sehr trauriges Kapitel…

Jou…

bye, Vanessa

Hallo

Menschen mit Alkoholproblemen kann man nicht helfen solange sie es nicht selber einsehen und den Willen dafür aufbringe. Genauso wie man sich bei Rauchern den Mund fusslig reden kann und diese einem dabei noch bestättigen, dass man ja Recht habe.
Traurig aber wahr ist es letzendlich, dass man nichts machen kann als Außenstehende®.
[Alkohol/sucht verändert das Wahrnehmungs-vermögen, Bewußtsein aber vor allem das Verhalten durch die Veränderung der Bedürfnisse des Körpers, der sich an die leicht und schnelle Aufnahme von Kohlenhydraten durch Alkohol gewöhnt.
Forschungen gegen das Problem Alkohol gibt es natürlich auch. Dabei werde Ratten alkoholabhängig gemacht. Allerdings fangen ja die Ratten im Gegensatz zu den Menschen nicht freiwillig zu trinken.]
Sucht und Gewalt sind im Endeffekt Problem der Gesellschaft.Wenn aber 2 Menschen mit einem solchen Lebn zufrieden sind, was anscheinend so ist, weil sie es ja nicht ändern, sollte man sie in Ruhe lassen, da nur sie etwas an diesem Zustand ändern können.