Hallo Gemeinde!
Mir stellt sich, da gerade Wochende gewesen ist, die Frage nach dem Verhalten meiner Mutter.
Ich bin 2.Geborender. Normal und sehr liebevoll aufgewachsen. Einen normalen und nicht sehr spektakulären SChulweg und Bildung zu DDR Zeiten. Relativ gute Noten in der Schule. Mal ne 3 in Mathe etc. mal den Eintrag ins Muttiheftchen uns sowas halt. Ich hatte einen relativ großen Bekannten/Freundeskreis.
Ich wurde respektiert und geachtet und ebenso freundlich angenommen wie ich es rückgegeben habe.
Meiner Mutter habe ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt alles gesagt. War auch nicht weiter schlimm.
Mein Bruder leider durch körperliche Handycaps immer umsorgt und häufig im Krankenhaus (als kleines Junge bis zur 5.Klasse) wurde von meiner Mutter umsorgt. Sie Krankenschwester, später dann Dipl. und dann Lehrerin an einer Beruffachschule für Kinderkrankenschwestern. Sehr strebsam, keine Mühen gescheut und eigentlich die tollste Mutter die ich mir vorstellen kann.
Dann zogen wir innerhalb der Stadt um und ich kam in eine andere Schule, auf die auch mein Bruder ging. Leider war das Niveau der Klasse und der SChule, nicht der Bringer und so hatte ich, ohne mein zutun eigentlich immer Einsen und Zweien.
Dann gings auf Gymnasium. Angeregt durch meine Mutter.
Nun das Niveau dort war völlig anders und ich hatte zu knabbern. Blieb allerdings auch wegen 3 Fünfen sitzen.
Allerdings erfuhr meine Mutter recht spät von meinen schlechten Noten. Sie setzte sich hin und lernte mit mir. Was ich toll fand. Bis auf die 2 -3 Ohrfeigen, wegen meinem Problem die Mathematik zu verstehen. Nun gut, ich wiederholte das Jahr (9.Klasse). Ich hatte große Probleme wirklich intergriert zu werden, als ich auf das Gymnasium kam. In der zurückgestuften neuen Klasse, fiel mir das schon leichter und ich hatte viele Freunde etc.
Meine Leistungen waren nicht berauschend und ich hatte letztlich auch wieder ne 5 aufm Zeugnis. Aber kam dennoch durch. Und hatte niewieder eine Fünf auf dem Zeugnis. Machte Nachhilfe in Englisch.Heute sprechen 95% am Tag Englisch (nie gedacht).
Meine Mutter versuchte natürlich Einfluß auf emine Art des Lernens zu nehmen. So wurden dann IHRE Methoden angewand, die mir nur in wenigen Dingen weitergeholfen hatten. So lernte ich mal für eine Geschichtsklausur. Ich las Bücher sammelte Hintergrundwissen, ich wollte verstehen warum und wieso und weshalb das alles so kam wie es gekommen ist. Meine Mutter legte ich dann treu brav meine Aufzeichungen vor. Ein paar Mintuten später hatte ich ein ca. 14 Seitiges Memorandum vor mir liegen, welches ich AUSWENDIG zu lernen hatte, WORT für WORT.
Ich stopfte mein Kopf mit Texten zu die mir in der Arbeit nichts genützt hatten, da letztlich die Fakten gefehlt haben.
Ich konnte den Text meiner Mutter auswenig(!), aber ein Datum konnte ich nicht hinschreiben. Die Lehrerin meinte, das sei die schlechteste Arbeit gewesen. Da Elterntag war, erfuhr natürlich meine Mutter auch davon.
Ich versuchte immer meinen eigene Lernstil zu finden und hatte ja auch irgendwie Erfolg, denn meine Noten wurden besser.
Mutter versuchte dennoch immer irgendwie Einfluß zu nehmen, was von mir auch gerne mal abgeblockt wurde, da die Geschichtsarbeit nur EIN Beispiel war.
Privat, ging es eigentlich recht gut mit Ihr, meinen Liebeskummer und so verbarg ich, auch wenn das vor Müttern eigentlich unmöglich ist. Ich hatte Geheimnise noch und nöcher, über Dinge die halt nur mich was angingen. Meine Mutter war da nicht verlegen, einen offensichtlichen Brief von einer Freundin mal eben beim Sauber machen zu lesen. Kommentare über meine Freunde ware sowieso gang und gebe, aber das ist wohl normal.
Nun gut, ich hatte eine recht typische Pupertäre Entwicklung ohne gravierende Konflikte mit meiner Mutter oder meinem Vater.
Ich bestand das Abi mit einer nicht besonders tollen 3 aber ich war Stolz wie Oskar.
Nach ein paar vergeblichen Bewerbungsversuchen und dem Drängen mütterlicherseits einen Bürojob anzunehmen, bekam ich einen Job, als (das war mein Wunsch,zumindest die Richtung) als Physiklaborant.
Meine Mutter kontrollierte meine Bewerbungen, es war eigentlich immer so, daß die Sachen die ich reingeschrieben habe und völlig korrekt waren, immer rausgestrichen wurden und letztlich sowieso nur IHRE die richtige war. Mag sein, daß man es erst mitbekommt, wenn man versucht seine eigenen Persönlichkeit einzubringen, daß Sie immer nur einen Weg sah und der der einzig richtige sein mußte…-IHR Weg. Egal wo, sei es beim Lernen, bei Jobsuche oder recht persönlichen Dingen. Sie hätte mir ja sogar die Liebesbriefe diktiert, wenn sie gekonnt hätte.
Und somit ware Kollisionen nicht mehr zu vermeiden. Ich hatte meine Ausbildung, die Ihren Vorstellungen überhaupt nicht entsprachen, mein Vater war mehr als happy und Stolz. Diese fand z.T . in einem anderen Bundesland statt, wo man eben Zimmer suchen mußte und auf eigenen Beinen stehen mußte. Es gelang mir, als ob ich es schon immer gemacht hatte.
Auch an der dortigen Schule gab es Problem bei den Noten, da Mathe und Physik ja nun doch irgendwie korrelierten. Aber es war nie so, daß man sich dafür schämen mußte. Und immer mehr merkte ich, wie ich in den Augen meiner Mutter als „Versager“ da stand. Es wurde alles vorgeschrieben, die einfachsten Handgriffe, wurden „diktiert“ (Eierkochen z.B. wie ich nun wann den Löffel zu halten habe oder so was), peinliche Vorfälle, wie im Kaufhaus dazwischen reden und einem das Wort abschneiden um letztlich den selbes Text zu bringen. Halt alles solche Zeichen, für: er kann das nicht, der macht das falsch, der hat keine Ahnung. Gewisse Seitenhieben gab auch für die anderen meiner Familie.
Es gab nach wie vor nur IHREN Weg als den einzig Richtigen.
Irgendwann zog ich mit meiner Freundin aus. Und komme sehr gut alleine zurecht.
Aber auch hier darf ich mir in gewissen häufigen Abständen irgendetwas von meiner Mutter anhören. Und wenns nur die Entscheidung ist einen ollen Kleiderschrank zu verschrotten. Oder die Wahl meines Bettes etc. Meine Freundin bekommt das natürlich mit und ist selbst auch mit dran. Ich habe über die ganzen Jahren irgendwann begriffen (oder begreifen müssen), daß man Luft auch noch sinnvoller einsetzen kann, als sich zu Zoffen und ständig zu wiedersprechen und das gerade eben bei einer Person, welche nicht zurücknehmen kann. Mein Vater, dem ich doch recht ähnlich bin, praktiziert genau die Gleiche Lebenseinstellung und sagt nichts mehr und ist wie ich passiv. Ich lebe eher nach dem Prinzip (nur bezogen auf Mutters Attacken) „laß sie doch reden, ich habe mein Leben, mein Vorstellungen und ich komme gut klar und alles was ich mache ist MEINE Entscheidung“
Und dennoch nerven diese Kommentare und eben das Wissen um das was dahinter zu stecken scheint. Denn wer will schon als Versager von der eigenen Mutter abgestempelt werden? Wenn man auf eine Spitze reagiert und zurück schießt oder mit BESTIMMTEN aber nie respektlosen Ton antwortet und seinen Standpunkt klar macht, reagiert Sie eigenschnappt und ist angesäuert. Das hält dann ca. einen Tag oder ne Woche und dann geht mit dem selben Thema wieder los. Mein Bruder (eher nach ihr geraten) ist durch sein Handycap doch recht stark an sie gebunden, allerdings läßt er sich nichts sagen oder vorschreiben! Er schießt zurück, das die Schwarte kracht und DAS wirkt dann. Er hatte eine Ausbildung, dann das Abi auf dem Kolleg und jetzt studiert er mit großem Erfolg.
Meine Mutter sagt zu seinem Werdegang nichts, das ist genau das was sie sich vorgestellt hatte für ihn.
Nur was kann man tun, damit diese Spitzen aufhören? Warum macht sie sowas? Worin liegt diese Verhalten begründet?
Es geht mir einfach auf den Nerv. Auch wenn ich es mir Äußerlich nicht anmerken lassen und ich ein paar Spitzen von meiner Freundin bekomme, warum ich immer so passiv bin und mir das gefallen lasse. Ich sehe nicht den Erfolg dabei, sie ändert sich nicht…
Vielleicht habt ihr auch sowas erlebt und erklärt mir wie ihr damit umgeht.
Gruß und Danke
Frank
, aber sie verhielt sich nach einigen Monaten Wiedersehen anders. Es müssen meine Vorwürfe wie ein Schuß vorm Bug gewesen sein, so dass sie ihr Fahrwasser änderte.