Hallo,
ich bin neu hier und weiß noch nicht so genau, ob mir hier jemand helfen kann. Aber vielleicht hat der eine oder andere ähnliche Probleme. Ich lebe mit meinem Mann seit zwei Jahren zusammen, wir haben zwei Kinder und ein Haus. Nun ist die Arbeitsmarktlage so, dass mein Mann nur noch Arbeit in anderen Städten finden wird und wir in Zukunft eine Wochenendbeziehung führen müssen. Ich merke (nach bereits einem Jahr Erfahrung), dass ich damit nur sehr schlecht umgehen kann. Ich würde mich gerne mit jemandem austauschen, der damit Erfahrungen hat und mir helfen kann damit besser umgehen zu lernen.
Danke!
Hallo shapie!
In Wochenendbeziehungen bin ich Meister! Es ist natürlich nicht so ganz einfach, wenn man Kinder hat, weil man sich doch irgendwie alleinerziehend vorkommt.
Ich zieh einfach mal Resümee: Meine erste Beziehung hat es nicht verkraftet, weil wir einfach zu jung waren.
Die zweite ging nicht gut, weil die Qualität am Wochenende nicht stimmte.
Die dritte geht immer noch gut, weil ich ganz einfach darauf bestehe, das Qualität vor Quantität geht. Ich weigere mich, das Schokoladen-Wochenendgesicht aufzusetzen.
Die Gefahr ist einfach, dass man sich irgendwann auf „frische Wäsche, eheliche Pflichten und gute Hausmannskost abholen“ be-
schränkt fühlt. Darüber muss man rechtzeitig reden… viel und ausführlich.
Liebe Grüße
Usch
Hallo Usch,
es ist schon wie du sagst. Die Woche über fühle ich mich zu oft mit allem alleine gelassen. Dann kommt der Freitag und sofort soll ich meine Schokoladenseite zeigen mich auf ihn freuen und so soll es bis Sonntagabend weitergehen. Aber so funktioniert es nur selten. Meistens freue ich mich noch am Freitag auf ihn, aber ist er dann dreht sich meine Laune um und wir streiten bis mind. Samstagabend. Kriegen dann gerade noch die Kurve, weil wir uns sagen, das am nächsten Tag das WE schon wieder um ist, und wir haben mal wieder nichts so richtig daraus gemacht. Wie gesagt so haben wir es ein Jahr lang durch. Nun steht uns möglicherweise das gleiche bevor, dann aber so, dass diese Zeit unfristet anfängt und ich mir schon ausmale, bis zur Rente eine WE Beziehung führen zu müssen. Ich habe regelrecht Angst vor dieser Zukunftsvariante. Dazu kommt noch, dass ich sehr eifersüchtig werden kann und mir schon ausmale, dass mein Mann sich dort ungestört mit anderen Frauen einlassen könnte. Er hat mir bisher nicht wirklich Grund dazu gegeben, solche Unterstellungen loszulassen, aber diese Art Mißtrauen zwischen uns belastet die Beziehung dann noch mehr.
DAs kann doch auf Dauer nicht gut gehen.
Ich bin sehr verzweifelt.
Hallo Shapie,
richtig helfen kann ich dir nicht. Nur von mir (uns) erzaehlen.
Wir leben in Saudi Arabien, weil eine Wochenendbeziehung oder auch sonst getrennte Lebensfuehrung fuer uns auf die Dauer nicht zu machen ist. Ich kenne hier viele Leute, die das Jahr ueber getrennt leben, weil die Frau mit den Kindern in Europa geblieben ist und der Mann hier arbeitet. Fuer uns waere das unvorstellbar.
Es war nicht einfach ‚mein‘ Leben ausser Haus total umzukrempeln, um hierher zu kommen. Die Kinder haben den Umzug und das relativ unkonventionelle Leben bis jetzt auch gut verkraftet. Wenn man sich darauf einlaesst, gibt es auch viele Vorteile. Es war eben unsere Entscheidung fuer die Familie.
Was ich sagen will: habt ihr alle Alternativen durchgecheckt, um eine andere Moeglichkeit zu finden? Wenn du, wie du sagst, nicht weisst, wie du es aushalten sollst - dann ueberleg dir was anderes. Geht euer Problem (zusammen) mal von einem anderen Gesichtspunkt an, vielleicht gibt es Loesungen, die besser zu euch passen. Umzug, Umschulung, Umorientierung …
Ich wuensche dir alles Gute, eure Situation ist nicht einfach.
LiGrü
Elke
Hallo Shapie,
ich führe seit drei Jahren eine WE-Beziehung ohne Aussicht, dass sich das in den nächsten Jahren (womöglich bis zur Rente…) ändern wird. Am Anfang hat uns beide bei dieser Aussicht die schiere Verzweiflung gepackt! Mittlerweile kann ich recht gut damit umgehen. In der Woche genieße ich mein Alleinsein, regle alles so wie ich es will, und freue mich bereits am Mittwoch wieder auf meinen Freund. Klar, am Anfang haben wir beide uns am WE vorwiegend auch unsere nur Schokoseite gezeigt. Das kann man aber auf Dauer nicht durchhalten und ich will es natürlich auch gar nicht. So gibt es in unserer Beziehung immer wieder Phasen die recht wechselhaft sind. Ich empfinde dies aber nicht als Belastung, sondern eher als einen dynamischen Prozess der unsere Beziehung sehr lebendig hält. Und wenn ich auf die drei Jahre WE-Beziehung zurück blicke, bin ich fasziniert von den vielen Veränderungen bzgl. der Einstellung in unser beider Leben. Sicher, anstrengend und durchaus nicht einfach ist solch eine Beziehung oftmals schon. Es erfordert Achtung und Respekt vor dem „anderen“ Leben des Partners, Toleranz, den Mut sich frei zu machen von herkömmlichen Lebensvorstellungen und die Bereitschaft „ja“ zu sagen zu sich selbst.
Sei nicht so verzweifelt! Versuche eure Situation als Chance zu begreifen euch wieder „neu“ kennenzulernen. Als Herausforderung, eure Ehe völlig neu zu gestalten. Nut Mut!
Liebe Grüße von
Lea
(…die an diesem WE alleine ist weil ihr Liebster weit weg im Krankenhaus liegt *seufz*)