Was ist Borderline?
Von: , Frage gestellt am So, 6. Feb 2000
ich hätte gerne eine gaaanz einfache Erklärung
Liebe Gruesse
miho
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Liebe Gruesse
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Eine Borderline-Störung ist eine Störung, die an der Grenze zwischen Neurose & Psychose liegen soll. Nach psychoanalytischer Auffassung liegen Ursachen dafür in früheren Phasen der Kindheit als bei den typischen Neurosen. Kennzeichnend soll u.a. sein, dass die Patienten keine richtigen Beziehungen aufbauen können. So ungefähr.
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Liebe Gruesse
miho
Kennzeichnend für Borderline ist meines Wissens (tiefschürfende Gespräche mit ner Freundin, die Psychologin und angehende Psychoanalytikerin ist) auch die "Schwarz-Weiß-Malerei" in Bezug auf Personen. Ein Borderline Patient unterscheidet - grob gesagt - Personen in "Engel" (und idealisiert sie dementsprechend) und "Teufel" (verachtet, hasst sie). Die Nuancen dazwischen, also jemanden mit seinem Stärken/Schwächen Profil wahrzunehmen, fehlt dem Borderline-Patient.
Dies von meiner laienhaften Seite.
Uli
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Liebe Gruesse
miho
Unter dem Borderline Syndrom wird in erster Linie ein Krankheitsbild verstanden, das Symp-tome vieler anderer psychotischer und neurotischer Krankheiten aufweist. In der Regel sind Frauen öfters betroffen als Männer. Die Symptomatik ist geprägt von frei flottierender Angst, die Krankheitsstruktur imponiert durch die innere Spaltung des Patienten, die dieser auf andere Menschen seines unmittelbaren Umfeldes überträgt.
In der Psychiatrie gilt die Borderline-Erkrankung als lebensgefährliche Erkrankung, nicht zuletzt wegen der explizit hohen Suizidalität. Zudem gilt sie, aufgrund des Übertragungsmechanismus als äußerst schwer therapierbar, dennoch ist bei einem entsprechenden Setting und bei guter, trag-fähiger Beziehungsgestaltung durch ein kompetentes therapeutisches Team die Heilungsquote höher, als bei vielen anderen psychiatrischen Erkrankungen.
habe lange in der psychiatrie gearbeitet. dort wurde der begriff meist dann gebraucht, wenn die ärzte meinten, dass es sich um eine schizophrene erkrankung handelt, sich jedoch darüber (noch) nicht sicher waren. jd. mit einer borderline-störung ist jemand, der auf der grenzlinie zwischen neurose und psychose balanciert. neurosen sind psychische störungen ohne körperliche verursachung, während bei den psychosen von einer körperlichen verursachung ausgegangen wird (endogene psychosen = schizophrenien u. manisch-depressive erkrankungen) bzw. diese nachweisbar ist (exogene psychosen = akut-reversible, zB. ein delir bzw. chronisch, zB. Alzheimer).
mfg - george
habe lange in der psychiatrie gearbeitet.
dort wurde der begriff meist dann
gebraucht, wenn die ärzte meinten, dass
es sich um eine schizophrene erkrankung
handelt, sich jedoch darüber (noch) nicht
sicher waren.
ja, stimmt, ist aber nicht ganz zulässig so und wird von den Psychiatern auch heftig kritisiert.
jd. mit einer borderline-störung ist jemand, der auf
der grenzlinie zwischen neurose und
psychose balanciert.
Nicht ganz. Tatsächlich kann ein Borderline-Patient sowohl neurotische Syndrome, als auch psychotische Symptomenkopmlexe aufweisen, weiters kommt dann dazu eine kräftige Neigung zur Soziopathie, in vielen Fällen gewaltige Suchtprobleme, vor allem Medikamenten- und Alkoholabusus und massive, meist reaktive Depressionen.
neurosen sind
psychische störungen ohne körperliche
verursachung, während bei den psychosen
von einer körperlichen verursachung
ausgegangen wird
Das stimmt so ganz bestimmt nicht. Schizophrenie ist eine Psychose genauso wie MDK, ohne ! körperliche Ursachen. (Zumindest sind die nicht bewiesen!)
(endogene psychosen =
schizophrenien u. manisch-depressive
erkrankungen) bzw. diese nachweisbar ist
(exogene psychosen = akut-reversible, zB.
ein delir bzw. chronisch, zB. Alzheimer).
Das triadische System der Einteilung psychischer Krankheiten ist schon längst überholt. Zwar spricht man noch immer von endogenen psych KH (zu denen, wie du richtig bemerkst die MDK und die Schizophrenie aber auch die schizoaffektive Psychose zählt). die exogenen psych. KH werden seit geraumer Zeit als "reaktive" psych.KH bezeichnet, da sie eine Reaktion auf einen psychosozialen Sressor darstellen (Neurosen zählen dazu).
Alzheimer, Delirium, Demenzen, et.cet. zählen zu den sogenannten organischen Psychosyndromen und sind als psychische Reaktion auf körperliche Erkrankungen anzusehen. Sonderstellungen nehmen die Oligophrenie (früher "angeborener Schwachsinn") und die Persönlichkeitsstörungen (zu denen man neben alle stofflichen und nichtstofflichen Süchte und Abhängigkeiten auch die Soziopathie zählt) ein.
Da die Borderline-Erkrankung von all diesen leckeren Sachen das allerfeinste hat, ist sie realtiv schwer einzuordnen. Daß sich manche Ärzte schwer tun, sie zu diagnostizieren, liegt hauptsächlich daran, daß sie sich damit nicht auskennen. Erkennungsmerkmale des Borderline-Syndroms sind neben der Vielfalt seiner Symptome vor allen Idealisierung, Identifikation mit dem Agressor und die Übertragung der Spaltungstendenz.
mfg - christian
ok, ok - eins muss ich zugeben: dass ich in der psychiatrie arbeitete, ist jetzt genau 15 jahre her. demnach ist mein wissen nicht mehr so ganz aktuell. aber ich denke, dass das "triadische system" auch heute noch in vielen psychiater-köpfen steckt, auch wenn in aktuellen ICD-versionen krankheitsbilder anders definiert werden. auch das pfund ist offiziell abgeschafft (oder die PS-angaben beim auto), dennoch kaufen auch heute noch viele menschen "ein pfund butter".
dennoch vielen dank, lieber christian, für deine berichtigung. in guter CDU-manier entschuldige ich mich für meine vereinfachten und veralteten darlegungen. wie roland koch werde ich aber nicht zurücktreten, gelobe aber besserung.
mfg - george
Lieber George
Ich bins, der sich entschuldigen muß für die überschiessende Reaktion. Da hab ich wohl ganz übel den Besserwisser heraushängen lassen. Tut mir leid!
Ich hab noch eine Menge zu lernen, was die Netiquette anbelangt. Nix für ungut...
Christian!
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Liebe Gruesse
miho
Sieh mal auf der Homepage der Borderline
Community nach.
http://www.borderline-community.de
MfG.Uwe
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Liebe Gruesse
miho
Hallo miho,
ganz einfach gesagt, rennt ein borderliner ständig in zwei Richtungen, die auch noch extrem voneinander abweichen. Er wechselt auch gerne zwischen den extremen, ohne es zu merken. ZB kann ein bestimmter Mensch gut sein und im nächsten Augenblick das Sinnbild der schlechtigkeit. Dieses einfache Weltbild von Gut und Böse ist ebenfalls recht charakteristisch. Extreme Widersprüche kann ein Borderliner nebeneinander stehen lassen, dass sich Neurotikern die Haare krausen, für ihn ist das natürlich und normal.
Soweit ganz einfach ohne psychiatrischen Quatsch.
Es kann zu psychiatrischen situationen wie Zwangsdenken, Stimmenhören und ähnlichem kommen, manisch-depressive Perioden bzw. Schwankungen sind möglich, ebenso wie Selbstverletzungen, obwohl nur Selbstverletzungen allein, den Borderliner in seiner Welt nicht ausmachen, siehe oben Denkweisen.
Tschüss egospezia