'komische' Ängste

Hallo…
ich hätte gerne einen rat von euch. es geht um eine gute freundin meines mannes und daher um eine thematik, die immer wieder viel energie kostet für uns beide, da sie immer wieder thema ist.
besagte freundin ist seit jahren ohne arbeit. sie wollte sich nicht anstellen lassen, da sie sich von niemandem etwas anschaffen lassen möchte. sie hatte schon tausende von ideen, was sie auf selbstständiger basis machen könnte, allerdings waren ihre ideen entweder utopisch, oder sie blieb einfach nicht an einer sache dran.
sich arbeitslos zu melden mag sie auch nicht, da sie angst hat, sie wird dort zu irgendeinem kurs geschickt.
also lebt sie quasi von nichts. sie malt gerne und alle paar monate kann sie mal ein bild verkaufen, oder ihre mutter gibt ihr geld.
dazu kommen ihre panikattacken. ständig wechselnde ängste… mal vor einer kerze, mal vor autos, etc.
ein beispiel, um zu zeigen wie heftig das sein kann…
sie rief an und erzählte, sie hat am sonntag beim bäcker semmeln gekauft und nun hat sie angst, sie wird bestraft, weil man ja sonntags nicht arbeiten darf. nachdem die bäckerei sicher mit rosenmehl gebacken hat, betete sie rosenkränze ( sie ist NICHT gläubig ).
ich muss dazu sagen, sie ist seit jahren alleine. hat außer ihrer mutter und eben meinem mann niemanden mit dem sie reden kann.
ich finde das alles sehr anstrengend. wenn ich nach einem langen arbeitstag nach hause komme ist mir nach entspannung und nicht nach einer diskussion über dinge, die ich sowieso nicht begreifen kann.
wenn mein mann mich um rat frägt, wie er ihr denn helfen könnte, kann ich immer nur sagen: " rate ihr zur ner therapie".
manchmal ist sie sogar gar nicht abgeneigt, aber am nächsten tag ist das schon wieder gegessen.
wie kann man denn mit so einem menschen umgehen? was kann man raten? wie kann man helfen?
bin für jede meinung oder anregung dankbar
liebe grüße
lunatics-wife

Hallo!

Während ich Dein Posting gelesen habe, dachte ich erst: o.k., Panikattacken, könnte ´ne Angststörung dahinter stecken, dann kam aber die Sache mit dem Rosenkranz und der Angst, bestraft zu werden, was auf eine Zwangsstörung hindeuten könnte. Wer weiß schon, was noch dahinter steckt …? Ich teile deshalb die Meinung Deines Mannes. Es wäre am besten, wenn die Frau eingehend psychiatrisch untersucht werden würde, um zu klären, was mit ihr los ist. Ab Zwangsstörung „aufwärts“ ist es zu heftig, um damit ohne professionelle Hilfe klar zu kommen.

Gruß,

Oliver Walter

zwangsstörung… an sowas dachte ich auch.
sie hat auch einen waschzwang, gibt niemandem die hand, ihre wohnung darf niemand betreten, sofas sind mit plastik abgedeckt.
allerdings verschimmelt das geschirr in der spüle, weil sie ja keine zeit hat, sich um sowas zu kümmern. sie verbringt ihre zeit damit, schmuck im wald einzugraben, karten zu legen vor jeder noch so banalen handlung, etc.
zwänge sind da viele, schade daß der wille fehlt sich professionellen rat zu holen.

grüße
lunatics-wife

Moin

ich hätte gerne einen rat von euch. es geht um eine gute
freundin meines mannes und daher um eine thematik, die immer
wieder viel energie kostet für uns beide, da sie immer wieder
thema ist.

Warum ist sie denn immer wieder Thema ? Macht dein Mann sie ständig zum Thema ? Und wenn ja, warum ?

ich finde das alles sehr anstrengend. wenn ich nach einem
langen arbeitstag nach hause komme ist mir nach entspannung
und nicht nach einer diskussion über dinge, die ich sowieso
nicht begreifen kann.

Also möchtest du nicht mit ihr reden, z.B. am Telefon ? Oder möchtest du diese Diskussionen mit deinem Mann nicht ? Dann solltest du deinem Mann das sagen.

wenn mein mann mich um rat frägt, wie er ihr denn helfen
könnte, kann ich immer nur sagen: " rate ihr zur ner
therapie".
manchmal ist sie sogar gar nicht abgeneigt, aber am nächsten
tag ist das schon wieder gegessen.
wie kann man denn mit so einem menschen umgehen? was kann man
raten? wie kann man helfen?

Will sie denn überhaupt Hilfe ? Bittet sie deinen Mann oder dich um Hilfe ? Heult sie sich s.B. ständig bei ihm aus ? Oder ist er (seid ihr) nur der Meinung, diese Frau bräuchte Hilfe, weil ihr findet, dass ihr Verhalten/Leben nicht „normal“ ist ?

bin für jede meinung oder anregung dankbar

Wenn du nicht möchtest, dass diese Frau ständig zwischen dir und deinem Mann Thema ist, dann solltest du deinem Mann das vielleicht mal klar machen.

Gruss
Marion

Hallo,

Du weißt, dass ich kein Experte bin, möchte auch nur soviel dazu sagen, dass ich von meiner Aufgabe her, oft mit Menschen konfrontiert werde, die unter den verschiedensten psyschichen Erkrankungen leiden.

Da sind wir schon beim Ersten Punkt: LEIDEN sie wirklich? Wir haben oft das Bedürfnis zu helfen, weil wir glauben, etwas tun zu müssen und weil wir unser eigenes Leben, mit dem der anderen vergleichen.

Für mich ist wichtig zu erkennen, ob jemand unter seinem Zustand soweit leidet, dass er Hilfe benötigt.
Die zweite Sache wäre die Frage: Was kann ich tun? Was steht in meiner Möglichkeit? Was MÖCHTE ich tun?
Mir bleibt meistens nur die Vermittlerrolle, also die Frage: Wie bewege ich jemanden, der unter seinem Zustand leidet, an einen Experten, oder in eine Therapie?

Das widerum ist, so denke ich, von Typ zu Typ verschieden.
Ich sollte den Betreffenden schon gut kennen. Was ist das für ein Typ? Wie sind bestimmte Reaktionen? Wo sind seine Stärken und Schwächen? Wie kann ich am Besten mit ihm umgehen?

Natürlich die alles entscheidende Frage: Was möchte der Betreffende und was möchte ich? Decken sich unsere Wünsche? Ist meine Hilfe überhaupt gefragt? Habe ich den Eindruck, dass der Betreffende wirklich Hilfe möchte, es aber vielleicht nicht sagen kann?
Wenn ich mir ganz sicher bin, dass Hilfe durch Experten sinnvoll wäre und wenn ich meine eigene Kompetenz und meine eigenen Grenzen abgesteckt habe und nur dann, gehe ich zu dem Versuch über, zu vermitteln.

Meine Erfahrung: Raten, Empfehlen, Bedrängen, „Glauben zu wissen, was gut für Dich ist“ bleibt oft ohne Erfolg.
Da ich selbst eine Angsterkrankung hatte, versuche ich zunächst anhand meiner eigenen Geschichte, so etwas wie einen „gemeinsamen Nenner“ herzustellen und zu zeigen, dass es Auswege gibt. Oft habe ich erlebt, dass bei Ängsten oder Depressionen der totale Rückzug angesagt ist. Ich selbst habe mich vollkommen isoliert, weil ich das Gefühl hatte, dass mich niemand versteht. Ich wäre NIEMALS zu einer Behörde, oder wie in Deinem Beispiel zum Arbeitsamt gegangen. Die hätten mich in einen Kurs gesteckt, wo ich mit Menschen zusammen gekommen wäre, die mich garantiert nicht verstehen.

Heute erlebe ich oft, dass sich Menschen mit Ängsten, oder Depressionen mir gegenüber öffnen, wenn sie wissen der hat es ja selbst erfahren. Verständnis signalisieren, Gemeinsamkeiten, egal welcher Art, deutlich machen, zuhören. Erst wenn Vetrauen da ist und das ist oft ein sehr, sehr langer Weg habe ich vielleicht die Chance, mit sanftem Druck etwas zu bewegen.

Jemand, der nicht der „Typ dafür ist“ sich in Menschen zu versetzen, die Beispielsweise unter „komischen Ängsten“ zu leiden scheinen, werden es sicherlich auch schwer haben, etwas zu bewegen. Du selbst schreibst ja „komische Ängste“
Für mich hört sich das sehr fremd an, so als wenn Du gar nichts verstehen würdest, von dem was die gute Freundin Deines Mannes „erlebt“ und Du sagst, das alles sehr anstrengend ist. Das kann ich gut verstehen und ist auch ganz natürlich, aber eben ungünstige Voraussetzungen für sinnvolle Hilfe.

Seit ich regelmäßig Patienten in der Psychiatrie besuche, werde ich mit mir völlig fremden Erkrankungen konfrontiert. Es braucht mich aber nicht zu „befremden“ denn eines ist immer sicher, egal wie der Betreffende „drauf ist“, es gibt immer etwas, was man gemeinsam hat, eine Gemeinsamkeit, auf der man aufbauen kann. Es macht sozusagen das Fremde egal und es macht mich unbefangen, es ermöglicht mir einen ganz natürlichen Umgang und ich denke das der Patient „spürt“ ob ich ihm nahe, oder eben fremd bin.
(Auch wenn mich jetzt der ein oder andere Experte eines Besseren belehrt, ich glaube das nun mal)

Alles ist ein langwährender Prozess, es erfordert Unmengen an Geduld und es gibt Rückschläge, wenn ich schon geglaubt habe jetzt ist er so weit…dann doch wieder nicht.

Es würde zu lange brauchen, Dir weitere Eindrücke zu vermitteln.
Mein Wunsch war, ein wenig zu verdeutlichen, dass es nicht mal eben so getan ist, jemanden zu einer Therapie zu bewegen.
Mir scheint Eines wichtig und das ist die Frage: Wieviel möchte und kann ich selbst tun? Wo ist die Grenze? Wie weit kann ich überhaupt etwas tun. Zuerst die eigenen Bedürfnisse abchecken und die eigenen Grenzen kennen, das wäre das, was ich vorsichtig gesagt „raten“ würde.

Liebe Grüße

Frank

die Frau nicht selbst Hilfe in Anspruch nehmen will. Zwangseinweisen kann nur ein Arzt mit (nachträglicher) richterlicher Bestätigung. Und das auch nur dann, wenn eine psychische Störung und Selbstgefährdung (z.B. akute Suizidgefahr) oder Fremdgefährdung vorliegt.

Laß Dich nicht von den Problemen Deiner Bekannten ´runterziehen. Damit ist weder ihr noch Dir geholfen.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo…

Warum ist sie denn immer wieder Thema ? Macht dein Mann sie
ständig zum Thema ? Und wenn ja, warum ?

Mein Mann macht sie zum Thema, weil sie eben eine langjährige Freundin von ihm ist.

Also möchtest du nicht mit ihr reden, z.B. am Telefon ? Oder
möchtest du diese Diskussionen mit deinem Mann nicht ? Dann
solltest du deinem Mann das sagen.

Ich habe eher wenig direkten kontakt zu ihr. Sie telefoniert mindestens einmal täglich mit meinem Mann ( er ist tagsüber zu Hause-im Erziehungsurlaub), abends kommen dann oft ihre Thematiken zur Sprache.

Will sie denn überhaupt Hilfe ? Bittet sie deinen Mann oder
dich um Hilfe ? Heult sie sich s.B. ständig bei ihm aus ? Oder
ist er (seid ihr) nur der Meinung, diese Frau bräuchte
Hilfe, weil ihr findet, dass ihr Verhalten/Leben nicht
„normal“ ist ?

Ja sie will Hilfe, sie erwartet zum großen Teil Hilfe, hauptsächlich von meinem Mann, allerdings nimmt sie nur den Rat an, den sie auch hören möchte. Manchmal auch an „klaren“ Tagen sieht sie selbst, daß SIE was tun muss, ist eben aber am nächsten Tag wieder erledigt, da andere Dinge vorrangig sind.
Ich urteile sicher nicht über das Verhalten anderer. Jeder so wie er möchte. Würde sie nicht nach außen gehen, oder würde sie sich wohl fühlen in ihrer Welt, fände ich das absolut ok.

Wenn du nicht möchtest, dass diese Frau ständig zwischen dir
und deinem Mann Thema ist, dann solltest du deinem Mann das
vielleicht mal klar machen.

Hab ich versucht, bringt nicht viel. Ihm ist´s wichtig und daher möchte er natürlich gerne erzählen oder eben auch einen Rat von mir.
Vielleicht findet er auch nicht alles so „prickelnd“, was ich ihm abends berichte :smile:)
Danke für die Antwort
Liebe Grüße
lunatics-wife

Hallo…
vielen Dank erstmal für die Antwort.

Da sind wir schon beim Ersten Punkt: LEIDEN sie wirklich? Wir
haben oft das Bedürfnis zu helfen, weil wir glauben, etwas tun
zu müssen und weil wir unser eigenes Leben, mit dem der
anderen vergleichen.

Ja sie leidet wirklich! Weder mein Mann noch ich sind Menschen, die anderen Hilfe aufdrängen. In diesem Fall bedeutet helfen sowieso fast auschließlich stundenlanges Zuhören, beruhigen…

Für mich ist wichtig zu erkennen, ob jemand unter seinem
Zustand soweit leidet, dass er Hilfe benötigt.

Ich weiß nicht, wann dieser Zeitpunkt da ist, dass jemand Hilfe benötigt.
Ich denke, wenn jemand leidet, weil er keinen (dauerhaften) Kontakt zu Menschen hat, wenn jemand unter großen Ängsten leidet, immer weniger in der Lage ist sich um notwendige Dinge zu kümmern und nicht weiß, was er morgen essen soll, da kein Geld da ist, etc… könnte das nicht ein Zeitpunkt sein, an dem Hilfe nötig ist?

Die zweite Sache wäre die Frage: Was kann ich tun? Was steht
in meiner Möglichkeit? Was MÖCHTE ich tun?
Mir bleibt meistens nur die Vermittlerrolle, also die Frage:
Wie bewege ich jemanden, der unter seinem Zustand leidet, an
einen Experten, oder in eine Therapie?

Das widerum ist, so denke ich, von Typ zu Typ verschieden.
Ich sollte den Betreffenden schon gut kennen. Was ist das für
ein Typ? Wie sind bestimmte Reaktionen? Wo sind seine Stärken
und Schwächen? Wie kann ich am Besten mit ihm umgehen?

Die beiden kennen sich seit knapp 20 Jahren und das wirkich sehr gut, trotzdem fruchtet nicht wirklich was.

Natürlich die alles entscheidende Frage: Was möchte der
Betreffende und was möchte ich? Decken sich unsere Wünsche?
Ist meine Hilfe überhaupt gefragt? Habe ich den Eindruck, dass
der Betreffende wirklich Hilfe möchte, es aber vielleicht
nicht sagen kann?

Die Betreffende möchte Hilfe, nur eben nicht von einem Therapeuten, sondern ausschließlich von meinem Mann.
Sie möchte ein ganz normales Leben leben. Angstfrei und selbstständig. „Unsere Wünsche“ gibt es da nicht.

Wenn ich mir ganz sicher bin, dass Hilfe durch Experten
sinnvoll wäre und wenn ich meine eigene Kompetenz und meine
eigenen Grenzen abgesteckt habe und nur dann, gehe ich zu dem
Versuch über, zu vermitteln.

Heute erlebe ich oft, dass sich Menschen mit Ängsten, oder
Depressionen mir gegenüber öffnen, wenn sie wissen der hat es
ja selbst erfahren. Verständnis signalisieren,
Gemeinsamkeiten, egal welcher Art, deutlich machen, zuhören.
Erst wenn Vetrauen da ist und das ist oft ein sehr, sehr
langer Weg habe ich vielleicht die Chance, mit sanftem Druck
etwas zu bewegen.

Jemand, der nicht der „Typ dafür ist“ sich in Menschen zu
versetzen, die Beispielsweise unter „komischen Ängsten“ zu
leiden scheinen, werden es sicherlich auch schwer haben, etwas
zu bewegen. Du selbst schreibst ja „komische Ängste“
Für mich hört sich das sehr fremd an, so als wenn Du gar
nichts verstehen würdest, von dem was die gute Freundin Deines
Mannes „erlebt“ und Du sagst, das alles sehr anstrengend ist.
Das kann ich gut verstehen und ist auch ganz natürlich, aber
eben ungünstige Voraussetzungen für sinnvolle Hilfe.

Du hast Recht… ich verstehe diese Ängste nicht. Wie sollte ich auch, da ich nicht betroffen bin? Niemand kann einen anderen verstehen, das ist meine Sicht. Ich werde nie empfinden können, was sie empfindet.
Ich stehe dazu, daß ich es anstrengend finde. Ich hab einen wirklich harten Job, 4 Kinder ( darunter Zwillinge mit 8 Monaten )… mein Tag ist mehr als ausgefüllt.
Vielleicht wär es anders, wenn sie meine Freundin wäre, mag sein.
Dennoch versuche ich Lösungen zu finden, wenn mein Mann mich um Rat frägt.

Seit ich regelmäßig Patienten in der Psychiatrie besuche,
werde ich mit mir völlig fremden Erkrankungen konfrontiert. Es
braucht mich aber nicht zu „befremden“ denn eines ist immer
sicher, egal wie der Betreffende „drauf ist“, es gibt immer
etwas, was man gemeinsam hat, eine Gemeinsamkeit, auf der man
aufbauen kann. Es macht sozusagen das Fremde egal und es macht
mich unbefangen, es ermöglicht mir einen ganz natürlichen
Umgang und ich denke das der Patient „spürt“ ob ich ihm nahe,
oder eben fremd bin.

Ja kenne ich auch. Ich hab eine Freundin mit Diagnose MPS, der Host ist Borderliner. Wir verstehen uns „natürlich“ gut und ich hatte nie ein befremdliches Gefühl.

Alles ist ein langwährender Prozess, es erfordert Unmengen an
Geduld und es gibt Rückschläge, wenn ich schon geglaubt habe
jetzt ist er so weit…dann doch wieder nicht.

Ja, geht seit Jahren so mit sinkender Tendenz. Soll heißen, immer meht Ängste, immer schwierigere lebenssituation.

Es würde zu lange brauchen, Dir weitere Eindrücke zu
vermitteln.
Mein Wunsch war, ein wenig zu verdeutlichen, dass es nicht mal
eben so getan ist, jemanden zu einer Therapie zu bewegen.
Mir scheint Eines wichtig und das ist die Frage: Wieviel
möchte und kann ich selbst tun? Wo ist die Grenze? Wie weit
kann ich überhaupt etwas tun. Zuerst die eigenen Bedürfnisse
abchecken und die eigenen Grenzen kennen, das wäre das, was
ich vorsichtig gesagt „raten“ würde.

Fragen die sich mir auch immer wieder stellen.
Ich danke Dir für die ausführliche Antwort.

Liebe grüße
lunatics-wife

Hallo…

Sie hat schlicht ANGST vor dem ersten Schritt auf dem Weg zu
einem therapeutischen Gespräch.
Vielleicht könntet ihr sie beim ersten Mal begleiten?
Hat sie erstmal mit einem Psychologen gesprochen, kann sie
selber entscheiden, was dann passieren soll und vor allem
hat sie erstmal jemand zum reden, ganz egal in welche
Richtung das Ganze dann läuft.

LG
d.

Warum ist sie denn immer wieder Thema ? Macht dein Mann sie
ständig zum Thema ? Und wenn ja, warum ?

Mein Mann macht sie zum Thema, weil sie eben eine langjährige
Freundin von ihm ist.

Also möchtest du nicht mit ihr reden, z.B. am Telefon ? Oder
möchtest du diese Diskussionen mit deinem Mann nicht ? Dann
solltest du deinem Mann das sagen.

Ich habe eher wenig direkten kontakt zu ihr. Sie telefoniert
mindestens einmal täglich mit meinem Mann ( er ist tagsüber zu
Hause-im Erziehungsurlaub), abends kommen dann oft ihre
Thematiken zur Sprache.

Will sie denn überhaupt Hilfe ? Bittet sie deinen Mann oder
dich um Hilfe ? Heult sie sich s.B. ständig bei ihm aus ? Oder
ist er (seid ihr) nur der Meinung, diese Frau bräuchte
Hilfe, weil ihr findet, dass ihr Verhalten/Leben nicht
„normal“ ist ?

Ja sie will Hilfe, sie erwartet zum großen Teil Hilfe,
hauptsächlich von meinem Mann, allerdings nimmt sie nur den
Rat an, den sie auch hören möchte. Manchmal auch an „klaren“
Tagen sieht sie selbst, daß SIE was tun muss, ist eben aber am
nächsten Tag wieder erledigt, da andere Dinge vorrangig sind.
Ich urteile sicher nicht über das Verhalten anderer. Jeder so
wie er möchte. Würde sie nicht nach außen gehen, oder würde
sie sich wohl fühlen in ihrer Welt, fände ich das absolut ok.

Wenn du nicht möchtest, dass diese Frau ständig zwischen dir
und deinem Mann Thema ist, dann solltest du deinem Mann das
vielleicht mal klar machen.

Hab ich versucht, bringt nicht viel. Ihm ist´s wichtig und
daher möchte er natürlich gerne erzählen oder eben auch einen
Rat von mir.
Vielleicht findet er auch nicht alles so „prickelnd“, was ich
ihm abends berichte :smile:)
Danke für die Antwort
Liebe Grüße
lunatics-wife

Hallo…

sie war bereits 2-3 mal bei einer therapeutin. angst davor hat sie keine.
allerdings hatte sie wohl die erwartung, daß sie dort eher praktische hilfe bekommt, also GENAUE anweisungen, z.b. wie sie nun geld verdient (d.h. wo sie bilder verkaufen könnte, etc). nachdem das nicht nach ihren vorstellungen lief, ging sie einfach nicht mehr hin.
die therapeutin war dann blöd und sie wollte sich einen anderen suchen. Ist bis dato nicht geschehen.
naja mal schauen, wie´s weitergeht.
liebe grüsse
lunatics-wife

Hallo nochmal…

Warum ist sie denn immer wieder Thema ? Macht dein Mann sie
ständig zum Thema ? Und wenn ja, warum ?

Mein Mann macht sie zum Thema, weil sie eben eine langjährige
Freundin von ihm ist.

Findest du, das ist eine ausreichende Begründung ? Vielleicht macht er sich Sorgen um sie, weil sie eine langjährige Freundin von ihm ist. Aber dass er jeden Tag mit dir über sie reden muss (?).

Ich habe eher wenig direkten kontakt zu ihr. Sie telefoniert
mindestens einmal täglich mit meinem Mann ( er ist tagsüber zu
Hause-im Erziehungsurlaub), abends kommen dann oft ihre
Thematiken zur Sprache.

Hm…nur so eine Idee, also bitte nicht krumm nehmen. Ich weiss von anderen Menschen die zu Hause im Erziehungsurlaub sind, dass ihre Tage nicht grade mit aufregenden Neuigkeiten gefüllt sind. Kann es sein, dass diese Anrufe seiner Freundin quasi die Highlights im Leben deines Mannes sind, also das sonst nicht viel passiert von dem er meint, dass es sich darüber lohnt zu reden ?

Ja sie will Hilfe, sie erwartet zum großen Teil Hilfe,
hauptsächlich von meinem Mann, allerdings nimmt sie nur den
Rat an, den sie auch hören möchte.

Nun, wenn es deinem Mann gefällt, ihr täglich Ratschläge zu geben, die nichts fruchten, dann ist das vielleicht so eine Art Hobby von ihm…nur…warum redet er darüber auch täglich mit dir ?

Wenn du nicht möchtest, dass diese Frau ständig zwischen dir
und deinem Mann Thema ist, dann solltest du deinem Mann das
vielleicht mal klar machen.

Hab ich versucht, bringt nicht viel. Ihm ist´s wichtig und
daher möchte er natürlich gerne erzählen oder eben auch einen
Rat von mir.
Vielleicht findet er auch nicht alles so „prickelnd“, was ich
ihm abends berichte :smile:)

Kann schon sein :smile:
Ich würd mich auch bedanken, wenn ich mir von meinem Partner jeden Abend Stories von irgend einer anderen Frau anhören müsste…dabei bin ich doch gar nicht eifersüchtig :smile:

Gruss
Marion

Hallo zusammen,

ich weiß nicht, ob meine Idee ein Lösungsansatz ist und ich bin auch kein Fachmann. Aber erwähnen möchte ich es trotzdem, weil auch alle anderen Experten noch nicht die ultimative Lösung gefunden haben.

Im Zusammenhang mit der unerkannten Linkshändigkeit meiner Tochter habe ich ein Buch gelesen, das da heißt:

Der Knoten im Gehirn

von Barbara Sattler

Das habe ich fast von vorne bis hinten gelesen und da wird auch von Fällen berichtet, die natürlich nicht sooo extrem sind und auch nicht unbedingt mit den ganzen Zwängen behaftet sind. Aber es gibt eine Menge unerklärlicher Dinge, die durchaus davon kommen könnten. Frau Dr. Sattler schreibt darin, dass man vermutet, dass unendlich viele Menschen, die in einer Therapie landen, eigentlich nur unerkannte oder mal in Schulzeiten umgeschulte Linkshänder sein könnten.

Auf die Idee gebracht hat mich der Hinweis mit dem Malen, das die einzige Sache zu sein scheint, die eure Bekannte konsequent über die ganze Zeit hinweg macht. Gerade die Linkshänder sind sehr kreativ.

Wie auch in anderen Diskussionen schon erwähnt, hier die Seiten für erste Informationen:

http://www.linkshaender-beratung.de

und

http://www.linkshaenderseite.de

(die erste ist die Seite von Frau Sattler).

Viel Erfolg wünscht

Maggie

Also ich versuch’s einmal anders:

Für mich bist Du emotional natürlich längst in den Fall verwickelt - und das erweist sich auch daraus, dass Du hier anfragst und nicht die betroffene Patientin.

Deshalb geht es im Grunde hier um Dich und nicht um jemanden, dem(der) - wie ich lesen konnte - hier eh keiner helfen kann.

So wir das geklärt haben, tut sich ein interessantes Dreieck auf: Dein Mann, Du und diese Frau.
Das von Dir geschilderte Spannungsfeld entwickelt sich aber auf einer Ebene, die mit diesem klassischen Dreiecksdrama scheinbar nichts zu tun hat, Dich aber doch irgendwie „aufreibt“.

Nun ist meine Empfehlung, die beschriebenen, rätselhaften, wechselnden Ängste dieser Frau als eine intelligente Inszenierung auf eine gedachte Bühne zu stellen.

Es ist Generalprobe.
Wer spielt Regisseur?
Wer stellt welche Rolle dar?
Welches Stück wird geprobt?
Du wirst sehen, hier und da ergeben sich innere Widerstände beim Durchdenken, und an manchem Eckchen wird wohl ansatzweise bewusst, welches Drama hier zwischen Euch(!) tatsächlich am Laufen ist.

Dann ein wichtiger Schritt:
Stell Dich selber auf diese gedachte Bühne und spiele das Drama Deines Lebens an. Lass den Regisseur reden oder schreien was er will, sprich Deinen Monolog - genau so, und ohne Kompromisse, wie er Dir selber zusteht.

Na, und dann zieh die Konsequenz.

Was ich hier anrege, ist das Abgehen von der Fixierung auf ein äußeres „Objekt“ innerer Konflikte.

Mag schon sein, dass Dich diese Frau nervt, vielleicht nervt aber deren Eigenschaft, Dich hilflos zu machen, vielleicht auch nervt der Mann, da er offenbar eine starke seelische Bindung an diese Frau entwickelt hat, usw.

Mehr dazu hier nicht.

Alles Gute
Volkmar