Nichts als der ur'trieb'?

Liebe Forumskolleginnen und Forumskollegen!

Immer wieder kommt mir dieses Thema in den Sinn, diese Gegebenheit, Umstände, oder wie man es auch immer nennen mag.

Ist es nicht so, daß wenn wir Kontatk mit anderen Menschen aufnehmen, daß es oft/meist so abläuft (jetzt einmal eine Situation zwischen 2 Menschen, A u. B, „klingt trocken u. unpersönlich, so ist es aber am übersichtlichsten“):

A erzählt etwas, wonach B schon währenddessen alles auch irgendwie bewertet (liegt in unserer Veranlagung), B wartet (meist (ich weiß !!! es ist nicht immer so, aber sehr oft u. gehäuft, darum dieses Posting hier), daher lasse ich das „meist, …“ jetzt automatisch weg) fast nur noch darauf, bis A fertig ist um seine/ihre Interpretation abzugeben. Geht vielleicht kurz auf die Aussage von A ein (zB wenn dieser über Urlaub gesprochen hat), versucht aber auch gleich durch seine Aussage zu zeigen, wie gut es ihm, also B geht, auch wenn er nicht gerade auf Urlaub war oder er versucht zu zeigen, daß auch er weiß, was es dort u. dort für gute Küche gibt …

OK, normal, logisch, Selbsterhaltungstrieb.
Ich hoffe, es ist bei meinem Beispiel rausgekommen, was ich meine.
Dieser Schlagabtausch, wo es doch jedem in Wirklichkeit nur um sich geht, um sein eigenes Wohlbefinden. Ok, auch logisch, klar, lebensnotwendig.

Mir kommt vor, das ist die Hauptstruktur unserer Kommunikation. Es gibt sehr wenige, die „so selbstlos u. vielleicht ist es waise zu nennen, sind, u. nur um des Gegenüber willens zuhört“.

Das soll jetzt bitte nicht bedeuten, ich sei negativ u. alles komme, wie man es selbst sähe u. interpretiert … Ich bin sehr positiv, es geht mir gut, ich habe keine Kriese oder so, ich sehe es, wie ich finde, einfach nur realistisch.

Wie mir hier vor nicht allzu langer Zeit mal jemand schrieb „hat dir jemand versprochen, daß das Leben leicht sein wird“ :wink: nein, das hat nie jemand versprochen! Das stimmt. Genausowenig hat jemand versprochen, daß die Kommunikation nicht nur so abläuft, wie ich sie hier schildere. Im Grunde macht es mir auch Spaß, etwas zu analysieren, … aber irgendwie ist es schon ernüchternd.
Aber vielleicht ja auch nur für mich in dieser Phase, in der ich jetzt bin, da ich diese Erkenntnis bisher nicht wirklich erlangt hatte u. noch „optimistischer“/verblendeter war …

Es scheint so zu sein, daß es neben dem eigenen Egotrip, den viele durchmachen nichts anderes mehr gibt.

Liebe Grüße von
Michaela

Hallo Michaela,
also - ich denke ich weiß was du meinst… warum habe ich mir z.B. deinen Artikel mit Interesse durchgelesen… ich glaube nich, weil ich selbstlos bin und mich dein Leben interessiert… wie auch, ich kenne dich ja nicht. Nein, weil es mir spaß macht, mich in dein Problem… oder was auch immer du schreibst, hineinzudenken um dann anschließend meine „Schlaue“ Meinung dazu abzugeben…
ich denke das ist legitim und so läuft es hier meistens ab…
Das was du beschrieben hast, dass leute nur schein-zuhören um dann doch nur das erzählte zum Vorwand zu nehmen um Eigenes darauf loszuwerden, ist wie ich auch finde, ätzend. Das ist aber keine richtige Kommunikation…
Ich bin so naiv und glaube, dass es noch viel von der ehrlicheren Kommunikationsform gibt… nämlich dass man wirlich Interesse an dem hat, was der Gegenüber einem erzählt, genau zuhört um den anderen besser kennenzulernen und um dann eventuelle Gemeinsamkeiten Festzustellen… ich denke darauf läuft viel hinaus.
Z.B. erzählt er von seinem urlaub… wie schön es auf Majorka, beim Ballerman war… wie nett und offen die Leute, usw… Und dann bist du erstaunt, dass du endlich mal jemanden gefunden hast, der genau das ausspricht, was du auch denkst; „Hey, das finde ich auch… die leute sind echt offen dort… und alles ist lustig… blabla bla“ - Bitte nicht für das Beispiel bestrafen… :smile:
Dahinter steckt viell. etwas das Harmoniebedürfnis… Einklang… und durch Gemeinsamkeiten kommt man dem anderen auch näher… was vielleicht teilweise auch Ziel einer Unterhaltung ist…

Die etwas nüchternere Variante ist vielleicht die, dass Leute sehr aufmerksam ihrem Gesprächspartner zuhören, weil sie mit ihm diskutieren, debattieren wollen… sich also gewissermaßen messen. Wenn das klar ist - doch auch irgendwie legitim…
Z.B. Politiker hören ihren Gegnern meist auch mit ehrlichem Interesse zu… (naja - nicht gerade wenn Kameras beim Wahlkampf auf sie gerichtet sind) um dann ihren Parteifreunden mit ihrer Antwort darauf zu zeigen, was sie doch für einen messerscharfen Verstand haben, wie toll sie sind - und dass sie sich evtl. wohl als Parteicheff eignen können… oder so.

Mir kommt vor, das ist die Hauptstruktur unserer
Kommunikation. Es gibt sehr wenige, die „so selbstlos u.
vielleicht ist es waise zu nennen, sind, u. nur um des
Gegenüber willens zuhört“.

…in der tat - das gibt es wohl sehr selten -und ich schätze dass du das auch nicht gerade möchtest, dass dir jemand wirklich nur deines willens zuhört… also sozusagen aus Mitleid… „Ach… der Michaela hört schon wieder keiner zu - dann übernehme ich das jetzt…“ Das meinst du doch nicht, oder? Es geht doch immer um Interesse… wenn dich jemand nicht interessiert mit dem was er erzählt, dann kehrst du ihm den Rücken zu…
Insofern stimme ich dir zu… bei einer z.B. lockeren party mit vielen Leuten und viel small talk herrscht ein an sich - nüchtern betrachtet- gnadenloser Kampf… hast du nichts zu sagen, hast du nichts zu melden… bist du total verunsichert und dabei nicht gerade sympathisch (wie es bei einigen Frauen der Fall sein kann) dann wirst du stehen gelassen…
Es herrscht Marktkampf… Die Leute die Fit im kommunizieren sind, die haben die zuhörer… die sind die gewinner… auch wenn sie noch so dumm sind… blöde Ansichten haben usw…

…ach… jetzt habe ich etwas viel geschrieben…, aber es macht spaß :smile:
Freue mich über kritisches!

christian

Irgendwie habe ich es anders gemeint
Hallo Christian,

Ich habe es irgendwie anders gemeint. Aus deinem Posting habe ich rausgelesen, du hast verstanden, bei meinem Posting gings mehr oder weniger um Leute die zuhören wollen oder eben nicht u. die die dann zuhören, ev. nur aus „Mitleid“ … (genauer gehe ich unten darauf ein. Auf diesem Stand stehe ich momentan eher nicht.

Es geht mir weit mehr um die Kuriosität, wie ich das im Moment nenne, dessen, daß wir so eigenartig einseitig kommunizieren. Sicherlich läuft geschäftliche Kommunikation wieder anders ab, meist geht es schon um eher private Gespräche.
A sagt gut, B prüft, ob er das auch gut findet, möchte eigentlich schon selbst sprechen während A noch redet, wenn er dann „endlich“ am Zug ist, geht B fast nicht auf A ein, macht entweder das „gut“ von A schlecht oder er möchte A übertreffen.

Ich weiß nicht, schön langsam verwirrt mich das ganze selbst, keine Ahnung, ob hier überhaupt jemand weiß, was ich wirklich meine, wenn ich mir schon schwertue gggggggggggggggg.

Einfach dieses Abwägen ist gemeint, hat A was was ich nicht habe, mache ich es schlecht oder habe noch was besseres … so auf die Art.

Detailantworten auf dein Posting:

Hallo Michaela,
also - ich denke ich weiß was du meinst… warum habe ich mir
z.B. deinen Artikel mit Interesse durchgelesen… ich glaube
nich, weil ich selbstlos bin und mich dein Leben
interessiert… wie auch, ich kenne dich ja nicht. Nein, weil
es mir spaß macht, mich in dein Problem… oder was auch immer
du schreibst, hineinzudenken um dann anschließend meine
„Schlaue“ Meinung dazu abzugeben.

Ja stimmt, ist für mich aber erst der Ansatz des ganzen.

ich denke das ist legitim und so läuft es hier meistens ab…
Das was du beschrieben hast, dass leute nur schein-zuhören um
dann doch nur das erzählte zum Vorwand zu nehmen um Eigenes
darauf loszuwerden, ist wie ich auch finde, ätzend. Das ist
aber keine richtige Kommunikation…
Ich bin so naiv und glaube, dass es noch viel von der
ehrlicheren Kommunikationsform gibt… nämlich dass man wirlich
Interesse an dem hat, was der Gegenüber einem erzählt, genau
zuhört um den anderen besser kennenzulernen und um dann
eventuelle Gemeinsamkeiten Festzustellen… ich denke darauf
läuft viel hinaus.
Z.B. erzählt er von seinem urlaub… wie schön es auf Majorka,
beim Ballerman war… wie nett und offen die Leute, usw… Und
dann bist du erstaunt, dass du endlich mal jemanden gefunden
hast, der genau das ausspricht, was du auch denkst; „Hey, das
finde ich auch… die leute sind echt offen dort… und alles
ist lustig… blabla bla“ - Bitte nicht für das Beispiel
bestrafen… :smile:
Dahinter steckt viell. etwas das Harmoniebedürfnis…

Das ist auch kein Beispiel das in den Raster, den ich „erkannt haben möchte fällt“. Ist ein eher positives „harmloses“ Beispiel in meinen Augen.

Einklang… und durch Gemeinsamkeiten kommt man dem anderen
auch näher… was vielleicht teilweise auch Ziel einer
Unterhaltung ist…

Die etwas nüchternere Variante ist vielleicht die, dass Leute
sehr aufmerksam ihrem Gesprächspartner zuhören, weil sie mit
ihm diskutieren, debattieren wollen… sich also gewissermaßen
messen. Wenn das klar ist - doch auch irgendwie legitim…
Z.B. Politiker hören ihren Gegnern meist auch mit ehrlichem
Interesse zu… (naja - nicht gerade wenn Kameras beim
Wahlkampf auf sie gerichtet sind) um dann ihren Parteifreunden
mit ihrer Antwort darauf zu zeigen, was sie doch für einen
messerscharfen Verstand haben, wie toll sie sind - und dass
sie sich evtl. wohl als Parteicheff eignen können… oder so.

Das ist mir irgendwie zu weit hergeholt. Ist auch ein Beispiel das für mich in Business-Kommunikation fällt, wo alles anders abläuft, weil jeder irgendwie ein echtes Ziel verfolgt, im Vergleich von oft privater „Kaffee-Tassen-Unterhaltung“. Ich habe das auch nicht irgendwie schlecht gemacht, im Gegenteil, wenn eine Kommunikation gut ist in der Hinsicht, daß man echt aufeinander eingeht ohne einen anderen dauernd beeindrucken zu wollen u. mit seinem eigenen Ego zu kämpfen ist das ok.

Mir kommt vor, das ist die Hauptstruktur unserer
Kommunikation. Es gibt sehr wenige, die „so selbstlos u.
vielleicht ist es waise zu nennen, sind, u. nur um des
Gegenüber willens zuhört“.

…in der tat - das gibt es wohl sehr selten -und ich schätze
dass du das auch nicht gerade möchtest, dass dir jemand
wirklich nur deines willens zuhört… also sozusagen aus
Mitleid… „Ach… der Michaela hört schon wieder keiner zu -
dann übernehme ich das jetzt…“ Das meinst du doch nicht,
oder? Es geht doch immer um Interesse… wenn dich jemand nicht
interessiert mit dem was er erzählt, dann kehrst du ihm den
Rücken zu…
Insofern stimme ich dir zu… bei einer z.B. lockeren party mit
vielen Leuten und viel small talk herrscht ein an sich -
nüchtern betrachtet- gnadenloser Kampf… hast du nichts zu
sagen, hast du nichts zu melden… bist du total verunsichert
und dabei nicht gerade sympathisch (wie es bei einigen Frauen
der Fall sein kann) dann wirst du stehen gelassen…
Es herrscht Marktkampf… Die Leute die Fit im kommunizieren
sind, die haben die zuhörer… die sind die gewinner… auch
wenn sie noch so dumm sind… blöde Ansichten haben usw…

…ach… jetzt habe ich etwas viel geschrieben…, aber es macht
spaß :smile:
Freue mich über kritisches!

christian

Hallo Michaela,

hilf mir doch mal ein wenig. Hatten wir nicht letztens erst so ein Thema, wo es darum ging, das mein Eindruck ist, Du orientierst Dich an anderen und hast eine bestimmte Erwartungshaltung?

Den Eindruck hab ich jetzt auch wieder…ja, Du warst das
Du kannst es nur gewesen sein!!

zum Thema: Um jemandem eine halbwegs vernünftige Antwort zu geben, möchte ich zwangsläufig erst mal ZUHÖREN.
ZUHÖREN und VERSTEHEN und dann antworten damit mein Gegenüber auch weiß, das ich sie/ihn RICHTIG verstanden habe.
Ich habe verdammt viele Gesprächspartner, aber eher sehr selten solche Eindrücke bekommen, wie Du sie schilderst.

„Mein Urlaub auf Mallorca war super“ beantworte ich gerne mit „dort ist die Küche ja auch wirklich gut“ um meinem Gesprächspartner zu signalisieren, das ich auch schon mal da war und das ich VERSTEHE. Das ist doch wichtig! Jemand der nur zuhört, sollte mir zumindest durch Gestik, Mimik signalisieren, das er mich versteht.
Darüber hinaus liegt es doch ganz alleine an MIR wie ich ein Gespräch gestalte, wenn ich möchte das mir jemand ausschließlich zuhört, eröffne ich mit den Worten: "Ich hab’ da eine Bitte, möchte mich mal ausquatschen, möchte Dich bitten, dass Du mir einfach nur mal zuhörst… und schon ist die Sache geritzt!!

Ich bestimme, was ich möchte. Ich lass mir doch keinen Salat aufdrängen, der mich nicht interressiert. Soviel zum Egotrip. Ich hol mir was ich haben möchte. Ich mach doch ein faires Angebot, wenn sie/er nicht bereit ist nur zuzuhören, such ich mir eine/n anderen.

Ich kann immer nur das erzählen, was ICH auch erlebe, was mich beschäftigt, vielleicht entsteht deswegen Dein Eindruck:

vielleicht kurz auf die Aussage von A ein (zB wenn dieser über
Urlaub gesprochen hat), versucht aber auch gleich durch seine
Aussage zu zeigen, wie gut es ihm, also B geht, auch wenn er
nicht gerade auf Urlaub war oder er versucht zu zeigen, daß
auch er weiß, was es dort u. dort für gute Küche gibt …

Meine Gesprächspartner interessieren mich, ich frage manchmal nach wie er das denn genau meint, damit ich sicher bin sie/ihn verstanden zu haben.
Zum Egotrip (den ich Dir wirklich wünschen würde):
Mit Menschen die bei mir den Eindruck erwecken, sie wollten nur ihren eigenen Müll bei mir abladen, unterhalte ich mich nicht. Ist doch ganz einfach.
Michaela, es liegt doch an ERSTER STELLE an DIR, wie das Gespräch verläuft und was Du hören möchtest. Bei Dir hab ich den Eindruck, Du lässt mit Dir machen… nicht böse gemeint, aber leider schon wieder.

Es scheint so zu sein, daß es neben dem eigenen Egotrip, den
viele durchmachen nichts anderes mehr gibt.

Ich möchte an Erster Stelle, dass es mir gut geht. Es geht mir nicht gut, wenn ich einseitig Leuten zuhöre die ihre Probleme bei mir abladen und Du wirst es kaum glauben, dass passiert mir noch nichtmal in unzähligen Gesprächen mit Suchtkranken, die ich täglich führe. „Aktives Zuhören“ ist eine zeitlang o.K., wenn ich mich aber nicht voll laden lassen will mit Problemen und immer kleiner werden will, dann ist es mein ganz natürlicher gesunder Egoismus, der mich auch etwas von mir sagen lässt.

Denk doch öfter mal an DICH! Es liegt in Deiner Hand mit wem Du welche Art von Gesprächen führen möchtest!

Liebe Grüße

Frank

Hallo Michaela!

*grins* Ich denke, ich hab verstanden, was Du meinst… Und das neulich auch beobachtet. - Bei einem Stammtisch mit lauter weiblichen Wesen. Eine erzählte vom letzten Urlaub und plötzlich meinten alle, nun dringend auch erzählen zu müssen, wo in welcher fernen Region dieser Erde sie schon waren und wo es auch schön ist, obwohl es der ersten Erzählerin darum gar nicht ging. - und sie vor allem keine Urlaubszielauflistung aller vergangenen Urlaube aller Anwesenden haben wollte…
Und außerdem waren die Ziele irgendwie alle „schneller, höher und weiter“, sprich keiner war an der Nordsee oder im Harz…

Dieser Abend ist mir damals jedenfalls gewaltig auf die Nerven gegangen, weil eben auch niemand dem anderen wirklich zugehört hat, alle haben stattdessen ihre Statements aneinander gereiht…

Aber auf das Warum hab ich nun leider auch keine Antwort…
Trotzdem liebe Grüße
Kari

Hi Kari, Michaela

ist das Warum eigentlich wichtig?
Eine Erklärung für dieses Verhalten habe ich nicht.
Es geht darum, dass es NERVT und ich verstehe nicht, warum sich erwachsene Menschen nerven lassen.
Es hört sich ja fast so an wie in den primitivsten Nachbar- Otto-Geschichten. Hat der einen neuen Gartenzaun, muss sein Nachbar einen noch schöneren, besseren haben. In Ihren Erzählungen schummeln sie vielleicht noch das ein oder andere dazu. Protz und Angeberei!! Aber die entscheidende „WARUM-Frage“ ist für mich:
Warum hören wir uns das an??
Wer würde schon Geschichten erzählen die KEINER hören will??
Wenn alle ihr Interresse signalisieren und das muss wohl so geschehen sein, dann entsteht so ein von Kari geschilderter Nerv-abend. Ich glaube wir sind alt genug um zu sagen, was uns gefällt und was nicht.

Liebe Grüße

Frank

Frank

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Hi Frank,

es muß nicht immer um einen Abend gehen oder stundenlange Zuhörerei.

Manchmal passiert sowas in einer „sechstel-Minute“.

Liebe Grüße,
gut´ Nacht
Michaela

Frank, das finde ich völlig richtig was du schreibst !
Ich habe es gerne gelesen.

Ich möchte noch einen eher unbedeutenderen Gedanken anfügen, weil ich Michaelas Empfinden vielleicht bei mir in mancher Weise widerfinden kann…

Es scheint so zu sein, daß es neben dem eigenen Egotrip, den
viele durchmachen nichts anderes mehr gibt.

Denk doch öfter mal an DICH! Es liegt in Deiner Hand mit wem
Du welche Art von Gesprächen führen möchtest!

Ganau !

Bestimmte „Gute“ Menschen, sagen wir mal Leute die mit viel Feingefühl, Rücksicht und Hilfbereitschaft ausgestatet sind … wünschen sich (jetzt mal insgeheim) eine „gute“ Welt.
Sie sind vielleicht so aufgewachsen.

Den anderen aufzufordern auch mal ernsthaft nur zuzuhören brächte nur äußerlich, kurzfristig das gewünschte Ergebnis, wenn er dann den Wunsch erfüllt.

Ich denke auch, ähnlich wie Michaela, das dies was Michaela beschrieben hat (Urlaubserzählung), häufig so vorkommt, wie Michaela es beschrieben hat, aber mindestens ebenso häufig wie Du Frank es sehr klar beschrieben hast.

Bye Seb

Irgendwie ist es für mich aber schon so, daß es für Frank immer nur SCHWARZ oder WEISS gibt, NIX DAZWISCHEN!

Natürlich kann ich den Leuten verklickern, welche Gespräche ich will u. welche nicht (die Frage ist nur, soll/kann man bei jedem was einem nicht paßt sagen „laß mich in Ruhe mit dem“, ok, wenn es einem mit einem Gespräch ganz mies geht, sicher, aber nicht immer, D A S G E H T E I N F A C H N I C H T, wenn man nicht irgendwann mal alleine auf dieser Welt dastehen will, als Ekel, der alle vergrault, weil auch immer nur auf SICH hören ist auch ein Egotrip.
Bitte, Leute sagt mir jetzt nicht, dooooch, das geht, locker auch noch … WIE frage ich dann, WIE, ich habe viele Bekannte, auch einige Freunde, aber ich kann mir bei jedem vorstellen, wenn ich allen mit dem „Hintern ins Gesicht fahre, wann es mir paßt“, dann werden „net viel übrigbleiben“.
Eure Antwort: „macht nichts, hauptsache einen guten Freund als 100 schlechte …“. Da sage ich wieder, nein, es ist dezidiert nicht so einfach. Oder Sebastian, sagst du auch immer, wenn dir was nicht paßt (Frank frage ich nicht, denn er macht das ja immer, seiner Aussage nach), zB bei deinem Posting weiter oben, da hättest du doch einfach gleich beim Treffen sagen können „warum bist du denn mit, ich wollte mit X alleine gehen …“ selbst wenn du es angedeutet hast, wirklich direkt wirst du es ihm nicht ins Gesicht geknallt haben. Und ich bin mir sicher, es gibt sehr viele Leute die das nicht schnallen, wenn man es ihnen nicht direkt ohne Ausschmückung sagt.
UND ob da deine Schulfreundin begeistert gewesen wäre?! Sie wäre vermutlich mit ihrem Freund von Dannen gezogen u. hätte sich überlegt sich so schnell noch einmal mit dir zu treffen.

Sicher habe ich viel zu lernen, wer nicht, ich danke auch Frank für seine Ausdauer, ich habe sicher einiges gelernt, nur wie gesagt, so leicht ist es nicht. Aber vielleicht liegt das Problem darin, daß ich meine Postings, speziell das erste, immer zu ungeschickt formuliere. Tja, ich weiß nicht.

Es ging mir um die Struktur u. die ICH-Bezogenheit von Menschen (jetzt egal, ob Mallorca, Ballermann … „Schnurz“), der Kommunikationsstil der sich oft innerhalb von Sekunden ergibt; sicherlich kann ich danach auch noch was sagen.
Aber was? "Toll, daß du meinen einwöchigen Urlaub vor Weihnachten niedermachst u. mir überschwenglich von deinem Thailand-Aufenthalt erzählst? …).

LG
M

Hallo Michaela,

mir ist klar, dass ich mich nicht sonderlich beliebt bei Dir mache.Trotzdem noch ein paar Anmerkungen.

Irgendwie ist es für mich aber schon so, daß es für Frank
immer nur SCHWARZ oder WEISS gibt, NIX DAZWISCHEN!

Es ist oft so, Dein Eindruck ist richtig. Ich sorge auch dafür, dass ich ganz klare Grenzen setze. Das hat was mit meinem ganz persönlichen Leben zu tun. Für mich ist wichtig, dass es nicht viel „dazwischen“ gibt. „Dazwischen“ führt zu Verwirrrung und Verirrung. Klare Positionen zu beziehen vereinfacht mein Leben. Ich blicke besser durch und bin besser zu verstehen. Es ist einfach nur einfach.

Natürlich kann ich den Leuten verklickern, welche Gespräche
ich will u. welche nicht (die Frage ist nur, soll/kann man bei
jedem was einem nicht paßt sagen „laß mich in Ruhe mit dem“,
ok, wenn es einem mit einem Gespräch ganz mies geht, sicher,
aber nicht immer, D A S G E H T E I N F A C H N I C H
T, wenn man nicht irgendwann mal alleine auf dieser Welt
dastehen will, als Ekel, der alle vergrault, weil auch immer
nur auf SICH hören ist auch ein Egotrip.

Auch wenn Du es nicht glaubst, aber ich kann Dich sehr gut verstehen und ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Ich antworte auf Deine Postings auch nicht, weil ich Dich ärgern möchte, sondern weil ich Dich verstehe. Das Du es als einen Angriff auf Dich empfindest, kann ich ebenso gut nachvollziehen.
Warum?? Weil ich selbst so drauf war. Ich erkenne bei Dir vieles was ich früher auch einmal hatte. Heute lebe ich anders: zufriedener und glücklicher, weil ich MEIN Leben lebe und nicht nach den Erwartungen anderer.
Dazu gehört für mich zu sagen, was mir passt und was nicht.

Du hast in einem weiteren Punkt auch sicherlich recht: Dadurch, dass ich ehrlich meine Meinung sage und was ich denke, habe ich nicht nur viele vor den Kopf gestoßen, sondern auch einige zu meinen Feinden gemacht. NEIN sagen ist unbeliebt, man wirft mir Arroganz und sogar Herzlosigkeit vor, der"geht über Leichen" hab ich auch schon gehört. Dabei bin ich nur ehrlich. Ich bin so, steh dazu und fertig. Wer nicht klar kommt, der muss ja nicht mit mir.

Und jetzt das Wichtige: Die Freunde, die ich habe, die schätzen diese Art an mir. Es gibt Situationen da sage ich einem Freund: Hör auf mit der Dummschwätzerei und er ist dankbar, dass ich ihn darauf hingewiesen habe. Ich erwarte das auch bei mir, dass man mir sowas sagt. Das ist ehrlich und hilfreich. Definitiv nicht hilfreich, und zwar für niemanden ist: Einer schwätzt Unsinn und alle hören geduldig zu. Daran ist so ziemlich alles „falsch“ (verlogen)
Ich habe mich für ein ehrliches Leben entschieden.
Durch dieses Verhalten bin ich nicht einsam geworden, sondern jede Freundschaft unter solchen Bedingungen hat einen ganz besonderen „Wert“ und dann kommt tatsächlich das, was Du nicht hören möchtest: Diese eine „ehrliche“ ist mehr Wert, als 100 „falsche“

Eure Antwort: „macht nichts, hauptsache einen guten Freund als
100 schlechte …“. Da sage ich wieder, nein, es ist

Du wirst nicht einsam, sondern genau das Gegenteil ist der Fall:
Ich empfinde es als eine BEREICHERUNG!

Sicher habe ich viel zu lernen, wer nicht, ich danke auch
Frank für seine Ausdauer, ich habe sicher einiges gelernt, nur
wie gesagt, so leicht ist es nicht. Aber vielleicht liegt das
Problem darin, daß ich meine Postings, speziell das erste,
immer zu ungeschickt formuliere. Tja, ich weiß nicht.

Du darfst lernen, was Du lernen möchtest. Deine Postings, auch speziell das Erste, war für mich verständlich und ich habe auch nicht den Eindruck, dass es ungeschickt formuliert war.
Für mich machen diese Aussagen aber Deine Unsicherheit deutlich.
Unsicherheit entsteht durch ein Leben „dazwischen“
Sicherheit bekomme ich durch klare Grenzen- Das mach ich- das nicht- fertig.

Ich bin weder Dein Feind, noch ein Besserwisser, ich verstehe Dein Verhalten. Es hat sehr viel mit Angst vor Verletzungen zu tun. Du möchtest andere Menschen „nicht vor den Kopf stoßen“, nicht weh tun. Darüber hinaus befürchtest Du irgendwann ganz alleine dazustehen, nicht nur die Angst andere zu verletzen, sondern auch selbst verletzt zu werden. Glaubst Du wirklich ich würde denken, dass es einfach ist da raus zu kommen??
Für mich war es sehr schwer, aber einmal geschafft, ist es von ungeheurem Wert.
Zur Ehrlichkeit gehört auch, manchmal anderen weh zu tun. Es macht mir keinen Spaß. Wenn der Schmerz (der ja auf beiden Seiten vorhanden ist) aber verflogen ist, dann ist es manchmal wie ein „reinigendes Gewitter“: Du siehst klarer und der Gewinn, der dadurch entsteht ist soviiiiiieeeeeel Wert!!
Weil ich Dich verstehe und weil ich Dir vermitteln möchte, dass es viel schöner ist SO zu leben, nur darum schreibe ich Dir, nicht weil ich Dein Feind bin, oder Dich ärgern möchte.

Liebe Grüße

Frank

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Hallo Frank,

ich sehe dich nicht als meinen Feind, auch nicht als jemanden der mich ärgern möchte.

Wie geschrieben, ich habe mir einiges abschauen können, tlw. andere Blickwinkel kennengelernt.

Aber wer bitte sagt, und daß habe ich schon mehrmals geschrieben, aber ich glaube (nachlesen tue ich jetzt ehrlich gesagt nicht), du hast meist nicht auf diese meine Antworten geantwortet, WER bitteschön sagt, daß DEINE Art zu leben, die richtige für MICH ist. WER BITTE?! DU!!!

Ich möchte dich bitten, MICH das entscheiden zu lassen.

Wenn du es siehst, daß ich nach den Erwartungen anderer lebe, ok. Für mich ist das kein Problem. Du kannst dir denken, was du willst.

Ich wollte durch das Posting mit anderen Leuten über das darin enthaltene Thema reden, du fokussierst dich auf MICH, du wirst mir schön langsam zu persönlich.

Für mich gibt es nicht nur puren Sonnenschein und Nacht, für mich gibt es auch Morgendämmerung und Abenddämmerung und nicht nur Tag und Nacht, für mich gibt es nicht nur Schwarz und Weiß, auch Grau, Grün, Blau, Rot, Rosa, Türkis, Braun, Beige …, ja u. so bin ICH und das gefällt mir.

Du möchtest mir klarmachen, daß du da auch „drin“ warst, wo ich jetzt drin bin, daß es schwer ist, da rauszukommen etc., meinst du nicht, daß du versuchen solltest, nicht alle zu deiner Lebensform bekehren zu wollen. Vermutlich liegt der Schlüssel darin, daß du einfach so überzeugt bist, daß du NATÜRLICH alle dazu bekehren möchtest, was „gut“ ist, soll verbreitet werden. Ok, aber bitte akzeptiere, es gibt nicht nur DEINE Art zu Leben.

Woher möchtest du denn wissen, ob mein Leben schön ist oder nicht, bzw. weniger schön als deines. Ich bin mir sicher, daß du daß in keinster Weise objektiv beurteilen kannst. Erstens kann man sowas vermutlich gar nicht objektiv beurteilen, jeder nur subjektiv, alleine deshalb, da du nicht in meiner Haut steckst.

-)

Alles Liebe von
Michaela