Panik am Sessellift

Hallo, ich such heute Rat bei Euch weil der nächste Skiurlaub naht mit großen Schritten.

Ich fahre sehr gern Ski, aber nur wenn es Schlepplifte gibt, auf Sesselliften bekomme ich eine Panikattacke. Sobald der Abstand zum Boden höher wird und unten kein Netz ist werde ich panisch: ich habeAngst die Kontrolle über mich zu verlieren und fürchte, daß ich den Liftbügel aufmache und runterspringe.
Klingt saublöd, gelt? Ich bin sonst ganz normal, also keinerlei sonstige Spinnereien oder so :wink:, aber in solch einer Situation macht es „klick“ und mir wird schwindlig und ich muß mich stark ablenken - das ist aber nicht so einfach weil ich ja ständig die fürchterliche Höhe vor mir habe und mit geschlossenen Augen kann ich gar nicht Lift fahren.

Habt Ihr eine Idee was ich tun kann damit der nächste Skiurlaub nicht zum seelischen Streß wird?
liebe Grüße
Majo

ich auch
Hallo Majo, mir geht es genau so. Vor allem, wenn der Sessellift am Anfahren ist und eventuell noch hin und her schwingt. Schrecklich. Ich halte mich dann immer an der dicken Stange fest, an der der Sesselift aufgehängt ist. Es hilft auch enorm, wenn jemand mitfährt, mit dem unterhalte ich mich dann und mache auch gar keinen Hehl aus meiner Angst. Auch wenn es jemand fremdes ist, der neben mir sitzt. Schon das Reden an sich hilft sehr!

Viele Grüsse
Anna

Hi Majo,

im Skiurlaub war ich noch nie, aber ich leide unter ziemlicher Flugangst. Aber da die ganze Familie sozusagen unter mir leiden müsste, fliegen wir dennoch jedes Jahr in den Urlaub.

Mir hat immer sehr geholfen, dass ich den Tag ruhig angegangen bin, ohne Kaffee oder ähnliche „Aufputscher“, ausgeschlafen, also der „Gefahr“ in entspannter Stimmung entgegensehen konnte. Wenn ich dann soweit war, dass die Anspannung/Angst in mir aufsteigt, habe ich bestimmte Atemübungen eintrainiert, die tatsächlich etwas helfen (sehr tief und lange durch die Nase einatmen, schnell und im Stoß durch den Mund ausatmen). In Gedanken formuliere ich dabei immer das Wort „RUHE“, und zwar bis ins Kleinste. Ich stelle mir genau jeden einzelnen Buchstaben vor, male ihn förmlich mit den Augen nach… Der nächste und ganz wichtige Punkt ist, während der „Gefahr“ bewusst die Muskeln nicht anzuspannen, vor allem die Beine verkrampfen sich nämlich automatisch bei Panikattacken. Du wirst merken, dass die Angst viel weniger wird, wenn Du Deinen Körper auf diese Art gezielt zu entspannen suchst.

Und ehe Du Dich nun wieder auf die Angst vor der Angst konzentrieren kannst, ist das Drama auch schon vorbei.

Das habe ich in der Theorie zu so einem Flugangsttraining gelernt. Auch, dass man sich der vermeintlich gefährlichen Situation immer wieder und ganz bewusst stellen sollte. So lernt das Gehirn mit der Zeit, dass es sich hier um gar keine Fluchtsituation handelt.

Die (übrigens erworbene) Angst wirst Du nie wieder ganz los werden, aber in den Griff bekommen kann man sie. Ich drück Dir dafür die Daumen!!!

Viele Grüße
Jana

Hallo,

es klingt für mich gar nicht saublöd- auf einem Sessel durch die Lüfte zu schweben, ist garantiert nicht jedermanns Sache.

Auch ich habe lange Zeit unter Angst- und Panikattacken gelitten. Dinge die für andere Menschen ganz normal sind, waren für mich nahezu unmöglich. Straßenbahnfahren in einer vollbesetzten Bahn- ein Horrortrip. Ich habe immer gedacht, was für andere möglich ist, musst Du doch auch gebacken kriegen. So habe ich es immerwieder versucht den Höllentrip DURCHZUSTEHEN. Gezittert, geschwitzt bis zur Übelkeit.

Von vielen Angstpatienten, mit denen ich später in Kontakt kam, hörte ich ähnliches. Sie waren alle darauf bedacht die schwierige Situation zu meistern, durchzustehen, oder zu BEWÄlTIGEN. Das alles ist sehr anstrengend. Natürlich gibt es Hilfsmöglichkeiten, wie ja auch hier schon geschrieben wurde, Atemübungen, Seminare, Trainingsprogramme. Dennoch hat diese Angst ja auch eine Ursache und die Frage nach der Ursache verdrängen wir nur allzu gerne. (Siehe auch Posting Einschlafschwierigkeitn) Es ist immer das selbe Spiel.

Ich habe mich irgendwann für den ganz simplen Weg entschieden und mir gesagt, ich bin doch nicht verrückt und tu mir jedesmal den Höllentrip an. Ich geh zu Fuß. Ende der Qual. Müssen wir Sessellift fahren, müssen wir unbedingt Fliegen, müssen wir auf Teufel komm raus Dinge tun, die uns nicht gut tun?
Es gibt doch fast immer eine Alternative. Straßenbahfahren war nicht gut - Autofahren vollkommen o.k. Skifahren mit Schlepplift ist doch auch in Ordnung, warum also muss es der Sessellift sein?
Weil wir nicht dumm aussehen wollen vor den anderen- weil ich doch auch das können muss, was andere können??

Nach dem ich lange Zeit nicht mehr Bahn gefahren war, erhielt ich die Nachricht, dass es einem sehr guten Freund nicht gut geht. Ich sollte doch bitte sofort kommen- auf dem schnellsten Weg. Der schnellste Weg war die Bahn. Ich habe nicht nachgedacht.- Nur an den Freund. Mir war gar nicht bewußt das ich die Bahn genutzt habe. Das eigentliche Problem wurde „überlagert“ von etwas anderem- hier die Sorge um den Freund- Mir wurde später bewußt, dass es ja doch geht, mit dem Bahnfahren- was ich sagen will ist- manchmal regeln sich die Dinge von ganz alleine. Wenn ich mich jedoch so sehr darauf konzentriere, etwas unter allen Umständen auf die Reihe zu kriegen, dann habe ich Schwierigkeiten. Meine Botschaft: Warum nicht ein wenig mehr Gelassenheit- warum nicht der Schlepplift??

Bei mir wurde später eine Therapie notwendig, weil ich in vielen Lebensbereichen Schwierigkeiten bekam. Ich denke aber, dass es nicht immer gleich einer Therapie bedarf- wie gesagt, manches regelt sich ganz von selbst, wenn wir den Dingen nicht mehr so große Bedeutung und Aufmerksamkeit schenken.

LG

Frank

Hallo Jana,

Es gibt zahlreiche Ansätze, um ein Gefühl der übermächtigen Angst unter Kontrolle zu bringen. Du hast eine Möglichkeit für Dich gefunden, mit Deiner Flugangst klar zu kommen.
Möchte dennoch ein paar Infos beisteuern, damit nicht der Eindruck entsteht, was für Dich, oder mich gut war, kann auch Majo nicht schaden.

Mediziner versuchen oft die Angst durch Psychopharmaka zu lindern, Verhaltenstherapeuten bemühen sich darum, die Automatismen der Angstentwicklung zu unterbrechen und sie der eigenen willentlichen Kontrolle zu unterwerfen. Psychodynamische Therapien unternehmen den Versuch, das was Angst auslöst, als bisher ungelebte Möglichkeit zu verstehen und integrieren zu lernen. Dabei ist es wichtig festzustellen, was die Angst auslöst (vielschichtige Ängste). Die verschiedenen Bewältigungsmechanismen, die unterschiedliche Menschen wählen, um mit dieser Angst umzugehen (Verleugnung von Gefahr, Verleugnung, Verdrängung etc.) sind auch ausschlaggebend für die Wahl der Angstbewältigungsstrategie.

Aus verhaltenstherapeutischer Sicht gibt es zwei Hauptstrategien, um die Angststörung zu behandeln:

Systematische Desensibilisierung: Beginnt mit der geringsten Angststufe und dann langsam steigernd. Hier muss sich der Patient bei dem Angstbewältigungsversuch in einem entspannten Zustand befinden, der größer ist als die zu erwartende Angst

Reizüberflutung: bewusstes hervorrufen einer Angstsituation (Intensität: 100%) und solange in der Situation verweilen, bis die körperlichen Symptome abklingen

Letzteres (verweilen in der Situation), oder wie auch schon in meiner Antwort an Majo zu lesen- DURCHSTEHEN, AUSHALTEN, halte ich im alltäglichen Leben für sehr gefährlich (Im Selbstversuch), solange nicht geklärt ist, was es genau mit der Angst auf sich hat.
Das sollte schon ein Fachmann (Arzt) diagnostizieren.

So gesehen halte ich es persönlich auch nicht für gut, „Etwas in den Griff“ zu kriegen. (nicht persönlich gegen Dich- bin da etwas allergisch, bei der Formulierung)

Es gibt sehr viele verschiedene Formen der Angst und daher auch die verschiedensten Behandlungsmöglichkeiten, daher ist in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten wichtig, die angstauslösenden Situationen und Katastrophengedanken genau kennenzulernen.
Hierzu ist die Selbstbeobachtung des Patienten (z.B. in Form eines Tagebuches) sehr wichtig.

LG

Frank

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Frage zu der Thematik
Hallo Frank,

Deine Antwort klingt für mich sehr gut. Zwar evtl. mit Umwegen verbunden, aber praktikabel.

Mich würde jetzt einfach mal Deine Meinung interessieren, da ich Panik vor Wespen, Bienen, Hornissen, Hummeln… usw. habe. Ich freu mich mittlerweile schon gar nicht mehr auf den Sommer, weil die Viecher halt immer und überall sind. Ich schlag auch nicht um mich, wenn z.B. Wespen um mich rumschwirren, aber ich fange teilweise schon das heulen an, verlasse meinen Platz und versuche, relativ ruhig, also nicht rennend irgendwo in einen geschlossenen Raum zu kommen. Alle Leute um mich rum, werden von mir anfangs angefleht, wenn sie mir meine Angst dann nicht glauben, angeschrien, die Viecher von mir zu halten.

Hättest Du evtl. auch nen Tip, wie man damit zurecht kommen kann? Ich will den Sommer endlich mal wieder im Freien geniessen.

Danke und viele Grüße
alexa

Hallo Majo,

da Du schreibst, dass Dir schwindelig wird, sobald Du den Boden unter den Füßen verlierst - lass doch bitte mal durch einen Arzt abklären, wie es mit Deinem Gleichgewichtssinn steht.

Mit Höhen aller Ausprägungen habe ich keinerlei Probleme, aber mit allem, was sich unter mir bewegt; sprich: ich werde seekrank. Das hat psychologisch zwar eine Auswirkung, der Grund ist aber organisch, das heißt mein Gleichgewichtssinn spielt verrückt, sobald mich zu viele Bewegungsreize widersprüchlicher Richtung erreichen.

Natürlich muss das bei Dir nicht der Fall sein, wenn, solltest Du es aber unbedingt wissen.

viele Grüße
Angelika

Hallo Alexa,

leider habe ich keinen Tipp. Es geht mir nämlich ganz genau so.
Ich war in Griechenland, letzten Sommer und die Mahlzeiten werden überwiegend draußen eingenommen. Drei Mal am Tag mindestens Dauerstress. In einem Maaße, dass mir vor Wut die Tränen kamen. Die Reaktion der anderen am Tisch: schallendes Gelächter. Auch ich schlage nicht, bin ruhig…
Und die Geschichte mit weniger Beachtung und Aufmerksamkeit funktioniert hier nicht, weil die Mistviecher ja immer gegenwärtig sind. Essen muss ich ja und abhauen nutzt wenig, weil die Monstertiere einen verfolgen!
Ich kann in dem Fall auch keine Gelassenheit üben, wie ich sie vielleicht sonst an den Tag lege. Ich hab einfach Angst gestochen zu werden.
Der Einzige Trost der mir bleibt ist: Was wäre, wenn ich diese Angst nicht hätte??
Ich würde lachend in die Kreissäge springen.
Angst ist ja auch ein lebensbegleitendes Grundgefühl der Menschen und dient in diesem Falle, als Warnung.
So sehe ich es.

Vielleich hat ja ein Experte einen Tipp für uns?

LG

Frank

Hi Frank,

Mediziner versuchen oft die Angst durch Psychopharmaka zu
lindern,

Hatte ich auch mal versucht (es war schrecklich)…

Verhaltenstherapeuten bemühen sich darum, die
Automatismen der Angstentwicklung zu unterbrechen und sie der
eigenen willentlichen Kontrolle zu unterwerfen.

Für mich immer ein Buch mit 7 Siegeln gewesen…

Psychodynamische Therapien unternehmen den Versuch, das was
Angst auslöst, als bisher ungelebte Möglichkeit zu verstehen
und integrieren zu lernen. Dabei ist es wichtig
festzustellen, was die Angst auslöst (vielschichtige Ängste).

Das musst Du mir mal näher erklären. Hab ich so noch gar nichts von gehört.

Die verschiedenen Bewältigungsmechanismen, die
unterschiedliche Menschen wählen, um mit dieser Angst
umzugehen (Verleugnung von Gefahr, Verleugnung, Verdrängung
etc.) sind auch ausschlaggebend für die Wahl der
Angstbewältigungsstrategie.

Die Verleugnung einer Gefahr halte ich persönlich für ziemlich gefährlich. Ich glaube auch nicht, dass das Sinn der Sache sein kann. Denn an und für sich ist ja das Signal des Gehirns nicht falsch, sondern nur überspitzt, unangemessen der Gefahrensituation.

Das sollte schon ein Fachmann (Arzt) diagnostizieren.

Da habe ich eine gewisse Odyssee hinter mir :frowning:

So gesehen halte ich es persönlich auch nicht für gut, „Etwas
in den Griff“ zu kriegen. (nicht persönlich gegen Dich- bin da
etwas allergisch, bei der Formulierung)

Mit Etwas-in-den-Griff-Bekommen meinte ich jedenfalls nicht Etwas-unbedingt-Unterdrücken. Sondern vielmehr eine Art von Steuermöglichkeit.

Es gibt sehr viele verschiedene Formen der Angst und daher
auch die verschiedensten Behandlungsmöglichkeiten, daher ist
in Zusammenarbeit mit dem Therapeuten wichtig, die
angstauslösenden Situationen und Katastrophengedanken genau
kennenzulernen.

Da hast Du wohl recht.

Viele Grüße
Jana

Guten Morgen Frank,

es beruhigt mich zumindest schon mal, dass es auch andere Menschen außer mir mit dem Problem gibt - ich kam mir echt schon richtig blöd vor. Ich kenne die Reaktion der anderem am Tisch nur zu gut, entweder auch schallendes Gelächter oder aber totales Genervtsein über meine „Spinnerei wegen so kleinen Viechern“. Erst wenn ich dann richtig heftig sauer werde, da kapieren die anderen dann so langsam, dass es ein sehr ernsthaftes Problem für mich ist.

Ich will mich halt nur nicht mit dem Gedanken anfreunden, keinen Sommer mehr richtig geniessen zu können, nicht relaxt Baden zu gehen oder im Biergarten zu sitzen. Da muss doch was möglich sein, hoffe ich.

Danke Dir für Deine Antwort, ich hoffe auch, dass sich vielleicht ein Experte zu dem Thema äußert… .

Liebe Grüße
alexa

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Hallo Alexa,

Da Du nun bei mir einige Urlaubserinnerungen geweckt hast, fiel mir noch eine Geschichte aus dem letzten Sommer in GR ein.

Ich habe eine Bekannte mitgenommen, die das Erste Mal in GR war.
Von Ihrem Wesen eine Person, die einen etwas unbeholfenen, allgemein unsicheren Eindruck auf mich macht. Sie ist sehr genau, bemüht sich ständig immer alles richtig zu machen, 100% eben und sie ist ein wenig, was man hier so etepetete nennt.
Sehr bedacht auf gute Manieren, Sauberkeit…

Nun gibt es dort viele Stechtiere, darunter auch seltene Exemplare, die mir völlig unbekannt sind, von denen man aber weiß, dass sie sehr schmerzhaft zustechen können. Die Wahrscheinlichkeit, von einem fliegenden Elefanten gebissen zu werden ist allerdings größer, als das so ein Vieh zusticht. Sie hat es geschafft und zwar zweimal innerhalb einer Woche und es war richtig übel, mit Schwellung und tagelangen Schmerzen. Sie ist der Typ von Mensch, bei dem der Dachziegel fällt, der jahrelang unbeweglich verankert war. Der Ziegel fällt, wenn sie ausnahmsweise einmal in ihrem Leben unter ihm herläuft.
Pechvogel??
Nein, ich glaube nicht.
Wenn ich fest daran glaube, dass mich garantiert so ein Vieh beißt, oder der Ziegel trifft, dann passiert das auch.
Wenn ich so unsicher bin, dann werde ich durch mein Verhalten „Mißgeschicke“ produzieren. Passieren mir ständig solche Unglücke, wäre zu überlegen, ob ich mein Verhalten nicht doch einmal gründlich hinterfragen sollte.

Bei uns Beiden habe ich eher den Eindruck der gesunden Vorsicht,-:smile: mit einem völlig „normalen“ Verhalten. Ich jedenfalls finde es unnatürlich, wenn so ein Vieh auf Deiner Nasenspitze sitzt und Du vor lauter Coolness regungslos sitzenbleibst und zum Besten gibst: „Die tun gar nichts, die Wespen“!

-)

LG

Frank

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Experte zwar nicht, nur einer von den Gelassenen
Hallo Alexa & Frank,

reagiert Ihr auf Biene-, Wespenstiche denn heftig, z.B. allergisch? Bzw. seid Ihr schon mal gestochen worden? Würde für mich z.B. eine solch starke Reaktion erklären…

Ich habe keine Angst vor Wespen/Bienen etc. - mir wurde erklärt, je heftiger man bei Anflug reagieren würde (nervös um sich schlagen etc.), desto aggressiver würden die Tierchen sich verhalten. Grund genug, ruhig zu bleiben…

Das klingt zwar ziemlich rational, aber scheinbar funktionierts.

Ungestochen im Sommer Zwetschgenkuchend im Freien essend
Diana

Hallo Jana,

Psychodynamische Therapien unternehmen den Versuch, das was
Angst auslöst, als bisher ungelebte Möglichkeit zu verstehen
und integrieren zu lernen. Dabei ist es wichtig
festzustellen, was die Angst auslöst (vielschichtige Ängste).

Das musst Du mir mal näher erklären. Hab ich so noch gar
nichts von gehört.

Ich möchte mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

Ich war lediglich Patient, bin kein Experte und kann nur das berichten, was ich selbst erlebt habe, oder bei anderen Patienten beobachtet habe. Ich möchte da eher vorsichtig sein, bei mir entsteht auch manchmal der Eindruck, dass wir unwissentlich mit Worten wie „Panik“ um uns werfen und damit unterschiedliches meinen. Aus med. Sicht müssen sicherlich bestimmte Kriterien erfüllt werden, bevor man von einer Panik sprechen kann. Es gibt da meines Wissens mind. 4 Kriterien, die auch dauerhaft erfüllt werden müssen, ob das im Sesselliftfall so ist, kann ich nicht beurteilen.

Also, kann nur von mir sprechen. Ich habe jahrelang Angst gehabt, ohne zu wissen wovor. Es gab unterschiedliche Situationen in denen ich Angst bekam. Ein Tagebuch hat mir geholfen, es genau definieren zu können. Bei meiner Therapie konnte ich erleben, dass ein Ansatz sein kann, die Angst zu „tolerieren“, sie als etwas natürliches „anzunehmen“ und in mein Leben zu integrieren.
Wir sollten aber wirklich vorsichtig sein.
Es gibt so viele unterschiedliche Angsterkrankungen und oft gibt es noch eine Grunderkrankung, die für die Angst verantwortlich sein kann. Es muss daher geklärt werden, was Angst auslöst, welche Grunderkrankung vorliegt (sekundäres Angstsyndrom)
Dann muss die Grunderkrankung und das Angstsyndrom behandelt werden…
Liebe Jana, dass solltest Du Dir lieber von einem wirklichen Experten erklären lassen (OLiver?)

LG

Frank

Hi Alexa,

kann das vielleicht einfach selektive Wahrnehmung sein? Nach (vielleicht unvollständigen) Beobachtungen in meinem Garten gehen

  • Bienen und Hummeln nur an Blüten,
  • Hornissen an Sträucher und Bäume,
  • Wespen an alles Essbare, wobei sie faules Obst und tote Kleintiere bevorzugen.

Im letzten Sommer hatten wir ein Hornissennest im Gartenhaus. Um meine Neugier zu befriedigen, habe ich mich auf einer Leiter dem Nest auf ca 30 cm genähert (ich bin kurzsichtig). Die Hornissen haben völlig ungerührt ihre Starts und Landungen vollzogen, manchmal so knapp, dass sie meine Haare gestreift haben. Die haben mich schlicht ignoriert! Als das Nest im Spätherbst verlassen war, habe ich mir das genauer angesehen, es könnten so an die 100 - 150 Tiere gewesen sein.

Wenn im Freien gegessen wird (das mag ich eigentlich nicht, weil die Butter schmilzt und die Wurst grau wird), dann decke ich die Tasse zu und trinke mit ganz spitzem Schnabel, weil ich durchaus Angst davor habe, so ein Tierchen in den Mund zu bekommen. Solange Du aber nicht nach den Tieren schlägt, wird Dich niemals eines angreifen.

Übrigens: Mein Bammel ist verflogen, als einmal eine Hummel auf meinem Arm gelandet ist und ich vor Schreck nicht wusste, was zu tun sei. Da saß das Vieh nun und sonnte sich - hab ich halt mitgespielt.

Das hilft Dir nun wahrscheinlich alles nicht sehr. Versuche dennoch, bei der nächsten Begegnung locker zu bleiben - Du bist stärker!

Gruß Ralf

Mich würde jetzt einfach mal Deine Meinung interessieren, da
ich Panik vor Wespen, Bienen, Hornissen, Hummeln… usw.
habe. Ich freu mich mittlerweile schon gar nicht mehr auf den
Sommer, weil die Viecher halt immer und überall sind. Ich
schlag auch nicht um mich, wenn z.B. Wespen um mich
rumschwirren, aber ich fange teilweise schon das heulen an,
verlasse meinen Platz und versuche, relativ ruhig, also nicht
rennend irgendwo in einen geschlossenen Raum zu kommen. Alle
Leute um mich rum, werden von mir anfangs angefleht, wenn sie
mir meine Angst dann nicht glauben, angeschrien, die Viecher
von mir zu halten.

Hättest Du evtl. auch nen Tip, wie man damit zurecht kommen
kann? Ich will den Sommer endlich mal wieder im Freien
geniessen.

Danke und viele Grüße
alexa

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Hallo Diana,

nein, soweit ich weiß bin ich nicht allergisch auf solche Stiche, bin aber auch schon jahrelang nicht mehr gestochen worden. Als kleines Kind hatte ich im Sommer täglich mehrere Bienenstiche, weil wir einen süßen Kirschbaum im Garten hatten. Diese Panik hat sich erst in den letzten vier bis fünf Jahren entwickelt und wurde von jahr zu jahr schlimmer.

Mich macht schon rein das „Geräusch“ von Wespen oder Bienen total panisch. Und wie gesagt, ich bleibe ja auch so „vernünftig“, dass ich nicht rumschlage, weil ich weiss, dass es das noch schlimmer macht.

Ne rationelle Erklärung gibt es wahrscheinlich nicht für mein Verhalten.

Danke Dir trotzdem für die Antwort :smile:
liebe grüße
alexa

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Hallo Diana,

Ich bin Allergiker. Ich wurde einmal von einer Wespe in den Hals gestochen. Ich habe sie nicht bemerkt. Ich habe sie nicht gesehen. Ich war ganz ruhig. Ich habe mich nicht bewegt. Ich habe weder geschlagen noch sonst was. Sie hat einfach gestochen. Ich kann es nicht mehr hören, wenn mir jeden Sommer Leute weiß machen wollen, die Viecher stechen nicht, wenn man sie in Ruhe lässt. Meine Erfahrung ist eine andere.

Liebe Grüße

Frank

hummelflug & gewohnheit, etwas o.t.
hi alexa,

als ich klein war, hatte ich panische angst vor diesen
„schustern“ oder „schneidern“ oder wie sie heißen.
ich weiß bis heut nicht warum, gehören sie doch zu den
harmlosesten und dümmsten insekten des universums.
das hörte irgendwann von selbst auf. vielleicht rührt die panik,
die einen ergreift, von der relativen unberechenbarkeit der
flugrichtungen her, verbunden mit geräuschen, die sich plötzlich
ins ohr semmeln, ohne daß was zu sehen ist.
also eher diffuse angstreaktionen auf eine „mögliche“ bedrohung.
je kleiner, desto fieser. (gut, daß bettmilben nicht summen…)

ralf hat ja schon ausgeführt, daß das tier an sich harmlos ist.
gefährlich ist eben die angst und panische folgereaktion.
solang es aber noch keine ausgewachsene phobie ist, hilft ja
vermeidung oder aushalte-training. und gewöhnung. wenn alle welt
so genau wüßte, was so auf und im menschlichen körper sich
tummelt, gäbe es wohl apokalyptische zustände…

während meines landlebens war es mein schönstes
frühjahr-erlebnis, unter blühenden bäumen zu sitzen, umgeben von
fast schon meditativen frequenzen der hummelvölker, die
friedlich ihrer arbeit nachgingen…ganze hummelwolken hingen
über mir, haben mich zwar ignoriert, mir aber eine ahnung von
kosmischer gelassenheit vermittelt…:wink:
hummeln sind übrigens ganz erstaunliche insekten. ich liebe sie.

gruß,
frank (the other one)

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parmaschinken, off topic

Wenn im Freien gegessen wird (das mag ich eigentlich nicht,
weil die Butter schmilzt und die Wurst grau wird), dann decke
ich die Tasse zu und trinke mit ganz spitzem Schnabel, weil
ich durchaus Angst davor habe, so ein Tierchen in den Mund zu
bekommen.

hi ralf,

wespen lieben parmaschinken. wir haben immer ein kleines stück
geopfert und sie einfach gelassen in ihrer gier. damit waren sie
beschäftigt, wir hatten ruhe und die reviere wurden akzeptiert.
seltsamerweise hat das einige sommer lang funktioniert, und alle
waren zufrieden.
vor verirrten hornissen im haus habe ich allerdings respekt, das
liegt an ihrer beeindruckenden größe. wie ein großwildjäger
schlich ich herum, bewaffnet mit glas und bierdeckel. und wenn
sie dann draußen entlassen wurde - schwupps, wieder da.

gruß,
frank

Hallo Namenskollege,

Dein Artikel gefällt mir und ich wünschte im Hinblick auf Insekten ähnliche Gelassenheit an den Tag legen zu können.

Meine Beobachtungen jedoch und hier speziell in Griechenland lassen bei mir die Vermutung keimen, dass sich je nach Sommer, zumindest was Wespen betrifft, andere Eigenarten feststellen lassen.
Wir wurden jedenfalls, so weit ich mich erinnere, gut 7 Jahre von den Viechern ganz verschont. Letzten Sommer waren es so viele, wie nie zuvor. Ich weiß, das ich in früheren Jahren ausgewachsene, dicke, eher ruhigere Tiere respektierend, bewundernd, begutachten konnte. Sie mochten Parmaschinken.

Die vom letzten Sommer waren Mikro- Wespen, sehr klein, sehr aggressiv, sie ließen sich keineswegs mit Schinken beruhigen.
Insofern, ist das mit der Gewöhnung so eine Sache, weil ich mich einfach nicht damit anfreunden kann, dass sie in friedlicher Absicht kommen und dass sie immer die gleichen Eigenarten besitzen.
Auch die allen bekannten Mittelchen, wie Autan, oder verschiedene Öle zum Einreiben, Kerzen, etc ließen sie unbeeindruckt.
Mein Fazit: Wespe ist nicht gleich Wespe und mir sind sie nicht geheuer. Tiere die einen Stachel besitzen, als friedlich zu bezeichnen…ich weiß nicht

Liebe Grüße

Frank

danke für den tip, kann mir gut vorstellen, daß das hilft, lenkt auf jeden fall ab.
lg majo