Hallo Gaenseblümchen,
beides ist mir bekannt. Panikattacken, habe ich erfolgreich therapieren lassen. Das Unwohlsein vor bestimmten Terminen hat sich gewandelt. Ein wichtiges Gespräch, eine Prüfung, eine Präsentation, ein Arzttermin, oder aber auch ein Rendevouz, ein Treffen mit Freunden. Ich gehe mal davon aus, das dies Deine „bestimmten Termine“ sind.
Früher habe ich mein Unwohlsein so empfunden, dass ich die Termine abgesagt habe, weil ich einfach glaubte, ihnen nicht „gewachsen“ zu sein. Angst spielte auch eine Rolle.
So ein wichtiger Termin, zwei Wochen im Voraus vereinbart, hatte die Wirkung, das ich zwei Wochen täglich öfter daran denken musste. „In zwei Wochen musst Du das und das“ Je näher der Termin kam, um so mehr habe ich mich da rein gesteigert.
Übrigens ganz ähnlich wie bei der von mir erlebten Panik. Das „hineinsteigern“ ist bei mir entscheidend gewesen für einen empfundenen lebensbedrohlichen Zustand und nicht der eigentliche Auslöser. Der kleine Hund wird zum Monster.
Je mehr Bedeutung ich einer harmlosen Geschichte zukommen lasse, um so wichtiger, entscheidender, bedrohlicher wurde sie für mich.
Oft haben Menschen eine große Rolle dabei gespielt. Es war nicht die Frage: bin ich der Situation gewachsen, sondern kann ich die Erwartungen erfüllen, die an mich gestellt werden. Ich hatte den Glauben, dass Menschen etwas von mir erwarten (auch bei etwas schönem, Rendevouz)
Das ich mich bei den „bestimmten Terminen“ so und so verhalte. Ich habe mich konzentriert darauf, diese Erwartungen zu erfüllen. Es entstand ein gewisser Druck, den ich mir selbst auferlegt habe.
Du benutzt in dem Zusammenhang die Worte „bei etwas Besonderem“ Das macht mir deutlich wieviel Bedeutung Du der Angelegenheit gibst und damit auch wieviel Druck entstehen kann.
Letzte Woche habe ich einen Vortrag vor über dreißig Leuten gehalten, überwiegend frei sprechend, 30 Minuten. Ich war vorher aufgeregt, nervös. Lampenfieber.
Ich nenne es „gesundes Lampenfieber“ Es läßt mich noch mal alles vorher überdenken. Das frühere Unwohlsein erlebe ich heute, als eine natürliche Reaktion des Körpers auf eine Anforderung, die an ihn gestellt wird. Ob es zum Erfolg wird liegt daran, wie hoch ich meine eigene Messlatte lege.
Ich bin in der wunderbaren Rolle desjenigen, der bestimmt. Ich halte den Vortrag. Die müssen zuhören. Ich sage was ich will. Ich habe es in der Hand. Ich gebe den Ton an.
Das gibt mir ein gutes Gefühl.
Wenn ich die Einstellung habe, dass ich die Erwartungen der Zuhörer erfüllen muss, (die ich ja gar nicht bei jedem einzelnen kennen kann) wird es schwierig.
Meine Zuhörer übrigens haben ein völlig anderes Bild von mir, als ich selbst habe. Was ich sagen will:
Wir glauben oft wenn wir uns so und so verhalten, dann denken die Menschen das und das. Wir handeln danach, wovon wir glauben, das andere denken könnten.
?? Alles klar??
Meine Botschaft: Bei allen wichtigen Terminen, bin ich die wichtigste Person und ich bestimme wo der Hase her läuft, niemand anders. Das ist ein schönes Gefühl.
LG
Frank