Hallo Dilarah,
wer sagt denn, dass ein Kämpfer ein Kämpfer bleiben muss, bis zum Tod?
Unsere Eigenschaften und unsere Einstellungen, die uns durchs Leben tragen, entstehen durch die Beeinflussungen und Prägungen in der Erziehung und durch die Erfahrungen des Kleinkindes in den frühen Lebensjahren. In der Regel ist mit dem 7. Lebensjahr schon beschlossene Sache, mit welcher Einstellung Du durchs Leben gehen wirst. Der Kämpfer(als Beispiel) ist in seiner Entstehung fertig, geformt, abgerundet. Das muss ihm aber keineswegs zu diesem Zeitpunkt bewußt sein.
Ein Kind, dem man immer wieder sagt: Du wirst es zu nichts bringen, Du bist ein Taugenichts, zu nichts fähig, wird entweder im Leben eine eher bedeutungslose, untergeordnete Rolle spielen, oder aber es schlägt genau ins Gegenteil und wird Manager eines großen Unternehmens, oder Präsident der USA, weil dieser Mensch es erst recht allen zeigen will. So entstehen unsere Lebenspläne und auch der des Kämpfers hat seinen Ursprung in den Zuschreibungen und Botschaften, die wir in den frühen Jahren empfangen.
Irgendwann aber kommt doch bei jedem Menschen im Leben der Punkt an dem er fragt, ob es noch Sinn macht den Lebensplan aufrecht zu halten. Der Kämpfer, der des öfteren Niederlagen einstecken musste, könnte z.B. sagen: "Es ist mir zu ANSTRENGEND geworden, ich bin jetzt in einem Alter, wo ich es nicht mehr BRAUCHE.
Viele Ziele für die es lohnte zu kämpfen, gibt es einfach nicht mehr.
Jeder Lebensplan kann ja auch JEDERZEIT geändert werden. ME fragen die Menschen leider zu wenig danach, warum sie so sind, wie sie sind? Oft höre ich: „So bin ich nun mal“ Das man etwas daran ÄNDERN könnte, wird gar nicht erst gefragt.
Menschen wie Steffi (weiter unten), die merken so möchte ich nicht mehr leben, ich will etwas ÄNDERN (und das hat auch immer etwas mit dem Lebensplan zu tun) verdienen daher meinen großen Respekt.
Meine Freundin arbeitet mit alten Menschen und macht die Erfahrung, dass Lebenspläne manchmal ein ganzes Leben lang getragen werden, aufrecht erhalten werden, bis „kurz vor Schluss“
Die Bereitschaft zur VERÄNDERUNG scheint im Hohen Alter zuzunehmen.
Vielleicht hat es damit was zu tun, dass viele ihr Leben Revue passieren lassen und nun feststellen, dass sie auch mal gerne anders gewesen wären??
Vielleicht hat es einfach auch nur damit zu tun, dass wir „intensiver“ über unser Leben nachdenken??
Vielleich können diese Fragen Alte Menschen einfach besser beantworten??
Meine Beobachtung ist, dass viele Alte Menschen wieder zu Kindern werden und sich teilweise auch wie solche verhalten. Meine Phantasie geht so weit, zu sagen, sie öffnen sich auf diese Art und Weise auch noch mal für etwas Neues, Anderes
LG
Frank