Re^2: Trübsal nach Niederlage
Hallo Mondenkind!
Die Reaktion Deines Bruders ist völlig normal.
Jetzt ist es wichtig, dass Ihr als Familie sein Vertrauen
gewinnen könnt.
Das geschieht am leichtesten, indem Ihr NIE NIE NIE ihn
auf diese Sache anredet.
hm, liest sich wie massiver kuschelalarm. literweise heiße schokolade und zuhören, sobald er zuhörer sucht. zettel und stift ist toll, relativ firewall-sicher. sofern du ihm nicht nachspionierst. ansonsten hab ich gute erfahrungen mit www.assoziations-blaster.de gemacht. lichtschacht pur und gleichzeitig maximalabstand. eine edel-kombination. falls er beim sortieren noch ganz am anfang steht. er hat dann mitleser, die garantiert aus dem mustopp kommen und ihn auf keinen fall verstehen können. das ist unter umständen viel wert. es gibt nix wichtigeres als hoffnungsgebende distanz, wenn dich kontrollierende nähe einengt. autokonfronation mit blindem voyeur eben.
Er fühlt sich durch die Polizisten genug in die Enge
getrieben,
sagt er das so?
und er weiß ohnedies nicht mehr aus und ein.
isst er regelmäßig? kann er schlafen? vielleicht gönnt er sich eine extraportion sonne und baseball oder was auch immer ihm an mannschaftssport gut tut.
Ja, er hat etwas verbockt,
solange du ihn so siehst, halte abstand von ihm. du schadest ihm sonst mehr, als du ihm nützt.
und ja, es gibt keine wirkliche
Rechtfertigung für das, was er getan hat.
was du siehst, ist in dir!
Aber wenn jetzt alle gegen ihn sind, müsst Ihr FÜR ihn sein.
wie alle bist du, dass du kategorisch Imperativ utilisierst? mädchen, ruh dich aus. du riechst nach aktionismus.
Tut das, indem Ihr ihn behandelt, als gäbe es dieses Thema
nicht. Geh mit ihm um, wie Du vor diesem Vorfall mit ihm
umgegangen bist. Es soll sich nichts für ihn verändern zu
Hause.
das liest sich gruslig. wie war auschwitz? sorry, das war unsachlich. ich weiß nicht, was du erlebt hast.
Und wenn er sich dessen sicher sein kann, dass Ihr ihn nicht
auch mit Vorwürfen überschüttet, dann wird er seine Trübsal
rascher überwinden können;
du behinderst ihn per bande.
er wird vielleicht mir Dir oder
sonstwem in der Familie über seine Ängste ("Was wird jetzt mit
mir? Werde ich angeklagt?") reden können. Es ist doch alles so
schwer für ihn und er fühlt sich ganz alleine!
Bietet ihm Eure Hilfe, Fürsorge, Eure Auswein-Schulter ganz
unauffällig und dezent an. Er wird es bemerken und zu schätzen
wissen - und zu dem Zeitpunkt, wo er reif dafür ist, dankbar
darauf zurückkommen.
Ihn zu einem Berater oder in eine Therapie zu schleppen halte
ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt für falsch. Gebt ihm Zeit, er
macht jetzt viel durch. Wenn er psychisch gesund ist (was ich
mal annehme) und eine Familie hinter sich weiß, wird er auch
die vor ihm liegende Zeit gut durchstehen.
lass ihn sich ausschlafen.
Steht ihm bei, er braucht Euch.
Hanna
Biggi